lehencountry hat geschrieben:Landminen in Libyen ?
ich denke das keine verlegt wurden, denn die Fronten waren in der Regel nie lange fest.
Die beiden Seiten waren doch meist immer in Bewegung, da macht es wenig Sinn.
In dem Artikel-Link war nicht die Rede von verlegten Minen, sondern von Lagerbeständen.
Zur Sicherheit sollte man sich evt. bei der Botschaft erkundigen.
Ausserdem waren südlich vom Küstenstreifen so gut wie keine Gefechte.
Es sind reichlich Minen verlegt worden. Schon während des Krieges sind aber im Jebel Nafusa flächendeckend Minen geräumt worden. Das haben ausländische NGOs übernommen, da die verlegten Kunstoffminen nur sehr schwer zu orten sind und die geeigneten Geräte nicht ausgeführt werden durften. Hintergrund war, dass man vermeiden wollte, dass die Minen aufgesammelt und anstatt sie zu vernichten jemand sie gleich wieder verlegt.
Mit der Aussage „nur an der Küste“ wäre ich vorsichtig. Betroffen ist im Westen ein gut 300km breiter Küstenstreifen und der Sirtebogen.
Im Süden hat es punktuell auch ganz schön gekracht. Dort waren allerdings Konvois und hunderte Waffenverstecke betroffen. Man geht davon aus, dass noch immer nicht alle Waffenverstecke vom Alten entdeckt sind. Dort wird noch einiges herumliegen: Minen, Munition, Fahrzeuge und anderes.
Ob im Süden gezielt (Durchfahrten, Pässe, Zufahrten zu strategisch wichtigen Plätzen) vermint wurden ist noch nicht klar, aber es könnte vorgekommen sein.
Eine flächendeckende Verminung wie im WW2 an der östlichen Grenze oder in der Westsahara dürfte es im Süden aber nicht gegeben haben. Wie übrigens im WW2 auch nicht.
Das Leben in Libyen hat sich weit mehr normalisiert als man hier aus der Presse suggeriert bekommt. Das Gerede von den „Gaddafi Loyalisten“ sollte man mit Vorsicht genießen, denn jeder, der mit einem anderen Zoff hat, wird den Gegner als einen Anhänger vom Alten bezeichnen um ihn zu diffamieren. Das mit der „grünen Konterrevolution“ sind Parolen um Aufmerksamkeit zu bekommen und die Gründe für die Auseinandersetzungen vielschichtig.
Zur Einreise: Inzwischen braucht man wieder ein Visum, derzeit gibt es aber nur Geschäftsvisa (auf Einladung), die aber im Vergleich zu vorher recht unkompliziert. Ohne lokale „Begleitung“ darf, aber sollte man sich derzeit nicht bewegen.
Erste Schritte zu Wiederbelebung des Tourismus wird es sicher bald geben und Visa auch. Man wird sich aber anfangs mit kleinen Schritten begnügen müssen und die Modalitäten stehen noch in den Sternen.
Grüße
Wolfgang