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    -- Reisen / Travelling

        -- Vermisst in Südtunesien seit 18.2.2008 !!!

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Che
Verfasst am: Do, 20. März 2008, 14:02
Anmeldungsdatum: 09.02.2006 Beiträge: 936 Wohnort: Western Black Forest Territory
Stippo hat Folgendes geschrieben:

Das haben einige wohl noch nicht kapiert:
>>>Niemand hat das Recht, andere Menschen für seine Ziele gegen ihren Willen zu missbrauchen<<<

Ich hoffe und wünsche den beiden, daß sie die Geiselhaft unversehrt überstehen

.


mit dem letzen Satz 100% Übereinstimmung. Auch mit dem zweitletzten.

Die Bemerkung "noch nicht kapiert " sehe ich eher unter der Kategorie " nie kapieren oder noch später".

zu den Medien.

Die berichten meist so , das es Einschaltquoten und Auflagen bringt.
Was kann wie präsentiert werden um möglichst viele anzusprechen. Durch Weglassen entsteht zwar oft ein falsches Bild, aber es erregt mehr Aufmerksamkeit, ohne das man lügt.
" 70 Jähriger schlägt 16 Jährigen mit dem Stock nieder."
Das der 16 Jährige den 70 Jährigen versucht hat der Brieftasche zu entledigen "vergisst" man einfach.

So lange sich die Zeitungen am besten verkaufen lassen wird es diese geben.
So lange die Nachmittagssendungen diverser Privatsender hohe Einschaltquoten haben wird dieser Mist gesendet.

Ich behaupte die breite Mase will gar nicht hinterfragen ob es wirklich so ist, sondern freut sich wenn jemand mund- und gedankengerecht die Informationen liefert.

Schade, aber so ist es leider.

Grüsse Gerhard

_________________
carpe diem
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Onkelchen
Verfasst am: Do, 20. März 2008, 14:17
Anmeldungsdatum: 21.09.2003 Beiträge: 6082 Wohnort: BaWü
Che hat Folgendes geschrieben:

Ich behaupte die breite Mase will gar nicht hinterfragen ob es wirklich so ist, sondern freut sich wenn jemand mund- und gedankengerecht die Informationen liefert.







vor allem mundgerecht.

_________________
2 Starrachsen, 4 Blattfedern und die Himmelsrichtung auf dem GPS.




Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.
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Tom Koch
Verfasst am: So, 06. Apr 2008, 17:16
Anmeldungsdatum: 11.06.2007 Beiträge: 78 Wohnort: Schweiz
Sind die Oesterreicher nun frei gekommen? Habe länger nichts mehr darüber gehört.

Tom

_________________
Offroad Rookie / 96-er HDJ80
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BlackDoKa
Verfasst am: So, 06. Apr 2008, 19:04
Anmeldungsdatum: 09.03.2007 Beiträge: 4411 Wohnort: Mühlhausen
leider noch nicht! Crying or Very sad

Aktuelle News findest du fast täglich hier:
http://kurier.at/aktuellethemen/sahara/

_________________
Gruß
Oli
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Angela
Verfasst am: Di, 08. Apr 2008, 21:46
Anmeldungsdatum: 14.11.2003 Beiträge: 9569 Wohnort: weltbeste Kleinstadt
Hi Oli, hab mir heute abend mal auch einige andere Nachrichtenquellen zu Gemüte geführt...

http://www.orf.at/080408-23750/index.html

z.B


.........die treten echt auf der Stelle..... Rolling Eyes

_________________
(Hosea 8,7): "Denn sie säen Wind und werden Sturm ernten"

der Link extra für Blacky und Gue:
http://www.pickup-club.de
http://www.off-road-magazin.de/home//self/kardanbuch/
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PeterM
Verfasst am: Mi, 09. Apr 2008, 09:03
Anmeldungsdatum: 27.05.2002 Beiträge: 375
..ja und?
Bis die "entrückten Verrückten" begreifen, dass für sie nicht Weihnachten ist und die Wunschliste Schall und Rauch, wird das eben dauern - tragisch für die Verschleppten, aber nicht zu ändern.

Grüsse,
Peter
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PlasticBertrand
Verfasst am: Do, 10. Apr 2008, 17:25
Anmeldungsdatum: 25.04.2004 Beiträge: 1114 Wohnort: Illertissen
Guten Abend. Ich habe mir diesen Thread gerade durchgelesen und frage mich woher das Interesse an speziell dieser Entführung rührt.

Ist es echte Menschlichkeit, echtes Mitgefühl?

Oder vielleicht die Sorge darüber, dass Tunesien nicht mehr ohne Risiko bereisen kann?

Mit nachdenklichem Gruss.

_________________
Das Leben ist schön!
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DerAustralier
Verfasst am: Do, 10. Apr 2008, 17:53
Anmeldungsdatum: 18.06.2002 Beiträge: 2781 Wohnort: Daheim
vielleicht beides?

oder die betroffenheit mal wörtlich genommen, 2 wochen vorher waren wir auch dort.
und die erinnerung an 2003, wo wir auch die "chance" hatten entführt zu werden, aber glück hatten, dass unser crusier noch nicht hergerichtet war und wir deshalb dem entführten pärchen abgesagt haben.

_________________
Martin Der Australier
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HD-Stammtisch BODENSEE
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Angela
Verfasst am: Do, 10. Apr 2008, 20:29
Anmeldungsdatum: 14.11.2003 Beiträge: 9569 Wohnort: weltbeste Kleinstadt
hmmmmmmmm....Peter, ich glaube wie Australier auch, das hier beides mitschwingt......

Mir geht es immer recht nahe, wenn Menschen gegen ihren Willen festgehalten werden, verletzt oder ihnen schlimmeres passiert.......Niemand ist nirgends wirklich sicher, weder in Afrika noch Europa oder sonst wo....

Da freuen sich zwei Menschen auf Ihren schönen Urlaub und dann so was. Klar muss gerade in solchen Gegenden mit Übergriffen rechnen, aber sind wir doch mal ehrlich: Denkt nicht jeder, das kann mir nicht passieren?

Schlimm genug, das es passiert ist....Mittel zum Zweck zu werden hat niemand verdient.

Ich hoffe nur, das die Beiden gesund zu ihren Familien wieder nach hause kommen werden.....und das dieses Erlebnis ihr weiteres Leben nicht mit Angst erfüllen wird.

Das ist ehrlich und aufrichtig gemeint.

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Gotti
Verfasst am: Fr, 11. Apr 2008, 22:22
Anmeldungsdatum: 21.03.2008 Beiträge: 6 Wohnort: Schmitten
Hi,

na jetzt muß ich auch mal meinen Senf dazugeben.
Mir geht´s genau so. Zum einen natürlich die ernstgemeinte Sorge um den Ausgang der ganzen Angelegenheit, ich kann´s nur zu gut nachvollziehen.. . . Zum anderen muß ich mich auch mit dem Gedanken abfinden Nordafrika, zumindest vorerst, von der Liste meiner Reiseziele zu streichen. Dies stimmt mich zugegeben ernsthaft traurig, da Reisen (und Motorsport) in der Sahara schon ein wesentlicher Teil meines Lebens waren. Seltsam nur das auch in diesem Forum Stammtischparolen wie diese herumgeistern:

Zitat:
Klar muss gerade in solchen Gegenden mit Übergriffen rechnen, aber sind wir doch mal ehrlich: Denkt nicht jeder, das kann mir nicht passieren?


Mal Hand auf´s Herz, das ich meinen Urlaub nicht in Nord-Mali oder wirklich unsicheren Gebieten wie Tibesti-Gebirge z.B. verbringen muß oder will ist klar. Das so was nun auch in Tunesien passiert ist, kann man glaube ich keinem ankreiden, ich habe es bisher auch für nicht möglich gehalten.

Gruß Frank

PS: ich war 2003 auch bei den "Betroffenen" dabei
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Olut
Verfasst am: Mi, 16. Apr 2008, 11:20
Anmeldungsdatum: 07.11.2007 Beiträge: 247 Wohnort: Wien
Liebe Freunde,
Selbst auf die Gefahr, daß man mich jetzt wieder angreifen wird, aber ich möchte folgendes zu bedenken geben:

1) rein kriminell motivierte Übergriffe in Form von Fahrzeugraub (ist ja noch die kleinste Angelegenheit) oder Entführung beruht zumeist auf rein finanzielles Interesse(es gibt auch Ausnahmen, siehe Peru) und lassen auf Erhalt des Lebens hoffen.

2) religiös/politisch motivierte Übergriffe in dieser Region haben das Problem, daß das Leben wenig bis überhaupt nichts zählt, das brauche ich nicht weiter zu erklären.

3) jede erfogreiche Rettung von Geiseln gegen Lösegeld haben zur Folge, daß erstens die Geiselnehmer nunmehr die wirtschaftliche Grundlage für weitere Aufrüstung bekommen, zweitens zur Wiederholung dieser Taten ermutigen und drittens die wirtschaftliche Grundlage schaffen oder sichern, um den Terror auch nach Europe zu bringen, was ja erklärtes Ziel dieser Terroristen ist.

Insbesonders diese Tatsache stellt eine weitere Gefährdung nicht nur jener dar, welche trotz der bekannten Gefahrensituation trotzdem oder sogar deshalb in diese Region reisen, sondern auch für alle anderen, welche mitunter zum Opfer von Terroranschlägen in Europa werden.

Daher erachte ich es persönlich für fahrlässig nicht für die eigene Sicherheit oder jener, welche sich dem Organisator anschließen, sondern für alle anderen, welche zum Opfer werden können durch die materielle Aufrüstung dieser Terroristen, finanziert durch Lösegeld. Davon, daß der Steuerzahler das jedes Mal mitfinanziert, möchte ich gar nicht sprechen.

Auch Versicherungen gegen Entführungen helfen wenig, denn sie motivieren nur weiter, diese Übergriffe vorzunehmen.

Es liegt natürlich auch in der Verantwortung der Regierungen der bereisten Länder, wenn die wollen, daß es weiter so einen Tourismus gibt, dann müssen sie für die Sicherheit sorgen. Wenn sie diese Sicherheit nicht gewähren können, dann sollten sie das auch entsprechend kommunizieren.

Ich empfehle daher dringend, PERSÖNLICH vor jeder Reiseplanung sich mit dem Aussenamt oder Aussenministerium dahingehend zu unterhalten und nicht sich auf den Informationsgehalt verfügbarer Medien zu verlassen, ich weiß aus sicherer Quelle, daß es hier "verordnete Einschränkungen" gibt.

Ich war bisher drei Mal in Tunesien, allerdings bin auch auf Empfehlung tunesischer Freunde nicht weiter als bis Tozeur gefahren, schon damals war bei den Tunesiern bekannt, daß die Zone südlich von Tozeur nicht einmal vom Militär ausreichend beobachtet werden kann. Die Landesgrenzen haben nur geografische Bedeutung...

Nachdem meine Ansicht über diese Dinge in diesem Forum keine Berechtigung haben, ist dies meine letzte Mitteilung zu diesem und anderen Themen und verabschiede mich. Ich wünsche allen mindestens eine Handbreit unter dem Centerdiff und sichere Heimkehr.

Gruß
Olut
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BlackDoKa
Verfasst am: Mi, 16. Apr 2008, 11:40
Anmeldungsdatum: 09.03.2007 Beiträge: 4411 Wohnort: Mühlhausen
Ich verstehe diese Panikmache nicht!

Wenn ich jeder Gefahr aus dem Weg gehen wollte, dürfte ich nicht mehr aus dem Haus, und müßte den Strom abschalten, sowie sämtliche scharfen, spitze und giftige Gegenstände entfernen lassen!

Sowas wie Tunesien kann immer, und überall passieren!

Erfahrene Wüstenreiser können die Gefahren sehr wohl abschätzen! Und wenn sie diese Gefahren eingehen wollen, so sollen sie das tun!

Wieviele Menschen fahren pro Jahr nach Tunesien? Wieviele von ihnen werden entführt? Wenn man das in Prozent umrechnet, ist dieser Prozentsatz verschwindend gering! Wenn jemand entführt wird, wird es in den Medien so breit getreten, daß so eine Panikmache nicht ausbleibt!

Ich bin jeden Tag am Stuttgarter Hauptbahnhof. Ich behaupte daß die Möglichkeit dort einem Terroranschlag zum Opfer zu fallen größer ist wie in Tunesien entführt zu werden! Trotzdem meide ich den Bahnhof nicht, und fahre weiterhin mit der Bahn!

Gruß
Oli

Edit: Was das Geld angeht: Die Regierungen schmeißen jeden Tag soviel Steuergelder zum Fenster raus! Da beschwert sich niemand! Aber wenn es um Ausgaben zur Rettung von Menschenleben geht, fängt man an zu heulen!!

_________________
Gruß
Oli
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Angela
Verfasst am: Mi, 16. Apr 2008, 12:00
Anmeldungsdatum: 14.11.2003 Beiträge: 9569 Wohnort: weltbeste Kleinstadt
Zitat:
Nachdem meine Ansicht über diese Dinge in diesem Forum keine Berechtigung haben, ist dies meine letzte Mitteilung zu diesem und anderen Themen und verabschiede mich. Ich wünsche allen mindestens eine Handbreit unter dem Centerdiff und sichere Heimkehr.

Gruß
Olut


Nun wars ein sachliches Posting in dem du deine persönliche Meinung, die ja wohl jedem zusteht, dargelegt hast und dann verschwindest du???

So ganz kann ich deine Motivationen und Weltansichten nicht teilen, aber finde es schade, das du naja ich sags mal so..."kneifst"

Les mal deine Beiträge...sobald kein Applaus und Zustimmung kommen, bist du ein wenig wie ein verzögenes Kind....eingeschnappt.

Ich fand dieses Posting hier weder schlimm noch gut....jeder sollte sich einfach selbst dazu eine Meinung bilden dürfen.....wir alle....

Hier im Thread stört es mich mehr und mehr, das wir weg kommen von der Sorge um zwei Menschen, hin zur Diskussion wer das nun alles bezahlen soll....

Und das sollte nun einfach zweitrangig sein.....

für mich ist es in erster Linie wichtig, das ohne Blutvergiessen auf beiden Seiten, ein Lösung gefunden wird.....

lg

_________________
(Hosea 8,7): "Denn sie säen Wind und werden Sturm ernten"

der Link extra für Blacky und Gue:
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Wolle
Verfasst am: Mi, 16. Apr 2008, 12:02
Anmeldungsdatum: 04.07.2003 Beiträge: 251 Wohnort: Gau-Algesheim
Olut !

Dein Posting ist ja inhaltlich grundsätzlich richtig, aber das sind alles Binsenwahrheiten und Plattitüden. Mir geht es gar nicht darum Risiken herunter zu spielen, im Gegenteil – aber, wie alles im Leben bedarf es der intensiven Auseinandersetzung, um eine fundierte Empfehlung ab zu geben, das kann auch mal ins Auge gehen.

Dein Hinweis auf das Außenamt ist geradezu naiv. Bis von dort etwas kommt, macht es woanders seit Jahren die Runde.
Und der Hinweis auf Saharafahrer die gerade wegen des Risikos runterfahren lässt befürchten, dass Du es bist der sich zuviel auf einschlägige Medien verlässt.

Bitte nicht persönlich nehmen, aber ich denke Du möchtest ja auch ein wenig provozieren.

Grüße
Wolfgang
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clama
Verfasst am: Mi, 16. Apr 2008, 20:53
Anmeldungsdatum: 08.04.2008 Beiträge: 1
Hallo zusammen, dies ist mein erster Beitrag in diesem Forum. Für mich sind Foren in erster Linie eine Informationsmöglichkeit. So habe ich die letzten Jahre auch das "Buschtaxi" als Mitleser genutzt, denn zwei meiner Leidenschaften sind mein HZJ und Afrika - vor allem der Nordwesten.

Deshalb ärgere ich mich über vieles, vor allem aber über undurchdachte Ansichten bzgl. Reisen und Reisenden in mehr oder weniger abgelegene Landstriche dieser Erde.

Ich habe die letzten Tage auch die "Links" im Buschtaxiforum genutzt, die zur Leserdebatte im "Kurier" geführt haben. Meine Reaktion über die Leserzuschriften reicht von Erschrecken bis zum Atemstillstand.

Es werden die Reisenden als selbstsüchtige Profilierungsneurotiker auf Selbstfindungstrip abgetan, die mir ihren "Abenteuern" nur den Steuerzahler belasten - in diesem Fall ist der österreichische gemeint - ist aber wirklich egal.

So wird vorgeschlagen, statt die Ruhe in der Wüste zu suchen, doch mit den "herrlichen österreichischen Bergseen und Tälern vorlieb" zu nehmen, sie wären auch "nicht überlaufen und es könne gelingen, Einsamkeit zu genießen".

Und immer wieder wird der geschundene Steuerzahler bemüht, um tiefste Ressentiments gegenüber allem was sich über dem Tellerrand befindet, zu begründen.

Man könnte dieses ganze Geschwätz abtun als der Beweis dafür, dass Reisen bildet. Doch diese Haltung ist viel gefährlicher - wie leider auch der Beitrag von Olut zeigt.

Um es klarzustellen, wer heute, bei all den Möglichkeiten, sich im Netz, den Medien oder einschlägiger Literatur Infos zu beschaffen, unvorbereitet und grundlos in Risiko- oder Krisengebiete reist, handelt fahrlässig und verantwortungslos, ist naiv oder blöd - aber er entscheidet weitgehend selbst, und das ist gur so. Damit meine ich bekannte Kriegs- oder Bürgerkriegsgebiete. Auf Unterstellung, die Reisenden würden wegen des "Kicks" sich der Gefahr einer Entführung aussetzen, gehe ich gar nicht ein. Und Tunesien ist zwar ein durch und durch undemokratisches Staatsgebilde, aber mitnichten eine Krisenregion. was also sollte einen gut ausgerüsteten Reisenden (die entführten Österreicher haben ein gut ausgerüstet Fahrzeug und überdies Wüsten- bzw. Afrikaerfahrung, alles andere ist Spekulation) davon abhalten, dieses Gebiet zu bereisen?

Wo werden die Grenzen festgemacht was sollte man nicht mehr tun? In Südfrankreich droht dem Reisenden Raub, Erpressung und Carnapping (teilweise mit tödlichem Ausgang wie in Marseille vor wenigen Jahren), in Spanien drohen Bomben (Madrid, Rosas, Baskenland), in England ebenso (London) und auch in der Türkei (übrigens ein Staat, in dem ein offener Krieg geführt wird), was in den USA passieren kann, braucht keine weitere Erörterung (außer dass es dort für Ausländer besonders gefährlich ist, denn jeder Ausländer kann ohne Begründung und ohne Anklage beliebig festgehalten werden), in Italien grassiert die Cholera und in Skandinavien gibt es Rockerbanden, die vor nichts zurückschrecken - dann wäre da noch Südamerika, die Karibik (Aufstand, Kommunismus und Hurrikans) die Tsunamigefahr im Pazifik und an den asiatischen Küsten und in Deutschland gibt es Nazis und es wird zu schnell gefahren........von Bergwanderern, Seglern und Motorradfahrern gar nicht zu reden.

Nur noch in Panik am eigenen Türpfosten festhalten kann doch keine Lösung sein. Noch viel weniger die Selbstbeschränkung oder eine Reisebeschränkung durch den Staat (wird immer wieder gefordert, zuletzt von koreanischen Medien und von deutschen Stammtischen angesichts der Entführung von zwei Deutschen und einer koreanischen Gruppe in Afghanistan und der Osthus-Entführung im IRAK).

Was die Beschränkung von Reisefreiheit bedeutet ist klar - eine wesentliche Einschränkung gelebter Demokratie und Freiheit. Das Bereisen anderer Kulturen erweitert den Horizont, macht offen für den Blickwinkel anders Denkender, macht menschlich.

Und wenn ich so etwas lese wie von Olut, bekomme ich Angst. Schreit doch der arme geplagte Steuerzahler nach Reisebeschränkungen oder Eischränkungen - überall und für jeden irgendwohin.

Asiaten und Afrikaner nicht nach Deutschland (Nazis), Amerikaner nicht nach Italien (in der Nähe von Libyen), Afrikaner nicht nach Spanien (Pogrome bei Almeria), Franzosen nicht nach Mauretanien (stärkt die Interessen der Autoindustrie und ihrem Promotionevent Paris-Dakar), Neger nicht nach Frankreich (Polizei schlägt schnell zu), keiner nach China (man isst Hund und verprügelt Andersdenkende) und und und....

Zunächst bin ich für mich selbst verantwortlich, wohin ich mich traue, was ich riskiere ist meine Angelegenheit - vor allem wohin ich will.

Die Aufgabe eines demokratischen Staates ist es, genau diese Reisefreiheit zu garantieren und seinen Bürgern den größtmöglichen Schutz zu gewähren - übrigens genau dies signalisiert seit Urzeiten der Pass. Reisefreiheit ist ein Grundrecht, ohne dies kein Staat das Beiwort demokratisch verdient - und das gilt es zu verteidigen, durch den Staat, der seine Bürger zu schützen hat und durch jeden einzelnen, indem er sich nicht beschränken lässt.

Wer selbst nach Reisebeschränkungen ruft, obwohl er schon drei mal in Tunesien war, hat einiges gänzlich missverstanden.

Unausgegorene Thesen von Terroristen, die nur den Terror nach Europa bringen wollen und deshalb Geiseln entführen, helfen auch nicht, sind sogar absoluter Quatsch. Die sind längst in Europa, da Ihnen der Boden in den meisten nordafrikanischen Staaten zu heiß geworden ist (Bomben von Madrid, Casablanca, verübt von in Europa lebenden Marokkanern).

Sollte der Staat und somit der deutsche Steuerzahler für ein Entführungsopfer bezahlen müssen bzw. alles für seine Freilassung tun (bezahlen halte ich auch für falsch, das schafft einen Anreiz für Nachfolgetäter), dann ist dies seine Pflicht - und der gebeutelte Steuerzahler wird auch dies überleben, angesichts der Milliarden die für Mist und auch für gar nichts vom Staat bezahlt werden (LB Sachsen und andere).

Deshalb lasst uns um Gottes Willen weiter reisen, wohin wir wollen und wir es vor uns selbst verantworten können - das ist das einzige und das wirkungsvollste Mittel gegen die Angst vor allem Fremden.

Und es hat ja auch schon Reisende gegeben, die höchst abenteuerliche Reisen überlebt und sie durchaus fruchtbar genutzt haben - z.B. Goethe in Italien.


Clama

P.S. Nächste Woche fahre ich nach Marokko, in die Westshara und nach Mauretanien - ich bin vorsichtig (immer), achte auf Informationen und plane meine Etappen so, daß ich zum Übernachten immer eine Infrastruktur vorfinde (Campingplatz, Militärposten oder auch nur eine Ansiedlung, in deren Nähe ich mich sicher fühle) wenn immer irgendwie möglich - die Regel.
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