von thomasff » So 18. Dez 2011, 11:45
Mich hat gestern Nacht ein "AHA-Effekt" eingeholt. Natürlich weiß man, dass vor allem im Winter und besonders bei einem Allrad Reifen der gleichen Generation und des gleichen Fabrikats draufgehören, um das Optimum an Fahreigenschaften auf glatter Fahrbahn zu gewährleisten. Was hab ich gemacht? Ich hab Bridgestone Blizzak Winterreifen drauf, die sind 3 Saisons gelaufen. Da ich die nicht unterwegs von vorn nach hinten getauscht hatte, waren die Profile vorn mehr verschlissen als hinten. Vorn hatte ich noch an der niedrigsten Stelle rund 3 mm und hinten waren es noch 5 mm Profiltiefe. Da hab ich mir für vorne 2 neue aufgezogen und wollte die hinteren noch eine Saison fahren. Gestern Nacht bin ich mit dieser Kombination das erste Mal auf glatte Straßen gekommen, ca 2 bis 3 cm Neuschneeauflage mit Spuren. Geradeaus kein Problem, an der Traktion bei 8 bis 12% Steigung bei langsamer Fahrt nix auffälliges zu merken, aaaaber dann kam das erste Abbiegen. Huch!!!!!! Bei relativ zahmer Beschleunigung aus der Kurve heraus....zack.... weg war das Heck und rappel rappel, die elektronischen Helferlein im Antrieb haben ordentlich zu tun gehabt. Ok, es war langsam, kurz vom Gas und schon hatte sich die Fuhre wieder stabilisiert. Sichtlich geschockt bin ich die letzten paar km bis zu Hause recht geschlichen und hatte beim Abbiegen in meine Anliegerstraße das gleiche Erlebnis nochmals, war aber jetzt drauf gefasst. Auf dem Wendehammer hab ich noch ein paar Versuche mit Gasstößen gemacht, es fühlte sich an wie profillose Sommerreifen, auf jeden Fall erschreckend, gemessen an den Fahreindrücken aus den letzen Wintern, die ja alles andere als harmlos waren bei uns in der Eifel. Also Fazit: Die Alterung besonders der Winterreifen hat einen ganz erheblichen Einfluss auf den Grip, trotz an sich noch ausreichendem Profil. Wie sehr, hat mich völlig überrascht und erstaunt. Erschwerend kommt vielleicht noch hinzu, dass der neu aufgezogene Blizzak eine wohl verbesserte Version gegenüber der bisherigen Reifengeneration war, obwohl keine wirklich offensichtlichen Unterschiede im Profilaufbau auf den ersten eher flüchtigen Blick festzustellen sind. Ich werd in Zukunft, wenn die Winterreifen wieder zu wechseln sind, immer alle 4 austauschen und die Reifen werden, egal wie die Profilhöhe sich entwickelt, nach der dritten Saison ausgewechselt. Konkret hab ich eben meinen Freund Siggi zu Hause angerufen, so dass er Montag morgen zwei neue Socken bestellen kann.
Gruß Thomas Wo ein trial truck noch fährt, kann man schon nicht mehr laufen!
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von dhjupi » So 18. Dez 2011, 12:32
Hallo, dir ist aber schon bekannt das man die Besseren Reifen immer auf die Hinterachse montieren soll, egal ob Vorderrad Hinterrad oder Allrad. LG
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von J9 Andy » So 18. Dez 2011, 12:48
Scheinbar nicht. Hätte er mal in der Fahrschule besser aufgepasst. Die Hinterachse ist die spurführende Achse. Das war schon immer so. Nicht umsonst kann man mit gezieltem Einsatz der Handbremse schöne Drifts provozieren.
Gruss Andy --------------------------------------------- Trabant 601 => LandCruiser KZJ 90 ...ein Quantensprung... ________________________________ Was Du nicht willst das man Dir tu´, das füg´auch keinem andern zu.
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von thomasff » Mo 19. Dez 2011, 11:11
Ja, eigentlich weiß ich das schon, und auch, als ich vor fast 40 Jahren beim Rob Slotemakers (Friede seiner Asche) am Nürburgring den Schleuderkurs gemacht habe, hab ich gesehen, dass der auf der Hinterachse der Übungsautos fast "Blankin" aufgezogen hatte....... Auch der fröhliche Test mit den Modellautos mit einer ausgebauten Achse auf der Glasplatte, der immer dann gern zitiert wird, wenn es darum geht, ob es schlimmer ist, wenn der Hinter- oder der Vorderreifen platzt, ist mir bekannt. Die Idee bei mir war, dass die Reifen vom Zustand noch nicht sooo weit auseinander zu sein schienen, dass sich das wie beschrieben auswirken sollte. Die einzig wirklich kritischen Fahrsituationen im Winterbetrieb sind die Bergabfahrten und von denen hab ich hier in der Eifel einige. Die kommen bei der Lage meines Grundstückes eigentlich jedesmal vor, wenn ich nach Hause will, also 8% bergab. Die 2,5 t schieben da gewaltig. Da wollte ich wegen des Bremsen den besseren Reifen da haben, wo die meiste Bremslast auftritt, also vorne. Das wirklich Überraschende war, wie groß der Unterschied im Gripniveau bei den beiden unterschiedlichen Reifen nach nur drei Jahren Einsatz und nur 4 mm Unterschied in der Profiltiefe geworden ist. Ich hab die Räder bis zur Lieferung der neuen getauscht, jetzt schiebt die Fuhre beim Einlenken etwas über die Vorderachse und bei jedem auch nur leichten Bergabbremsen auf Schnee rappelt das ABS. Also, diese Räder sind trotz noch 4-5 mm Restprofil nach schon 3 Wintern fertig.... eigentlich nach 4 Jahren, sie waren nach der DOT-Nr. schon ein Jahr alt, als ich sie bekam, weils frische aus der Produktion des gleichen Jahres damals nicht gab.
Schon mal gut, dass mein Zweitwagen Subaru Impreza auch ein Allrad ist, der mit zweijährigen Winterreifen besser klar kommt.
Gruß Thomas Wo ein trial truck noch fährt, kann man schon nicht mehr laufen!
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von bandeirante » Mo 19. Dez 2011, 11:48
Noch katastrofaler sind nach meiner Erfahrung alte Winterreifen bei Nässe. Die rutschen nur noch. Winterreifen die älter als fünf Jahre sind, sind eigentlich keine Winterreifen mehr. Ich wundere mich immer wieviel manche Leute noch für alte, gebrauchte Winterreifen Zahlen. Unterschiedlich abgefahrenen Reifen merke ich auch beim Allradbetrieb auf Schnee (kein Längsdiff); sobald ich Gas wegnehme schlingert die Mühle hinten wegen der "höheren Geschwindigkeit" der Hinterachse.
Es macht also schon Sinn, die Räder regelmässig durchzuwechseln um einigermassen gleichen Abnutzungszustand zu erhalten. Aber ich weiss: Der Geist ist willig, ...
Grüsse Axel O.
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von thores » Mo 19. Dez 2011, 12:13
thomasff hat geschrieben:Ja, eigentlich weiß ich das schon, und auch, als ich vor fast 40 Jahren beim Rob Slotemakers (Friede seiner Asche) am Nürburgring den Schleuderkurs gemacht habe, hab ich gesehen, dass der auf der Hinterachse der Übungsautos fast "Blankin" aufgezogen hatte ...
Ein sinngemäß ähnliches Gespräch, allerdings weder Autos noch Reifen betreffend, führte ich vor Jahren mit einem befreundeten Versicherungsvertreter. Es mündete in seiner Aussage, verbunden mit einem Schmunzeln: "Ja, weißt du, Blödheit kann man nicht versichern!" 
Grüße aus der Wetterau........................................Thomas
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von thomasff » Mo 19. Dez 2011, 17:29
thores hat geschrieben:...Es mündete in seiner Aussage, verbunden mit einem Schmunzeln: "Ja, weißt du, Blödheit kann man nicht versichern!" .....
Danke für das Kompliment, nur täuscht sich Dein Vertreterfreund ganz gewaltig....hihi. Glaub mir, nach 48 Jahren Tätigkeit im Versicherungsgewerbe (Innendienst, seit 1973 in einer Zentrale) weiß ich, dass genau das nicht stimmt! Der richtige Spruch müsste lauten: "Wenns keine Blödheit gäbe, brauchten wir auch keine Versicherungen!" Langsam sollte sich ergeben haben, dass ich da was ausprobiert habe, was, obwohl es von der Papierform her möglich erschienen war, nicht funktioniert hat. Nach drei Jahren ist ein Winterreifen trotz an sich ausreichendem Restprofil soweit runter, dass er getauscht werden sollte, wenn man ihn richtig rannehmen muss. Im Flachland mit den drei Flocken im Jahr mag er noch angehen, wenn gleichalte Reifen auf allen 4 Rädern sind, aber im Bergland gehts halt nicht. Und diese Erkenntnis wollte ich vermitteln. Man kann Blödsinn machen wie man will, erstens sind eigene Erfahrungen schon beim Säugling das , woraus er das Leben lernt, und zweitens reichts immer noch für ein schlechtes <Beispiel...... 
Gruß Thomas Wo ein trial truck noch fährt, kann man schon nicht mehr laufen!
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von thores » Mo 19. Dez 2011, 17:34
Grüße aus der Wetterau........................................Thomas
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von thomasff » Mi 28. Dez 2011, 21:48
So, auch hinten sind die neuen Reifen drauf, jetzt kann der Winter kommen...... ei, wo isser denn? Na ja, auf jeden Fall, keiner kann sagen, ich hätte nicht alles getan, damit wir nen schneefreien Winter bekommen....... 
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von thomasff » Fr 30. Dez 2011, 01:31
Eben bin ich auf der Heimfahrt von Höfen Alzen (Empfehlenswertes Restaurant Zaunkönig) nach Hause in einen kurzen und heftigen Blizzard gekommen, starke Böen, im Nu 5 cm Schnee, Donner und Blitz als Garnitur. Aber die neue Reifenkombination hat sich bestens bewährt auch auf den Anstiegen und Gefällen von bis zu 12 %.
Nach ner halben Stunde war der Spuk vorbei, es gab 3 Grad Temperaturanstieg in nur einer Viertelstunde und jetzt eine Stunde später ist auf den Straßen außer etwas Matsch kaum noch was zu sehen.
Gruß Thomas Wo ein trial truck noch fährt, kann man schon nicht mehr laufen!
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