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Rudis Globetrotter-Newsletter    

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Rudis Globetrotter-Newsletter

Postby netzmeister » Sat 9. Jan 2021, 13:21

Rudi Kleinhenz ist uns allen ein Begriff, steuert er doch seit Jahren am Buschtaxi-Treffen absolut wunderbare Reiseberichte bei! Rudi ist Globetrotter, und er verschickt regelmäßig einen Newsletter, der wirklich lesenswert ist. Also stelle ich seine Newsletter ab jetzt hier ein, damit Ihr alle was davon habt:

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Liebe Reisefreunde

Das Jahr der Hoffnung ist gerade zwei Minuten alt, da schlägt die eigene Blödheit gnadenlos zu. Ich schieße mir aus 20 cm Entfernung den Korken meiner Sektflasche volle Kanne ins rechte Auge. Ungeschminkt könnte ich in jedem Zombiefilm mitspielen. Spricht mich jemand darauf an, antworte ich: „Häusliche Gewalt!“

Euch allen erst mal ein hoffnungsvolles 2021. Etwas Geduld werden wir noch mitbringen müssen, um wieder auf Treffen und Reisen gehen können.



Abgesagte Termine für Januar:

Das für Januar angesetzte Wintertreffen der dzg im Nibelungenturm ist abgesagt, ebenfalls weiterhin die Vortragsreihen der Freunde des Abenteuermuseums in Saarbrücken und Kirkel, des Lagerfeuers in Duisburg und der EAF-Stammtisch in München.

Für Februar sind keine Treffen angesetzt, ab Anfang April gehen die Freiluft-Veranstaltungen wieder los und bis dorthin setze ich innig auf die begonnenen Impfungen.

Der Globetrotter-Kalender für 2021 ist fertig, die Vorderseite kann man unter folgendem Link ausdrucken: https://globetrotter.org/der-neue-kalender-ist-fertig/

Dort auf das blaue dzg-Logo und einmal weiter klicken.



Corona-Impfung:

Nur so kann das Virus auf Dauer besiegt werden, ohne weitere große Todeszahlen in der Weltbevölkerung. Die zweite Welle hat bei uns bisher dreimal so viel Todesopfer gefordert, diesmal gab es auch einen Todesfall direkt in meiner Nachbarschaft. Dass nicht jeder dieser Impfung sofort vertraut, kann ich verstehen. Trotzdem will ich euch Mut zusprechen! Ich bin kein Virologe, habe aber als gelernter Biologie-Laborant 20 Jahren Berufserfahrung in der klinischen Mikrobiologie und der genetischen Toxikologie. In dieser Zeit habe ich abertausende menschlicher Untersuchungsmaterialien (Stuhl, Urin, Blut, Sputum, Wundabstriche, Liquor, usw.…) auf pathogene Organismen und Mikroorganismen (Bakterien, auch TBC, Hefen, Schimmel- und Hautpilze, Amöben, Flagellaten, Plasmodien, Band-, Spul-, Faden- und Hakenwürmer, usw…) untersucht, unter anderem auch die Eigendiagnose 1994 auf Schigellen-Ruhr. Zu meiner Laborzeit (1978-98) sind plötzlich die jetzt sogenannten „Krankenhauskeime“ auf der Bildfläche erschienen. Damals wurde vom Labor L&S www.labor-ls.de ein spezieller Stempel angefertigt, mit vier Großbuchstaben MRSA = multiresistenter Staphylococcus aureus. Jeder Befund der so unser Labor verlies, machte mir klar, dass dieser Mensch einen Todeskampf führt und ich konnte dem behandeltem Arzt kein Antibiotika empfehlen, einfach weil keines durch die mutierten Bakterien mehr wirksam war. Und dieser MRSA wütet immer noch in unseren Kliniken, es gibt keinen Impfstoff dagegen. Es ist kein Virus, das ist der Unterschied. Gegen Viren helfen ja auch keine Antibiotika! Wir wurden damals im Labor gegen Hepatitis A + B vorsorglich geimpft, was mir auf meinen Reisen in tropische Regionen zum Vorteil wurde, ich musste die Impfungen nicht selbst zahlen. Auch Polio (Kinderlähmung, letzter bekannter Fall in Deutschland 1990) und Tetanus (Wundstarrkrampf) müssen alle 10 Jahre aufgefrischt werden, ebenso die Gelbfieberimpfung. Als Kleinkind wurden meine Generation und die davor noch alle gegen Pocken geimpft! Es gab damals eine Impfpflicht! Nur deswegen sind die Pocken seit 1980 ausgerottet. 25 % der Pockeninfizierten starben, wer überlebte war durch Narben am ganzen Körper entstellt. Ich habe zwei kleine Narben an meiner linken Schulter, die ich vor 58 Jahren durch die Impfung bekommen habe und es hat nie irgendwelche Probleme gegeben. Die Medizin ist jetzt 58 Jahre weiter und deshalb vertraue ich voll und ganz unserem Gesundheits-System, dem ich seit 22 Jahren nicht mehr angehöre, aber um so öfter davon profitiert habe. 2015 brachte ich aus Malawi eine Malaria tropica mit nach Hause. Ich bat den Arzt im Würzburger Tropeninstitut, mich meinen eigenen Blutabstrich mikroskopisch auswerten zu lassen. So schöne Plasmodien hatte ich in 20 Jahren bei L&S davor nie gesehen! Jetzt war ich wieder mal der Patient und hatte ausgerechnet die Krankheit, die weltweit immer noch die meisten Todesopfer fordert. Aber ich lebe in Deutschland und wurde vier Tage später geheilt entlassen. Gegen Malaria gibt es keine vorbeugende Impfung, allerdings ein wirksames Medikament und das zahlt die Krankenkasse, wie auch die gesamte Behandlung! Man muss nur rechtzeitig in tropenärztliche Behandlung!

Ich will mich vorrangig impfen lassen, um meine Mitmenschen zu schützen. Ich denke dabei an die Menschen, die nicht so gut medizinisch versorgt sind, wie wir hier in Deutschland. Ich meine z. B. das Pygmäendorf im Dschungel der Zentralafrikanischen Republik (2011), das Zeltlager der Zaaten im Norden der Mongolei (2001) oder die Fischer auf der Insel Tukurere (2019). Dieses winzige Eiland ist ein Teil, des zum Inselstaat Kiribati gehörenden Atolls Butaritari und liegt irgendwo in den unendlichen Weiten des Pazifiks. Sucht mal bei google maps: Tukurere, Kiribati! Dort leben glücklich und zufrieden zwei Familien, ohne Strom, fließend Wasser oder gar Internet. Sie haben uns so herzlich empfangen, uns kurze Zeit an ihrem paradiesischen Leben teilhaben lassen. Schleppen wir dort, oder wo auch immer auf dieser wunderschönen Welt, dieses Virus ein, dann hat es vielleicht für diese kleine Gruppe unglaublich netter Menschen fatale Folgen! Dafür würde ich mich ein ganzes Leben selbst hassen. Das war der Hauptgrund in 2020 das ich in Deutschland geblieben. Eine Reise ist für mich nur gelungen, wenn ich mit den Menschen vor Ort, in ihrer Heimat in direktem Kontakt komme, eben für eine begrenzte Zeit ein Teil ihres Lebens werde. Wer nur von A nach B fährt, schnell ein paar Fotos macht und seine Zeit mehr am Strand oder beim Saufen verbringt ist kein Globetrotter. Wir Globetrotter sind Botschafter des Friedens, Berichterstatter aus der Ferne, auch Helfer vor Ort und haben Vorbildfunktion in Sachen Impfung! Deswegen werde ich Europa erst wieder verlassen, wenn ich bin geimpft bin, keine Gefahr mehr für die einheimische Bevölkerung darstelle.



Arme für Mama – ein Fazit:

Durch die Pandemie auch bei mir völlig in den Hintergrund geraten, wurde ich neulich auf eine extrem freundliche Art daran erinnert. Ich bekam ein Buch geschickt von meinem Freund und dzg-Mitglied Manni Caspers mit dem Titel „140 Tage nach Australien“ und habe es auch gleich gelesen! Ich hatte ja mehrmals darüber berichtet.

Für die Neuen im Newsletter!

Auf der Website von Manni und Carsten https://140tagenachaustralien.com steht folgendes zu dieser familiären Tragödie:

Für eine junge Kämpferin, Anna (22 Jahre alt), die Mama von Mia!

In diesem Spendenaufruf wollen wir auf das besondere Einzelschicksal einer jungen Familie aufmerksam machen, die nicht nur einen enormen Kampfgeist an den Tag legt, sondern sich auch durch ihre Stärke, Liebe und Tapferkeit auszeichnet.

Wie schnell das eigene Leben und das der eigenen Familie in seinen Grundfesten erschüttert werden kann, mussten Mia und ihre Eltern kürzlich auf die wohl schmerzlichste Art und Weise erfahren. Am 01. Februar dieses Jahres (2019) erkrankte Anna, Mias Mama an der Kinderkrankheit „Meningitis“. Diese Krankheit brachte leider eine besonders schwere Form der Sepsis mit sich.

Wochenlang musste die Familie um das Leben der jungen Mutter bangen. Mittlerweile lässt sich sicher sagen, dass sie überlebt, doch zahlt sie für ihr Überleben einen hohen Preis. Anna musste in Folge der schweren Krankheit, beide Arme und beide Beine amputiert werden.

Ich muss es wirklich nochmal vordergründig erwähnen, Manni und Carsten haben durch ihre Überlandreise von Deutschland nach Australien dieser Familie 120.000 € an Spenden zukommen lassen! Einfach grandios! Allerdings hat auch hier Corona für diverse Schwierigkeiten gesorgt. Anna hat bis jetzt keine AHB erhalten und auch die Krankenkasse macht scheinbar Schwierigkeiten, was das Bezahlen diverser Dinge betrifft, dank Corona. Trotzdem ist diese Familie positiv ihrem neuen Leben gegenüber eingestellt. Vielleicht sollten wir uns ein Beispiel daran nehmen.



Der Postkartensammler:

Dzg-Mitglied Klaus Meier sammelt leidenschaftlich Postkarten aus der ganzen Welt. Das war seine Motivation, in die dzg einzutreten. Er ist sozusagen, ein passives Mitglied. Ich schicke ihm seit gut 6 Jahren Postkarten aus der ganzen Welt. (Mozambique, Sudan, Sao Tome & Príncipe, Aserbaidschan, Tuvalu und Bermuda-Inseln, um nur einige zu nennen) Ich bekomme immer einen begeisterten Brief, mit einem großzügigen Obolus, obwohl ich das gar nicht will. Auf unserer Ost-Deutschland-Tour Oktober 2020 sind wir kurz bei ihm vorbeigefahren. Die aktuelle Lage hat nur ein Gespräch über den Gartenzaun hinweg zugelassen. Er ist bald 80 und kam gerade aus dem Krankenhaus. Sobald sich die Lage entspannt hat, werde ich ihn nochmal besuchen, um in seiner Sammlung zu wühlen.

Hier die bitte an euch: „Schickt ihm Postkarten, egal wo ihr gerade seid! Schreibt eure Heimatadresse drauf, er freut sich riesig und bedankt sich garantiert bei euch!“

Auf seinen Visitenkarten ist nur die Postadresse, keine Telefonnummer! Das hat seinen Grund, man soll ihm Postkarten Schreiben!

Hier seine Anschrift wie auf seiner Visitenkarte:

Klaus Meier

Postkartensammler

Zur Waldsiedlung 12

08527 Plauen



Rumänien-Adventskalender:

Hätte zwar besser im Dezember gepasst, man kann aber auch im Januar immer ein Türchen aufmachen! Wurde mir von Rosi Rohmer (dzg) zugemailt, sie hat es von dzg-Mitglied Wolfgang Post, unserem Rumänienspezialisten! Tolle Bilder und viel Wissenswertes aus Europas schönstem Land, garantiert nicht nur aus meiner Sicht! Ich war schon zweimal dort!

http://www.rumaenienadventskalender.de



Neue Website von Michael Wöhning

Michael ist ein guter Freund von mir, leider immer noch kein dzg-Mitglied. Sein Onkel mittlerweile schon. Viele kennen ihn von seinen lebhaften und spannenden Vorträgen auf dem Rhöntreffen in Nickersfelden oder in der Europa-Union in Bad Kissingen. Es gibt unter anderem sechs spannende Rad-Reiseberichte zu Lesen und einiges mehr!

www.michaelwoehning.de



Website von Ruth und Jürgen Haberhauer

Die beiden dzg-Mitglieder haben das vergangene Jahr auf jeden Fall sinnvoll genutzt und waren zwei Monate in den Wäldern Finnlands unterwegs. Auf ihrer Website gibt es einige Abenteuer nachzulesen. Eine schöne Geschichte, z. B. ist der Bärenmann.

www.blog.sojombo.de/index.php?/archives ... nmann.html



Warum ich in 2021 meine Stasi-Akten anfordere - meine Erlebnisse im anderen Deutschland:

Geboren 1962 auf einem kleinen Bauernhof am Rande der Rhön, hatten wir weder Toilette noch Badewanne im Haus, auch keinen PKW auf dem Hof, aber immerhin einen der ersten Schwarzweiß-Fernseher im Dorf. ARD und ZDF waren die Kanäle und mit etwas Glück konnten wir DDR 1 empfangen. Dort gab es eine Kultsendung, auch für uns West-Deutsche, das Sandmännchen. Einmal schaute ich mehr zufällig eine Straßen-Parade, ich denke in Ost-Berlin. Ein Reporter lief durch die Menge und fragte Ost-Deutsche Bürger: „Fühlen sie sich noch als Deutsche?“ Stolz kam aus allen Mündern zurück: „Nein, wir sind Bürger der Deutschen Demokratischen Republik!“ Was ich damals nicht wusste, dass war ein abgekartetes Spiel, die Menschen bekamen etwas für diese Aussage vor laufender Kamera. Meine Reaktion als unwissender Schüler: „Was für Arschlöcher!“

1983 wurde ich zum Grundwehrdienst eingezogen. Dort wurde uns das Feindbild Warschauer Pakt/DDR richtig eingebläut. Mein Bild vom anderen Deutschland wurde dadurch nicht besser!

Am Anfang meiner Reisekarriere fuhr ich mit dem eigenen Auto kreuz und quer durch Europa. Am 06.06.1987 war ein Wochenendtrip nach Prag geplant. Mit tschechoslowakischem Visum im Reisepass, einigen Sixpack Bier und 2 Kumpels ging´s im Ford Granada Combi zum ersten Mal in den „Ostblock“. Im Prager Stadtzentrum angekommen, parkten wir und holten gleich ein Bierchen aus dem Auto. Kurze Zeit später schlenderte eine junge deutsche Clique auf uns zu. Jeanshose, Jeansjacke, genau wie wir, und einige hübsche Mädels hatten sie auch dabei. Einer der jungen Kerle blieb vor mir stehen, schaute kurz und fragte: „Hast du mal ein Bier für mich?“ Mein erster Gedanke: „Zieh Leine, kauf dir selbst dein Bier!“ Das sprach ich zum Glück nicht aus, denn plötzlich war ich gewillt, auch mal einen Fremden kennen zu lernen. So spendierten wir einige Bierchen auf der Straße und wurden in intensive, äußerst interessante Gespräche verwickelt! Nach einer halben Stunde fragte ich meinen neuen Freund: „Wo seid ihr denn her?“ „Halle“, war die Antwort! „Dann seit ihr ja aus der DDR!“ entfuhr es mir völlig überrascht! Die Clique war genauso cool wie wir, mein Bild vom anderen Deutschland änderte sich schlagartig. Die Jungs wollten den Motor vom Granada (2 l, 90 PS, 6 Zylinder) sehen! „Das ist ja ein LKW-Motor staunten sie regelrecht!“ Wir verabredeten uns für den Abend. Während wir ein Hotelzimmer bezogen, schliefen die anderen auf dem Campingplatz. Sieh erwähnten auch, dass sie nicht in die Prager Discos gelassen wurden. Das konnten und wollten wir nicht glauben. Wir kommen mit euch, das kriegen wir hin allerdings blieb es ein Wunschglaube. Ich betrat zuerst die Eingangshalle der Disco. Der Türsteher lies mich problemlos passieren. Nach mir 4 „Ossi´s“, die wurden sofort nach draußen geschickt, mein Kumpel wurde eingelassen, usw… „Die erkennen uns an unseren Schuhen“, erklärte mir Thomas aus Halle. Auch ein Bestechungsversuch von unsrer Seite mit 10 DM war erfolglos. Wir blieben das ganze WE mit der Clique zusammen. Die waren wirklich cool. Wo sitzt man schon mit einer Bierflasche in der Hand und einem hübschen Mädel im Arm in der Kirche, natürlich ohne Gottesdienst. Davon gibt es auch ein Bild. Cathleen hatte mir dann sogar ihre Adresse gegeben. Nach Halle kam ich dann, das erste Mal in meinem Leben Oktober 2020, also 33 Jahre später, die Himmelsscheibe von Nebra bestaunen. Ich habe von den Leuten leider nie wieder was gehört, kam aber mit einem ganz anderen Bild der DDR, damals von diesem Wochenend-Trip zurück. Es ist immer besser, sich selbst vor Ort eine Meinung zu bilden, als nachzuplappern, was irgendjemand von sich gibt. Das hatte ich damals gelernt.

Ostern 1989: Wie die Jahre davor stand auch diese Ostern eine Städte-Tour auf dem Programm. Warum nicht mal nach Ost-Berlin! Davor waren wir in West-Berlin, Kopenhagen, Wien und Brüssel. Immer in meinem Ford Granada, meist mit den gleichen Kumpels. Diesmal waren wir zu viert. Den Transit durch die DDR nach West-Berlin kannten wir, spannend wurde es am Grenzübergang Friedrichstraße in Berlin. Wir hatten alles Mögliche über die Grenzschikanen gehört. Zwangsumtausch von 25 DM in Ostmark, Autodurchsuchung, sie würden einem sogar „im Arsch rumbohren“. Auf letzteres war keiner scharf, auf das Nachtleben von Ost-Berlin schon. Die Spannung stieg, wir waren an der Reihe. Geld war getauscht, der Pass gestempelt, sonst passierte gar nichts mehr. Ein bisschen mehr Aktion hatten wir schon erwartet. Wir wurden zur nächsten Kontrolle gewunken. Der Zöllner, etwas zu klein für seine Uniform, oder die Uniform zu groß für ihn, das war Ansichtssache. Entsprechend komisch wirkte er auf uns. Wir mussten uns das Lachen verbeisen. Dies merkte unser Gegenüber und das war die Wende in unserem unkomplizierten Grenzübertritt. „Machen sie mal die Heckklappe auf!“ kam die Aufforderung einem Befehl gleichend. Thomas drückte den Knopf der Heckklappe. Was er nicht, und auch kein anderer meiner Kumpels, wusste: Drückte man den Knopf, während die Heckklappe verschlossen war, blieb er einfach drinnen stecken, war nur mit einer Zange wieder rauszuziehen. Erst dann konnte man Aufschließen und öffnen. Deshalb meine höfliche Bitte an den Zöllner: „Haben sie Mal eine Zange?“ Verdutzt blickte mich mein Gegenüber an, darauf folgte der zweite Befehl: „Fahren sie sofort dort auf die Grube!“ Und jetzt ging´s rund. Er lief zur Höchstform auf, es war nicht mehr komisch! Der „Überuniformierte“ suchte mit Spiegeln unter dem Auto, riss die Seitenverkleidungen weg, holte das Ersatzrad raus. Jetzt hatten wir die Situation, von der wir vorher „träumten“. Bloß nicht nochmal provozieren, sonst platzt noch unser Traum von Ostberliner Discos voller „williger“ Mädels.

Nach 30 Minuten Sucherei, nach was auch immer, lies die „Bulldogge“ ab. „Wo wollen sie denn hin“, kam dann die freundliche Frage. Nachtleben Ostberlin (nach dem Motto, wir machen durch bis morgen früh…). „Sie müssen spätestens um 23.59 Uhr wieder hier sein, sonst bekommen sie große Probleme“, gab er uns mit auf den Weg. Die 25 getauschten Ostmark waren mit dem Abendessen aufgebraucht, die vermeintliche Disco war lahm. Wir standen 90 min später wieder am Grenzübergang, wollten in eine Westberliner Disco. Der laufende Meter hatte immer noch Dienst und ahnte eine Verschwörung: „Was wollen sie denn schon wieder hier, da stimmt doch was nicht! Fahren sie mal dort auf die Grube und öffnen sie die Heckklappe.“ Diesmal drückte Robert den Knopf, die Klappe war abgeschlossen! „Haben sie mal eine Zange?“ fragte ich etwas kleinlaut! „Verschwinden sie aus unserem Land, sie rauben mir meine Zeit!“ Das waren seine letzten Worte. In Rekordzeit hatten wir die Grenze passiert! Beim Transit nach Deutschland am Grenzübergang Marienborn ein weiteres Problem. Mein Transitvisum war weg, absolut unauffindbar. Nur die Tatsache, dass ich der Autobesitzer war, lies die Situation glimpflich ausgehen. Hätte einer meiner drei Kumpels sein Papier verloren, wären wir an diesem Tag nicht mehr über die Grenze gekommen. Es war ein kleines Abenteuer, im Herzen Deutschlands, vor über 30 Jahren.

Mai 1989: Wie schon das Jahr zuvor, fuhr ich mit dem Motorradclub „Les Cascadeurs“ für eine Woche nach Ungarn, Party-Urlaub am Balaton. 5 Tage Delirium, 2 Tage komatöses Dahinvegetieren. Party-all-the-Time war das Motto. 3 DM für 0,5 l Wodka, 3 DM eine Flasche Krimsekt! Der Teppich in der Ferienwohnug war täglich sektgetränkt. Immer wenn sich Nachbarn nachts beschwerten, schickten wir unsere schönsten Mädels raus, die Situation schlichten. Die Jungs hatten ihre Bikes dabei, Rennmaschinen, Goldwings und geile Chopper, alles was eben für extremes Aufsehen sorgte! Diesmal schleppte einer gleich am ersten Abend vier tolle DDR-Mädels mit auf unsere Bude. Was mir in Lloret de Mar nicht gelang, klappte dann mit Fremdhilfe am Balaton. Ein Mädel hatte Interesse an mir. Ich teilte mein Zimmer mit meinem besten Kumpel. Den konnte ich jetzt nicht gebrauchen. Er bekam die Anweisung, du kommst frühestens in 90 min hoch. Er zwinkerte mir zu. Ich hatte mit Grit die Bude allein, wenigstens für 15 min. Dann stand er doch im Raum mit einer Flasche Krimsekt und der Bemerkung: „Unten ist nichts mehr los!“ „Raus mit dir, du störst!“ Er verzog sich ins Nachbarzimmer. 5 min später stand der nächste im Raum. „Das ist nicht dein Zimmer, raus mit dir!“ Er antwortete: „Wenn meine Alte mit deinem Kumpel in meinem Bett liegt, kann ich wohl auch hier in seinem Bett schlafen!“ Das war ein schlagendes Argument, zumal er dann doch schnell einschlief. So wurde ein bisschen mehr aus diesem Abend. Ich wollte Grit wieder sehen!

12.-15.08.1989: Könnte der Termin für mein Globetrottertreffen in Nickersfelden sein. Nur fand das Gründer-Treffen erstmals 13 Jahre später statt.

Die Motorradgang fuhr mit mir nach Riesa. Dort wohnte Grit und ihre Freundin Manuela. Ich fuhr mit meinem Granada Kombi, die anderen 4 ihre Bikes, wohl gemerkt waren die Motorräder im Visum eingetragen. So standen wir am Grenzübergang Eußenhausen/Meinigen. Die Westdeutschen Grenzer fragten uns erstaunt: „Wo wollt ihr denn hin? Mit euren Motorrädern lassen die euch drüben garantiert nicht rein!“ „Wir haben sie doch im Visum eingetragen!“ „Dann viel Glück“, sagte der West-Deutsche Zöllner! Eine halbe Stunde später waren wir enttäuscht zurück. Die Motorräder durften nicht einreisen! Also alle Mann in den Granada und los. In Riesa wurden wir aufgeregt erwartet. Manuela und ihr Freund Frank (der Bruder von Grit) hatten für Ostverhältnisse eine tolle Wohnung und fürstlich für uns eingekauft. Zwei Freunde in einem anderen Auto folgten. So waren wir insgesamt sieben Wessis, sechs Typen, ein Mädchen. Grit hatte in der Nähe eine Wohnung, dort schliefen wir beide. Die anderen alle im Schlafsack in Manuela´s Wohnung. Verständlicherweise seilte ich mich von der Truppe frühzeitig ab, und bekam so das nächtliche Chaos erst am nächsten Tag erzählt. Zwei wurden nachts beim Rauchen vor dem Haus von der Vopo aufgegriffen, es bedarf sehr großer Überredungskünste von Manu und Frank, das es zu keinen größeren Strafen kam. Da am ersten Abend schon der gesamte Alkohol in den Gurgeln der Westler verschwunden war, ging es am nächsten Tag auf die Suche nach Nachschub. Der Leipziger Hauptbahnhof, genauer gesagt, der dort befindliche Inter-Shop wurde von uns überfallen und geplündert. Ich trug alles an Coca-Cola, das es dort zu kaufen gab, auf einmal davon. Eineinhalb Paletten Dosen a 0,33 l. Ich kann mich bis zum heutigen Tag an die ältere Dame erinnern, die mich ungläubig anschaute und sagte: „So viel!“ Sie wusste also was Coca-Cola war und wie schwer man da ran kam in der DDR. In Riesa wurde eine Metzgerei von uns geplündert, die hatten danach kein einziges Steak mehr. Was wir da angerichtet hatten, war uns damals nicht bewusst. Vielleicht war es ja sogar positiv im Nachhinein. Es wurde eine rauschende Grillparty, von der ich mich mit Grit früher zurückzog. Sie erzählte mir dann, dass ihr Vater ein hohes Tier bei der Partei (SED) sei und er auf keinen Fall von mir Wind bekommen durfte. Deshalb gab es auch das Zimmer in dem wir jetzt die Nacht verbrachten, SED-Sonderstatus sozusagen. Ich bekam auch ihre Telefonnummer mit dem Zusatz, nur morgens zwischen 6.30 und 7.30 Uhr anzurufen, da war ihr Vater zum Joggen außer Haus. Zur Vierzigjahrfeier der DDR wollten wir uns in Ost-Berlin wiedersehen.

Ihr Bruder Frank wollte unbedingt mal meinen Granada Kombi fahren. Ich vergesse nie seine leuchtenden Augen, als er auf einer Landstraße bei Riesa mehrere Trabbis und einen Wartburg überholte und begeistert sagte: „Das ist ja ein Rennwagen!“

Auf dem Heimweg fanden wir noch einen „DDR-Outdoor-Laden“. Dort war, neben drei weiteren Campinggegenständen, auch ein Campingbeil ausgestellt. Davon hatte der Laden tatsächlich 4 Stück. Drei davon konnten wir erwerben, das vierte war als Schaufenster-Dekoration unverkäuflich. Einmal mehr war mir bewusst, wie gut wir es doch im Westen hatten. Ein weiteres chaotisches WE in meinem noch jungen Leben war Geschichte.

Mittlerweile begann die Flucht aus der DDR über Ungarn. Manu und Frank hatten mir anvertraut, das sie auch flüchten wollten. Ich versprach, die beiden ende September an der Grenze in Österreich abzuholen, diese Situation konnte nur ein weiteres großes Abenteuer werden!

Am 08.09.1989 brach ich mit einem Kumpel vom Motorrad-Club zu meiner bisher größten Reise auf. Über Frankreich und Spanien nach Marokko, weiter durch Algerien und Tunesien, dann mit der Fähre nach Sizilien und über Italien und Österreich zurück in die BRD, wie man West-Deutschland damals abkürzte. Danach sollte es umgehend nach Ungarn gehen. Wir staunten nicht schlecht, Manu und Grit hatten es zwischenzeitlich ohne uns nach Bad Kissingen geschafft. Frank kaufte sich sofort einen Ford Granada Kombi! Mein Kommentar damals: „Frank du spinnst!“ Er musste ja mit 175 % KFZ-Versicherung anfangen! Der Versicherungsbeitrag für ein Jahr war teurer als der Kaufpreis.

Vom 06.-08.10.1989 war die „Vierzig-Jahr-Feier der DDR“ und im West-Deutschen Fernsehen wurde überall verkündet, die DDR hat die Grenzen für West-Deutsche für die gesamte Feier geschlossen! Ich musste Grit Bescheid geben. Drei morgen verbrachte ich zwischen 6.30 und 7.30 Uhr am Telefon. Wahrscheinlich hätte ich schneller Kontakt ins tiefste Afrika bekommen, als in die DDR. Ich wählte mir die Finger wund (für die jüngeren unter den Lesern, unser Telefon hatte eine Wählscheibe), kam am ersten Tag nur einmal durch, als sich in sächsischem Akzent das Kreiskrankenhaus in Riesa meldete. Tags darauf der gleiche Erfolg, diesmal hatte ich nach unzähligen Wählversuchen die Feuerwehr von Riesa am Apparat. Erst am dritten Tag hatte ich Grit am Telefon und konnte unser geplantes Rendezvous in Ost-Berlin auf das darauffolgende Wochenende verschieben. Danach kaufte ich ein Tastentelefon mit Rufwiederholung, hatte ich doch an sämtlichen Fingern Schwielen und Abschürfungen.

Am 13.10.1989 brach ich nach meinem Labor-Arbeitstag gegen 18 Uhr, mit einer Kanne starkem Kaffee Intus, nach Berlin auf. Ich erreichte am 14.10. gegen 2 Uhr den Grenzübergang Checkpoint Charlie und legte mich völlig übermüdet in meinen Granada Kombi. Wirklich ruhig war es nie, so dass ich kaum Schlaf bekam. Gerädert kroch ich gegen 7 Uhr aus dem Auto, um die Grenze schnellstmöglich zu passieren, kam doch Grit´s Zug um 10 Uhr am Bahnhof Berlin-Schönweide an. Ich bemühte mich nicht aufzufallen und war tatsächlich um 8 Uhr in Ost-Berlin, mit einem Tagesvisum ausgestattet, mit dem ich mich bis 23.59 Uhr im Stadtgebiet aufhalten durfte. Durch Fragen kämpfte ich mich in einer Stunde zum Bahnhof-Schöneweide durch, Navi´s wurden erst 20 Jahre später erfunden. So war ich eine Stunde früher am Gleis und wartete geduldig. Irgendwann traf der Zug ein und meine Spannung stieg. Viele hübsche Mädels liefen an mir vorbei, wo war Grit? Der Zug verließ das Gleis und ich stand alleine da. Was war passiert? Auch Handys wurden erst viel später erfunden! War sie vielleicht am Bahnhof Schönefeld ausgestiegen, hatte das verwechselt. Ich hatte keine andere Erklärung. Was tun, Schönefeld lag außerhalb des Stadtgebiets. Ich hatte somit eigentlich keine Berechtigung dorthin zu gehen. Drei Möglichkeiten kamen in Frage, um Grit dort abzuholen. Ich setze mich in meinen Granada und fuhr selbst dorthin! Wurde ich dabei erwischt, hatte ich ein großes Problem. Möglichkeit 2: Ich gab einem Trabbi-Fahrer 10 DM, mit der Bitte mich dorthin zu bringen! War es ein DDR-treuer Bürger, hatte ich das gleiche Problem. Überall standen Polizisten und Soldaten! Möglichkeit 3 war die S-Bahn. Das schien mir die sicherste Variante, bis ich dann die Stadtgrenze damit verlies. Angstschweiß stand auf meiner Stirn, erkannte man mich nicht an meinen Nike-Turnschuhen, ich musste an Prag denken! Bahnhof/Flugplatz Schönefeld war erreicht. Überall Uniformierte, wenn das mal gut ging. Ich musste ja schon an meinem ängstlichen Verhalten auffallen. Aber Grit musste ja hier irgendwo sein. So schlängelte ich mich, auf der Suche nach ihr, durch die vielen Wachposten. Nach 30 Minuten gab ich enttäuscht auf. Nichts wie zurück, bevor sie mich wirklich noch schnappten. Grit war mir plötzlich egal, so etwas wie Todesangst befiel mich! Ich atmete auf, als die S-Bahn die Stadtgrenze zu Ost-Berlin passierte. Um 12 Uhr war ich zurück an meinem Auto, eigentlich hatte ich schon den Beschluss gefasst, nach Hause zu fahren. Der nächste Zug aus Riesa kam um 14 Uhr, solange wollte ich dann doch noch warten. Ein zweites Mal stand ich erwartungsvoll am Bahngleis. Wieder stiegen viele hübsche Mädels aus, dass diesmal eine direkt vor mir stehen blieb, bemerkte ich irgendwie gar nicht. Erst als sie mich ansprach, schaute ich sie erstaunt an: „Grit was ist denn passiert?“

„Ich habe verschlafen!“ gab sie zur Antwort!?!?!?!

Scheiß egal, dachte ich, wir waren zusammen, aber was jetzt! Mir vielen die drei Interhotels ein, soweit ich wusste bekam man dort gegen Bares (DM) eine Visumverlängerung innerhalb kurzer Zeit. Geld war mir plötzlich egal, wir steuerten das Palast-Hotel in Ost-Berlin an und traten verunsichert an die Rezeption. Meine erste Frage: „Ich bin aus dem Westen, Grit von hier, ist das ein Problem?“ Wenn sie genug DM dabei haben ist das überhaupt kein Problem, das Zimmer kostete 280 DM/Tag, die Visumverlängerung weitere 140 DM! Bis zum heutigen Zeitpunkt ist das die teuerste Übernachtung meines Lebens, die Inflation überhaupt nicht berücksichtigt. Zum Glück hatte ich so viel Bargeld dabei, Kreditkarten gab es ja auch noch nicht! Viel bekam ich von Ost-Berlin nicht mit, wir verzogen uns gegen 18 Uhr aufs Zimmer und ich schlief erschöpft sofort ein. Ich wachte am Sonntagmorgen auf, wusste gar nicht was los war! Grit saß neben mir im Bett und war trotzdem guter Dinge. Sie hatte die ganze Nacht durch RTL geschaut, für sie das Highlight ihres Lebens. Riesa lag ja mitten im „Tal der Ahnungslosen“. Es war ja noch ein bisschen Zeit... Frühstücksbuffet war mit im Preis, das wusste weder sie noch ich. So trauten wir uns nur zwei Brötchen vom fürstlichen Buffet zu nehmen, um nicht noch mehr Kosten entstehen zu lassen. Was weiß der Bauer von der großen weiten Welt. Man lernt auf Reisen eben nie aus.

November 1989: Für die ersten Tage hatte ich wieder ein DDR-Visum beantragt. Klar zum einen Grit wieder sehen, zum anderen sollte ich auch für Frank und Manuela wertvolles Hab und Gut mitbringen, das sie auf ihrer Flucht zurück lassen mussten. Spannung war vorausprogrammiert. Dieses Auto kenne ich doch, wurde ich auf West-Deutscher Seite am Grenzübergang Eußenhausen vom Zöllner empfangen. Ich hatte auch Dia-Projektor, Leinwand und die Dias meiner Afrika-Reise mit dabei. Das blieb dem DDR-Zöllner nicht unbemerkt. Er klärte mich auf, dass ich solche Dinge eigentlich nicht einführen darf, er würde aber Mal ein Auge zudrücken. Neugierig öffnete er auch einen der vier Kästen und nahm gerade das Dia heraus, welches Frank und Manu (die DDR-Flüchtlinge) in Bad Kissingen zeigten. Er betrachtete es extrem kritisch, als schien er etwas zu ahnen. Die anderen 394 Dias zeigten alle Motive aus Afrika, merkwürdiger Zufall. Diesmal schliefen Grit und ich bei Manus Mutter auf dem Dachboden. Grit stellte mich ihrer Mutter vor. Diese hatte nichts dagegen, kannte sie doch die vielen Vorteile, die man als Bürger der BRD hatte. An einem Abend zeigte ich die Dias aus Afrika vor einem Publikum von 4 Personen bei Manus Mutter im Wohnzimmer. Als ich nach vier Tagen zurück fuhr, hatte ich unter anderem ein Kaffeeservice aus Meißner Porzellan dabei! Und dann kam die Katastrophe, ich fand gegen 23.45 Uhr in Meiningen nicht sofort den Grenzübergang. Schweißgebadet kam ich um 23.57 Uhr an der Grenze an! Das Auto wurde durchsucht und das Porzellan gefunden. Das dürfen sie nicht ausführen, sagte der Zöllner und nahm es in Gewahrsam. Es wäre ein Geschenk versicherte ich und nach 15 Minuten händigte er mir das Service glücklicher weiße wieder aus. Manuela und Frank nahmen es freudig in Bad Kissingen entgegen.

Am 09.11.1989 dann der Mauerfall!

Weihnachten 1989 ist Grit das erste und einzige Mal bei mir zu Hause in Bad Kissingen!

Am 26.01.1990 fahre ich das letzte Mal, diesmal ohne DDR-Visum nach Riesa, nun werde ich auch Grits Vater vorgestellt. Er tat „begeistert“ von mir. Im seinem Wartburg fuhren wir zu viert, Grit mit Eltern und meine Wenigkeit zum Campingplatz der Familie Böck. SED war eben auch Wohlstand. Dort kippte ich mit meinem „Wochenend-Schwiegervater“ 15 Bierchen (0,33 l) auf seine Rechnung. Er gab sich alle Mühe, mir zu imponieren, ein echter Wendehals. Die Enttäuschung folgte am nächsten Morgen. Mit dickem Schädel aufgewacht sagte Grit zu mir: „Ich habe einen anderen!“ Ich antwortete: „Alles klar!“ War die Luft raus, als die Grenze gefallen war, Spannung nicht mehr gegeben. Ich kann es nicht anders interpretieren. Ich habe diese Geschichte trotzdem bis heute (auch Grit), in positiver Erinnerung! Frank und Manu haben sich später getrennt und sind von Bad Kissingen weggezogen. Grit habe ich ein einziges Mal noch zufällig getroffen, Manu und Frank nicht mehr.

Am 03.10.1990 war ich schon mit Gabi zusammen. Gemeinsam nahmen wir an der Feier zur deutschen Wiedervereinigung am ehemaligen Grenzübergang Eußenhausen/Meiningen teil. In der Wiedervereinigung sah ich einen ganz wichtigen Schritt zum Weltfrieden. Jetzt 30 Jahre später bin ich etwas ratlos, wie unzufrieden sich Deutschland und die Deutschen selbst entwickelt haben.

Zu guter Letzt noch zwei abschließende Zitate:

Einmal von meinem Freund und dzg-Mitglied Klaus Winterling, den ich in Begleitung seiner Partnerin Maike im Jahr 2005 in Tsetserleg in der Mongolei das erste Mal begegnet bin:

Auf Reisen habe ich gelernt, die Privilegien einer wirtschaftlich gesicherten Existenz, einer guten Gesundheit und eines guten Passes anzunehmen. Ich habe einfach Glück gehabt, in Deutschland geboren worden zu sein. Kein Grund für ein schlechtes Gewissen. Wir müssen aber unsere Chancen auch zum Wohle Anderer nutzen. Auf Reisen werden wir toleranter, demütiger und uns wird bewusst, dass alle Menschen wichtig und etwas besonderes sind. Vielleicht ist es ein zu großes Wort, aber ich halte Reisen für eines der wichtigsten friedenstiftenden und friedenerhaltenen Aktivitäten auf dieser Welt. Und Spaß macht es auch noch; riesengroßen Spaß sogar; auch noch nach 55 Jahren.

Ja, so lange ist Klaus nun schon unterwegs, hat über 170 Länder, immer mit dem Rucksack bereist!

Zurzeit lese ich das Buch „freigelassen“ von Birte Jeß und Ingo Schmitz, zwei wirklich vorbildlich reisende jüngere Globetrotter, die ich seit der Abenteuer Allrad 2012 kenne. In ihrem Buch bin ich gerade auf folgende Zeilen gestoßen:

Uns wurde erneut klar, dass die Zeit, die wir bisher auf dieser Welt verbringen durften, immer die Sonnenseite war, egal welche Wolken sich manchmal davor geschoben haben mochten. Das Privileg der Geburt und unserer Herkunft hatten wir dabei weder selbst erarbeitet noch verdient! Es war lediglich ein Zufall der Natur gewesen.



In diesem Sinne: Gemeinsam besiegen wir die Pandemie, die Impfung ist der Schlüssel! 2021 wird ein besseres Jahr, auch wenn es für mich mit einem Blut unterlaufenem Auge begann! Bleibt gesund und zuversichtlich, ich bin es auf jeden Fall!
Gruß Rudi Kleinhenz
Eichelberg 4
97688 Bad Kissingen
Tel: 0971-7854617

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Re: Rudis Globetrotter-Newsletter

Postby netzmeister » Mon 8. Feb 2021, 17:01

Liebe Reisefreunde

Ich bin nicht erblindet, ein Dank an die Damen, die mich zum Augenarzt geschickt haben!



Aktuelles aus der Rhön:

Ein junges Paar aus Aschaffenburg hat am letzten Wochenende in der Rhön, in einem selbstgebauten Iglu, bei -5°C übernachtet! Durchgefroren wurden sie früh entdeckt. Jetzt wird diskutiert, ob es sich um verbotenes Campen in der Natur handelt! Da aber kein Zelt vorhanden war, fällt es unter Biwak und wäre somit erlaubt. Ich hoffe, die beiden gehen straffrei aus. Habe ich doch auch in meinem Leben hunderte Übernachtungen in Autos, Zelten oder einfach im Schlafsack im Freien verbracht, allerdings nie in einem Iglu! Vielleicht sollte ich das mal nachholen! Die Zeit würde ja gerade passen. Aufgestöbert wurde ich dutzende Mal, meistens von der Polizei, zweimal auch von einer Jugendbande (in der West-Sahara und im Niger), was dann einem Überfall nahe kam, zum Glück ohne schlimme Folgen für Gabi und mich.



Eine weitere Schlagzeile, die mich schmunzeln lässt. Die dt. Brauereien bangen ums Überleben! 6% Umsatzeinbruch in Corona-Zeiten. Das ist doch nicht viel, dachte ich. Tatsächlich wurden 55 Mio. Kästen Bier weniger verkauft! Das ist viel!



Zur Reiseszene:

Die Vortragsreihen Freunde des Abenteuermuseums in Saarbrücken und Kirkel, des Lagerfeuers in Duisburg und der EAF-Stammtisch in München fallen auch im Februar aus, größerer Veranstaltungen waren eh keine geplant!



Vorankündigungen:

Terminverlegung Globetrottertreffen Burk:

Die für den 18.-20.07.2021 angekündigte Veranstaltung ist ein Woche vorverlegt, aufgrund einer Terminüberschneidung. Neuer Termin 11.-13.06.2021



Neuer Veranstaltungsort des Globetrotter-Rodeos!

Die Veranstaltung findet nicht mehr am Erzberg statt!

Neuer Veranstaltungsort ist 3721 Limberg/Niederösterreich!!! Termin 27.-29.08.2021

Genauere Daten sind bald auf der Website https://globetrotterrodeo.at/#start

nachzulesen!



23.-25.04.2021 Allradfreigang in 2870 Aspang Niederösterreich auf dem Areal der Aspanger Bergbau und Mineralwerke GmbH

Wie gewohnt, seit 2018, findet die Offroad Veranstaltung für zweispurige Fahrzeuge in Aspang / Niederösterreich auf dem 550.000qm großen Areal der Aspanger Bergbau und Mineralwerke GmbH statt.

Der Ticketverkauf mit 10% Online-Rabatt ist seit 26. Januar auf http://www.allradfreigang.at geöffnet.

Sollte die Veranstaltung zum Termin Ende April situationsbedingt nicht durchführbar sein, haben wir einen Ersatztermin von 17.-19.09.2021 fixiert. Alle erworbenen Tickets behalten selbstverständlich ihre Gültigkeit.

Bei 200 verkauften Tickets werden wir sicherheitshalber einen Verkaufsstopp einführen. Wenn die Situation so ist wie letztes Jahr oder ähnlich, dürfen, bedingt durch die Corona Maßnahmen, wahrscheinlich nicht mehr als 200 aktiv teilnehmende Personen im Veranstaltungsgelände sein.

Wer einen fixen Startplatz haben will, sollte sich schnell ein Ticket sichern. Sollte sich die epidemische Lage aber beruhigen und wir dürfen mehr Personen / Fahrzeuge ins Gelände lassen öffnen wir den Verkauf natürlich wieder. Über die Facebook-Veranstaltung halten wir euch am Laufenden.

Schon vorab möchten wir Danke sagen für das rege Interesse an der noch jungen Veranstaltung!

Der Veranstalter ist mein Freund Stefan Maier von OTA Events e. U., der auch das Globetrotter-Rodeo organisiert!

Mehr Infos, Tickets und Preise zum Allradfreigang 2021 findet ihr unter http://www.allradfreigang.at

Follow and Like:

Facebook: https://www.facebook.com/allradfreigang

Instagram: https://www.instagram.com/allradfreigang




Fernwehvorfreude:

Die Vielen, in der Reiseszene schon bekannte Familie Schatz (dzg), aus meiner fränkischen Heimat hat mich gebeten, euch das aktuelle Video von ihrem „Traumschloss“ mit Camping- und Autostellplatz bei Marrakesch vorzustellen:

https://youtu.be/B0cNK9IBpxQ
Sie sitzen schon auf Kohlen, um endlich wieder zu ihrem Wohnsitz nach Marokko zu kommen! Sie freuen sich jetzt umso mehr auf Reisende aus aller Welt, die ein paar Tage dort in ihrem kleinen Paradies verweilen. Im Anhang 1 ein Bericht aus der Mainpost über Familie Schatz und ihrem Domizil in Marokko!



Buchvorstellung:

Mein Freund und Afrika-Extremfahrer Thomas Kreutziger hat sein Buch fertig.

Hier der Direkt-Link dazu, oder siehe auch Anhang 2:

https://www.bod.de/buchshop/zeit-spielt ... 3751991605



Übernachtungsplätze:

Hier noch eine Website zum Stöbern. Gerade in der jetzigen Zeit bestimmt für viele interessant!

https://mycabin.eu/

Da könnte man eventuell auch momentan Iglus bauen und zum Übernachten!



Rudis Newsletter, wie alles begann und heute:

So richtig kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Email-Adressen fing ich an zu sammeln am ersten Rhöntreffen in Nickersfelden, meinem 40sten Geburtstag im Jahr 2002. Der Grund lag auf der Hand, ich konnte meine Gäste zum nächsten Treffen unkompliziert und billig einladen. Bis ich einen Verteiler eingerichtet hatte vergingen gut 10 Jahre. Eine erste Sammel-E-Mail schickte ich im Januar 2010 von einem Internetcafe in Rabat, als ich meine Afrika-Umrundung, die bis 2016 dauerte begann. Im Anhang 3 diese Email (nicht korrigiert) von damals mit dem Reise-Bericht, „Liedl-Einkaufstour durch Südeuropa“ in Begleitung meines Globetrotter-Freundes Heinz Schulze (dzg). Weitere Reiseberichte folgten aus Afrika.

Irgendwann kam mir die Idee, diesen Verteiler zu nutzen um Aktivitäten in der gesamten dzg anzukündigen. Der von der dzg verschickte Newsletter enthält mir auch heute noch zu wenig über die Vorteile, die man als dzg-Mitglied geniest. Das scheint auch der Grund zu sein, das „Rudis Newsletter“ oft mit dem dzg-Newsletter verwechselt wird.

95 % der Leser, zurzeit etwa 1.200, habe ich persönlich gesprochen, meist nach einem Reise-Vortrag oder am dzg-Infostand auf Reiseveranstaltungen. Die restlichen 5 % kommen durch Bestellungen im dzg-Shop, den ich bediene und über Mundwerbung dazu. Meine gesammelten Infos über Reisevorträge, Globetrotter-Treffen und Reise-Messen, aufgepeppt durch Reiseinformationen aus fernen fremden Ländern, wurden stets gut angenommen.

11 Monate hält uns die Pandemie schon in ihrem Bann und wie unser Leben, hat sich auch mein Newsletter verändert. Er sollte ja über die Aktivitäten und Vorteile in und um die dzg herum informieren. Als die Absagen der Veranstaltungen begannen, konnte bzw. musste ich davon berichten. Dann war irgendwann klar, es wird bis auf weiteres keine Veranstaltung mehr stattfinden, also hätte es auch nichts mehr zu berichten gegeben.

Die Mainpost hatte Anfang März 2020 eine ganze Rätsel-Seite in ihre Tageszeitung aufgenommen. Ein Rätselfreund ist somit eine halbe Stunde vom Alltag abgelenkt! So hatte ich es dann auch gesehen, einfach etwas Schreiben, aus meiner Reisevergangenheit, auch auf aktuelle Themen eingehen, die die Reiseszene beeinflussen, um euch ein paar Minuten dem tristen Alltag zu endreisen. Das hat nicht jedem in den Kram gepasst. Im Schnitt ließen sich nun zwei Leser/Monat aus dem Newsletter löschen, früher waren es besten falls zwei pro Jahr! Ein halbes Dutzend habe ich von meiner Seite gelöscht, darunter auch Leute, die ich seit Jahren kenne. Der Grund liegt auf der Hand, sie denken anders als wir.

Ein neuer US-Präsident ist im Amt und hat diverse Fehlentscheidungen seines Vorgängers zum Glück für die Welt, gleich rückgängig gemacht. Ich meine das Umweltabkommen und auch die WHO! Unsere Welt ist unser aller Problem, das sollten besonders wir Globetrotter uns bewusst sein, aber die Hauptverantwortung tragen die Regierungen der großen Nationen! Da kann kein Herr Trump sagen, ich kündige das Abkommen auf, für den Wohlstand der eh schon reichen Oberschicht seines Landes, den Armen hat er dafür die Krankenversicherung genommen.

Warum ich keiner Verschwörung Glauben schenke:

Mit dem Alter nimmt die Lebenserfahrung zu. Das wird mir jeder bestätigen können! Ich war 28 Jahre jung, als ich Gabi kennen lernte, sie damals zarte 19. Im Vergleich zu ihr war ich ein alter Hase, das merkte ich auch in der Anfangszeit unserer Beziehung! Sie blickte ehrfürchtig zu mir auf. Das verlor sich mit der Zeit, sie wurde auch älter und auf unseren gemeinsamen Reisen erfahrener. Als sie mich ihren Eltern vorstellte, erwähnte ich sofort mein großes Lebensziel: „Ich will alle Länder der Erde bereisen!“ Gabis Vater zog nachdenklich die Augenbrauen hoch. Was mich dazu veranlasste, ihm „seine vermeintliche Angst um seine Tochter“ zu nehmen. Überheblich sagte ich: „Du brauchst keine Angst um Gabi zu haben, ich bin ein sehr erfahrener Reisender, kann gut auf sie aufpassen!“ Ja, das hatte ich damals wirklich geglaubt. Immerhin hatte ich, neben meinen Reisen mit dem Auto kreuz und quer durch Europa, schon drei Mal den Kontinent Afrika betreten, einmal mit dem eigenen Auto! Außerdem stand eine Mountainbike-Tour durch Island zu Buche, die „Insel aus Feuer und Eis“ war mein 26. Reiseland. Hätte ich Island nicht als erstes Radreiseland ausgewählt, wäre ich wahrscheinlich Reise-Radler geworden!

Nun 30 Jahre später, nach 164 bereisten Ländern, über 200 Inseln und Enklaven, weiß ich, dass man auf Reisen nie auslernt.

Ich habe hungernde Kinder, Wasserknappheit, den brennenden Amazonasregenwald, auch 2019 die riesigen Brände in Queensland/Australien gesehen.

Ich habe auf der Insel Fongafale/Tuvalu das Meer von beiden Seiten über das winzige Eiland schwappen sehen. Das Meer wird langsam die kleinen Atoll-Inselstaaten verschlingen.

Ich war bei AIDS-Tests im Dschungel in Uganda dabei, habe mit den untersuchten Menschen mit gezittert.

Ich habe Kinderarbeit in Turkmenistan, der Mongolei und mehreren Ländern Schwarzafrikas gesehen.

Ich habe Tierkadaver aus einem Nationalpark in Benin heraus transportiert, die Ranger in Fallen von Wilderern gefunden haben.

Ich habe in der Zentralafrikanischen Republik in Gewehrläufe geschaut, wurde vom Militär durch Rebellengebiete geleitet.

Ich habe Heuschreckenschwärme im Senegal ganze Landstriche kahl fressen gesehen.

Ich habe versucht, den Aral- und den Tschad-See zu finden, ersteren sogar zweimal, die beide nur noch Pfützen gleichen.

Ich bin auf Reisen an Schigellen-Ruhr, Dengue-Fieber und Malaria tropica erkrankt, da es dafür keine Impfungen gibt. Ich bin nie an Gelbfieber und Hepatitis erkrankt, weil ich dagegen geimpft bin.

Ich habe mich mit Gabi in unserem Landcruiser durch die abgelegentsten Regionen der Welt gekämpft, Wüsten wie die Sahara, Namib und Gobi durchquert, mich auf der Transamazonica, der Kolyma-Trasse (Straße der Knochen) und der Routa National 1 im Kongo durchgewühlt, ohne das sichere Gefüge einer Rallyeveranstaltung um mich herum zu haben, nur Gabi unser Toyota und ich.

Ich habe Staaten bereist, wo das Wort Demokratie von der Diktatur verboten ist, wie Belarus oder die Zentralafrikanische Republik. Ebenso wie die Demokratische Republik Kongo, oder schon fast ironisch, die Deutsche Demokratische Republik, die zumindest nach außen hin, die „Demokratie“ in ihrem Namen tragen, oder trugen.

Ich habe trotz alledem Gastfreundschaft rund um die Welt erlebt, wie ich sie mir in Deutschland für die Immigranten aus diesen Ländern wünschen würde.

Ich war überall vor Ort, habe alles selbst erlebt, auch fotografiert. Meine Erlebnisse und Erfahrungen stimmen exakt mit dem überein, was unseren Medien berichten, wovor uns unserer Wissenschaftler und vor allen Dingen Greta Thunberg warnen.

Und genauso ist es mit dem Virus. Leider hat es nun auch mein Dorf (350 Einwohner) erreicht. Zwei Tote sind zu verzeichnen. Beide kannte ich Zeit meines Lebens. Eine Frau war schon 90 Jahre, die letzten Monate im Heim, wurde dort infiziert. Der Andere gerade mal 70, in der Klinik infiziert, wurde er noch an die Beatmungsmaschine angeschlossen, musste trotzdem sterben. Ein echter Sympathieträger, so ein Mensch hat einen so frühen Tod nicht verdient, mir stehen die Tränen in den Augen. Meine Schwester muss in die Klinik, Krebsnachsorge! Schlimm genug, hat sie noch größere Angst vor der Infizierung mit dem Virus. Die ganze Familie bangt um sie. Umso weniger habe ich Verständnis, das sich immer mehr Menschen, durch dubiose Seiten im Internet oder selbsternannte Gurus beeinflussen lassen und sich völlig weltfremd verhalten.

Wir Globetrotter sind Berichterstatter aus der Ferne! Das hatte ich im letzten Newsletter schon angedeutet.

„Die Welt ist meine Universität, die Völker sind meine Dozenten,“

sagte einst Heinz Rox Schulz, (dzg-Mitglied 1.000) der vom Magazin „Der Spiegel“ in den Fünfzigern berechtigt zum „König der Globetrotter“ tituliert wurde. Wie recht er damit hatte, kann ich immer wieder nur bestätigen, wenn man mit offenen Augen durch die Welt reist. Am 26.03.2004 wurde „Rox“ in Saarbrücken zu Grabe getragen. Ich war einer der vielen Globetrotter, die ihn auf seiner letzten Reise begleiteten. Mit Rüdiger Nehberg ist einer der letzten großen der Reiseszene 2020 von uns gegangen. Seinen Einsatz gegen die weibliche Genitalverstümmelung werde ich jedoch weiter tatkräftig unterstützen. Diese Grausamkeit muss weltweit ausgerottet werden, genau wie das Virus!

Gerade habe ich diesen Bericht darüber im Internet gefunden.

"Beschnitten zu sein, ist wie in einem toten Körper zu leben" (msn.com)

Es gibt nur noch Wenige, zu denen ich aufblicke, ist mein gesammelter Erfahrungsschatz in 35 Jahren auf Reisen doch unendlich gewachsen.

Wie passend, als ich nachfolgende Zeilen von Reinhold Korte per Email zugeschickt bekam! Reinhold ist Gründungsmitglied der dzg und ein Globetrotter der ganz besonderen Art. Er ist einer dieser wenigen schillernden, noch lebenden Gestalten der Reiseszene und hat laut seiner Aussage den Begriff „Globetrotter“ definiert, ich kann es nicht wiederlegen! Nachfolgend in kursiver Schrift seine Gedanken über sein Leben und unsere momentane Zeit, die er unter anderem zu seinem nächsten Buch nutzt! Auch als Autor ist Reinhold eine Liga für sich, ich kann kaum erwarten, dieses Buch in die Hände zu bekommen!



SEIT 50 JAHREN IM „LOCKDOWN“

Das Corona Problem aus einer anderen Perspektive betrachtet!



Vorweg gesagt: Ich sehe die Problematik der gesamten Situation – und bedaure die Menschen, die hart davon betroffen sind, wie Alte und Kranke, medizinisches Personal der Krankenhäuser, die Kita – und Schulproblematik und z.B. die alleinerziehende Mutter, die im „Home Office“ arbeitet und nebenbei noch 2 Kleinkinder betreuen muss.

Ich bedaure nicht große Teile der Bevölkerung, darunter viele Jugendliche, der es an sogenannten „sozialen Kontakten“ mangelt. Die erschöpfen sich weitgehend in Oberflächlichkeiten (Ausnahme Familientreffen) wie Partys, Feten, Diskothek-Besuchen, „Shopping gehen“ usw. Viele Menschen haben keinen Beruf im eigentlichen Sinne, sondern Jobs, die sie oft nur widerwillig ausüben. Die Angestellte am Computer und der Arbeiter am Fließband schauen tagsüber oft auf die Uhr, wann endlich der erlösende Feierabend kommt – und die innere Leere durch erwähnte Zerstreuungen ausgefüllt werden kann. - Nun gibt es diese Abwechslungen nicht mehr und die Menschen fallen in ein tiefes Loch. – So kam es auch zu den irrwitzigen Straßendemonstrationen wobei die zur Abwehr der Pandemie erforderlichen Maßnahmen gleichgesetzt wurden mit dem Ende des Rechtstaates. – Ein anderes bedauerliches Symptom der Gegenwart ist, dass viele, vor allem junge Menschen, die ohnehin sehr viel Zeit mit digitalen Datenträgern verbrachten nun einen „Fulltime-Job“ daraus gemacht haben. Natürlich gibt es auch eine gesellschaftliche Schicht (aber eher eine Minderheit), die gar keine Langeweile empfindet, die „Zwangspause“ gut zu nutzen weiß, sich u.a. viel in freier Natur aufhält und kreativ tätig ist.

Derzeit läuft die größte Impfaktion in der Geschichte der Menschheit. Alle, von Medizinern bis zur Bundeskanzlerin, reden davon, dass nun „Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist“. Impfungen und die warme Sommerjahreszeit würden dafür sorgen, dass es in der zweiten Jahreshälfte eine Rückkehr zur Normalität gibt.

Die Wahrscheinlichkeit spricht dafür, dass das zutrifft! - Doch es gibt Unwägbarkeiten. Was passiert, wenn sich das „Licht am Ende des Tunnels“ als trügerischer Schimmer erwiesen hat, die Situation unverändert oder schlimmer geworden ist – z.B. erste „Frühspätfolgen“ der Impfungen mit erheblichen gesundheitlichen Folgen auftreten - ein Ende der Pandemie in unbestimmter Ferne liegt? Ich fürchte, ein kollektiver psychischer Kollaps der Bevölkerung wäre die Folge.



Doch warum bin ich seit 50 Jahren im „Lockdown“?

Arthur Schopenhauer sagte: „Ein Hauptstudium der Jugend sollte sein die Einsamkeit ertragen zu lernen, weil sie eine Quelle des Glücks und der Gemütsruhe ist“. Dem kann ich nur beipflichten, wobei ich vielleicht „ertragen“ durch „genießen“ ersetzen würde. – Mit 24 Jahren sah mein Tagesablauf (wenn ich nicht unterwegs war) so aus: Waldlauf, dann Schriftliches erledigen und abends bei Rotwein, Kerzenlicht und Pfeife irische Musik hören. Jetzt, 50 Jahre später hat sich am Tagesablauf nichts Wesentliches geändert, nur befinde ich mich des Öfteren in Gesellschaft meiner Frau und unserer beiden Söhne – und es gibt einen Fernseher (für gute Dokumentar – und Spielfilme). - Die „Attraktionen“ einer Stadt haben mich noch nie interessiert – und meide Stadtbesuche so gut es geht. Das gesamte deutsche bürgerliche Leben, mit allen privaten und öffentlichen Veranstaltungen ist für mich weitgehend uninteressant. - Sogenannte „soziale Kontakte“ erschöpfen sich bei mir, zu meiner Zufriedenheit, außer unserer Kleinfamilie, in der Verbindung zu einigen Schulfreunden und Freunden aus der Globetrotter-Szene. – Von der Pandemie bekomme ich wenig mit, da ich bisher in meinem persönlichen (!) Freiraum nicht eingeschränkt wurde, mit einer Ausnahme: Saunabesuche sind mir verwehrt. - Ansonsten werde ich an die Situation nur erinnert, wenn ich in der Tankstelle oder Supermarkt eine Maske tragen muss, was mich aber nicht im Geringsten stört. Heutzutage sind ja sogar Bankräuber verpflichtet eine Maske zu tragen. – Das Stichwort „Wir“ hört man ständig = „Wir“ leben in einer schlimmen Zeit, die unser aller (?) Leben verändert hat. „Wir“ alle sind davon betroffen. „Wir“ müssen durchhalten. Gemeinsam schaffen „Wir“ es. Wir, Wir, Wir…Ich möchte mich von dieser „Solidargemeinschaft des Schreckens“ ausklammern. - Das Jahr 2020 war für uns eine schöne Zeit, die auch gegenwärtig anhält. – Von Mai bis Oktober waren wir mit dem Wohnwagen in ganz Deutschland unterwegs. Romantische Lagerfeuerabende, Wanderungen und Kanufahrten prägten die Touren. Die teuren und oft überfüllten Campingplätze waren für uns auch in „normalen Zeiten“ tabu. Übernachtet haben wir, wenn nicht in freier Natur, auf kostenlosen oder sehr preiswerten Wohnmobilstellplätzen, die abseits der „Touristenspots“ oft kaum besucht waren. – Die angenehme Zeit 20 / 21 setzt sich nun für mich, jetzt im Winterhalbjahr, auf interessante Art fort. Endlich kann ich an meinem neuen Buch weiterschreiben. Im Sommer bin ich aufgrund unserer Outdoor-Aktivitäten nicht dazu gekommen.

Und nun eine Betrachtung der Reiseszene: Als wir mit dem Wohnwagen unterwegs waren trafen wir gelegentlich auf unseren einsamen Stellplätzen Globetrotter, die mit voll ausgerüsteten Gelände-LKW eigentlich schon in der Sahara unterwegs sein wollten, aber situationsbedingt bereits im Sand der Lüneburger Heide steckengeblieben waren. - Bei der unsicheren Zukunft bin ich bin jedenfalls froh kein „Zu spät Geborener“ zu sein und bereits von 1967 bis 2019 viele Langzeit-Fernreisen unternommen zu haben! – Gegenwärtig sieht es so aus, dass Fernreisen in bestimmte Länder, unter Corona bedingten Auflagen, in touristisch erschlossene Gebiete, möglich sind, aber nur bei Buchungen zu festen Terminen in bestimmten Hotels, Lodges oder Campingplätzen. Solche Reisen sind teuer und nur etwas für wohlhabende Ferntouristen, es sei denn, 14 Tage Quarantäne kommt ihnen unvorhergesehen dazwischen, damit ist oft der Jahresurlaub erschöpft. Der langzeitreisende Globetrotter könnte die 2 Wochen locker wegstecken (wenn er sie nicht in einem Luxus-Hotel verbringen muss), kann aber seine Reise nicht frei gestalten und damit wird das Vorhaben weitgehend uninteressant. Doch es mag „Schlupflöcher“ geben die ich nicht kenne. – Wenn sich das „Licht am Ende des Tunnels“ nicht als trügerisch erweist, dürften selbstbestimmte Fernreisen im Winter 21/22 wieder möglich sein.- Bei vielen Reisen, gleich ob allein, zu zweit oder als Leiter einer kleinen Gruppe, habe ich mich (haben wir uns) in einer Art von „mobilen Lockdown“ befunden. Nur 1 oder 2 Tage Aufenthalt in der Stadt des Ankunft-Flughafens und dann ab in die Wildnis = Wanderungen, Kanu -und Geländewagenfahrten = Reisen ohne touristische Infrastrukturen. 150 km Sicherheitsabstand zu anderen Menschen sind mir lieber als die jetzt geforderten 1.50 m.- Ausnahmen waren Besuche bei Naturvölkern. Unvergesslich wird mir ein Aufenthalt im Royal Nationalpark bei Sidney bleiben. Ich campierte in der Wildnis, saß abends bei Pfeife und Rotwein am Lagerfeuer und blickte über eine Meeresbucht hinweg auf die nur wenige km entfernte Millionenstadt. Die beleuchtete Skyline und Lichter startender und landender Flugzeuge spiegelten sich im Wasser der Bucht und boten einen fantastischen Anblick. Auf diese Distanz konnte ich Sidney genießen. Als Besucher der quirligen Großstadt hätte ich mich einsam gefühlt, aber nicht so, entfernt von dem Trubel, am Lagerfeuer in der Wildnis.

Auch wenn Corona wirklich einmal zur Vergangenheit gehört, möchte ich Fernreisen, ohne eine Fülle menschlicher Begegnungen, Natur pur durchführen.

Für den Sommer 2021 haben wir eine Fahrt in die Mongolei angedacht – und würden uns durchaus freuen in der Einsamkeit Nomaden kennen zu lernen.

Das bedeutet keinen Widerspruch zu meinem bisherigen Lebensstil:

Seit 50 Jahren im „Lockdown“ wird verlängert.



Bleibt weiter zuversichtlich, in mir keimt das Gefühl der Vorfreude auf, das ich schon lange vergessen hatte!
Gruß Rudi Kleinhenz
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Re: Rudis Globetrotter-Newsletter

Postby netzmeister » Wed 10. Mar 2021, 18:37

Liebe Reisefreunde



Gestern begannen für mich vier Wochen, die ich mir in dieser Form nie hätte vorstellen können. Gabis Urlaub von 2020 muss weg. In der Hoffnung, ab März innerdeutsch reisen zu können, hatte ich auch Urlaub beantragt. Nun verlängerter Logdown! Bis letzten Freitag war ich völlig durch den Wind, noch nie zuvor in den letzten 34 Jahren haben wir auch nur einen einzigen Urlaubs-Tag zu Hause verbracht, jetzt hängen wir vier Wochen daheim rum. Was für eine Verschwendung!

Dann kam das Umdenken, wieso nicht einfach mal ausspannen, schauen was passiert. Ich betrachte es nun als meinen ganz persönlichen Logdown, ein kompletter Neustart, mit dem mein Leben völlig neu beginnt. Ich bin als Briefträger System relevant, habe das Jahr der Pandemie arbeitend verbracht und im Urlaub waren wir unterwegs, in unserem schönen Heimatland. Ich fühlte mich nie eingeschränkt, geschweige denn eingesperrt, für mich hatte sich nichts verändert!



Die Demenz meiner Eltern lies von 2014 bis zu ihrem Tod 2018, wenn überhaupt nur spontane Kurzreisen zu. Mein Halbtags-Job als Briefträger war ungewollt zum Vollzeit-Job geworden. Urlaubstage verschwenden ist schlimmer als Essen wegwerfen! Reise-Vorfreude aufbauen war gar nicht mehr möglich. Immer öfter entstanden Situationen wie folgende:

Freitag 18 Uhr steht ein Vortrag im Schlosskeller in Saarbrücken auf dem Programm. Dieser Termin stand schon, wie 40 andere Vortrags-Termine, Anfang des Jahres fest. Somit arbeitete ich Freitag noch vor dem Vortrag, begann nachts um 3 Uhr, um spätestens gegen 11 Uhr in Bad Kissingen starten zu können. 350 km bis Saarbrücken, das ich gegen 16 Uhr erreichte. Nach dem Vortrag schlief ich bei Heinz Zimmer, dem Veranstalter, der mich früh um 6 Uhr noch mit einen Kaffee verabschiedete! Dann raste ich zurück nach Bad Kissingen. Kam gegen 10 Uhr dort an, stellte meine Samstags-Post bis 14 Uhr zu, packte um 15 Uhr mit Gabi unsere Reise-Utensilien und fuhren um 18 Uhr zum Frankfurter Flughafen. Wir haben 12 Tage Zeit, unser Ziel ist das zweitkleinste Land Afrikas, der Inselstaat Sao Tome & Principe, davor machten wir einen Zwischen-Stopp in Lissabon.

Ein Leben auf der Überholspur, ein Springer zwischen den Welten!

Ich brauche weniger Schlaf als andere Menschen, aber seit einem Jahr plagt mich eine andauernde Müdigkeit. Ich habe mich von zwei Ärzten dreimal komplett durchchecken lassen. Auf Tumormarker, Tropenkrankheiten, Borreliose, alles nur erdenkliche, sogar ein Ganzkörper-CT. Nichts ist zu finden, alle Werte im Normalbereich, „auch die Leberwerte“. Mittlerweile bin ich zu dem Entschluss gekommen, an einen Burn-out zu leiden! Somit kann die Pandemie für mich persönlich nur gut sein, weil ich dadurch endlich mal runter fahre und in diesen vier Wochen „Zwangs-Urlaub“ komplett zur Ruhe kommen kann.



Aktuelle Info zum Fernreisemobiltreffen 2021

Das Treffen wird für 03.-05.09.2021 in Enkirch an der Mosel geplant!

Norbert Lüdtke (dzg) schreibt:

Liebe Teilnehmer von Willys Fernreisemobiltreffen,

mit der Gemeinde Enkirch ist vereinbart, dass das Treffen in diesem Jahr wieder am ersten September-Wochenende stattfinden soll – bitte vormerken!

Das Teilnahmeverfahren werden wir erst in den Sommermonaten festlegen können, den aktuellen Stand findest Du dann auf Fernreisemobiltreffen.de.

Die Gemeinde Enkirch informiert über die Situation auf dem Wohnmobilstellplatz.

Wir freuen uns, wenn jemand etwas beitragen möchte – einen Vortrag oder Workshop kannst du gerne jetzt schon anmelden.

Vorerst richten wir den Blick auf den baldigen Frühling und haben Ideen gesammelt, wohin man demnächst CoronaConform reisen kann (pdf: CoCoNaT)

Wir wünschen allen Fernreise-Mobilisten gesund zu bleiben und uns allen, bald wieder unterwegs sein zu können.

Gute Fahrt und passt auf euch auf.



Die wenigen geplanten Veranstaltungen für März wurden abgesagt oder verschoben.



Aufgrund nur schleppend anlaufender Impfungen, hat sich die aktuelle Lage leider nicht so entspannt, wie ich es mir gewünscht hätte. Doch gibt es schon glückliche Menschen in meinem Umfeld, unsere älteste Mieterin, die als Pflegekraft in einem Seniorenwohnheim arbeitet, hat beide Impfungen hinter sich. Auch eine meiner Nichten, in der Medizin tätig hat am Freitag ihre erste Impfung erhalten. Ich bin ein bisschen neidisch, werde mich nun schnellstmöglich online registrieren lassen, auch wenn noch viele andere vor mir an der Reihe sind!



Die traurige Seite der Medaille, am letzten Wochenende waren Gabi und ich bei den Urnengräbern unserer Corona-Toten in unserem Dörfchen Kleinbrach (mit 350 Einwohnern kleinster Stadtteil von Bad Kissingen). Beide kannte ich Zeit meines Lebens, Edeltraud erreichte mit 93 ein methusalemisches Alter, starb im Pflegeheim, wo sie sich auch infizierte. Harald dagegen war erst 69 Jahre, eine Standard-OP war geplant, dann infizierte er sich mit Corona. Mit ihm ging ein absoluter Sympathieträger, ein Mensch, den jeder mochte, das macht mich richtig traurig.



Auch im Februar gab es wieder die beiden obligatorischen Abmeldungen aus meinem Newsletter. Aber auch interessante und wunderschöne Rückmeldungen.



Carsten Renneke, Veranstalter vom AMR-Treffen machte mich auf folgende Website aufmerksam: https://nomadmania.com/

Zwei Deutsche unter den ersten fünf dieser Weltrangliste, Platz 4 ist unser dzg-Mitglied Gustav Adolf Junge! Ich werde die nächsten Wochen damit verbringen, auch meine Reisen dort einzutragen! Zeit sollte ich ja haben! Mal sehen, ob ich unter die ersten 500 komme!

Auf der letzten Rangliste „Passportstamp“, leider nicht mehr existent, rangierte ich zum Schluss auf Platz 58.



Eine Email erreichte mich aus Sydney mit drei Bildern im Anhang. Zwei Bilder von einem Zeltlager 2008 an der fränkischen Saale, das dritte Bild aus New York von 2003. Das waren die beiden letzten Male, als ich Jens, der nun mit Familie in Australien lebt, persönlich getroffen hatte. Wie klein die Welt ist, denke ich da und genauso, wie schnell doch die Zeit vergeht!



Diese Email kam von Nina aus Österreich:

Unsere Politik derzeit kann man wirklich vergessen, wir ertrinken in Korruption und unser Babykanzler hört lieber auf Liftbetreiber, als auf Wissenschaftler.



Eric hinterlässt mir eine Nachricht auf dem AB.

Ihn kenne ich seit 1990, von einem Rad-Extrem-Reise-Abschnitt auf Island. Nur 80 km sind wir gemeinsam geradelt, aber was ein brutales Stück, die F 22 Umgehungsstraße im südlichen Island. 60 km Steinpiste, immer steil bergan, auf der anderen Seite bergab. Dann der eiskalte Fluss ohne Brücke. Das passierte geschätzte 22 Mal. Anfangs zogen wir uns noch aus zum Furten, dann ging es so durch den Fluss. Erics Idee, mal eine Flussschleife über ein Eisfeld zu umgehen, endete für ihn samt Rad in einer Gletscherspalte. Die letzten 20 km schoben wir durch Weichsand. Das schweißte die beiden jungen Kerle fürs ganze Leben zusammen. Eric war damals 22, ich 28! Es gibt garantiert ein Wiedersehen in 2021! Und unsere Mountainbikes besitzen wir beide noch. Gestern habe ich meins zur Grundüberholung gebracht! Stolze 250.000 km bin ich damit gefahren! Erics Rad wurde vor Jahren in Berlin gestohlen, er hat es später wieder gefunden! Wir hatten irgendwann mal beschlossen, 30 Jahre später nochmal mit diesen Rädern nach Island zu gehen. Die 30 haben wir durch den Logdown verschlafen, aber nach 33 Jahren könnte man die Tour ja auch wiederholen!



Eine Postkarte erreichte mich aus Plauen, siehe Anhang 1.

Der Postkartensammler bedankte sich für den Aufruf im Newsletter. Immerhin haben ihn drei Karten aus Deutschland erreicht. Vielleicht machen doch noch ein paar von euch dem netten älteren Herrn für 1,50 € eine riesengroße Freude!

Hier nochmal seine Adresse: Klaus Meier, Zur Waldsiedlung 12, 08527 Plauen



Die schönste Rückmeldung kam aus der Lüneburger Heide, mein zweiter Vater meldete sich bei mir.

Lieber Rudi,

es ist immer wieder eine große Freude, von Dir zu lesen.

Schreibst Du ein Buch über Deine Lebenserfahrungen?

Du bist und bleibst ein Vorbild.

Bleib gesund.

Gruß, Doc Michael Schönberger

Dazu mehr am Ende des Newsletters.



Heinz „Rox“ Schulz, König der Globetrotter

Rox hatte ich im letzten Newsletter schon erwähnt, als sich darauf mein Freund Heinz Zimmer (dzg) aus Saarbrücken meldete. Rox wäre am 23.03.2021 100 Jahre alt geworden!

Hier eine Kurz-Info zu Heinz Rox-Schulz, vor seinem Tod verfasst!

Heinz Schulz ist den Globetrottern besser bekannt unter dem Künstlernamen Rox. (Anhang 2+3) Dass ihn der Spiegel vor etwa 20 Jahren den »König der Globetrotter« nannte, missfällt ihm bis heute.

Rox wurde am 23. März 1921 im ostpreußischen Königsberg geboren. Zwar wuchs er in einer Handwerkerfamilie auf und lernte Spitzendreher, doch begeisterte er sich mehr für Zirkus und Sport. Er segelte Regatten, war Rettungsschwimmer, boxte, war ostpreußischer Jugendmeister im Federgewicht, nahm 1938 an den deutschen Jugendmeisterschaften im Geräteturnen teil und wurde für die Olympiamannschaft 1940 aufgestellt. Seine Spezialität: Turnen an Reck, Barren, Ringen, Pferd und am Boden.

Der Krieg kam dazwischen, Rox wurde Bordfunker, war in Russland und nach dem Krieg in einem englischen Gefangenenlager in Belgien. Seine artistischen Fähigkeiten nutzte er nach dem Krieg zum Überleben, tingelte mit seinem Holzköfferchen durch Deutschland und lebte von seinen Darbietungen in Revuen, Night-Clubs, im Zirkus, auf Winzerfesten und Jahrmärkten.

Nach einem zweiwöchigen Engagement in Madrid zog ihn die Serie seiner Auftritte von Ägypten nach Indien und um die ganze Welt, bis er 1955 wieder nach Deutschland zurückkehrte. 1956 schrieb er sein erstes Buch (Ohne Geld um die Welt), 1957 das zweite (Himmel und Hölle Indien).

Eine zweite fünfjährige Reise führte mit dem VW-Bus durch Südamerika. Die Einstunden-Filme von Rox liefen erst im Saarländischen Fernsehen, dann in der ARD. Ab 1962 war er freier Mitarbeiter des Saarländischen Fernsehens.

Viele kürzere Reisen folgten und dauerten immer noch 8, 9, 10 Monate. 1971 erschien das dritte Buch (Verrückter Gringo). Mit Sahara-Willy durchquerte er Nordafrika, war Gast bei den Achanty, ritt 1977 5000 Kilometer quer durch Amerika. Dann entstand das Globetrotter-Museum im Alten Rathaus von Saarbrücken. 1981 wurde sein letztes Buch noch einmal unter neuem Titel aufgelegt (Der Ruf des Condor). Bis heute betätigt er sich journalistisch, doch meist findet man ihn in seinem Museum oder bei seinen Tieren. Und einmal im Jahr beim Jahrestreffen der Deutschen Zentrale für Globetrotter, dort führt er die Mitgliedsnummer 1000. Viele dzg-Mitglieder erzählen dann gern, wie sie Opfer seiner mal subtilen, mal derben Späße wurden …



„Wer nie geht, kehrt nie heim.“ (Zitat Heinz Rox Schulz)

Drei Tage nach seinem 83. Geburtstag ist Rox von uns gegangen.

Er starb in der Nacht von Freitag, 26. März, auf Samstag, 27. März 2004, in Saarbrücken. Weitere Infos unter www.abenteuermuseum.de.

Die Vortragsreihen der Freunde des Abenteuermuseums in Saarbrücken und Kirkel sind ja im Namen von Rox durch Heinz Zimmer ins Leben gerufen worden. Ich freue mich jetzt schon auf meinen nächsten Auftritt im Saarbrücker Schlosskeller, auch wenn das momentan noch Fiction ist!

Für mich ist Rox der Albert Einstein der Reiseszene. Gabi und ich werden ihn im März an seinem Grab besuchen.



20.02.2021 - ein besonderer Arbeitstag in meinem Leben.

Briefträger – der schönste Beruf der Welt

Samstags stehe ich später auf. Die Post ist bis 7 Uhr sortiert, dann checke ich Emails. Eine dzg-Schnuppermitgliedschaft ist bestellt, die geht heute gleich mit raus. Ich erledige generell alles nebenbei, Einkäufe aller Art, Arzt- und Zahnarztbesuche, Rechtsanwalt, Steuer- und Vermögensberater-Termine. Seit der Pandemie transportiere ich auch Bierkästen und als der Dieselpreis auf Rekordtief sank auch 300 Liter Diesel für meinen Landcruiser auf dem Post-Rad nach Hause. Heute muss ich nur in der Apotheke etwas abholen.

Die Wetterkapriolen der letzten Wochen gehen an die Substanz. Wegen Hochwasser muss ich Umwege fahren. Dann friert das Hochwasser zu, ich breche auf dem Eis mit vollbepacktem Rad ein. 500 Briefe im Hochwasser, da wäre ich meinen Job wohl los.

Heute ist Besserung angesagt. Ich belade mein Rad, ein leichter Eisfilm ist auf dem Sattel, Vorsicht ist immer noch geboten. Fünf km sind es bis zu meinem Zustellbezirk, das Hochwasser ist noch da. Die Sonne scheint, es wird wärmer. Letzte Woche noch -10°C, jetzt +10°C, ich ziehe in Bad Kissingen meinen Pullover aus.

Ein älterer Herr spricht mich an: „Warum hat ihr Rad keinen Elektromotor und warum ich immer in Sandalen unterwegs bin. Ich friere schon, wenn ich sie nur anschaue!“ Es wird ein längeres Gespräch, wir kommen vom einen ins andere. Auch zum Reisen und auf die Pandemie.

Ich erzähle von der Besteigung eines Berges auf Spitzbergen mit Sandalen, von Expeditionen in die Sahara und von der Malariainfektion 2015. Er war auch längere Zeit beruflich in Indonesien und hat damals Fansipar gegen Malaria genommen. Außerdem erwähnt er eine 220 km lange Kamelwanderung durch die Sahara. Das „schlimmste“ Erlebnis seines Lebens. Mit der Europa-Union Bad Kissingen, ist er oft unterwegs, wo ich seit Jahren Vorträge halte. Ich lade ihn zum nächsten Vortrag ein, der noch Zukunftsmusik ist. Er fragt nach meinem Namen und kennt mich aus der Zeitung. Das sind die schönen Momente beim Zustellen, die individuell jeden Tag passieren können.

+ 20°C ich ziehe auch meine Jacke aus, 20. Februar, die Erderwärmung lässt grüßen. Vor dem Kupsch warten zwei Taxis auf Kundschaft, dort telefoniert ein Mädchen im Auto, ein Paketfahrer entlädt seinen Transporter, da steht ein junger Kerl rauchend neben seinem Auto, eine Firma liefert Fenster an einer Baustelle ab, usw… Alle haben etwas gemeinsam, die Motoren ihrer Fahrzeuge laufen, obwohl sie sich bis zu 30 Minuten nicht bewegen. Ich verstehe diese allgemeine Ignoranz nicht, mal von der Umwelt abgesehen, kostet es doch auch ihr Geld. Ich fühle mich provoziert, meine Stimmung schlägt um. Jeden Tag beobachte ich dieses Verhalten der Bad Kissinger Autofahrer. Hätten damals die Bad Kissinger Zeitungen meinen Leserbrief veröffentlicht, würde ich glatt eine Verschwörung gegen mich vermuten. Wozu wurde die Start-Stopp-Automatik von der Autoindustrie eigentlich entwickelt???

Weiter geht meine Tour, ich erreiche das Hallenbad. Daneben ist der Tattersall, das Bad Kissinger Impfzentrum, davor eine Schlange Menschen. Ich steuere darauf zu und frage: „Wird heute geimpft?“ Die Antwort ein klares JA. Ein Glücksgefühl keimt in mir auf, nur vergleichbar mit dem negativen Ergebnis einer Krebsnachsorge! Ja auch damit habe ich Erfahrungen gemacht, dazu mehr im letzten Absatz. Die Impfungen starten nun also endlich auch in Bad Kissingen.

Im nächsten Haus wohnt mein Zahnarzt, er kommt gerade aus dem Hof. Wir unterhalten uns kurz. Sein Angestellten-Team wird heute geimpft. Wieder denke ich, ich muss schnellstmöglich einen Termin bekommen. Auch wenn noch lange nicht alles überstanden ist, das ist für mich die Wende in der Pandemie.

Auf dem Heimweg stehe ich, voller Lebensfreude, vor dem Hochwasser. Es ist warm, Sandalen und Socken raus und ab durch die Fluten der Fränkischen Saale. Drüben steht ein anderer Radler, der mich fotografiert. Ich fühle mich so gut, fahre zwei weitere Male durch (Anhang 4).



Juli 1995 – August 1996 oder wie der Krebs mein Leben nachhaltig veränderte!

Gesund zu sein ist das größte Privileg auf Erden. Dessen sind sich gesunde, vor allen Dingen junge Menschen oft nicht bewusst!

Es gab diese Zeit auch in meinem Leben, nichts konnte mich aus der Bahn werfen, meine Zukunftspläne waren gigantisch. Alle Länder der Erde zu bereisen, aber auch ein Mehrfamilienhaus bauen, als Absicherung für die Zukunft, um nur zwei zu nennen. Die richtige Frau hatte ich zum Glück mittlerweile gefunden, meine Gabi. Sie hält es nun ja schon 31 Jahre mit mir aus. So hatten wir uns eine Reise-Auszeit von Juli 1994 bis August 1995 genommen, um mit staatlicher Förderung und immens viel Eigenleistung dieses Mehrfamilienhaus zu bauen. Alles lief gut, die staatliche Förderung wurde genehmigt, als ich eine Verdickung an meinem linken Ringfinger bemerkte! Man denkt ja nicht gleich das Schlimmste! Als die Schwellung nicht zurück ging, suchte ich meinen Hausarzt, Dr. Wolfgang Ruppert, auf. In der Meinung eine Salbe verschrieben zu bekommen, betrat ich recht gut gelaunt die Praxis, die ich mit hängendem Kopf wieder verließ, mit einer Überweisung für die Klinik für Handchirurgie in Bad Neustadt.

Zwei Wochen später lag ich unter dem Messer von Dr. Michael Schönberger, dem Menschen, der mir ein zweites Leben schenkte! Das war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst. Diese Verdickung war ein gutartiger Tumor, wenn auch nicht lebensbedrohlich, könnte sie wieder kommen und dann müsste ich mich von meinem Finger trennen. Drei Monate vergingen, mein Finger war wieder normal beweglich! Silvester fiel mir erneut eine Schwellung auf. Das Spiel begann von vorne. Dr. Ruppert schickte mich in die Handchirurgie, Dr. Schönberger operierte mich, wobei nun auf meinem Ringfinger eine rote Veränderung zu beobachten war. Diese wurde auch gleich mit entfernt. Das Ergebnis der histologischen Untersuchung dauerte ungewöhnlich lang, über drei Wochen.

Ein Anruf der Sparkasse Bad Kissingen erfreute mich: „Herr Kleinhenz, sie haben 1.000 DM im Prämiensparen gewonnen.“ Das Geld konnten wir natürlich damals gut gebrauchen. Am Tag darauf rief mich Dr. Schönberger an: „Herr Kleinhenz, sie müssen umgehend zu mir in die Klinik kommen. Wir müssen etwas besprechen, das nicht am Telefon möglich ist!“ Irgendwie machte mir das Angst, warum auch immer! Am nächsten Tag war ich in seinem Büro. „Setz dich erst mal hin, mein Junge! Ich rede nicht lange um den heißen Brei, die histologische Untersuchung wurde in drei Labors gemacht, zuletzt in einem Amerikanischen. Es wurden diesmal zwei Tumore diagnostiziert, die neue Sache ist ein Fibrosarkom, ein extrem aggressiver Krebs! Der Finger muss sofort ab, wenn wir Glück haben bleibt es bei seinem Verlust. Wenn wir Pech haben, dann Salami-Methode, die halbe Hand ab, die ganze Hand ab, der Unterarm ab, der Oberarm ab und dann folgt der sichere unaufhaltsame Tod.

>>>>>>>>>T O D E S A N G S T<<<<<<<<<

das schlimmste Gefühl, das ein Mensch haben kann, veränderte schlagartig mein Leben. Das große Lebensziel, alle Länder der Erde zu bereisen, alles nur eine Fiction, ein unerfüllter Wunschtraum? Das im Bau befindliche Miethaus, Gabi mit den ganzen Kosten alleine. Alles bisher Erlebte lief im Zeitraffer vor meinem geistigen Auge ab. 33 Jahre, Jesusalter, sollte mein Leben ebenfalls schon zu Ende gehen. Mir war todschlecht, der kalte Schweiß stand mir auf der Stirn. „Helfen sie mir Herr Schönberger, schneiden sie den Finger sofort ab“, flehte ich ihn förmlich an. Mein Gehirn hatte ihn schon abgestoßen. Zwei Tage später, direkt nach Fasching lag ich ein drittes Mal auf dem OP-Tisch, der Finger wurde samt Knochenstrang aus dem Handteller geschnitten (Anhang 5), die Hand verschmälert, so war die Wahrscheinlichkeit größer, alle Tumorzellen entfernt zu haben, auch optisch sah es besser aus. Während der OP in Teilnarkose versprach ich Dr. Schönberger: „Sollte ich je wieder Reisen können, dann schicke ich von überall eine Postkarte.“ Von 1996 bis 2010 hielt ich dieses Versprechen, danach schickte ich Reiseberichte per Email.

Nach der Wundheilung begannen die Bestrahlungen, 2 x 30 an der Zahl. Meine Schwägerin Ursula fuhr mich 5 Mal die Woche in die Würzburger Strahlenklinik, 6 Wochen lang. Ich tastete ständig meine linke Hand nach „neuen Tumoren“ ab, wurde natürlich fündig! Dr. Schönberger sagte: „Ich versichere dir, da ist nichts!“ Er operierte mich aber zwei weitere Male, um mich zu beruhigen. Die histologischen Ergebnisse blieben negativ. Erst jetzt verschwand die Angst aus meinem Hirn. Krebs ist auch eine Kopfsache. Wenn du oben den Schalter umgelegt hast, geht es auch wieder aufwärts. Alle drei Monate standen die Kontrolluntersuchungen an, Tumormarker, Ultraschall, Röntgen und Kernspinntomographie. Dann begann das Warten auf das Ergebnis der Nachuntersuchungen. Die Angst war zurück, bis der Anruf vom Arzt kam: „Herr Kleinhenz, alles ist in bester Ordnung!“

Und so ein Glückgefühl verspürte ich, als ich die impfbereiten Menschen vor dem Tattersall in Bad Kissingen sah, es war der gleiche Triumph, über eine bösartige, tödliche Krankheit, der in mir aufstieg.

Dr. Michael Schönberger hat mir ein zweites Leben gegeben, ein Leben mit zwei Händen, nur ein Finger fehlt, aber damit kann ich gut leben. Ich wollte diese zweite Chance nutzen und habe sie genutzt. Eigentlich lebte ich ab jetzt regelrecht auf der Überholspur, wurde ein Springer zwischen den Welten. Wir bauten das Haus zu Ende, dann kündigte ich meinen Job als Abteilungsleiter im Labor, machte meinen Nebenjob, damals noch Zeitungs- jetzt Briefzusteller zum Hauptberuf auf Halbtagsbasis. Nun wollte ich meine Arbeitszeit um meine Reisen herum legen. Auch wenn es nicht immer so geklappt hat, bin ich doch extrem zufrieden, mit dem bisher erreichtem.



Einen Schwerbehindertenpass besitze ich seitdem aufgrund der Krebserkrankung, weniger wegen des verlorenen Fingers. Das hatte ich völlig vergessen! Ich weiß gar nicht, wo er ist!



Makabre, fast schon aberwitzige Situationen gibt es seit dieser Zeit zu berichten, durch meine „Neunfingrichkeit“, sowohl zu Hause, als auch auf Reisen.

Davon berichte ich im April-Newsletter. Ab Mai hoffe ich, doch wieder zum alten Sinn meines Newsletters zurückzukehren, nämlich dem Ankündigen von Globetrottertreffen, Reisevorträgen und Reisemessen!



Bleibt gesund und haltet durch, Gesundheit ist das höchste Gut auf Erden. Man kann sie nicht erkaufen, sie ist durch Nichts zu ersetzen! Was Gesundheit in Wirklichkeit bedeutet, versteht nur der, der schon mal krank war! Und damit meine ich natürlich keinen Schnupfen!
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