von GIGANT » So 25. Dez 2011, 17:24
JETZT würde ich nur mehr Nr.1 machen.
Wenn ich mir denke wieviel Zeit ich an umständlicher Arbeit verschissen habe, indem ich ich den hals verrenkend unterm Auto liegend irgendwas TEIL restauriert hab, weil Rahmen etc. im Weg ist.
Dein Wagen bietet ABSOLUT gute Substanz, der Rahmen ist auch noch gut, ABER: wenn du jetzt da nichts machst bzw. übern TÜV schweißt wirst du in 5 Jahren wirklich Probleme haben.
Wenn du eine Frame OFF machst, dann widme vorallem dem Rahmen die meiste Zuwendung und spare kein Geld bei der Konservation, denn bei einem soldiden Rahmen lässt sich alles andere in Jahren bzw. Jahrzehnten (haha) wirklich allerfeinst "teilrestaurieren" Wichtig ist vorallem, dass du den Rahmen nackig machst, sandstrahlst und mit hochwertigem Lack bearbeitest (POR15 oder Brantho3in1). Noch wichtiger: Den hinteren Teil vom 6er Rahmen zerlegen, sprich die vernieteten U-Profile rausholst und bearbeitest (ev. auch verzinkst). Und zu guter letzt den Rahmen nach Wolli-Art mit biologisch abbaubaren Hydrauliköl fluten (oder dann dünnflüssige Fluidfilm) und das alle 3-5 Jahre wiederholen.
masterpiece of engineering triffts ziemlich, du wirst auch neu keinen Geländewagen mehr finden der annähernd an einen 61er rann kommt, da lass ich persönlich jeden J8 oder J105 stehn..
PS: Die karosserieschäden sind Kinderkram... da gibts WEEEEESENtlich schlimmeres.
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von hannesbj » So 25. Dez 2011, 18:38
Ich kann Gigant da nur zustimmen. Ich habe zwar nur einen J45, aber das Abnehmen der Karosserie ist wirklich die beste Lösung da man an alles gut rankommt. Mein Rahmen hatte keinen Blattrost jedoch einige Rostansätze die sich mit Sicherheit verschlechtert hätten. Ich habe den Rahmen nicht sandstrahlen lassen, sondern im Tauchbad entlackt, entrostet und grundiert (schwarze KTL). Das hat den Vorteil,dass auch der innen im Rahmen vorhandene Rost entfernt wird wo man beim Sandstrahlen nicht hin kommt. Und finanziell auf jeden Fall hoch interessant! -> BJ 45 Rahmen, alle Unterbodenbleche, Halter, Stoßstange und etliche Kleinteile (insgesamt 22 Positionen) 1400€.
Mit Mike Sanders konservieren ist eine tolle Sache, aber man sollte bedenken, es wird extrem schwer danach nochmals an der Karosse etwas zu schweißen oder zu lackieren. Deshalb würde ich es bei Teilen die ich irgendwann später mal richtig restaurieren will nicht anwenden.
Gruß,
HannesBJ
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von GIGANT » So 25. Dez 2011, 19:42
also wenn du deinen genieteten 4er Rahmen ohne zu zerlegen im säurebad entlacken und dann tauchbadbeschichten lassen hast, kannst du dich in ein paar jahren auf eine schöne Bescherung einlassen  Wenn man sowas teures in irgendeiner Weise macht, kann man gleich feuerverzinken und man hat ein Aufopferndes Material als Beschichtung. Ich persönlich kenne einen J6, dessen Rahmen in den 90ern feuerverzinkt wurde. Dieser wurde Jahr um Jahr in üblsten Salzwinterverhältnissen gefahren und der sieht nun 2011 noch immer aus wie NEU. Ich halte es zumindest für ähnlich sinnvoll vorallem günstiger, wennman den Rahmen mit der Kanalfräse und einem anständigen Reiniger per Kärcher säubert. Dann mit der gschlitzten Hohlraumdüse das dünnflüssigste Fluidfilm rein, das unterwandert eventuellen rost und zieht in die Ritzen richtig schön ein und das ganze Prozedere entsprechend der Belastung (Salz, Dreck,...) alle 1-5 Jahre wiederholen.
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von hannesbj » So 25. Dez 2011, 20:40
Juhu, darauf habe ich gewartet  Hast Du da handfeste Infos oder ist es nur das übliche Vorurteil? Mein Rahmenheck wurde zerlegt, der Rest nicht. Der Rahmen wird nach dem entlacken ja nicht eins zu eins in den Lacktopf getaucht  , da kommen schon ein paar Bäder dazwischen  . Überaschungen gibt es da keine, außer das er nicht mehr rostet.  , aber ich werde die nächsten 25 Jahre mit Sicherheit über meine Erfahrungen berichten. Wer Zeit und Lust hat, kann sich die KTL Geschichte bei mir in der Werkstatt noch Live ansehen, bevor die frisch lackierte Karosse wieder drauf kommt. Rostige Grüße, HannesBJ
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von GIGANT » Mo 26. Dez 2011, 01:26
mir wurde (weil ich persönlich das bei meinem J6 Rahmen auch vorhatte) auf Anfrage von einem Verzinker, der auch die KTL anbietet ausdrücklich davon abgeraten. Wenn der Rahmen geätzt/gebeizt wird sickert die Säure vorallem bei genieteten Verbindungen rein und wird durch den Tauchbadlackversiegelt. Dort kann er dann über die Jahre wüten.
Trifft aufs Verzinken genauso zu, nur dass eben danach eine Zinkschicht draufhängt, die sich als Anode über die Jahre gegenüber der nagenden Säure aufopfert...
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von hannesbj » Mo 26. Dez 2011, 09:26
Ich will ja nicht den Thread in eine KTL und Verzink Diskussion leiten - falls es doch noch einen interessiert - mein Rahmen war bei Carblast. Also, wo war der Anfang dieser Geschichte??? Ach ja, ich wollte den HJ kostenlos abholen und umweltgerecht verwerten......  . Bin ja nun mal gespannt, wie die Geschichte weitergeht. Hoffe wir haben bald die nächste Restaurationsgeschichte mit vielen Bildern zu lesen. Gruß, HannesBJ
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von HJ61-Freak » Mo 26. Dez 2011, 12:04
Feuerverzinkung von tragenden Teile ist - zumindest in D. - bei den Wächtern der technischen Ordnung im Straßenverkehr nicht gern gesehen, vgl. auch hier! Gruß Florian
'86er-HJ61, 410tkm, OME schwer-plus, 255/85R16 auf 6Jx16-Toyo-Stahlf. ET0+30er Distanzen, 80mm Bodylift, Sidepipe, Recaros, Eigenbaustoßf. v. + h., schwenkb. Reserveradträger, Dach in Alu-Riffelbl., HA LSD 60%, div. Scheinw. + Instrumente, Innenausbau in Alu
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von Ozymandias » Mo 26. Dez 2011, 13:00
Lustigerweise sind sämtliche Anhänger inkl. der Achsen komplett Feuerverzinkt mittlerweile, Farbe sieht man da schon längst nirgends mehr. Aber das ist natürlich nicht vergleichbar. Irgendwie widersprechen sich diese superschlauen Blaumänner laufend selbst. 
Der Jeep Fahrer - 5.9 V8 rulez
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von jackrieper » Mo 26. Dez 2011, 13:24
Hallo zusammen, wie erwartet entwickelt sich eine rege Diskussion, so hab ich es mir gewünscht! Im Grunde war mir das Ergebnis vorher klar, eine komplette Restauration Frame off mit allen Schikanen ist für ein Auto dieser Qualität und Einzigartigkeit mehr als angebracht und in gewissen Maße sogar sinnvoll. Der HJ ist ja der klassische Youngtimer mit deutlichem Potential zum Oldtimer (mit entsprechender Wertsteigerung, so dass die zu erwartenden hohen Investitionen nicht ganz verloren sind). Um eine solches Projekt komme ich wohl nicht drumherum, wenn ich das Auto weiter (be-)nutzen möchte. Leider führt die von euch empfohlene (und nachvollziehbare) Gründlichkeit neben den Kosten zu einem Zeitansatz für das Projekt von ca 2 Jahren. Ich muss da realistisch bleiben, man hat ja i.d.R. bei solchen Vorhaben alle Schrauben ggf. mehrmals in der Hand und meine Freizeit zum Autoschrauben muss ich noch mit anderen Vorhaben (Familie, Haus, Garten etc) teilen.
Fazit also: HJ wiederaufbauen - gründlich - aber erst wenn ausreichend Zeit (und $) verfügbar ... (Es sind ja noch 8 Jahre bis zum H-Kennzeichen) Danke nochmals für die Beiträge.
Falls jemand seine Erfahrungen über die Kosten solcher Aktion mit mir teilen möchte - PM wäre klasse!
Grüße
Kay
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von GIGANT » Mo 26. Dez 2011, 14:14
üüber 2 Jahre huuust...
Die Kosten halten sich in Grenzen, wenn du die aufgebrachten Stunden nicht in ein Euro Verhältnis setzt, sondern es als wertvolle Erfahrung bzw. Spass an echter Männerarbeit siehst. Sonst bist du dann ganz schnell bei sauberer Arbeit bei einem 1 Euro/h Job.
PS: Hannes, wenn du einen echten Spezialisten hast, der sich nur auf sowas konzentriert und der wirklich die Beizreste durch x-faches Spülen entfernt ist KTL sicher eine hübsche Sache. Nur bei "normalen" Großverzinkerein wird da oft nich groß unterschieden zwischen Landcruiserrahmen und Balkongeländer...
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