LC J15 Der Anfang vom Ende
Verfasst: 25. April 2011 23:03
Vor kurzem ist nun mein J 155 gekommen - nach 7 Monaten, hatten aber mit dem Händler eine Punktlandung Anfang April angestrebt wegen Saisonkennzeichen, sonst hätte es wohl 4 Monate gedauert.
Obwohl ich seit über 10 Jahren begeisterter J 95- Fahrer war mit 2 Wagen über 5 bzw. 8 Sommersaisonen,ohne jegliche Defekte, von Birnen- bzw. Sicherungsersatz einmal abgesehen, einmal 72.000 Km und dann 136.000 Km alles am Ende noch Original,auch die Batterien hätten noch mindestens 1 Jahr gehalten, zögerte ich doch etwas beim J 15. 2002 erstand ich einen der letzten "Special" hier, um der Missgeburt J 12 zu entgehen, wobei damals niemand wusste, wann er denn lieferbar sei. Ich musste Automatik nehmen, habe es aber nie bereut.
Ich möchte einmal lang schreiben, was meine Gesichtspunkte dabei sind. Ich brauche ein derartiges Gefährt nur für meine ausgedehnten Sommerexpeditionen in fast Gesamteuropa, fahre meist Autobahn und Landstrasse und weiss dabei einen grossen, bequemen Wagen mit excellenter Sicht zu schätzen. Ausserdem schlafe ich dann darin auf einem bequemen Bettkasten - darunter viel Stauraum - hinter dem Beifahrersitz, habe meine Kochutensilien sowie meine 2 - 3 Engel- bzw Waecogefrierboxen dabei.Natürlich ist die 2. Sitzreihe ausgebaut Zum Verdunkeln nachts drücke ich zugeschnittene Pappe in die Fenster, ist auch ein prima Schallschutz. Da ich sonst fast alles draussen machen muss, klemmte ich schnell bei Regen eine leichte Plane an die Regenrinne. In der Regel fühlte ich mich pudelwohl - ansonsten war der Wagen nur bis zur Ladekante angefüllt. Meine Domäne sind dann mehr lange Sektionen von Feldwegen und Pisten von bester bis schlechtester Qualität, also meist loser, aber meist scharfer Schotter,gelegentlich Schlamm ,manchmal Wasserdurchfahrt,praktisch nie Sand. Also richtig ins Gelände, um den Wagen möglichst schnell zu ruinieren, geht es eher selten, kommt aber schon vor. So brauche ich kein OME - Fahrwerk,Schnorchel und Winde, sieht natürlich alles toll aus. So verändere ich praktisch nichts am Wagen - sozusagen ein Wolf im Schafspelz. Horses, Boot und Wohnwagen habe ich ebenso nicht zum Ziehen.
Diesmal im letzten September kamen mehrere Hersteller in Frage, Pajero (fuhr einen von 92 bis 98 mit nur einem Wasserpumpenschaden über 92.000 Km auch mit Begeistertung) auch wegen des guten Preisleistungsverhältnis kam in Frage, HZJ 78 und Defender waren auch in der Überlegung, die beiden letzteren passen allerdings nicht mehr in die Garage. So musste es unter Würdigung aller Gesichtspunkte wieder ein LC sein, beste Erfahrungen bestanden ja. Warum es aber ein "Life" sein musste anstatt Basismodell mit Komfortpaket, kann ich heute nicht mehr nachvollziehen.Immerhin ist da eine Differenz im Listenpreis von über 6.000 €. Und von den technischen Segnungen hatte ich vorher nie einen wirklichen Bedarf gesehen, auch nicht für Sitzheizung. Ich hatte immer Emmentaler statt Memmentaler gegessen. Das schöne Staufach unter dem Beifahrersitz sowie der Platz unter dem Fahrersitz sind dahin.Vielleicht war es ja das sagenhafte Brillenablagefach, von dem überall die Rede ist und angeblich schon viele Kaufentscheidungen entsprechend beeinflusst hat, ich habe es aber bisher nicht gefunden. Auf keinen Fall das Kühlfach (aktiv - was ist das?),das nur funktioniert wenn die Klimaanlage an ist und es über 0 ° draussen ist.Nach welchem Prinzip, Absorber?,Peltier? oder gar Kompressor(eher nicht) konnte mir bis heute niemand sagen. Dürfte kühlmässig eher ein Tropfen auf den heissen Stein sei - ich werde ein wunderschönes Staufach haben. Oder die 220 Volt Wechselstromsteckdose, nur bis 100 Watt möglich,Kaffeemaschine geht schon nicht. Auch hier konnte mir niemand etwas über die Stromform sagen, ähnlich wie unser Haushaltsstrom wohl kaum. Engel z.B. verbietet sogar Generatorenstrom für seine Kühlboxen, dieser dürfte noch weniger geeignet sein. Auf meinen Einwand hin, dass ich häufig 3 Gleichstromdosen brauche, entgegenete man mir, ich könne ja eine Gleichrichter zwischenschalten - genial geradezu. Immerhin kann ich ja mein Navi mit Verlängerungsschnur betreiben.
Was sich Toyota mit der Betriebsanleitung leistet, ist schlicht eine Frechheit, auf geschlagenen 868 Seiten finde ich mein Modell nicht mehr(gut, dass ich noch den Werbekatalog habe),bei fast jedem Punkt heisst ein * dann "falls vorhanden", oder "nur in Russland" oder "nicht in Georgien oder Kasachstan", Rechtslenker, Längssitzbank hinten etc. Man erfährt aber auch, was einem vorenthalten wird z.B. 150 Litertank, Hecktüröffner von innen. Manche Banalitäten werden seitenlang ausgebreitet, dann wieder wichtige Dinge nicht schlüssig erläutert. Technische Details sind selten und unvollständig, so weiß man garnicht, daß der Wagen hierzulande 2 Batterien hat, die Kapazität steht nirgendwo, Leistung der Lichtmaschine etc. fehlen. Früher waren alle diese Angaben da. Bequemlichkeit obsiegt.Für die Modelle bei uns käme man locker mit 200 Seiten aus.
Auch fehlt ein Verzeichnis der Sevicestellen, entfiel "wegen der Schnellebigkeit unserer Zeit". Man könne ja in Köln anrufen, Warteschleife aktuell mehr als 15 Min, oder das Web bemühen. Nur muß man z.B. Finnisch oder Griechisch können, um auf den richtigen Button zu klicken, auf Englisch ist da nichts, ein Verzeichnis gibt es dann eh nicht. Immerhin funktioniert es. Bei Toyota Fair natürlich alles ok.
Nun zum Wagen, viel bin ich aus diversen Gründen nicht gefahren. Natürlich ist ein Neuer immer etwas anderes und macht ja einen guten, soliden Eindruck. Auseinanderfallen wird dabei so schnell nichts - macht einen gut verarbeiteten Eindruck, scheint etwas grösser zu sein, auch der Motorraum sieht wohlaufgeräumt auf. Das Reserverad( es gibt auch Varianten anderswo ohne dies !) unter dem Boden bietet Nachteile, bei Bodenberührung ist es möglicherweise "hin", ansonsten wäre nur ein unwichtiger Knick im Tankschutzblech.
Mir entzieht sich die Sinnhaftigkeit des ganzen elektonischen Käses, auch der schlüssellose Einstieg und Betrieb ist nicht so ohne und eben oft umständlicher als Schlüsselbetrieb. Was mir jedenfalls auf den Keks geht, ist die Bevormundung durch den Hersteller, als ob man blöd wäre. Wenn ich z.B. Radio höre, geht es nur bei geschlossener Fahrertür( sonst Dauergepiepe). Wenn man dann eine andere Tür schliesst, piept es dreimal. Dies entfällt, wenn die Zündung dann angestellt ist - dies mache man aber,wenn man 2-3 Stunden Wartezeit an der Fähre etwas überbrücken möchte. Es steht aber nirgendwo,dass man nur kurzzeitig die Zündung anschalten soll, früher war es zumindest Gift für den Wagen. Nun, vielleicht weiss ich ja später doch zu schätzen ,was ich jetzt verdamme. Was wirklich gut ist, ist das Radio mit Player( jetzt von Pioneer).War es früher eine Crux seine CD's auf Holperstrecke oder grosser Hitze abzuspielen("zisch-zisch-spotz-spotz" machte es regelmässig),ist es jetzt ein Segen mit einem USB-Stick(hat auch Klinkeneingang,nutze ihn aber nicht).Man kann navigieren,ID-3 Tags werden gelesen. Mit das Einzige was mir besser gefällt.Ach, die Rückfahrkamera und die Abstandssensoren, die natürlich ewig piepen, erscheinen mir nützlich. Man sollte sich langsam eingewöhnen.
KDSS hat er ja auch, für mich nur eine neue Abkürzung.Lagen die J 95 wie Bretter auf der Straße, schwankt jetzt die Kiste behäbig wie ein Schlachtschiff in der Ozeandünung.Vom Fahrwerk bekomme ich jetzt Stöße ab, wie nur früher,wenn ich den Reifendruck 25% über empfohlenen Wert fuhr.Das Motorengeräusch im Leerlauf ist immer noch nicht leiser als beim 95, die Bremsen scheinen aber besser zu sein.
Was für mich speziell anders, damit schlechter ist(war mir natürlich vor dem Kauf bekannt):
1.Beim Schlafen im Wagen - Schiebedach gibt es nicht mehr, Ausstellfenster hinten auch nicht. Ich lasse jetzt die Seitenfenster etwas auf, Windabweiser gegen Regen,macht knap 400 € extra.
2.Heckklappe geht von innen nicht auf(ein Genie hatte mir 98 für 55 DM(!) einen Drücker eingebaut, der dann in den 2. 95er wanderte). Jetzt großes Rätselraten. Es gibt ihn aber woanders serienmäßig.
3.Was haben die Hersteller nur gegen Regenrinnen? Jetzt habe ich für mein Regendach 2 Querträger, nicht einmal abschließbar, für 270€. Daran pfriemele ich dann die Plane.
4.Ach,eine Bullbar ist nach 19 Jahren auch nicht mehr. Hat man aber dem unfehlbaren,allwissenden ADAC zu verdanken. Schaffte mir viel Unbill von der Frontseite weg und war gut als Peilhilfe. Jagd auf Kinder auf Bürgersteigen lag mir ja immer fern(allen anderern sicher auch).
Was mir noch auffiel, beim Ausbau der 2. Sitzbank, ging relativ einfach,nicht mehr so schwer,da teilbar,der Sitz als solcher wohl nur noch aus Pappe - zeigte sich, dass offensichtlich der Laderaumboden nur noch aus ca. 4 cm Styropor besteht. Mein Werkzeug ist auch geschrumpft,besteht nur noch aus Wagenheber und einfachen Schraubenzieher. Na ja.
Was aber ganz schlimm ist, ist der Rost. Darüber poste ich noch ausführlicher mit Fotos später.So etwas ist mir noch nie, auch vor über 40 Jahren untergekommen.
Vorläufiges Fazit:
Der Wagen wird bei uns kaum noch gekauft, die Konzernstrategie spielt m.E. dabei eine große Rolle. Aus meiner Warte wird das Nachfolgemodell in 5-7 Jahren dann nicht mehr bei uns angeboten - Dann müssen wir halt Duster oder wieder Lada fahren.
Wer jetzt auf die Euros achten muß oder will, ist sicherlich mit einem entsprechenden Pajero besser bedient, allerdings ist mein Informationsstand vom letzten Sommer.
Vielleicht kann mir jemand weiterhelfen:
1. Trotz protziger Werbung über Geländegängigkeit ist der Wagen mit reiner Straßenbereifung ausgerüstet,Michelin Latitude,ntürlich ein guter Reifen. Ich bin bei meinen Excursionen mit Grandtrek AT 20 leidlich ausgekommen, möchte evtl. einen mit mehr Grip. Wie fährt sich der Yokohama Geolandar ATS auf trockener Straße(Frage des Komforts) und wie auf nasser Straße und dann beim Bremsen? In Frage käme auch der Toyo Open Country AT( ist z.Zt. ausverkauft)
2.Wer weiß, wie man günstig an den Mechanismus zum Öffnen der Hecktür von innen kommt?
Beste Grüße
Henning
Obwohl ich seit über 10 Jahren begeisterter J 95- Fahrer war mit 2 Wagen über 5 bzw. 8 Sommersaisonen,ohne jegliche Defekte, von Birnen- bzw. Sicherungsersatz einmal abgesehen, einmal 72.000 Km und dann 136.000 Km alles am Ende noch Original,auch die Batterien hätten noch mindestens 1 Jahr gehalten, zögerte ich doch etwas beim J 15. 2002 erstand ich einen der letzten "Special" hier, um der Missgeburt J 12 zu entgehen, wobei damals niemand wusste, wann er denn lieferbar sei. Ich musste Automatik nehmen, habe es aber nie bereut.
Ich möchte einmal lang schreiben, was meine Gesichtspunkte dabei sind. Ich brauche ein derartiges Gefährt nur für meine ausgedehnten Sommerexpeditionen in fast Gesamteuropa, fahre meist Autobahn und Landstrasse und weiss dabei einen grossen, bequemen Wagen mit excellenter Sicht zu schätzen. Ausserdem schlafe ich dann darin auf einem bequemen Bettkasten - darunter viel Stauraum - hinter dem Beifahrersitz, habe meine Kochutensilien sowie meine 2 - 3 Engel- bzw Waecogefrierboxen dabei.Natürlich ist die 2. Sitzreihe ausgebaut Zum Verdunkeln nachts drücke ich zugeschnittene Pappe in die Fenster, ist auch ein prima Schallschutz. Da ich sonst fast alles draussen machen muss, klemmte ich schnell bei Regen eine leichte Plane an die Regenrinne. In der Regel fühlte ich mich pudelwohl - ansonsten war der Wagen nur bis zur Ladekante angefüllt. Meine Domäne sind dann mehr lange Sektionen von Feldwegen und Pisten von bester bis schlechtester Qualität, also meist loser, aber meist scharfer Schotter,gelegentlich Schlamm ,manchmal Wasserdurchfahrt,praktisch nie Sand. Also richtig ins Gelände, um den Wagen möglichst schnell zu ruinieren, geht es eher selten, kommt aber schon vor. So brauche ich kein OME - Fahrwerk,Schnorchel und Winde, sieht natürlich alles toll aus. So verändere ich praktisch nichts am Wagen - sozusagen ein Wolf im Schafspelz. Horses, Boot und Wohnwagen habe ich ebenso nicht zum Ziehen.
Diesmal im letzten September kamen mehrere Hersteller in Frage, Pajero (fuhr einen von 92 bis 98 mit nur einem Wasserpumpenschaden über 92.000 Km auch mit Begeistertung) auch wegen des guten Preisleistungsverhältnis kam in Frage, HZJ 78 und Defender waren auch in der Überlegung, die beiden letzteren passen allerdings nicht mehr in die Garage. So musste es unter Würdigung aller Gesichtspunkte wieder ein LC sein, beste Erfahrungen bestanden ja. Warum es aber ein "Life" sein musste anstatt Basismodell mit Komfortpaket, kann ich heute nicht mehr nachvollziehen.Immerhin ist da eine Differenz im Listenpreis von über 6.000 €. Und von den technischen Segnungen hatte ich vorher nie einen wirklichen Bedarf gesehen, auch nicht für Sitzheizung. Ich hatte immer Emmentaler statt Memmentaler gegessen. Das schöne Staufach unter dem Beifahrersitz sowie der Platz unter dem Fahrersitz sind dahin.Vielleicht war es ja das sagenhafte Brillenablagefach, von dem überall die Rede ist und angeblich schon viele Kaufentscheidungen entsprechend beeinflusst hat, ich habe es aber bisher nicht gefunden. Auf keinen Fall das Kühlfach (aktiv - was ist das?),das nur funktioniert wenn die Klimaanlage an ist und es über 0 ° draussen ist.Nach welchem Prinzip, Absorber?,Peltier? oder gar Kompressor(eher nicht) konnte mir bis heute niemand sagen. Dürfte kühlmässig eher ein Tropfen auf den heissen Stein sei - ich werde ein wunderschönes Staufach haben. Oder die 220 Volt Wechselstromsteckdose, nur bis 100 Watt möglich,Kaffeemaschine geht schon nicht. Auch hier konnte mir niemand etwas über die Stromform sagen, ähnlich wie unser Haushaltsstrom wohl kaum. Engel z.B. verbietet sogar Generatorenstrom für seine Kühlboxen, dieser dürfte noch weniger geeignet sein. Auf meinen Einwand hin, dass ich häufig 3 Gleichstromdosen brauche, entgegenete man mir, ich könne ja eine Gleichrichter zwischenschalten - genial geradezu. Immerhin kann ich ja mein Navi mit Verlängerungsschnur betreiben.
Was sich Toyota mit der Betriebsanleitung leistet, ist schlicht eine Frechheit, auf geschlagenen 868 Seiten finde ich mein Modell nicht mehr(gut, dass ich noch den Werbekatalog habe),bei fast jedem Punkt heisst ein * dann "falls vorhanden", oder "nur in Russland" oder "nicht in Georgien oder Kasachstan", Rechtslenker, Längssitzbank hinten etc. Man erfährt aber auch, was einem vorenthalten wird z.B. 150 Litertank, Hecktüröffner von innen. Manche Banalitäten werden seitenlang ausgebreitet, dann wieder wichtige Dinge nicht schlüssig erläutert. Technische Details sind selten und unvollständig, so weiß man garnicht, daß der Wagen hierzulande 2 Batterien hat, die Kapazität steht nirgendwo, Leistung der Lichtmaschine etc. fehlen. Früher waren alle diese Angaben da. Bequemlichkeit obsiegt.Für die Modelle bei uns käme man locker mit 200 Seiten aus.
Auch fehlt ein Verzeichnis der Sevicestellen, entfiel "wegen der Schnellebigkeit unserer Zeit". Man könne ja in Köln anrufen, Warteschleife aktuell mehr als 15 Min, oder das Web bemühen. Nur muß man z.B. Finnisch oder Griechisch können, um auf den richtigen Button zu klicken, auf Englisch ist da nichts, ein Verzeichnis gibt es dann eh nicht. Immerhin funktioniert es. Bei Toyota Fair natürlich alles ok.
Nun zum Wagen, viel bin ich aus diversen Gründen nicht gefahren. Natürlich ist ein Neuer immer etwas anderes und macht ja einen guten, soliden Eindruck. Auseinanderfallen wird dabei so schnell nichts - macht einen gut verarbeiteten Eindruck, scheint etwas grösser zu sein, auch der Motorraum sieht wohlaufgeräumt auf. Das Reserverad( es gibt auch Varianten anderswo ohne dies !) unter dem Boden bietet Nachteile, bei Bodenberührung ist es möglicherweise "hin", ansonsten wäre nur ein unwichtiger Knick im Tankschutzblech.
Mir entzieht sich die Sinnhaftigkeit des ganzen elektonischen Käses, auch der schlüssellose Einstieg und Betrieb ist nicht so ohne und eben oft umständlicher als Schlüsselbetrieb. Was mir jedenfalls auf den Keks geht, ist die Bevormundung durch den Hersteller, als ob man blöd wäre. Wenn ich z.B. Radio höre, geht es nur bei geschlossener Fahrertür( sonst Dauergepiepe). Wenn man dann eine andere Tür schliesst, piept es dreimal. Dies entfällt, wenn die Zündung dann angestellt ist - dies mache man aber,wenn man 2-3 Stunden Wartezeit an der Fähre etwas überbrücken möchte. Es steht aber nirgendwo,dass man nur kurzzeitig die Zündung anschalten soll, früher war es zumindest Gift für den Wagen. Nun, vielleicht weiss ich ja später doch zu schätzen ,was ich jetzt verdamme. Was wirklich gut ist, ist das Radio mit Player( jetzt von Pioneer).War es früher eine Crux seine CD's auf Holperstrecke oder grosser Hitze abzuspielen("zisch-zisch-spotz-spotz" machte es regelmässig),ist es jetzt ein Segen mit einem USB-Stick(hat auch Klinkeneingang,nutze ihn aber nicht).Man kann navigieren,ID-3 Tags werden gelesen. Mit das Einzige was mir besser gefällt.Ach, die Rückfahrkamera und die Abstandssensoren, die natürlich ewig piepen, erscheinen mir nützlich. Man sollte sich langsam eingewöhnen.
KDSS hat er ja auch, für mich nur eine neue Abkürzung.Lagen die J 95 wie Bretter auf der Straße, schwankt jetzt die Kiste behäbig wie ein Schlachtschiff in der Ozeandünung.Vom Fahrwerk bekomme ich jetzt Stöße ab, wie nur früher,wenn ich den Reifendruck 25% über empfohlenen Wert fuhr.Das Motorengeräusch im Leerlauf ist immer noch nicht leiser als beim 95, die Bremsen scheinen aber besser zu sein.
Was für mich speziell anders, damit schlechter ist(war mir natürlich vor dem Kauf bekannt):
1.Beim Schlafen im Wagen - Schiebedach gibt es nicht mehr, Ausstellfenster hinten auch nicht. Ich lasse jetzt die Seitenfenster etwas auf, Windabweiser gegen Regen,macht knap 400 € extra.
2.Heckklappe geht von innen nicht auf(ein Genie hatte mir 98 für 55 DM(!) einen Drücker eingebaut, der dann in den 2. 95er wanderte). Jetzt großes Rätselraten. Es gibt ihn aber woanders serienmäßig.
3.Was haben die Hersteller nur gegen Regenrinnen? Jetzt habe ich für mein Regendach 2 Querträger, nicht einmal abschließbar, für 270€. Daran pfriemele ich dann die Plane.
4.Ach,eine Bullbar ist nach 19 Jahren auch nicht mehr. Hat man aber dem unfehlbaren,allwissenden ADAC zu verdanken. Schaffte mir viel Unbill von der Frontseite weg und war gut als Peilhilfe. Jagd auf Kinder auf Bürgersteigen lag mir ja immer fern(allen anderern sicher auch).
Was mir noch auffiel, beim Ausbau der 2. Sitzbank, ging relativ einfach,nicht mehr so schwer,da teilbar,der Sitz als solcher wohl nur noch aus Pappe - zeigte sich, dass offensichtlich der Laderaumboden nur noch aus ca. 4 cm Styropor besteht. Mein Werkzeug ist auch geschrumpft,besteht nur noch aus Wagenheber und einfachen Schraubenzieher. Na ja.
Was aber ganz schlimm ist, ist der Rost. Darüber poste ich noch ausführlicher mit Fotos später.So etwas ist mir noch nie, auch vor über 40 Jahren untergekommen.
Vorläufiges Fazit:
Der Wagen wird bei uns kaum noch gekauft, die Konzernstrategie spielt m.E. dabei eine große Rolle. Aus meiner Warte wird das Nachfolgemodell in 5-7 Jahren dann nicht mehr bei uns angeboten - Dann müssen wir halt Duster oder wieder Lada fahren.
Wer jetzt auf die Euros achten muß oder will, ist sicherlich mit einem entsprechenden Pajero besser bedient, allerdings ist mein Informationsstand vom letzten Sommer.
Vielleicht kann mir jemand weiterhelfen:
1. Trotz protziger Werbung über Geländegängigkeit ist der Wagen mit reiner Straßenbereifung ausgerüstet,Michelin Latitude,ntürlich ein guter Reifen. Ich bin bei meinen Excursionen mit Grandtrek AT 20 leidlich ausgekommen, möchte evtl. einen mit mehr Grip. Wie fährt sich der Yokohama Geolandar ATS auf trockener Straße(Frage des Komforts) und wie auf nasser Straße und dann beim Bremsen? In Frage käme auch der Toyo Open Country AT( ist z.Zt. ausverkauft)
2.Wer weiß, wie man günstig an den Mechanismus zum Öffnen der Hecktür von innen kommt?
Beste Grüße
Henning
