von Tom Koch » Mo 16. Jan 2012, 20:44
Ich - ein Büromensch - lag letzthin unter dem J8 um zu schauen, wie das so wäre, die Achsentlüftungen hoch zu ziehen (Island). Ich meinte an den Enden der Schläuche Ventile erkennen zu können. Stimmt das und fallls ja, wären die nicht dazu da, bei Wasserdurchfahrten zu zu machen und somit das Hochziehen der Entlüftungen unnötig zu machen?
Danke für eure Aufklärung.
Tom
(Ob die Ventile auch noch ihren Dienst tun konnte ich bisher nicht prüfen - Ideen?)
-

Tom Koch
-
- Beiträge: 444
- Registriert: Mo 11. Jun 2007, 19:28
-
0 Personen finden diesen Beitrag gut.
von emlersan » Fr 20. Jan 2012, 23:37
Moin Tom,
wie du dir vielleicht vorstellen kannst herrscht bei Betrieb viel Arbeit in so einer Achse/Differential. Sprich Reibung. Da entsteht Wärme. Öl dehnt sich bei Erwärmung aus, Öldämpfe usw. entstehen. Da braucht man schon ne Entlüftung, ansonsten würde es dir das Öl regelmäßich durch sämtliche Simmerringe(Wellendichtungen) drücken. Wo diese eigentlich das austreten verhindern sollen. Dafür die Entlüftung. Sind sehr einfach konzipiert und lassen im Normalfall kein Wasser rein. Wenn man oft im Matsch rumfährt sollte man regelmäßig darauf achten, dass sie frei sind. Da die Schlauchhalterung am Rahmen ist, zumindest beim J10, müssen die Schläuche beim Umbau auf Isländer verlängert werden. Kostenpunkt für zwei Entlüftungen ca. eine Tasse Kaffe.
Gruß, Sebastian
-
emlersan
-
- Beiträge: 23
- Bilder: 0
- Registriert: Mi 10. Aug 2011, 18:32
- Wohnort: Hamburg
0 Personen finden diesen Beitrag gut.
von Reiti » Sa 21. Jan 2012, 01:41
Die serienmässigen Ventile funktionieren meistens, manchmal auch nicht. Ich führe das Versagen auf Dreck um und im Ventil zurück.
Mein 105 (Achsen wie J8) hatte nach regelmässigen Wasserdurchfahrten bis zur Windschutzscheibenunterkante einmal Wasser im Verteilergetriebe, einmal bei einer anderen Reise Wasser in der Vorderachse, die Entlüftungen waren serienmässig. Sonst war alles dicht.
Die Achsentlüftungen lassen sich einfach mit Benzinschläuchen und Kabelbindern in den Motorraum oben an die Spritzwand verlängern. Wenn das Wasser noch höher steigt, wird der Karren eh das Schwimmen anfangen.
Wenig Kosten, das Gewissen hat Ruhe.
Kontrollen schaden trotzdem nicht.
Reiti
If it can't be fixed with a hammer or duct tape - it must be electrical.
-
Reiti
-
- Beiträge: 977
- Registriert: Fr 16. Aug 2002, 16:21
- Wohnort: Oberbergisches Land
-
0 Personen finden diesen Beitrag gut.
von UR66 » Sa 21. Jan 2012, 10:44
Guten Morgen,
eigentlich ist alles gesagt, nur eins noch. Wenn die Achse durch den Fahrbetrieb nun sehr war ist und das wird sie. Du fährst ins kalte Wasser, kühlt sich die Achse sehr schnell ab und es entsteht ein Unterdruck im Achsgehäuse. Die Achse versucht ran zu "saugen" was geht .... Also, die Ventilkappen runter, Schlauch drauf, weiter wie schon beschrieben.
Gr. Uwe
-

UR66
-
- Beiträge: 574
- Registriert: Mo 18. Jul 2005, 10:11
- Wohnort: Eisenach Thüringen
-
0 Personen finden diesen Beitrag gut.
von hakim » Sa 21. Jan 2012, 10:49
Hallo, nicht speziell zum J8, aber allgemein gut zu wissen: Toyota verbaut nicht nur die klasssichen Entlüftungs-"Hütchen" mit dem federbelasteten Plättchenventil - z.B. direkt auf dem Differential. Zumindest in meinem Hilux N25 finden sich auf den Entlüftungsschläuchen beider Getriebe sowie des vorderen Diffs einfache Metallkäppchen ohne integriertes Ventil. Die reichen gegen Spritzwasser, aber untergetaucht lassen sie wegen der doch recht großen Schlauchquerschnitte Wasser in die Mechanik. Da beim Furten in kaltem Gletscherwasser vor allem die Diffs schlagartig abkühlen, entsteht dort ein Unterdruck, der durch jede Undichtheit Wasser rein zieht. Es ist deshalb m.E. dringend zu empfehlen, alle Entlüftungen im Motorraum soweit wie nur möglich nach oben in eine Ecke an der Spritzwand zu legen. Vorhandene Ventilhütchen würde ich dort nicht mehr aufsetzen. Entweder Käppchen ohne Ventilfunktion, oder man reduziert auf anderem Wege einfach den freien Schlauchquerschnitt, z.B. durch ein eingeschobenes, dünneres Schlauchstück. Hakim Sorry, hat sich mit Uwes Ergänzung überschnitten...
HILUX 3,0 DoKa EZ´08, HOPA-Chip, 285/75R16 auf CW-Alus 8x16(ET+15), 33x10,5R15 MT auf Serienalus 7x15(ET+30) i.V.m. Spurplatten 15mm, VA:OME mittel/KONI Raid, HA: OME heavy-duty/OME-Sport, Snorkel, K+N-Luftfilter, RECARO Cross-Speed, N4-Alumotorschutz, und unsere Wohnkiste ORTEC-Minicamp
-
hakim
-
- Beiträge: 1152
- Registriert: Mi 29. Sep 2010, 06:49
-
0 Personen finden diesen Beitrag gut.
von emlersan » Sa 21. Jan 2012, 11:36
Moin Moin,
da habt ihr natürlich recht, die serienmäßigen Ventile sind für Saugbetrieb nicht geeignet. Da ich aber keine Lust hatte meterlange Schläuche unterm Auto zu verlegen, habe ich spezielle Getriebe-Entlüftungsschrauben genommen die wir auf der Arbeit haben. Die sind tauchfähig.
Basti
-
emlersan
-
- Beiträge: 23
- Bilder: 0
- Registriert: Mi 10. Aug 2011, 18:32
- Wohnort: Hamburg
0 Personen finden diesen Beitrag gut.
von superXcruiser » Sa 21. Jan 2012, 12:06
Hi Basti
da ich meterlange Schläuche verlegt habe und mir dies als einzige wahre Lösung so angepriesen wurde, würde ich gern einmal deine Ventile aus der Nähe sehen.
Hast du ein Bild von diesen Ventilen oder eine Website mit Infos? Vielleicht hast du eine super Lösung gefunden. Ich würde mich freuen.
bis denn sXc
sXc
er rappelt, er klappert, er poltert, er brummt und schwitzt und fährt trotzdem ----- der LANDCRUISER 80
-

superXcruiser
-
- Beiträge: 1223
- Registriert: Sa 1. Dez 2001, 16:35
- Wohnort: 45663 Recklinghausen
-
0 Personen finden diesen Beitrag gut.
von Muddy » Sa 21. Jan 2012, 14:58
hi basti
ich schließe mich superX an. ich habe unter dem pick up auch nen paar meter liegen und bevor ich mir die arbeit beim dem 80 iger mache- wäre nee tolle sache !!! wenns es sowas gibt
gruß
ralph
Toyota T100, 3,4 Liter Benziner (5 VZF-E ) seit 80.000 km auf LPG, OME Schwer, 285/75 Cooper STT auf 8x16 ET 0,Eigenbau Stoßstangen mit Winde vorne und 30 m Dyneema Seil, Trail Gear Rockslider und Spanien Schorchel, Achsentlüftung hochgelegt,4,88 Diffs. in Arbeit
-
Muddy
-
- Beiträge: 1996
- Registriert: Do 28. Dez 2006, 08:58
- Wohnort: Westerwald
-
0 Personen finden diesen Beitrag gut.
von hakim » Sa 21. Jan 2012, 15:47
Hallo, es gibt industrielle, bidirektionale Be- und Entlüftungsventile, z.B. die hier: http://www.skarke.de/articles.php?lang= ... ngsventileEtwas runterscrollen zu den BE-Ventilen. Im Unterschied zu den reinen Entlüftungsventilen, die entweder per Plättchen oder per Kugel den Stutzen schließen und erst ab einem bestimmten Innendruck öffnen, sind die bidirektionalen "Ventile" immer nach beiden Seiten hin durchlässig. Natürlich ist der freie Querschnitt durch das Labyrinth und den Filter recht klein. Spritzwasser wird sicher zuverlässig abgehalten, auch ganz kurzes Eintauchen wird nur wenige Tropfen reinlassen, die aus dem Getriebeöl wieder verdunsten werden. Aber dem Unterdrucksog der sich in einer eisigen Gletscherbach-Furt von z.B. 20m Länge und 70cm Tiefe (um mal bei der offiziellen Wattiefe zu bleiben) schlagartig abkühlenden Differentiale und Getriebe haben sie mangels dichten Verschlusses nichts entgegenzusetzen. Die Be-/Entlüftung meines ADD habe ich jetzt sogar in den Innenraum geführt, für extrem wasserhaltige Einsätze weiß ich keine bessere Lösung. Vielleicht lege ich auch noch die Leitungen von Diff und Getrieben nach innen, dann mit einem Aktivkohlefilter gegen den Geruch Aber Basti, wenn Du was anderes hast, immer her damit... Hakim
HILUX 3,0 DoKa EZ´08, HOPA-Chip, 285/75R16 auf CW-Alus 8x16(ET+15), 33x10,5R15 MT auf Serienalus 7x15(ET+30) i.V.m. Spurplatten 15mm, VA:OME mittel/KONI Raid, HA: OME heavy-duty/OME-Sport, Snorkel, K+N-Luftfilter, RECARO Cross-Speed, N4-Alumotorschutz, und unsere Wohnkiste ORTEC-Minicamp
-
hakim
-
- Beiträge: 1152
- Registriert: Mi 29. Sep 2010, 06:49
-
0 Personen finden diesen Beitrag gut.
von babu » Sa 21. Jan 2012, 17:09
Daran bin ich auch interessiert, ist sonst meine nächste Baustelle....
Man sollte immer eine kleine Flasche Whisky dabeihaben, für den Fall eines Schlangenbisses - und außerdem sollte man immer eine kleine Schlange dabeihaben.
W. C. Fields
-

babu
in der Umbauphase...
-
- Beiträge: 129
- Registriert: Di 28. Sep 2010, 14:25
- Wohnort: Bad Zurzach CH/AG
-
0 Personen finden diesen Beitrag gut.
von RainerPhilipp » Sa 21. Jan 2012, 18:33
Wenn ich mir die Be- und Entlüftungsventile aus dem Link von hakim so ansehe, dann bin ich der Meinung dass die für die Aufgabenstellung nicht geeignet sind. (Nicht dass ich etwas gegen den Hersteller habe oder dessen Produkte schlecht machen will.) Es geht ja darum sowohl das Diff. zu entlüften (Erwärmung im Betrieb) als auch zu belüften (schnelle Abkühlung durch Wasserdurchfahrt). Das Entlüftungsventil Serie EV kann nur Entlüften und das erst bei einem Differenzdruck von 0,2 bar. Da stellt sich die Frage ob es da nicht bereits Öl durch den Simmering durchdrückt. Das Be- und Entlüftungsventil Serie BE wird sehr schnell mit Staub und Schmutz zugesetzt sein und dann seinen Dienst quittieren. Unabhängig davon dass es beim Diff unter Wasser sicherlich auch selbiges Druchlässt, wenn im Diff entsprechend Unterdruck herrscht. Das Entlüftungsverntil Serie EVF scheint mir bei sauberer Umgebung zu funktionieren. Leider hat das keine Belüftungsfunktion. Wenn das Diff schnell abkühlt und Luft angesaugt wird, dann muss die auch irgendwo herkommen. Falls ein Ventil, welcher Art auch immer, unter Wasser sitzt, dann wird das nicht funktionieren. Ich habe die Entlüftungen in den Motorraum hochgelegt, einen Kraftstofffilter gegen Verschmutzung drauf gesetzt und gut ist. Das ist meiner Meinung nach die sinnvollste Lösung.
Grüße
Rainer
-

RainerPhilipp
-
- Beiträge: 280
- Bilder: 0
- Registriert: Do 8. Nov 2001, 21:45
- Wohnort: Nähe Schweinfurt
-
0 Personen finden diesen Beitrag gut.
von emlersan » Sa 21. Jan 2012, 22:06
Moin Leute,
also ich muss sagen, dass Rainer recht hat! Es gibt absolut keine andere Möglichkeit die Achse Unterwasser zu belüften, außer ein Ventil oberhalb des Wasserspiegels zu setzen. Die Ventile die ich eingebaut habe sind normale, nur in eine Richtung funktionierende Getriebeentlüftungsventile. Hersteller könnte ich jetzt nicht nennen, die Dinger liegen bei uns in der Schublade auf der Arbeit. Aber das kann ich Montag rausfinden. Ich hab mich ehrlich gesagt noch nicht groß mit dem Thema Unterdruck beschäftigt. Aber Simmerringe arbeiten definitiv nur gut in eine Richtung. Und ich kann mir gut vorstellen das beim entstehen eines Unterdrucks in der Achse, wenn es keine Belüftung gibt, sehr schnell das Wasser durch sämtliche Simmerringe eingesaugt wird.
Gut, ich hatte bisher keine langen Fahrten durch kaltes Wasser, aber ich denke ich sollte mein Konzept schleunigst überarbeiten. Mann hört nie auf zu lernen, es ist fantastisch hier. Vielen Dank Leute.
Trotzdem werde ich mich am Montag mit unseren Spezialisten austauschen zum Thema Unterdruck und wie hoch und eventuellen Alternativen bzw. Lösungsvorschläge.
Grüße aus Hamburg
-
emlersan
-
- Beiträge: 23
- Bilder: 0
- Registriert: Mi 10. Aug 2011, 18:32
- Wohnort: Hamburg
0 Personen finden diesen Beitrag gut.
von J9 Andy » So 22. Jan 2012, 08:15
Ich hatte da mal so eine kleine Gedankenspielerei. Falls einer gerne bastelt. vorbereitung-zur-islandfahrt-t20870.html#p314378
Gruss Andy --------------------------------------------- Trabant 601 => LandCruiser KZJ 90 ...ein Quantensprung... ________________________________ Was Du nicht willst das man Dir tu´, das füg´auch keinem andern zu.
-

J9 Andy
-
- Beiträge: 1485
- Bilder: 0
- Registriert: Sa 23. Aug 2003, 22:24
- Wohnort: Ingolstadt
-
0 Personen finden diesen Beitrag gut.
von hakim » So 22. Jan 2012, 15:21
Hallo, nochmal zum bei Kaltwasserdurchfahrten entstehenden Unterdruck. Betroffen ist meiner Erfahrung nach neben Diffs und Getrieben auch - wie bei meinem Hilux der Fall - das Aktuatorgehäuse des vorderen Differential-Freilaufs (ADD). Praxisbeispiel ADD: Toyota hat auf der Entlüftung ein Ventilhütchen verbaut, das also keine Be-Lüftung zuläßt. Trotz des geringen Gehäusevolumens hat der Unterdruck bei mir das Furtwasser an der Deckeldichtung vorbei ins Gehäuse gezogen. Bei der nächsten Betätigung des ADD ist dann der Stellmotor durchgebrannt. Da von Anfang an der Entlüftungsschlauch schon hochgelegt worden war, dachte ich an einen verzogenen Deckel oder eine bei der Montage verrutschte Deckeldichtung. Auf Garantie gab´s die komplette Aktuatoreinheit neu. Nach der nächsten Islandreise war wieder Wasser drin und der Stellmotor durchgebrannt. Seither ist kein Käppchen mehr auf diesem (höhergelegten) Entlüftungsschlauch und anstatt des originalen, in die Deckelnut lose eingelegten Dichtrings ist das ADD-Gehäuse jetzt mittels Flüssigdichtmittel abgedichtet. @J9Andy: Deine Idee finde ich interessant. Gibt es sowas Ähnliches nicht auch bei z.B. Militärfahrzeugen, wo für Wasserdurchfahrten die Diffs mit leichtem Luftdruck beaufschlagt werden? Ohne Kompressoranschluß und Druckregulierung dürfte das aber nicht funktionieren... Hakim
HILUX 3,0 DoKa EZ´08, HOPA-Chip, 285/75R16 auf CW-Alus 8x16(ET+15), 33x10,5R15 MT auf Serienalus 7x15(ET+30) i.V.m. Spurplatten 15mm, VA:OME mittel/KONI Raid, HA: OME heavy-duty/OME-Sport, Snorkel, K+N-Luftfilter, RECARO Cross-Speed, N4-Alumotorschutz, und unsere Wohnkiste ORTEC-Minicamp
-
hakim
-
- Beiträge: 1152
- Registriert: Mi 29. Sep 2010, 06:49
-
0 Personen finden diesen Beitrag gut.
von Tom Koch » Mo 23. Jan 2012, 09:48
Wenn ich das so für mich zusammenfasse, verstehe ich es so: 1. Bei den Originalventilen kann zwar Luft raus, aber nichts reingesogen werden. 2. Um auf der sicheren Seite zu sein für längere Furten, bzw. stehen bleiben im Fluss,  ist die beste Lösung, einen möglichst langen Schlauch hoch in den Mototraum zu ziehen. 3. Damit nicht beim Schlauchansatz an der Achse oder am Diff Wasser eingesogen wird, soll er mit Schlauchschelle und Dichtflüssigkeit bearbeitet /gesichert werden. So gut? Tom
Zuletzt geändert von Tom Koch am Di 24. Jan 2012, 21:42, insgesamt 1-mal geändert.
-

Tom Koch
-
- Beiträge: 444
- Registriert: Mo 11. Jun 2007, 19:28
-
0 Personen finden diesen Beitrag gut.
|
|