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Urteil: Keine Schuld bei reflexartigem Sprung auf die Fahrba    

Urteil: Keine Schuld bei reflexartigem Sprung auf die Fahrba

Postby netzmeister » Fri 29. May 2015, 08:53

Springt ein Fußgänger vor Schreck auf die Fahrbahn und wird dabei von einem Auto verletzt, liegt die Schuld trotzdem beim Autofahrer. Das entschied das Oberlandesgericht Karlsruhe (Az. 9 U 9/14).

Wie die Deutsche Anwaltshotline berichtet, hatte ein Hund ein Mädchen erschreckt, als er gegen den Gartenzaun sprang und bellte. Dabei machte die Jugendliche einen reflexartigen Schritt auf die Fahrbahn und wurde vom Rückspiegel eines vorbeifahrenden Autos erfasst. Die 15-Jährige stürzte, geriet mit dem Knöchel unter den Reifen und brach sich das Bein. Sie forderte daraufhin Schadenersatz und Schmerzensgeld vom Autofahrer. Dieser sah die Schuld für den Unfall jedoch nicht bei sich und weigerte sich, der Forderung nachzukommen. Immerhin sei das Mädchen regelrecht auf seine Fahrbahn gesprungen. Er habe nichts falsch gemacht oder irgendetwas tun können, um den Unfall zu verhindern.

Das Oberlandesgericht Karlsruhe erklärte die Forderungen des Teenagers für berechtigt. Das Mädchen habe den Unfall durch den Schritt zur Seite zwar mitverursacht, das müsse in dieser Situation allerdings nicht berücksichtigt werden. Der schreckhafte Reflex sei keine bewusste Handlung gewesen und könne deshalb auch keine rechtlich nachteiligen Kosequenzen für die 15-Jährige habe.

Ganz abgesehen davon könne der Fahrer nicht beweisen, dass er alles richtig gemacht hatte, so das Gericht. Beispielsweise sei nicht klar, ob er den nötigen Seitenabstand eingehalten hatte, als er die Fußgängerin überholte. In jedem Fall gehe die Gefahr in einer solchen Situation vom Auto aus. (ampnet/jri)
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Re: Urteil: Keine Schuld bei reflexartigem Sprung auf die Fa

Postby yallahyimshi » Fri 29. May 2015, 09:02

ah gut zu wissen, wenn ich mal geld brauch hat mich dann der schmetterling/käfer/hund/katze/alte oma oder weiß der teufel was erschreckt und ich bin dann leider reflexartig ins nächste teure auto gesprungen wo sichs auch auszahlt...
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Re: Urteil: Keine Schuld bei reflexartigem Sprung auf die Fa

Postby Ozymandias » Fri 29. May 2015, 09:05

So ungefähr Ja. :biggrin:
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Re: Urteil: Keine Schuld bei reflexartigem Sprung auf die Fa

Postby bandeirante » Fri 29. May 2015, 09:17

...bin dann leider reflexartig ins nächste teure auto gesprungen wo sichs auch auszahlt...


Ob du in ein teures oder billiges Auto springst ist egal, nur die Verletzungen sind unterschiedlich. Von dem bischen Schmerzensgeld dass du vielleicht bekommst kannst du dir evtl. im Rollstuhl dann einen schönen Lenz machen.

Ich empfehle mal wieder die §§ 1 und 3 der StVO zu lesen. Im Zweifelsfall hat der Kraftfahrer immer die A-Karte, wie das Urteil ja zeigt.

Gute Fahrt, Axel O.
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Re: Urteil: Keine Schuld bei reflexartigem Sprung auf die Fa

Postby netzmeister » Fri 29. May 2015, 09:17

Es ist nur ohne Stunt-Ausbildung irgendwie schwer zu kalkulieren... :biggrin:
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Re: Urteil: Keine Schuld bei reflexartigem Sprung auf die Fa

Postby marks_BJ42 » Fri 29. May 2015, 09:18

netzmeister wrote:Das Oberlandesgericht Karlsruhe erklärte die Forderungen des Teenagers für berechtigt. Das Mädchen habe den Unfall durch den Schritt zur Seite zwar mitverursacht, das müsse in dieser Situation allerdings nicht berücksichtigt werden. Der schreckhafte Reflex sei keine bewusste Handlung gewesen und könne deshalb auch keine rechtlich nachteiligen Kosequenzen für die 15-Jährige habe.

Ganz abgesehen davon könne der Fahrer nicht beweisen, dass er alles richtig gemacht hatte, so das Gericht. Beispielsweise sei nicht klar, ob er den nötigen Seitenabstand eingehalten hatte, als er die Fußgängerin überholte. In jedem Fall gehe die Gefahr in einer solchen Situation vom Auto aus. (ampnet/jri)


Aha, der Autofahrer hat also bewusst gehandelt und die Fußgängerin angefahren oder wie?

Seit ich beruflich viele Jahre regelmäßig mit Richtern zu tun hatte, weiß ich, dass Richter in ihrer ganz eigenen Welt leben. Wenn man mal was richtig Dummes hören will, dann muss man einen Richter fragen.

Ich bin dafür, dass Richter jährlich psychologisch untersucht werden müssen...aber halt...das geht ja gar nicht: Dann hätten wir ja keine mehr. :rofl:
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