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HZJ75/78 oder nicht HZJ75/78, das ist die Frage    

Light Duty (Bundera/Prado): 1984 - 1996
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HZJ75/78 oder nicht HZJ75/78, das ist die Frage

Postby Dönis » Wed 22. Apr 2020, 02:32

Moin zusammen,

seit 2016 bin ich stiller Mitleser und da die Dinge nun konkreter werden (sollen) habe ich mich angemeldet und hoffe ein langfristiger Teil des Ganzen zu werden. Vorab vielen Dank für alle, die diese Plattform bilden.

Wo komme ich her:
2016/2017 bin ich mit meinem damaligen Nissan Patrol GT (siehe Bild) um/durch Australien gefahren. Das 4WD-Reisens hat direkt infiziert, quasi überall hinzukommen gefiel mir, fernab vom Mainstream. Mein damaliges Studentenbudget ließ einen Troopy nicht zu, daher der Patrol. Wobei auch “Herrmann I“ mich treu und ohne große Probleme 38.000 km begleitet hat. Leider musste ich ihn in Australien lassen.

2018/2019 habe ich dann den Wunsch des mobilen Reisens mit einem "Herrmann II" aufgegriffen, den 4WD-Plan aber aufgrund vieler Sprüche wie “Ein 4WD in Europa, wo willst Du den denn ausfahren?“, “Völlig unnötige Spritfresser“ usw. verworfen, ich hatte mich einlullen lassen. Meine Pläne gingen dann Richtung 2WD T3 Camper. Nach langem einlesen, etwa 20 Besichtigungen und etlichen Telefonaten, ging es mir dann auf den Sack nur Leute zu treffen, die einen vera....en wollen. Ich hatte erstmal genug.

Die letzten 2 T3 waren Syncros. Mein 4WD-Gedanke keimte wieder auf. Ich schaute fortan nach T3- und teilweise T4-Syncros, MB 380d Allrad und “schau nach neueren Autos“ alibimäßig nach T5-4Motion. T3 Syncors gefallen mir gut, Busfeeling und Geländegängigkeit. Nur das Alter, die teuren und weniger gut zu bekommenen Ersatzteile, Rostanfälligkeit, die geringere “Weltbekanntheit“ usw. lassen mich eher Richtung HZJ75 /78 schauen. Andererseits haben sie deutlich weniger Durst.

Lange nichts gefunden, lange keine entsprechende Kriegskasse. Troopys waren vorerst finanziell nicht greifbar. :(

Soviel zum Werdegang, meine Anforderungen:
- Ich möchte in jeden Dreck in den ich hereinfahre, möglichst auch wieder herauskommen und dorthin, wo andere nicht sind.
- Offroad dann wenn es sein muss, nicht aus Jux und Dollerei.
- So wenig Elektrik wie möglich, technischen Schnick-Schnack brauche ich nicht
- Verlässlichkeit ist mir wichtiger als Geschwindigkeit
- Mich nervte das ewige hin- und herräumen des Klappbettes und Co., ebenso möchte ich, dass wenn einer der Passagiere sich ausruhen will, der andere die Möglichkeit hat bspw. Essen zuzubereiten. Darum auf jeden Fall ein Hoch-, Falt- bzw.Pilz- oder Klappdach.
- So viel Ausbau wie nötig, so wenig wie möglich
- Der Wagen soll mich/uns in die Natur fahren und dort als Camp dienen, von wo aus man wandern oder mountainbiken bzw. generell draußen sein kann.
- Camp im Sinne von flexibel, schnell und mobil, nicht im Sinne von längeren, statischen Aufenthalten
- Vorerst nach Nord- und Osteuropa und die Alpen, um mit dem Wagen vertraut und den Bedarf nach noch nötigen Erweiterungen zu „erfahren“, später dann weiter in den Osten und Afrika, ggf. irgendwann nach Australien zurückfahren.
- Ich traue mich generell an alles ran, vor dem Antriebsstrang und Schweißarbeiten, habe ich aber eine Menge Respekt, da würde ich vorerst nur Fachleute ranlassen
- In Köln brauche ich alltags kein Auto, ich komme aber gebürtig aus dem Sauerland, daher sollte der Wagen auch ab und an zu Gelgenheitsfahrten zur Familie taugen. Auch im “Winter“.
- Fertige High-End-Ausbauten über 30-35.000 Taler fallen raus, dürfte gerne ein relatives nacktes Exemplar sein, um mit dem Wagen zu “wachsen“

Meine Frage ist nun nicht die nach der perfekten Kaufberatung, die Suchfunktion ist mir bekannt, auch die einschlägigen Freds. Vielmehr ist meine Frage die, ob mein Bachgefühl in Richtung HZJ 75 /78 das Richtige ist, oder wären T3/4/5 Syncros, MB 380d bei den Anforderungen doch eher die richtige Wahl?

Ich habe schlicht und ergreifend einfach Schiss so viel Kohle zu investieren, ohne mich mal mit wem Fachkundigen auszutauschen. Daher komme ich mit den Pro und Contras nicht weiter. In BonnBeuel war bis vor 3 Tagen nen interessanter HJZ78 bei Ebay-Kleinanzeigen drin, nun aber nicht mehr. Die Uhr tickt also. So langsam muss ich mich entscheiden, bevor es bedingt durch das Baujahr auch für 75/78er “zu spät“ ist. Möglicherweise ist es das schon?

Sorry für das ausführliche Schreiben und Danke vorab für Eure Hilfe. :)
Gruß aus Köln
Dennis

PS:
Wenn mich jemand fragt, was ich mir vorstelle, zeige ich gerne folgendes Video (wenn auch sehr high-end) : https://www.youtube.com/watch?v=yXDyH66YaJs
Ist der Besitzer zufällig hier bekannt? Falls ja, Soest kenne ich ganz gut. Wenn die Möglichkeit bestünde sich den(/einen ähnlichen Wagen in/um Köln) mal anschauen zu können, oder im Hinblick auf einen „Besichtigungstermin“ vorzubereiten, wäre das supernett. Live und greifbar finde ich sowas einprägender als in Textform. Ein Kasten Bier wäre da natürlich Ehrensache :-)
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Re: HZJ75/78 oder nicht HZJ75/78, das ist die Frage

Postby bikemaniac » Wed 22. Apr 2020, 07:20

Ganz einfach: Du mietest dir ein T3 diesen Sommer (es gibt viele anbieter in D, auch private). Dann gehst du 1-2 Wochen auf Tour und dann weisst du nachher ganz genau ob es ein T3 sein wird oder nicht. Dann musst du nicht ständig nach so vielen Fahrzeugen ausschau halten.

Aber eins ist sicher: Ein T3 ist eine "Baustelle" im vergleich zu einem HZJ. Da ist immer was los - besonders wenn er zu günstig gekauft wurde. Mit einem fitten HZJ fährt man ja nach Südafrika und wieder zurück ohne jemals was zu reparieren. Das wäre für ein T3 Syncro wohl kaum machbar.

Für mich: Ein T3 hat charme, ein Herz, ein Busfeeling. Der HZJ hat nur das Feeling: Ich bring dich hin und wieder zurück.
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Re: HZJ75/78 oder nicht HZJ75/78, das ist die Frage

Postby Nordlicht2 » Wed 22. Apr 2020, 07:50

Moin Dennis!
Ich könnte mir vorstellen, dass die Antworten hier höchst subjektiv in Richtung HZJ tendieren werden! :biggrin:
Mir ging es damals ähnlich wie dir und ich habe mich lange und ausführlich informiert und bin letztendlich beim HZJ 78 gelandet und ich kann dir sagen, bereuen tue ich es nicht. Die Liebe zu diesem Fahrzeug wird wachsen, je länger du ihn dein Eigen nennst, versprochen!

All das, was du in deinem Lastenheft hast, wird der HZJ erfüllen, egal ob 75'er oder 78'er. Und noch viel Besser, du wirst Teil einer Gemeinschaft, die das Herz am rechten Fleck trägt und sich riesig freuen wird, wenn man sich begegnet, wo auch immer auf der Welt!

Um bei der Subjektivität zu bleiben, ich würde dir dringend raten, dir einen anzuschaffen und das Reisen zu genießen! :biggrin:

Ich wünsche viel Erfolg bei der Entscheidung und beim Kauf und drücke die Daumen, sofern es ein HZJ wird, dass du ein nicht runtergerocktes Fahrzeug finden wirst.

LG Mario

P.S. Das Fahrzeug in dem Video wirkt auf mich so, als hätte da Tom's oder ein ähnlicher Reisefahrzeugspezialist seine Finger im Spiel gehabt, da musst du zu den von dir erwähnten 30-35000 Talern sicherlich noch mal 40000 Taler draufpacken, um das Fahrzeug so wie in dem Video vor der Tür stehen zu haben! :rofl:
オーロラ-マリオ
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Re: HZJ75/78 oder nicht HZJ75/78, das ist die Frage

Postby steffen_k » Wed 22. Apr 2020, 08:41

Hallo Dennis,

ich hatte vor 10 Jahren mal vor mit einem T3 syncro nach Tunesien zu fahren. Alleine die Pannen die ich mit dem T3 hatte, haben die ADAC Mitgliedsbeiträge meiner Restlebenszeit schon wett gemacht. Nach Tunesien habe ich mich damit nie getraut, schon garnicht in die Wüste.
Man muss im klaren sein, das bei einem 30 Jahren alten Fahrzeug alles war aus Elastomeren ist, defekt ist. D.h. Schläuche, Dichtungen und Kabelisolierungen. Mein T3 hatte dann sogar mal einen Kabelbrand, den ich zum Glück noch löschen konnte. Nach zwei Getriebeschäden, steht er nun und warte auf das H-Kennzeichen, lustig zu fahren ist er immernoch, aber ich bin dann doch beim HZJ78 gelandet.
Die Ersatzteillage bei T3 ist noch so schlecht, aber es ist eben ein VW Bus und kein Geländewagen. Die T4 sind sehr wertstabil, leiden aber meist auch unter starkem Rostbefall. Egal wie du es drehst und wendest, "kaufe günstig und schraube viel" oder gib beim Kauf eben mehr Geld aus. Willst du reisen oder schrauben?

Ich würde dir aber auch empfehlen, bevor du ein ausgebautes Fahrzeug kaufst, mit einen fast leeren Fahrzeug auf Probefahrt zu gehen und dann zu "erfahren" was man wirklich braucht. Ich habe nach und nach immer mehr Krempel zuhause gelassen, denn beim Offroadfahren zählt Gewicht unheimlich. Mittlerweile ist mein "Startgewicht" 350kg geringer als bei meiner ersten Reise und damit geht es deutlich einfacher die Dünen rauf.

Gruß Steffen
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Re: HZJ75/78 oder nicht HZJ75/78, das ist die Frage

Postby Peter_G » Wed 22. Apr 2020, 10:27

Ein HZJ78 innerhalb Deines Budgets wird dann auch knapp
20 Jahre alt sein und trotzdem wird (fast) der damalige Neupreis
verlangt werden.

https://suchen.mobile.de/fahrzeuge/deta ... 7c7347a209

Der sieht aus wie mein damaliger.
Toyota kocht auch nur mit Wasser.

Weiss ich nach:

HJZ78; J12; Hilux N16; J9; Hilux N16; Hilux N25; Hilux Revo

Mitglied im Verein der Bergaufbremser. :wink:
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Re: HZJ75/78 oder nicht HZJ75/78, das ist die Frage

Postby Cruisero » Wed 22. Apr 2020, 10:48

Hallo Dennis,

herzlich willkommen in diesem Forum! Hier geht es natürlich tendenziös zu - aber nicht nur.

Um die Inkubationszeit mit dem Toyota-Virus zu verkürzen ist natürlich ein Besuch beim Buschtaxi-Treffen im September sehr hilfreich. Es wird hoffentlich auch stattfinden - inshallah! Für den August ist ja die Messe www.4x4-rhein-waal.de geplant. Von Köln nicht weit weg und könnte auch Gelegenheit bieten dort in das ein oder andere Buschtaxi mal reinzuschauen.

Beste Grüße
Frank
HZJ 78 (Bj. 2000), org. Fahrwerk, 265/75 AT, Zusatztank 130L, TF Sidepipe, CC Klappdach, Casemaker Ausbau / HiLux XtraCab 2KD-FTV (Bj. 2008), 235/85 AT auf Dotz Dakar, elektr. FH, mit Aufsetzkabine Willy180
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Re: HZJ75/78 oder nicht HZJ75/78, das ist die Frage

Postby Luger » Wed 22. Apr 2020, 13:38

Hallo zusammen,

habe Eure Beiträge gelesen - die Frage HZJ oder nicht bewegt mich schon die letzten Jahre.
Ich fahre meinen HZJ jetzt seit 20 Jahren Sommer wie Winter. Damals neu gekauft - Preis war damals auch noch vertretbar.
Ich wollte damals ein Fahrzeug für Reise und Jagd - was mit Dachzelt und Alukisten auch realisiert wurde.
Heute mit Familie nur noch als Jagdfahrzeug im Einsatz.
Der HZJ gehört bei uns wirklich zur Familie. Wird auch immer wieder geschweißt lackiert und ausgebessert.
Verschlingt dadurch auch immer wieder mal 1000-2000 €. Aber läuft - und hat mich auch nie im Stich gelassen.

Doch das nächste Fahrzeug wird sicherlich ein Hilux. Der Preis für einen neuen HZJ steht für mich in keinem Verhältnis mehr zu einem z.B Hilux. Dann das ewig Rost Thema beim HZJ.
Außerdem glaube ich dass ich mit z.B. mit einem Lux auch ein zuverlässiges Auto kaufe und im Gelände auch weit komm.
Das Herz hängt am HZJ aber der Verstand sagt bei einem Neufahrzeug nein zum HZJ.

Gruß Luger
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Re: HZJ75/78 oder nicht HZJ75/78, das ist die Frage

Postby mana » Wed 22. Apr 2020, 19:35

Hallo Dennis,

du solltest dir im Klaren sein, dass du mit einem gebrauchten HZJ möglicher Weise keine grüne Plakette bekommen wirst oder entsprechende Umbauten in Kauf nehmen musst.

Als Alternative gibt es auch noch den Hilux.
Von günstigen Tagebaufahrzeugen kann ich nur abraten, bei Gebrauchten ist das das übliche Lotteriespiel.

Ich würde heute immer über eine Pickup- also Hilux oder 79-er mit Absetzkabine nachdenken. Du kannst die Basis tauschen, während du deine Kabine behältst.
Ich schüttele lieber eine dreckige Hundepfote als eine verlogene saubere Hand!
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Re: HZJ75/78 oder nicht HZJ75/78, das ist die Frage

Postby JollyJumper » Wed 22. Apr 2020, 22:58

Soli Dennis

Der T3 hat schon Charme, aber Du kennst ihn vermutlich gut genug, um zu wissen, dass da irgendwie immer was dran ist.
Man kann, vor allem mit dem Synchro, auch sehr weit kommen, wie man z.B. bei den beiden hier sehen kann:
https://www.youtube.com/channel/UC9yvQ0aZ6__jd1mxUqinsBg
Wobei ich glaube, dass die nur so weit gekommen sind, weil der Steffen ein begnadeter Schrauber zu sein scheint.
Ich selber habe 1990 mit nem ausgemusterten T3 ohne Allrad (55 PS Diesel) Westafrika bereist und dabei auch die Sahara zwei mal Nord-Süd durchquert. Gehen tut das irgendwie - viel Schaufeln und Abstriche bei den Zielen muss man halt machen.

Ich hab mir vor ein paar Monaten nach langer Recherche einen HZJ78 BJ. 2001 gekauft, weil der für mich der beste Kompromiss ist
Nachteile:
- völlig überteuert (wie auch die T-Modelle)
- rostanfällig
- relativ durstig
- nicht "Umweltzonentauglich"
- etwas untermotorisiert
- eingeschränkter Fahrkomfort
- etwas laut

Vorteile:
- sehr geländegängig
- sehr robust (abgesehen von dem Getriebe)
- langlebig
- weltweit bekannt (Ersatztteile / Reparatur)
- keine relevante Elektronik, die unterwegs streiken könnte (nicht mal ABS :-))
- mit Klappdach ausreichend (wenn auch nicht üppig) Platz auf Reisen
- schmal / klein für enge Offroadstrecken oder Ortsdurchfahrten geeignet
- unauffällig
- alltagstauglich

Ich finde das Auto hat mindestens so viel Charme wie ein T3, jedesmal wenn ich den Schlüssel rumdrehe, hab ich ein Grinsen in den Backen :biggrin: - aber das ist ja Geschmackssache.

Beim Kauf würde ich mich nicht hetzen lassen: Markt beobachten und wenn das passende Angebot kommt, zügig reagieren. Eine vernünftig Basis wird vermutlich nicht unter 20 k zu bekommen sein.

Viel Erfolg
Gruss
Hagen
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Re: HZJ75/78 oder nicht HZJ75/78, das ist die Frage

Postby Ahnungslos » Fri 24. Apr 2020, 10:29

Hallo Dennis,

da ich sowohl eine Langzeitreise mit nem T3 Syncro, als auch einem HZJ78 hinter mir habe, schilder ich dir einfach mal meine Erfahrungen.

2011 ging es mit dem Syncro auf der Ostroute durch Afrika. Der T3 war und ist für mich und meine Ansprüche das Optimum aus Größe und Platzangebot und war daher meine damalige Wahl. Vor Antritt der Reise wurde, neben den obligatorischen Innen-Ausbauten, natürlich auch alles mechanische pflichtbewusst durch repariert. Von Zahnriemen bis Fahrwerksbuchsen, von Kühler bis Reifen. Antriebswellengelenke, Getriebe-check, alles tippitoppi (Trotzdem schon 250.000 km).
Das erste Mal liegen geblieben sind wir auf der Turkana-Route. Motorhalterung auf mieser Piste abgerissen, Öleinfüllrohr auf Unterfahrschutz aufgeschlagen und abgebrochen, spontaner Ölverlust. Bevor vorne die Ölwarnleuchte geflackert hat, war hinten schon der Turbolader fest (original 1,6 ltr. TD). Abschleppen kann dich da keiner, daher Reparaturversuche mit dem Dorfschmied. Irgendwie gings weiter bis Nairobi. Da folgten dann gute drei Wochen mit Reparaturen und Teile Suche auf dem lokalen Markt. Aufgrund eines recht knappen Reisebudgets haben wir uns dazu entschlossen einen gebrauchten Zylinderkopf (der war nähmlich auch krumm) vor Ort zu kaufen. Der Turbolader war nirgends aufzutreiben, also Import aus Deutschland inkl. ekelhafter Schmiergeldforderungen vom Zoll am Flughafen von Nairobbery. Den Zylinderkopf hätten wir mal besser auch gleich mit aus Deutschland kommen lassen, denn der hat uns 30.000 km (immerhin) später im Addo Elephant Park in Südafrika bereits wieder verlassen. Erneute Reparaturpause, fast bei VW vor der Haustür. Glaub mal nicht, dass die dir helfen, nur so am Rande....
Das waren die zwei größeren Schäden. Alleine die bedeuteten 7 Wochen Stillstand wegen Reparaturen und das Reisebudget fressen sie auch auf. Zu tun gab es am Auto aber beinahe jeden Abend was. Und das hat irgendwann einfach genervt. Zum Ende der Reise war der Veschiffungstermin von Durban zurück nach Hamburg bereits gebucht und eigentlich wollten wir in der Zeit bis dahin noch Simbabwe und Mosambik bereisen. Wir haben es dann aber gelassen, weil wir nicht sicher waren, ob der Syncro das noch schafft. Wären wir nochmals irgendwo im Hinterland von Mosambik liegen geblieben, wäre die Verschiffung geplatzt und hätte viel Geld gekostet. Und nach all den Strapazen und Reparaturpausen, war das eigentlich der Zeitpunkt, an dem wir uns innerlich vom heiß geliebten Bulli verabschiedet haben. Es macht irre Spaß mit ihm zu fahren, dieses Busfeeling auf der Vorderachse sitzend, einfach launig. Er ist geländegängiger, als so mancher Landcruiser oder Defender-fahrer glauben mag. Und er weckt viele Sympathien und zaubert beinahe jedem ein Lächeln ins Gesicht. Aber er ist als Reisefahrzeug einfach zu unzuverlässig. Und meiner Meinung nach, auch durch die vielen bekannten Modifikationen nicht "dauerfest" zu bekommen. Das darf aber jeder gerne sehen, wie er oder sie will. Gegen Ende der Reise waren wir uns einfach einig. Wenn unser Reiseauto der limitierende Faktor für unsere Reiseziele ist, ist es die falsche Wahl, auch wenns weh tut....

Daher haben wir uns knapp 8 Jahre später für die Südamerikareise für einen Landcruiser entschieden, HZJ 78, fertig ausgebaut von Innovation Campers , gebraucht, 10 Jahre alt, 70.000 km, von einem "älteren" Paar (hoffentlich lesen die hier nicht mit :wink: ), sehr guter Zustand. Teuer in der Anschaffung, ja. Aber ich bin der Hoffnung, dass ich ihn dieses oder nächstes Jahr mit vergleichsweise wenig Wertverlust wieder verkaufen kann. Zumindest verglichen mit den Kosten, die der Syncro damals verursacht hat. Ob Corona, mir da jetzt einen Strich durch die Rechnung macht, wird sich zeigen, war aber bei der ursprünglichen Kalkulation eben noch kein Faktor.
Die Heldengeschichten bzgl. Buschreparaturen am Buschtaxi halten sich für das Jahr in Südamerika arg in Grenzen. Verschleißteile, Wartung und Plattfüße nicht mitgerechnet, gab es lediglich einen Schaden an den Haubenscharnieren. Da hatten sich aufgrund der vielen schlechten Pisten die Niete geweitet und die Haube fing an zu rappeln. das konnten wir in Ecuador für eine Hand voll Dollar neu vernieten lassen und das wars. Ansonsten 0,0 Ausfälle (trotz Turbolader auf dem 1HZ und dem original Getriebe :wink: ).
Allerdings haben wir so auch viel weniger interessante Begegnungen gehabt. Denn wer liegen bleibt, trifft Leute. Und in der Regel die netten, die einem helfen wollen und das rund um den Erdball.

Vielleicht noch ein Wort zur Ersatzteilversorgung: Das Auto, für das dir weltweit jeder Händler spontan jedes beliebige Ersatzteil aus dem Regal zieht, hab ich noch nicht gesehen. Wir haben immer einen Ölfilter/Luftfilter/Dieselfilter und Keilriemensatz dabei, sonst eigentlich nicht viel, weil ein ausgiebiges Ersatzteilearsenal bockschwer ist und immer das kaputt geht, was man grade nicht dabei hat. Wenn dann mal ein Händler tatsächlich so ein Wartungsteil nicht vorrätig hat, kann man auf seine eigene Reserve zurückgreifen und beim Nächsten einfach zwei kaufen und wieder aufstocken.
Speziellere Teile sind immer Glücksache. Peru z.B. ist Toyotaland, da fahren einem den ganzen Tag Corolla und Carina aus den 90er Jahren um die Ohren (erstaunlich was die aushalten). Aber ein Landcruiser ist ein weitgehend unbekanntes Wesen. Wenn du da mal einen Achssimmering, ein Kreuzgelenk oder vielleicht gar ne ganze Einspritzpumpe brauchst, wartest du entweder ein paar Wochen, bis dir der Toyotahändler das beschafft hat (wenn er denn willig ist), oder du fliegst es selber ein.

Aber generell hat da jeder seine eigenen Erfahrungen und/oder eigenen Ansichten. Ich würd sogar unterschieden wollen, für eine 3 monatige Reise z.B. in die Mongolei, oder 3 Jahre auf der Panamericana. Fährt man alleine, oder kann man sich sein Werkzeuge und Ersatzteile mit anderen Mitreisenden teilen. Ob so oder so richtig ist, siehst du oft erst nach der Reise....

So, nach all dem Geschwafel endlich mal das Fazit, das ich aus meinen Erfahrungen mit den beiden Fahrzeugen gezogen habe. Der Syncro ist ein tolles Spaßmobil, nach dem ich mich heute noch auf der Straße umdrehe und in sentimentales Grinsen verfalle. Für "ernsthaftes" Langzeitreisen kommt er für mich nicht mehr in Frage, weil ich eben genau das will: Reisen, nicht permanent reparieren.
Das ist aber aber nur meine persönliche Erfahrung. Das kann und darf jeder anders sehen. Vielleicht liegt dir ja die Herausforderung, dich öfters mal mitten im Busch Reparaturversuchen zu stellen. Ich hatte irgendwann die Nase davon voll.

Leider hat mir ein böser Mensch meinen Reiseblog gehackt, sonst würd ich ihn jetzt hier verlinken, da hätte noch einiges mehr drin gestanden.

Aber falls du gerne Reiseberichte liest, findest du hier etliche:

https://www.burgi-online.ch/pb/reiselinks/reiselinks.htm



Ansonsten alles Gute und bleib gesund
Gruß
Jens

p.s. sorry für die lange Laberattacke, Corona verschafft mir grade sehr viel Zeit..... :oops:
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Re: HZJ75/78 oder nicht HZJ75/78, das ist die Frage

Postby ToyodaHJ60 » Fri 24. Apr 2020, 10:59

hallo Dennis,

willkommen hier an Bord.

Ich weiß danach wurde nicht gefragt und ich fahre einen HJ61 und keinen HZJ, aber wenn ich in meinem Kopf "Vw T3 + Land Cruiser" vereine kommt ein Hiace 4WD heraus. :D

Die alten Hiace mit Untersetzung sind ggf mindestens so geländegängig wie ein T3 Synchro, Robust wie jeder Toyota aus der Zeit (vielleicht auch wie ein Land Cruiser) und auch überall außerhalb Europas vorhanden.

Wenn ich mich nicht täusche teilen die sich viele Teile vom Antriebsstrang mit den Hiluxen aus der Zeit, was Ersatzteilbeschaffung im falle einfacher macht.

Nachteil: der Markt hier ist natürlich super gering...aber die Preise sind unter denen eines HZJ bei gleichen KM und Zustand.

Hier wird zufällig im Forum einer im augenscheinlichen Neizustand Angeboten (bin nicht mit dem Anzeigenersteller verwandt oder so :wink: )
verkaufe-toyota-hiace-2-2-4wd-t71099.html

viel Freude bei der Suche

Viele Grüße
Ingo
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Re: HZJ75/78 oder nicht HZJ75/78, das ist die Frage

Postby Johannes M » Fri 24. Apr 2020, 11:06

Der ist leider nicht mehr zu haben... :-)

Gruss
Johannes
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Re: HZJ75/78 oder nicht HZJ75/78, das ist die Frage

Postby Peter_G » Fri 24. Apr 2020, 11:40

https://suchen.mobile.de/fahrzeuge/deta ... 7d0f9618f9

Ein Zufallsfund, auch rar, vermutlich in
Weit besserem Pflegezustand als viele HZJ.
Toyota kocht auch nur mit Wasser.

Weiss ich nach:

HJZ78; J12; Hilux N16; J9; Hilux N16; Hilux N25; Hilux Revo

Mitglied im Verein der Bergaufbremser. :wink:
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Re: HZJ75/78 oder nicht HZJ75/78, das ist die Frage

Postby Dönis » Sat 25. Apr 2020, 13:00

Moin zusammen,

zuerst vielen Dank für die vielen auch privaten Nachrichten, ich glaube, ich bin hier richtig :-)

bikemaniac wrote:Ganz einfach: Du mietest dir ein T3 diesen Sommer

Hatte ich vor zwei Jahren, war nen schöner, gut in Schuss gehaltener T3 mit Hochdach. Fahrgefühl unglaublich, Blick der vorbeifahrenden "schmunzelnd, vermutlich aufgrund Rückblicken in die eigene Vergangenheit.
Ahnungslos wrote:schilder ich dir einfach mal meine Erfahrungen.

Eure Antworten bekräftigen das, was ich ich bereits von T3-Besitzer hörte, viel Zeit inner Garage, viele Kleinigkeiten.
T3-Thema ist beendet. :bulb: :rotekarte:

bikemaniac wrote:sicherlich noch mal 40000 Taler draufpacken

Das weiß ich, es geht ja nur darum Unwissenden zu erklären, was so ein HZJ ist ;-)

Nordlicht2 wrote:fast leeren Fahrzeug auf Probefahrt zu gehen und dann zu "erfahren" was man wirklich braucht

Das wird die Marschrichtung sein, Rom ist ja auch nicht an einem Tag erbaut worden.

Luger wrote:du solltest dir im Klaren sein, dass du mit einem gebrauchten HZJ möglicher Weise keine grüne Plakette bekommen wirst oder entsprechende Umbauten in Kauf nehmen musst. Als Alternative gibt es auch noch den Hilux.

Das mit der Umweltzone ist tatsächlich ein Problem, habe ich mich bisher noch nicht beschäftigt, dürfte relevant werden, da ich in Köln wohne.
Ein Hilux kommt für mich nicht in Frage, die gefallen mir einfach nicht. Ebenso Kabine, da habe ich mit meiner Mitbewohnerin in Westaustralien schon lange drüber geredet, sie war nen Fan davon. Kabinen fand ich irgendwie begrenzend. Schön viel Platz ok, aber da ich lieber draußen bin. Gilt irgendwie auch fürs Hochdach. Daher tendiere ich inzwischen stark zum Klappdach, in Verbindung mit ner Thermoisolation (bspw. BlidimaX roof).

All den restlichen vielen Dank, gerne lese ich noch weitere Eindrücke.
Wen der CoronaSpuk vorbei ist, werde ich mir gerne mal den ein oder anderen angucken kommen.

Falls ich demnächst mal einen Wagen zur Besichtigung finde, würde ich hier gerne nach Besichtigungsbeistand fragen, alleine ist mir das zu riskant und da würde mir auch von anderer Stelle die :rotekarte: gezeigt :wink:
Dönis
 
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Re: HZJ75/78 oder nicht HZJ75/78, das ist die Frage

Postby Uralter Schwede » Sat 25. Apr 2020, 14:08

Dennis wenn Du Zeit und Lust hast, kannst dir gerne unseren mal ansehen.
Köln ist ja nicht so weit weg von Schwalmtal !
HZJ 78 mit Innenausbau für 2 Persönchen und Dachzelt !
Wenn es also sein sollte dann melde dich einfach und schick mir ne PN.
Bleib gesund. Gruß von Rolf
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