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Horrorgeschichte: Wie man (nicht) einen Lackierer beauftragt    

Farben, Lacke, Beschichtungen, Unterbodenschutz, Fette, Wachse usw.

Horrorgeschichte: Wie man (nicht) einen Lackierer beauftragt

Postby bikemaniac » Mon 7. May 2018, 00:10

Hallo,

Ich könnte mehrere DINA4 Seiten über dieses Thema verfassen - aber werde es kurz halten.

Hintergrund:
Hatte einen Hiace LH50 BJ 1983 in einem makellosen Zustand den ich für die Ewigkeit "konservieren" möchte. Das Fahrzeug war praktisch rostfrei und komplett beulenfrei ausser 1 Parkrempler. Nirgends gab es Spachtel am Auto - es war immer noch die erste Lackierung. Auto hatte nur 60000 km runter. Grund für das konservieren war die Alterung des Lackes - es gab kleine Pünktchen wo der Rost anfing und ich wollte das Auto auch im Winter betreiben. Es hatte bis jetzt noch nie einen Unterbodenschutz gehabt - und die Hohlräume waren komplett trocken und fettfrei.

Für den best möglichen Schutz habe ich mir für (Sand)Strahlen, Spritzverzinkung und Lackierung beschlossen und zwar überall - Unterboden inklusive. Meine Aufgabe war es das Auto KOMPLETT zu zerlegen - in Atome. Sobald das Auto wieder bei mir wäre würde ich es selbst mit Timemax konservieren (Hohlräume).

Für den Auftrag war es für mich wichtig das alles im gleiche Hause gemacht wird: Strahlen, Verzinken und Lackieren. Somit würde es nicht Ärger geben wenn das Auto zwischen verschiedenen Betrieben transportiert werden muss. Und somit werden auch Probleme ausgeschlossen wenn z.B. der Lackierer über die Oberfläche vom Spritzverzinker meckert - und wenn es Haftungsprobleme gibt.

In Dänemark wo ich wohne, habe ich nach monatelangem suchen 3 Betriebe gefunden die alles im gleichen Betrieb durchführen können. In allen 3 Fällen bin ich mit dem Auto hingefahren damit einen genauen Preis für die Aufgabe errechnet werden kann. Leider konnte ich keine Referenzen bei den 3 Betrieben finden - weder online oder beim Nachfragen. Solch eine Auftrag ist sehr selten. Am Ende habe ich mich für den Betrieb beschlossen wo ein lackierter J4 herumstand: Und der sah gut aus - war grundiert aber die Arbeit sah 1A aus. Ich hatte einen guten Eindruck, ich akzeptierte den Preis und wollte gar nicht verhandeln. Der Preis war "schwarz" - war für uns beide OK - später zeigte es sich, dass das schwarz/weisse Geld Probleme gemacht hat - oder trotzdem nicht - weil nichts zu tun war.

Ergebnis
Jetzt ein "fast-forward". Habe das Auto frühzeitig im Betrieb geholt weil sie die ganze Karosse verbeult haben (Beulen+Löcher durchs Strahlen, Beulen beim herumschieben der Karosse) - weiterhin ist das Dach instabil geworden und "wabbelt". Der Betrieb hatte nicht die Fähigkeiten die Probleme zu lösen (weshalb weisses Geld nicht geholfen hätte), zu keinem Zeitpunkt zeigte der Meister ein Schuldgefühl. Alles war stinkenormal indem man 5-10 mm Spachtel auf den Beulen auftragt ohne den Kunden (mich) zu fragen. Die Karosse ist jetzt eindeutig in einem schlimmeren Zustand als zuvor und ich bin kurz davor alles zu verschrotten - ich wollte was perfektes und jetzt ist der Traum zerbrochen.

Image
So sah die Karosse nach dem Abholen aus. Milimeterdickes Spachtel fast überall. Die Karosse war makellos bei der Anlieferung. Die Karosse wurde gestrahlt und an den instabilen Blechen angeblich geschliffen (wir hatten genau besprochen wo gestahlt und wo geschliffen wird - wurde scheins nicht eingehalten), dazu spritzverzinkt und 1x grundiert. Das grüne ist die Grundierung. Flächenweise auf der Grundierung dann die Spachtelmasse.


Weiterhin 2 Videos (man kann die Subtitles einschalten):

Instabiles Dach: https://youtu.be/4ijsimtkUbI
Spachtel: https://youtu.be/jxQ6EdkRjoM

Was mich dermassen ärgert: Wo findet man gute Betriebe? Ich muss jetzt einen Karosserietechniker finden - ich will den besten in Dänemark beauftragen aber weiss nicht wo ich suchen soll. Obwohl wirs Internet haben steht man immer noch blöd da. Es gibt so viele Pfuscher. Ich als "Otto-normal" habe kein Insider-knowledge und bin eigentlich preisgegeben.

Wie man einen Lackierer beauftragt
Aber jetzt die Hilfe für andere Forumsmitglieder die auch sowas anfangen wollen. Tut mir Leid, es ist ein bisschen "paranoia" aber habe meine Hände für immer verbrannt. Dies war mein erstes Projekt wo ich einen Betrieb beauftragte - und es ging schief, wobei ich fühle, das ich meine "Hausarbeit" gemacht habe.

Was sollte man beachten wenn man ein Projekt bei einem Lackierer/Strahler beauftragt:

1. Sobald du den Kontakt mit dem Lackierer einleitest, sollte er dich ab und zu telefonieren bzw pr Email anschreiben. Schreibst du ihm zB eine Email, dann darf nicht mehr als 1 Werktag gehen bis du eine Antwort bekommst - vielleicht 2 Werktage. Somit stellst du dich sicher das er im Projekt interessiert ist und damit auch Zeit hat, um sich zu kümmern.

2. Verlange eine Tour in seiner Werkstatt um zu sehen was los ist. Versuche auch seine Gesellen anzuquatschen um ein Feeling zu bekommen. Hat er keine Zeit für eine Tour - vergiss alles.

3. Frage nach anderen Restaurationsprojekte und ob er Referenzen hat - also Leute die bei Ihm ihr Auto lackieren liessen. Hat er nur 1 Oldtimer pro Jahr gemacht und kennt den beauftragten nicht mehr - vergiss es. Willst du Referenzen weiss er auch dass du ernst damit umgehst.

4. Bei der Anlieferung des Autos sollte man gemeinsam minimum 1 std verbringen um den Zustand des Autos zu bewerten und zwar cm2 für cm2. Alles wird notiert. Somit stellt man sicher das einen Schaden nicht plötzlich bei der Anlieferung da war, sondern während des "Handlings" in der Werkstatt entstand. Gemeinsam flächenweise diskutieren wo was gemacht werden muss - da Strahlen, da Spritzverzinken, nur da schleifen usw. Fotos als Doku machen. Hat er keine Zeit für das, vergiss es.

5. Verlange zu wissen wer er als Karosserietechniker verwendet, entweder in-house oder extern. Frage was er normalerweise macht wenn ein Karosserietechniker etwas ausbessern muss: Kommt er zu ihm, muss die ganze Karosse dorthin transportiert werden usw. Wer zahlt für diesen Transport? Fahre zum Karosserietechniker und quatsche ihn an und bekomme ein Gefühl für ihn - schaue auch nach seiner Arbeit. Findet er all dies unnötig oder hat keine Zeit dafür - vergiss es. Problem: Wird die Karosse zum Karosserietechniker transportiert, kommt wieder zurück, wird lackiert und der Lack schäden aufweist, könnte der Lackierer behaupten dass die Karosse während der Fahrt oder beim Techniker verunreinigt wurde weshalb der Lack abschält. All dies diskutieren und abklären. Plötzlich hat man alles vergessen.

6. Anonymität wenn man etwas ohne Rechnung machen möchte: Hier wirds ein bisschen hyperparanoid. Verwende ein burner email und burner Telefonnummer. Vermeide deine Hausadresse auszuliefern. Hoffe das er kein Foto von deinem Auto bzW Anhänger incl Kennzeichen macht.

7. Sehr wahrscheinlich vieles mehr ... :-)

Lucas
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Re: Horrorgeschichte: Wie man (nicht) einen Lackierer beauft

Postby toyotamartin » Mon 7. May 2018, 06:42

Ordentlichen Lackierer zu finden ist nicht einfach....mir hat einmal so ein Trottel(Fachbetrieb) einen Mercedes Oldtimer monatelang im geschliffenen Zustand im Freien stehen gelassen--man kann sich denken wie angerostet der war,und wollte dann noch Geld für die Lagerung--da wurde ich fast handgreiflich... :rotekarte: :angryfire:
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Re: Horrorgeschichte: Wie man (nicht) einen Lackierer beauft

Postby BJ Axel » Mon 7. May 2018, 07:06

Kurzfassung:
Du hast nun eine Menge Geld auf das "Lehrgeld"-Konto gebucht. Schwarzarbeit halt. Ein wenig gespart, viel verloren. Die Karosse wirst Du nicht wiederherstellen können, Spachtel oder neu. Oder ein wirklich guter Karosseriebetrieb, der das kann. In der Summe wirst Du ein mehrfaches eines normalen, offiziellen Auftrages los werden.

Sandstrahlen von großen Blechflächen "tut man nicht" - es verzieht sich durch Kraft- und Hitzeeinwirkung. Chemisches Entlacken und Entrosten sowie KTL sind Mittel der Wahl.

Einen guten Lackierer finden? Mundpropaganda und Referenzen.

Viel Erfolg,
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Re: Horrorgeschichte: Wie man (nicht) einen Lackierer beauft

Postby lightandy » Mon 7. May 2018, 08:08

spätestens bei punkt 6 kommt mir der beitrag sehr suspekt vor... :hmmm: :confused:
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Re: Horrorgeschichte: Wie man (nicht) einen Lackierer beauft

Postby Landkind70 » Mon 7. May 2018, 08:22

Axel hat es schon erwähnt : ...bei mir fängst bei der Entscheidung an eine Karosse Sandstrahlen zu lassen - sich dann über Beulen und eine wellige Oberfkläche zu wundern... :hmmm:

Der " Fachmann" hätte wissen müssen wie das Resultat aussieht ! Dazu braucht´s keine Kristallkugel.

Aber ich denke dein Lehrgeld ist schmerzhaft genug. Tut mir sehr leid für dich Lucas.
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Re: Horrorgeschichte: Wie man (nicht) einen Lackierer beauft

Postby thores » Mon 7. May 2018, 08:28

@ Lucas
Du hast vermutlich ein ordentliches Sümmchen in die Hand genommen, wäre der Kauf einer kompletten (neuen) Karosserie eventuell auch eine Lösung gewesen?
Grüße aus der Wetterau........................................
Thomas

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Re: Horrorgeschichte: Wie man (nicht) einen Lackierer beauft

Postby Schlucki_81 » Mon 7. May 2018, 08:46

Hallo,

Wir haben früher mal für SpiesHecker-Lacke nicht nur Anzeigen sondern auch Autokalender fotografiert(Glanzstücke-Lackierer und ihre besonderen Schätze :) ) Unter anderem auch in Dänemark:
http://www.midtglans.dk/page.asp?pageid=3415

Damals haben sie einen top Einfruck gemacht aber es war ja auch Fototermin :D

Ggf mal vorbeischauen?


Beste Grüße,
Johannes
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Re: Horrorgeschichte: Wie man (nicht) einen Lackierer beauft

Postby HJ61-Freak » Mon 7. May 2018, 09:07

BJ Axel wrote:Sandstrahlen von großen Blechflächen "tut man nicht" - es verzieht sich durch Kraft- und Hitzeeinwirkung. Chemisches Entlacken und Entrosten sowie KTL sind Mittel der Wahl.

Große Flächen lassen sich schon mit abrasiven Verfahren entlacken. Abrasive Verfahren haben auch Ihre unbestrittenen Vorteile gegenüber der chemischen Entlackung. Jedoch darf man diesbezüglich eben nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Die Auswahl von Strahlgut, Druck und Pistole stehen dabei im Vordergrund. Außerdem natürlich der Zeitfaktor, weil ein mildes Strahlgut mit geringeren Druck eben auch einfach eine längere Arbeitszeit je Quadratzentimeter Fläche bedeutet.

Es gibt z.B. extrem milde Entlackungsverfahren aus dem Bereich der Luftfahrt. Dort werden Duro-Plast oder sogar Bestandteile von Maiskolben als Strahlmittel eingesetzt. Das Fahrzeug wird dabei in eine Raum gestellt und mehrere Stunden vollautomatisch dem Strahlgut ausgesetzt. Das Ergebnis ist eine entlackte, aber völlig glatte Karosserieoberfläche. Selbst bei Teilen aus Aluminium bleibt eine absolut glatte Oberfläche zurück. Etwaig vorhandene Spachtelmasse bleibt bestehen. Meiner Erinnerung nach können sogar Scheiben eingebaut bleiben, das Glas wird nicht angegriffen.

Alternativ ist derzeit das Entlacken mittels Hochdruckwasser stark im Kommen. Soda-Strahlen geht wohl in die gleiche Richtung.

Gruß

Florian
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Re: Horrorgeschichte: Wie man (nicht) einen Lackierer beauft

Postby Matze » Mon 7. May 2018, 11:02

So ne Shyce

solltest Du wirklich verschrotten wäre ich an einigen Teilen interessiert.
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Re: Horrorgeschichte: Wie man (nicht) einen Lackierer beauft

Postby BlauerEisenhut » Mon 7. May 2018, 11:43

Grüße dich bikemaniac,
das ist eine sehr traurige Geschichte welche du hier schilderst. Ich persönlich kann dir nur sagen, dass es bei uns in Österreich eine Website namens http://www.wogibtswas.at gibt. Dort werden Österreichweit zertifizierte Unternehmen aufgelistet. Du kannst einen Suchbegriff (zb Sandstrahlen) eingeben und es werden dann passende Firmen gesucht. Vielleicht gibt es soetwas ähnliches auch in Dänemark, ansonsten kann ich dir eine sehr gute Lackiererei in Österreich empfehlen, diese hat jedoch keine Verzinkerei dabei. Solltest du Interesse haben sende mir einfach eine PN.

Viel Glück und liebe Grüße




Eisenhut
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Re: Horrorgeschichte: Wie man (nicht) einen Lackierer beauft

Postby guebac » Mon 7. May 2018, 15:11

Hallo allerseits,

Florian hat zur Problematik - Sandstrahlen/Entlacken von Dünnblechen - das Wesentliche schon geschrieben. Insbesondere Wasserstrahlen bei einer Firma in Norditalien höre ich immer häufiger.

Meine berufliche Erfahrung mit (Lohn-)Strahlunternehmen:
Wenn ein Lohnstrahler/Lackierer viele Referenzen hat und somit zufriedene Kunden benennen kann, dann kann man das guten Gewissens machen lassen.
Wenn einer "ab und zu" oder "schon einmal gemacht" sagt .... Finger weg!

Auf Oldtimer spezialisierte Lohnstrahler haben entweder eine Strahlanlage samt Strahlmittel, mit der nur Fahrzeuge gemacht werden, oder ein Anlagenkonzept, wo der Strahlmittelkreislauf (Flurförderer, Silo..) zum Strahlmittelwechsel so leer gefahren werden kann, dass keine alten Strahlmittelreste im System verbleiben.

Obwohl ich selbst mit Strahltechnik mein Brot verdiene (kein Lohnstrahlbetrieb!), empfehle ich bei großen Karosserieflächen auch an herkömmlichen Schleifwerkzeuge zu denken. Für Sicken, Falze, Fensterrahmen, Kleinteile, Fahrwerksteile usw. gibt es dann einfache Strahllösungen die auch mit dem kleinen Werkstattkompressor funktionieren (nicht die drucklufthungrigen Injektorpistolen aus dem Baumarkt).

Das von Florian ebenfalls erwähnte Sodastrahlmittel ist genial bei Reinigungsaufgaben in der Papierindustrie oder in Druckereien. Aber von Sodastrahlmittel an Fahrzeugen halte ich persönlich wenig. Wenn Fahrzeuge zerlegt sind, kann man es mit anderen Strahlmitteln wesentlich billiger machen. darüber hinaus bringt man mit Soda keinen starken Rost weg.
An nicht zerlegten Fahrzeugkomponenten sollte man mit dem - an sich harmlosen - Soda schon gar nicht nicht ran, da es in Verbindung mit Druckluft die abgestrahlten Schmutzpartikel in Bereiche "drückt" wo man sie sicher nicht haben will.

Der Vollständigkeit halber: Trockeneis ist unschlagbar zum Reinigen von Unterböden, besonders wenn ohne Ende Bitumen drauf geklatscht wurde. Entlacken oder gar Entrosten geht mit Trockeneis nicht.

LG aus Niederösterreich
Günter
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Re: Horrorgeschichte: Wie man (nicht) einen Lackierer beauft

Postby FJ40 GARAGE » Mon 7. May 2018, 17:48

Wenn du eine einwandfeie Karosse haben willst, wirst bei deinen Ansprüchen mit der jetzigen nicht mehr glücklich werden. Da kann der nächste der ran soll nur verlieren und du wirst insgeheim immer wissen das es für dich nicht taugt.
Im nachhinein wärs wahrscheinlich gescheiter gewesen den Wagen lediglich von einem Fachbetrieb überarbeiten zu lassen und damit glücklich zu sein.

Such den nächsten in halbwegs gutem Karossseriezustand, lass die von einem echten Könner machen, Ersatzteile sind ja jetzt ausreichen vorhanden.
Good Cruising, Peter

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Re: Horrorgeschichte: Wie man (nicht) einen Lackierer beauft

Postby RinaMat » Mon 7. May 2018, 19:48

"Mein" professioneller Strahlemann sagt immer:
Mit Gewebeschleifscheibe (die dicken schwarzen) in Eigenregie die Flächen entlacken, dann erst Karosserie (oder Teile) hinbringen. Flächen strahlt er PRINZIPIELL NICHT (sonst gibts den erwähnten Verzug).
Mit einem kleinen Winkelschleifer (125mm) geht das RuckZuck (RatzFatz), kann man leicht selber machen, es wird nix hin und man spart etwas Geld.
Zugegeben, es ist eine Sauerei, die ich immer nur im Freien gemacht hab'...

Leider nutzt dir das jetzt nichts mehr :angryfire:
Mat
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Re: Horrorgeschichte: Wie man (nicht) einen Lackierer beauft

Postby bikemaniac » Mon 7. May 2018, 22:24

BJ Axel: Betreffend Schwarz bzw Lehrgeld. Das verzweifelde bei diesem Betrieb ist, das ein Weisser Auftrag nichts geändert Hätte. Sie waren leider einfach nicht fähig. Mit einem weissen Auftrag hätte ich die Möglichkeit rein gesetzlich etwas dagegen zu tun, aber sobald die Karosse den Strahler verlassen hat, wäre sie verbeult gewesen - schwarz oder weiss!! Mein "Problem" war, das ich die Karrosse zwischendurch gesehen habe. Hätte ich sie am Ende abgeholt hätte ich nie etwas davon gewusst und würde glücklich herumfahren - erst wenn der Spachtel nach 5 Jahren abplatzt (weil zu dick etc) ... erst dann würde es mulmig werden. Ergebnis: Weltweit, 99% aller Kunden bekommen ein Auto zurück und haben keine Ahnung was da gepfuscht wurde (ohne deren Wissen) - Spachtel macht fast alles Heile.

Sandstrahlen von grossen Blechflächen tut man natürlich nicht und genau dieses Thema habe ich mit dem Meister besprochen. Aber sein Geselle oder wie auch immer hatte keine Ahnung von der Materie. Ich wusste das die ganze Aufgabe heikel war, und habe mit dem Meister abgesprochen das ich beim Strahlen bzw Spritzverzinken dasein möchte - um zu sehen wie das alles geht. Diesen Wunsch hat er akzeptiert (mündlich). Als ich nach Wochenweisem Schweigen telefonierte um zu hören wann es losgeht, war die Karosse plötzlich gestrahlt, verzinkt und grundiert!!! Bin sofort hin - und alles war zu spät.

lightandy: Zugegeben es klingt suspekt - aber ich habe meine Gründe. Dazu müsste ich 1-2 DINA4 schreiben damit man genau versteht warum :-).

Landkind70: Ich wollte dazu erwähnen, das es nicht die Rede war die GANZE Karosse zu strahlen. Nur an den kritischen Stellen besonders im Spritzbereich wo das Blech ausreichend stabil ist. Es wurde eindeutig abgesprochen das man die grossen Flächen manuell aufs Blech schleift. Übrigens wollte ich dazu sagen - wenn man ausreichend Zeit hat, das korrekte Strahlgut, niedrigen Druck usw, dann kann man sicher auch grosse Flächen strahlen lassen. Aber dann ist es nicht mehr erschwinglich. Siehe Beitrag von HJ61-Freak.

thores: Zeig mir wo ich eine Hiace LH50 Karosse kaufen kann und ich bin sofort da :-).

guebac: Thema Lohnstrahler etc: Bin völlig einig. Aber mit nur 3 Betriebe in DK die alles in-house machen und wo es keine Referenzen gibt ... na ja ich musste eine Wahl treffen. Ich hatte schon Deutschland im Auge aber wurde von der Logistik verführt: Nur 50 km in eine Richtung zum Betrieb - und nicht 800-1000 km irgendwo in Deutschland. Also erst 2x800 km nach Deutschland - mehrere Betriebe mit dem Hiace besuchen. Sich für einen Betrieb beschliessen, zurückfahren, dann Auto zerlegen und dann mit dem Anhänger bei 80 km/h wieder quer durch Deutschland zum Betrieb hin - man sollte dieses Fahrerei nicht unterschätzen.

FJ40 Garage: Du hast völlig recht.

Lucas
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Re: Horrorgeschichte: Wie man (nicht) einen Lackierer beauft

Postby Weißer_Lux » Thu 24. May 2018, 21:09

Lucas , ich kann deine Wut nachvollziehen , wir hatten für unseren einen J4 oben die Seitenteile strahlen lassen , die waren total wellig , der Vater war kurz davor die Fortzuschmeißen !
Wir wollen noch 2 Landcruiser restaurien und sind am Überlegen ob wir das KTL Verfahren am HJ 61 machen sollen?
Kumpel hat es gemacht und war mit der Arbeit total zufrieden ! Auto wurde bei ihm abgeholt
Aber es ist teuer !
Gruß Felix
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