Hi,
als ich den roten FJ bei den ersten lockenden Sonnenstrahlen nach Ostern mal wieder aus der Garage holen wollte, gab es eine echte Überraschung beim Anlassen: ... nix. Der Motor hustet noch mal kurz, aber so ehrgeizig ich auch versuche ihn anzulassen: Er springt nicht an. Komisch, letzten Monat ging er doch noch???
Naja und schon geht die Sucherei los: Woran kann das jetzt wieder liegen? Luftfilter, Zündkerzen, Zündspule, Vergaser, Benzinfilter, Benzinleitung, Benzinpumpe,...?
Also erstmal alles der Reihe nach durchgeprüft, dabei habe ich auch gleich noch neue Benzinleitungen, Benzinfilter und Vakuumleitungen installiert, die waren mir eh schon etwas porös. Aber geholfen hat das noch nichts.
Da die Benzinleitungen zwischen Filter und Pumpe ganz leer waren, liegt ja der Verdacht nahe, dass gar kein Sprit am Vergaser ankommt. Vielleicht saugt die Benzinpumpe nicht ordentlich? Also erstmal den Hauptverdächtigen inspizieren, die Benzinpumpe:
Mal sehen, wie es in der Pumpe aussieht: Aha, zwei Einlass- und zwei Auslassventile, offensichtlich eine einfache Membranpumpe. Sehr trocken da drin, aber sonst ganz OK.
Also erstmal raus damit, ein bisschen ratlos dranherumgeputzt und zerlegt, denn das interessiert mich jetzt schon. Vielleicht ist ja die untere Membran defekt?
Das Öffnen von diesem mysteriösen Aggregat hat dann wegen der festkorrodierten Schrauben doch etwas länger gedauert, ich musste die letzten drei Schrauben schliesslich sehr höflich von unten rausbohren, zum Glück ging das ohne die Gewinde zu beschädigen.
Drinnen habe ich noch ein bisschen weitergeputzt und vor allem die Dichtflächen am Pumpengehäuse sauberpoliert, die Ränder waren nämlich ein wenig rauh ankorrodiert.
Nach dem Zusammenbau hat die Pumpe wieder ganz friedlich vor sich hingeschnorchelt, wenn ich an dem Hebel drücke.
Ärgerlicherweise hat sie den Dienst sofort nach der Montage am Motor wieder eingestellt. Nicht das leiseste Geräusch, auch kein noch so kleiner Tropfen Benzin rinnt in Richtung Vergaser.
Also schnell nochmal gedanklich einen Schritt zurück:
Die obere Membrandichtung war doch so komisch "verbeult"...
Während die Pumpmembran jetzt von unten saugt, wölbt sich durch den Unterdruck die Dichtung nach unten, und verringert damit das Ansaugvolumen. Es wird also weniger Benzin angesaugt, als wenn die Dichtung starr bleibt. Na klar, und weil der Motor nicht den vollen Kolbenhub ausnutzt (so wie ich es beim Testen von Hand gemacht habe), ist das effektive Pumpvolumen durch die ausgeleierte Dichtung und die Luft in der Pumpe schon so deutlich reduziert, dass gar kein Sprit mehr angesaugt wird.
Das lässt sich doch sicherlich mit einer neuen Dichtung lösen, und damit es auch professionell wird, schneide ich doch gleich eine aus kraftstoffresistenten Viton(R) zurecht:
Ein paar bange Momente nach dem Einbau, die Pumpe scheint nur einen Hub alle drei Motorumdrehungen zu machen, da dauert es ein wenig, aber immerhin sie schnorchelt jetzt wieder vernehmbar durch die Druckleitung zum Vergaser. Und siehe da, es kommt auch wieder Benzin an, hurra der Motor läuft wieder!
Der Nachteil an der sauberen Pumpe ist nur, dass ich den Rest des Motors wohl auch noch polieren muss...
Eine Frage bleibt noch: Ist es normal, dass Vergaserreservoir, Benzinleitungen und Pumpe bei ein paar Wochen Standzeit "leerlaufen", oder verdunstet mir der teure Sprit noch durch irgendeine andere undichte Dichtung?
Cheers,
Matt.
... [url=http://www.enumklah.de.ms/j120.htm]matt[/url] ... [i]jetzt auch neu mit echtem Landcruiser[/i]