Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Tue 20. Oct 2020, 11:01
by muelli
Moin zusammen,

ich muss mich hier mal über ein Phänomen auslassen, das ich festgestellt habe.
Je nach Tankfüllung habe ich einen extrem schwankenden Verbrauch bei meinem Hilux.
Wenn ich "guten Sprit" getankt habe, dann habe ich bei einem Mix von Land und Autobahn (110km/h Marschgeschwindigkeit) so 8.5 - 8.9l Verbrauch auf 100km. Es gibt aber auch Fälle, da mache ich denk Tank voll und habe dann Probleme auf unter 11-12l zu kommen! Bei selbem Fahrprofil und teilweise gleichen Strecken.

Meine Theorie dazu war, dass es an der Tanke mal Diesel mit mehr und mal mit weniger Palmölzusätz gibt. Ich werde mir das jetzt zukünftig mal aufschreiben um das nachvollziehen zu können, jüngst hatte ich an der lokalen JET getankt und bin nur durch Streicheln des Pedals auf unter 11l gekommen....

Hat jemand mal ähnliches festgestellt?

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Tue 20. Oct 2020, 11:08
by Hydro
Dann musst allerdings drauf achten in den jeweiligen Tankstelle nahezu gleich zu stehen . Ich hab sowas in der Art schon gehabt weil der Platz an der Säule etwas schräg war un dadurch unterschiedliche Füllzustände zusammenkamen.

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Tue 20. Oct 2020, 11:20
by Elsadre
Ist das der Verbrauch für eine komplett verfahrene Tankfüllung, oder was der Bordcomputer auf einer Autobahnfahrt anzeigt?

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Tue 20. Oct 2020, 11:50
by quadman
Das Problem ist die Regeneration des Filters. Manch Qualität ist so schlecht, da wird nach 300km schon wieder regeneriert. Bei anderem Diesel nach den üblichen 600 Kilometern. Scangauge einbauen und die Parameter für die Regenerationsanzeige und DPF Temperatur programmieren. Dann hat man da schon mal die Überwachung.
Bei regenerieren geht der Dieselverbrauch ja ziemlich hoch für die Zeit...

Ich tanke immer "Stehkragen". Wenn voll, dann voll!



Gruß Stefan

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Tue 20. Oct 2020, 11:59
by Elsadre
quadman wrote:Das Problem ist die Regeneration des Filters. Manch Qualität ist so schlecht, da wird nach 300km schon wieder regeneriert. Bei anderem Diesel nach den üblichen 600 Kilometern. Scangauge einbauen und die Parameter für die Regenerationsanzeige und DPF Temperatur programmieren. Dann hat man da schon mal die Überwachung.
Bei regenerieren geht der Dieselverbrauch ja ziemlich hoch für die Zeit...

Ich tanke immer "Stehkragen". Wenn voll, dann voll!



Gruß Stefan


Darauf wollte ich hinaus. :D Weiß aber nicht ob das beim Euro6 noch mehr ins Gewicht fällt als bei meiner Euro5 Büchse.

Gruß Oli

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Tue 20. Oct 2020, 12:08
by Colt
Servus Muelli,

das Problem bzw. die Beobachtung habe ich auch gemacht. Ich teile deine Vermutung, dass das mit dem Anteil des Bioanteils zusammen hängt. "Damals" mit dem Rapsöl vom Aldi war der Verbrauch auch höher wie mit dem normalen Diesel. Die niedrigsten Verbräuche hatte ich mit dem einfachsten Diesel an den französischen Tankstellen auf dem Land, die hatten vor einigen Jahren als ich da regelmäßig unterwegs war Diesel komplett ohne Bioanteil. War übrigens vor der AU auch anzuraten ein- zweimal solchen Sprit zu tanken....

Viele Grüße,
Marc

edit sagt:
Dem alten Saugdiesel ist Wurscht, ob da ein Filter regeneriert werden will oder nicht... 8)

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Tue 20. Oct 2020, 12:08
by quadman
Das weiss ich auch nicht. Habe nur Euro 4 und 6 :wink:

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Tue 20. Oct 2020, 12:11
by quattro
Wir sind von Mitte August bis Mitte Oktober ca. 4000 km in Deutschland und grenznahenm Umland gefahren. Ich kann dieses Phänomen nur bestätigen.
Immer gleicher Fahrstil, gleiches Gewicht und wir haben keinen Filter mehr.
Der Verbrauch schwankte zwischen 8,6 und 11,8 (nach dem Tanken ausgerechnet).
Reichweite bis zum Tanken ca. 900 km.

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Tue 20. Oct 2020, 12:21
by muelli
Elsadre wrote:Ist das der Verbrauch für eine komplett verfahrene Tankfüllung, oder was der Bordcomputer auf einer Autobahnfahrt anzeigt?



Das ist der Verbrauch nach einem kompletten Tank bis 0km Restlaufstrecke (Anzeige "Tanken" im Display)


Ich bin beruhigt zu sehen, dass ich offensichtlich nicht "verrückt" bin und mir das einbilde bzw. manchmal mit unbemerktem Klumpfuß fahre :D
Die örtlichen Tankstellen sind alle eben gebaut, insofern schließe ich schief stehen erstmal aus. Ich werde mir das jetzt mal anfangen zu notieren, wobei es natürlich sein kann, dass die Tanken unterschiedlich beliefert werden, dann ist man in den Arsch gekniffen und hat Lotteriespiel.
Aber ein Mehrverbrauch von 20-25% ist schon happig!

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Tue 20. Oct 2020, 15:38
by r.lochi
Das habe ich auch schon festgestellt, gerade beim Autobahn Fahren. Ich hab entschieden es auf Gegen- und Rückenwind zu schieben. Ich glaub das macht viel aus.
Schwankungen im Pendelverkehr schiebe ich auf minimal unterschiedliche Geschwindigkeiten im Verkehrsfluss. Bei mir ist der Verbrauch bei 900 U/min höher als bei 1100 U/min wenn der Turbo anfängt zu unterstützen.

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Tue 20. Oct 2020, 16:04
by Colt
Eins ist mir noch aufgefallen: wenn ich nur bis zum "klack" tanke, ist der Füllstand extrem unterschiedlich. Der Grund dafür ist, dass der Diesel je nach Additiven und Temperatur stark unterschiedlich schäumt. Ich tanke meist bis wirklich voll ist, d.h. bis ich die klare Plörre sehe. Aber das könnte bei dem einen oder anderen schon einen heftigen Unterschied machen.

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Tue 20. Oct 2020, 16:16
by muelli
Ich werde das demnächst nochmal mit einer anderen Tanke testen......
momentan kann ich mir nicht vorstellen, dass die 7% Biodiesel einen Mehrverbrauch von bis zu 25% ausmachen können...

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Tue 20. Oct 2020, 19:31
by TimTiller
quadman wrote:Das Problem ist die Regeneration des Filters. Manch Qualität ist so schlecht, da wird nach 300km schon wieder regeneriert. Bei anderem Diesel nach den üblichen 600 Kilometern. Scangauge einbauen und die Parameter für die Regenerationsanzeige und DPF Temperatur programmieren. Dann hat man da schon mal die Überwachung.
Bei regenerieren geht der Dieselverbrauch ja ziemlich hoch für die Zeit...

Ich tanke immer "Stehkragen". Wenn voll, dann voll!



Gruß Stefan


Das mit dem unterschiedlichen Spritverbrauch habe ich auch. Aber nur mit normalen Diesel. Am regenerieren kanns bei mir aber nicht liegen, Das macht meiner immer bei ca 330 km Strecke. Egal ob ich Billigdiesel oder Premiumdiesel fahre. Premiumdiesel tanke ich übrigens vorwiegend .Und habe damit einen relativ konstanten Verbrauch von 9-10 Litern . Auf Landstrasse etc.

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Tue 20. Oct 2020, 20:18
by toyotamartin
Beim Diesel weiss ich es nicht ..beim Benzin ist es so, dass jetzt, mit ca 2 Monaten alten Benzin,egal ob im Kanister oder Tank, die Benzinmotoren wie Motorfräse usw nur sehr schlecht bis gar nicht anspringen wollen.Fülle ich neues Benzin von der Tankstelle ein ist kein Startproblem.War früher auch schon so aber nicht so dramatisch,da musste das Benzin schon 2-3 Jahre alt sein dass Startprobleme vorkamen.

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Tue 20. Oct 2020, 20:26
by FrankBerlin
Dieses ominöse Phänomen ist schlicht und ergreifend auf Meßfehler zurückzuführen. Aus einem einfachen Grund: diese Erfahrung hätten doch schon seit etlichen Jahrzehnten Millionen von Autofahrern (privat/dienstlich, Pkw/Lkw, Diesel/Benzin) in ganz Deutschland bzw. dem Rest der Welt machen müssen. Ich kann mich an keine Diskussionen diesbezüglich erinnern. Und wenn es wirklich Tankstellenbetreiber und damit Dieselsorten geben sollte, bei denen der Verbrauch aufgrund der Zusammensetzung um 20…25% bzw. 2…3 Liter schwankt, hätte sich das wohl schon rumgesprochen. Z.B. mit dem Effekt, daß Betreiber X Konkurs angemeldet hätte.

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Tue 20. Oct 2020, 21:01
by TimHilux
Böse Zungen könnten nun die unterschiedliche Eichung der Zapfsäulen mit ins Gespräch bringen.....

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Tue 20. Oct 2020, 21:15
by muelli
FrankBerlin wrote:Dieses ominöse Phänomen ist schlicht und ergreifend auf Meßfehler zurückzuführen. Aus einem einfachen Grund: diese Erfahrung hätten doch schon seit etlichen Jahrzehnten Millionen von Autofahrern (privat/dienstlich, Pkw/Lkw, Diesel/Benzin) in ganz Deutschland bzw. dem Rest der Welt machen müssen. Ich kann mich an keine Diskussionen diesbezüglich erinnern. Und wenn es wirklich Tankstellenbetreiber und damit Dieselsorten geben sollte, bei denen der Verbrauch aufgrund der Zusammensetzung um 20…25% bzw. 2…3 Liter schwankt, hätte sich das wohl schon rumgesprochen. Z.B. mit dem Effekt, daß Betreiber X Konkurs angemeldet hätte.


Also messfehler schließe ich aus. Es sei denn die km Anzeige im lux geht nach dem Zufallsprinzip. Wenn ich mit 60l (bis zur reserve) einmal 600km und einmal 750km weit fahre, dann ist was mit dem sprit faul. Ganz einfach.

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Tue 20. Oct 2020, 21:48
by toyotamartin
oder verschieden schwere Schuhe :biggrin:

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Wed 21. Oct 2020, 07:22
by lightandy
ich habe ja bei mir noch einen ganz anderen verdacht, ich weiß noch nicht wer, aber bei mir verschwinden auch regelmäßig um die 20 Liter pro Tankfüllung unauffindbar und endgültig aus dem tank. ich weiß nicht ob das einer klaut oder im fahrbetrieb irgendwo im Rücklauf ausläuft oder was auch immer... weil wenn dem nicht so wäre, würde mein grj ja mehr wie 13-14 l verbrauchen. und das kann ich mir gar nicht vorstellen...

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Wed 21. Oct 2020, 10:10
by cargoliner
quadman wrote:Das Problem ist die Regeneration des Filters. Manch Qualität ist so schlecht, da wird nach 300km schon wieder regeneriert. Bei anderem Diesel nach den üblichen 600 Kilometern. Scangauge einbauen und die Parameter für die Regenerationsanzeige und DPF Temperatur programmieren. Dann hat man da schon mal die Überwachung.
Bei regenerieren geht der Dieselverbrauch ja ziemlich hoch für die Zeit...


Das habe ich bei meinem J15 auch gedacht und verfolge das seit über 8.000km.

Regeneration bei mir immer +/- 200km (Annahme: 10l/100km) und Regenerationsdauer +/-17km (Annahme 12l/100km). Egal ob Biodiesel von irgendwo oder Aral Ultimate. Ich komme also mit einer Tankfüllung auf ca. 3,5 Regenerationszyklen.

Der erhöhte Durchschnittsverbrauch läßt sich bei mir daher allein durch die DPF Regeneration nur mit ca. 0,2l/100km erklären. Ich suche aber seit 1 Jahr nach einer Erklärung für +1,0l/100km.

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Wed 21. Oct 2020, 12:19
by Lender
Ich würde es mit der Temperaturausdehnung begründen. Bei 60l Diesel machen 20K Differenz rund 3.6l aus.

Der Treibstoff in den Bodentanks hat kaum Umgebungstemperatur und die Zapfsäulen kompensieren ja auch auf 20 Grad C.

Wenn ich also mit warmem Diesel, so 30 Grad C, volltanke und der in der Nacht auf 5 Grad C abkühlt dann habe ich ca. 4l weniger im Tank. Und wenn ich kalten Diesel tanke und er sich dann erwärmt habe ich ca. 4l mehr Diesel im Tank. Ergibt dann eine Differenz vom besten zum schlechtesten Szenario von 8l.

Ich würde mich daher eher auf die Anzeige des Bordcomputers verlassen als auf den Füllstand vom Tank. Und auch hier hängt es von der Temperatur ab. Denn kalte Luft hat mehr Sauerstoff pro Volumen als warme. Dadurch kann/muss mehr Diesel verbrannt werden.

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Wed 21. Oct 2020, 12:19
by Lender
Ich würde es mit der Temperaturausdehnung begründen. Bei 60l Diesel machen 20K Differenz rund 3.6l aus.

Der Treibstoff in den Bodentanks hat kaum Umgebungstemperatur und die Zapfsäulen kompensieren ja auch auf 20 Grad C.

Wenn ich also mit warmem Diesel, so 30 Grad C, volltanke und der in der Nacht auf 5 Grad C abkühlt dann habe ich ca. 4l weniger im Tank. Und wenn ich kalten Diesel tanke und er sich dann erwärmt habe ich ca. 4l mehr Diesel im Tank. Ergibt dann eine Differenz vom besten zum schlechtesten Szenario von 8l.

Ich würde mich daher eher auf die Anzeige des Bordcomputers verlassen als auf den Füllstand vom Tank. Und auch hier hängt es von der Temperatur ab. Denn kalte Luft hat mehr Sauerstoff pro Volumen als warme. Dadurch kann/muss mehr Diesel verbrannt werden.

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Wed 21. Oct 2020, 12:45
by FrankBerlin
Das ist der Verbrauch nach einem kompletten Tank bis 0km Restlaufstrecke (Anzeige "Tanken" im Display).

Hier liegt aus meiner Sicht das Problem. Was heißt bei dir „kompletter Tank“? Du solltest erstmal sicherstellen, daß du immer gleich „voll“ tankst, was aber nicht unbedingt Stehkragen – also kurz vorm kleckern – heißen muß. Sondern ähnlich wie von Colt beschrieben: bis du den Flüssigkeitspegel an einer bestimmten! Stelle (die du dir merken kannst) im Tankzulauf siehts, nachdem der Schaum (Billigdiesel) weg ist. Bedeutet u.U. etwas Gefummel… Dann den km-Stand notieren. Den Tacho kannst du mal mit deinem GPS überprüfen, sollte aber vernachlässigbar sein. Displayanzeige „Tanken“ wäre mir für eine genaue Verbrauchsbestimmung ziemlich egal – außer das man wohl wirklich langsam nachfüllen sollte. Und das machst du dann, in dem du wieder bis zu der o.g. „Stelle“ volltankst und die km notierst. Jetzt kannst du schon das 1.mal rechnen, weil du den halbwegs genauen Verbrauch für eine bestimmte Strecke kennst. Wobei Schwankungen von +/- 0,5 Liter zwischen den Einzelmessungen zu erwarten sind und mir auch egal wären. Das ganze Prozedere kannst du jetzt mehrmals hintereinander an der selben Tanke vollführen, um die Anfangsmessung zu bestätigen, oder du wechselst zu einem anderen Anbieter, um die von dir genannten Differenzen zu belegen. Und alles schön notieren, aber nicht so Aussagen wie „guter Diesel“, sondern die genaue Marke/Sorte/Anbieter: Freie Tankstelle, Marken-Tanke, Premium-Zeugs… Nebenbei: an den Dieselzapfsäulen steht in der Regel „B7“ – was das im Einzelnen heißt, steht gleich darunter oder kann man googeln. Palmöl ist in deiner Magarine, nicht im Diesel. Ein paar Prozent Biodiesel im Sprit mehr oder weniger vermindern die Zündqualität kaum oder gar nicht, schließlich gab’s mal Biodiesel als Reinkraftstoff! Bei ARAL-Ultimate steht auch B7, aber nur aus rechtlichen Gründen, Näheres kann man dort nachlesen. Z.B. gibt ARAL bei seinem Premiumzeug eine Spritersparnis von nur ca. 4% an, was aber eher an der höheren Cetan-Zahl als an der Abwesenheit vom Bioanteil liegt. Eine oder drei Regenerationen pro Tankfüllung sollten unter die o.g. 0,5-Liter-Schwankung fallen. Schiefstehen an der Säule mit damit verbundenen unterschiedlichen Füllzuständen führt zu „Verbrauchs“-Unterschieden – und damit wiederum zu Füllstandsdifferenzen von 20…25%? Wer soll das glauben? An einer „geraden“ Zapfsäule bekommst du 100L in deinen Tank, an einer schrägen nur 80L???
Und wenn du dann in ein paar Monaten mit deiner Doppelblindstudie fertig bist, also einige Tankfüllungen verbraten hast, gräbst du den Fred nochmal aus und berichtest uns. Viel Erfolg!

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Wed 21. Oct 2020, 14:45
by FrankBerlin
@ Lender

Unabhängig davon, daß deine Zahlen falsch sind (100Liter + 20 Grad Temperaturdifferenz ergeben bei einem Raum-Ausdehnungskoeffizienten von 0,00096 für Diesel eine Volumendifferenz von 1,9Liter) ist deine Argumentation auch in anderer Hinsicht nicht stimmig: es würde dann nämlich eine Sommer-Winter-Verbrauchsdifferenz geben. Weltweit. Für alle. Seit der Erfindung des Automobils. Und bei allen Geräten, die'n Verbrennungsmotor haben. Und keiner hat‘s bisher bemerkt. Ich habe jedenfalls von dieser Erscheinung noch nichts gehört. Und es geht bei deiner Ausdehnungstheorie auch nur um schlappe 2%. Und nicht um 20%. Und . . .

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Wed 21. Oct 2020, 14:50
by r.lochi
Also ich bezweifle auch den Sinn einer genaueren Untersuchung. Ich meine was bringt es einem? Will man den Autohersteller verklagen oder den Spritlieferanten? -> viel Spaß! Oder will man es einfach nur wissen? -> dafür ist es zu viel Aufwand!?
Ein Bekannter von mir ist Tankwagen-Fahrer und er sagt, dass er alle Tankstelle mit der gleichen Suppe beliefert. Also brät Aral kein anderes Würstchen als JET.

Ich glaube auch wie schon geschrieben, das es an den (Umwelt)einflüssen liegt:
- Temperatur (Ausdehnung Diesel, Druck im Reifen, Reibung Reifen, Luft Verbrennung, Motorwärme) im Winter verbraucht meiner ein kleines bissle weniger als im Sommer (EDIT: bei gleicher Fahrweise, aber da mein ich 0,1-0,2L auf 100km keine 20%) - im Winter haben Rennautos (mit Turbo) auch bessere Werte als im 40° Sommer
- Wind (Gegen- Rücken-)
- Regen (Rollwiderstand?, Luftfeuchtigkeit Verbrennung)
- Gasfuß (der ist nie gleich)
- Verkehr
- Ladung
- Fahrstrecke
- Füllstand Tank

Kraft kommt von Kraftstoff. Wir fahren alle keine sparsamen Autos und wenn man sich so ein Auto leisten tut, ist das doch unrelevant oder?

Meine Meinung,
Richi :)

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Wed 21. Oct 2020, 19:14
by GRJ78
Denke auch das der Sauerstoffgehalt/Luftfeuchtigkeit und Temperatur/Luftdichte neben der Topograhie und Wind eine Rolle spielen. Auch der Reifenluftdruck und elektrische Verbraucher beeinflussen den Verbrauch. Die E-Autofahrer haben die Parameter für ihre Dahrzeuge oft bis ins kleinste Detail er“fahren“ und haben da Tipps und Tricks.
Bei meinem Benziner ist im gleichen Trimm der Verbrauch stark abhängig von

Stadt/Autobahn
Geschwindigkeit
Gasfuss
Luftdruck

Bin mal mit 5 bar in den 285/70/17 Bfg KM3 von Savona nach Karlsruhe gecruist ~100 gediegen mitgeschwommen und hatte 15.5 l ueber die knapp 800 km.

Die 5 bar aber auch nur wegen defektem Manometer an der Tanke in Savona vor der Mautstation.


Es gibt da viele Möglichkeiten....

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Thu 22. Oct 2020, 17:51
by muelli
Leuts, wir reden doch hier nicht von zehntel Litern.... Auch nicht 1, 2 oder 3, 4, 5 liter.
Wenn ich fahre bis "tanken" kommt, und dann 59.x oder 60.x liter tanke, ist auch die Ungenauigkeit beim Befüllen doch kein Thema.
Der Reifendruck ist immer gleich und auch der Sonnenschein auf dem linken Spiegel ändert nichts an der Tatsache, dass quasi grob 15l "fehlen".
Es ist natürlich müßig bei der Tanke zu fragen, was genau im Bodentank steckt. B7 ist B7 und was da ankommt wissen sie wohl selber nicht genau, schätze ich mal.

Oh und noch ein Wort zum Palmöl. Natürlich ist Palmöl ein Bestandteil vom hiesigen Diesel. Das Zeug ist auf dem Weltmarkt billiger als Wasser. Auch wenn die geliebte EU das nun schriftweise stoppen will:
https://www.auto-motor-und-sport.de/tec ... regenwald/

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Thu 22. Oct 2020, 17:58
by holefire
Ich verstehe dich, auch wenn ich keine Antwort habe. Es bleibt interessant.

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Thu 22. Oct 2020, 19:36
by toyotamartin
Im Vergleich zu früher also 25 Jahre zurück ist der Sprit schlechter geworden .
Die Autos verbrauchen jedoch wesentlich weniger bei wesentlich erhöhter Leistung.
Mein erster Hilux war ein 2.2 Liter mit ca 65 PS Verbrauch ca 12 Liter,der 2. ein 2,4 mit ca 72 PS Verbrauch etwa gleich,dann der 2,4 Turbo mit 90 PS (4Runner) ein Säufer mit ca 16 Liter Verbrauch,2,4 mit 102 PS und ca 10 liter Verbrauch und der jetzige mit 2.5 140 PS ebenso mit ca 10 Liter.
Manchmal fahre ich 650 km mit einer Tankfüllung meistens 750 selten 800km.Ist mir völlig egal...ich hatte schon Autos mit 18-20 Liter Verbrauch aber auch welche mit 5-6 Liter,es liegt zu 99% am Fahrer.

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Thu 22. Oct 2020, 19:41
by quadman
Vor Jahren hatte ich an einer Ost Tankstelle mal 102.5 Liter getankt. Das Tankvolumen vom Fahrzeug war aber nur 92 Liter. Der Tank war wirklich arg leer, mit 90 Liter hatte ich gerechnet....
War wohl auch ein Problem mit der Eichung.


Gruß Stefan

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Thu 22. Oct 2020, 20:23
by TimHilux
Stefan, mein Kommentar war auch nicht ganz total auf Spass getrimmt.

Ich hatte in der Nähe von meinem vorhergehenden Wohnsitz eine Tankstelle bei der ich IMMER einen messbaren Mehrverbrauch hatte, beim Tanken.
Hab dann mal eine Probereihe gestartet. Volltanken an tanke "böse" und den Tank gut fahren, dann wieder dort volltanken und sich den Kopf heiss rechnen. Tanke wieder gut fahren und tanken an Tanke 2 - wundern...
Nochmal an Tanke 2 tanken und freuen. Dann wieder an Tanke Böse und wieder wundern....

Es lag also nicht an der Spritqualität sondern definitiv am Tankvorgang.

Tim

Edit: Das Ganze habe ich mehrfach gemacht, nicht nur einmal.

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Thu 22. Oct 2020, 21:29
by msiebener
Also mal zu Klarstellung , so wie das mit den Spritlieferungen in der kompletten Gegend hier läuft. Alle Sorten werden von einer Spedition beliefert , die alle den gleichen Spirt . Ob Diesel , Super , oder Normal , aus der gleichen Raffinerie bekommen. Unterschied sind lediglich je nach Marke die Additive und die weiteren Zusätze. und der Farbstoff. Mein Bruder hat Jahrelang bei vershiedenen Tankstellen gearbeitet .

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Thu 22. Oct 2020, 21:48
by dadida
Seit bald 14 Jahren fahre ich mit unseren (ehemals) Hilux- (und jetzt) Landy- Schoner, ein Volksbetrugswagen Polo 1.2 Bluemotion, täglich über 50 km in die Arbeit und zurück, natürlich auch andere Strecken wie Einkaufen oder zu Schwiegereltern (>200km). Zwischen Wohnort und Arbeitsstelle liegt ein Höhenunterschied von ca. 150 m. Der Spritverbrauch nach Bordcomputer* ist "bergab" ca. 0,3-0,5 l geringer als "bergauf". Der Maximalverbrauch lag mitgeschrieben und immer randvoll getankt bei 5,85 l/100km im Winter, der minimale bei 3,88 l/100km im Sommer, das sind ca. 50% Unterschied!

Seit dem Zwangssoftwareupdate wg Dieselbetrug braucht der Polo nachgemessen ca. 4% mehr (komischerweise im Winter eher weniger wie früher, liegt wohl am Klimawandel. D.h. durch die steigenden Temperaturen werden Motor, Getriebe, Reifen etc. schneller warm, der Verbrauch sinkt und der Klimawandel verringert sich dadurch sozusagen von selbst - eine interessante Theorie :rofl: :aetsch:)

Inzwischen hat der Polo über 260tkm auf dem Tacho, den größten Teil davon auf derselben Strecke mit meist derselben Standardgeschwindigkeit, abgesehen von Staus oder wenn ich es mal - selten - eilig hatte.

Mein Fazit: ohne genormte bzw. Laborbedingungen wie gleiche Strecke hin und zurück, gleiche Wetterbedingungen wie Wind, Temperatur etc. kann man keinen ernsthaften Vergleich ziehen.

Aber Du kannst Deine Vermutung ja mal beim ADAC plazieren, vielleicht können die ja im Labor die Werte der einzelnen Marken vergleichen.

* Der Verbrauch gemäß Bordcomputer liegt immer um ca. 0,2-0,4 l niedriger als der tatsächlich gemessene, noch so ein Ding von Volksbetrugswagen...

Dieter

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Mon 28. Dec 2020, 13:11
by muelli
Ich ergänze meine jüngste Erfahrung mal hier.
Zunächst: wenn der Lux auf "Leer" steht laut Anzeige und Bordcomputer sind ja noch ca 20l Sprit im Tank.
Das stimmt auch! Aber... davon lassen sich (zumindest bei mir, auf gerade Straße) ca. 8-10liter NICHT ausfahren :D

Diese Erfahrung habe ich gestern machen müssen, als ich den Tank bis auf besagte 8-10l Reserver runterfahren wollte. Er ging nämlich 2km vor der Tanke einfach stillschweigend aus. Kein Ruckeln, nichts, hat einfach abgeschaltet.
Der Mechaniker meines Vertrauens hat nach einem kurzen Lachflash gemeint, dass dann vermutlich eine Sicherheitsregelung zugeschlagen hat um zu vermeiden, dass die Einspirtzpumpe trocken läuft.
Also zur Tanke geschlurft, 5l geholt, reingekippt, kleines Pumpknöpfchen im Motorraum betätigt um Druck aufzubauen und dann sprang er sofort an und lief auch ganz normal. Hab übrigens mal zum Test Ultimate Diesel getank und trotz Autobahn sofort >1l weniger verbraucht als mit der üblichen Plörre.

Das nur mal so zum Hinweis, falls es noch keiner ausgefahren haben sollte und sich fragt, ob er die 20l Reserve ausfahren kann ;)

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Mon 28. Dec 2020, 13:30
by quadman
...spannend. Bis -64km Restreichweite hatte ich mich auch schon getraut. Das funktionierte noch...

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Mon 28. Dec 2020, 13:38
by TimHilux
Habs auch schon probiert und bin ähnlich gescheitert wie Stefan. Einfach ausgegangen ohne Ruckeln oder so.

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Mon 28. Dec 2020, 14:57
by muelli
Selbe Restmenge bei Dir?

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Mon 28. Dec 2020, 15:23
by TimHilux
In Ungefähr....
Hab aber halt auch den Zusatztank drinnen und einen Dicken Tankzuführschlauch den ich immer mit voll mache.
Sind so um die 147 Liter reingegangen 80+ca 70 Liter plus Schlauch . könnten also 6-8 Rest im Tank gewesen sein.

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Tue 29. Dec 2020, 01:53
by LetzteReihe
Ich teile eure Erfahrungen.
Das bei Toyota im allgemeinen die Reservelampe früh anspringt kenne ich bereits von anderen Modellen (Auris & RAV4). Bin nach Anzeige „Restreichweite 0km“ noch ca. 100 km weiter gefahren und es gingen 72 Liter rein. Tanke immer bis Unterkante Oberkante voll.
Genauso habe ich beobachtet dass der Verbrauch mit Aral Diesel Ultimate sinkt und die Laufruhe dafür etwas steigt.

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Tue 29. Dec 2020, 07:20
by Gurti
Meine Beobachtung vorgestern, mit leerem Anhänger Richtung Süden und mit leichter Ladung zurück Richtung Norden, 90 km Autobahn und 40 km Landstraße, Höhenunterschied weniger als 100 m, konstant 90 km/h mit Tempomat wo erlaubt: Auf dem Hinweg 10,5 liter, auf dem Rückweg 8,5 lt. Bordcomputer.
Es war Sturm mit Böen über 75 km/h aus südlicher Richtung. Das reichte teilweise, um bei 90 die Wandlerkupplung im 5. Gang zu öffnen...

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Tue 29. Dec 2020, 16:30
by JollyJumper
Hallo Leute,

ich finde hier wurden wesentliche Faktoren noch nicht ins Feld geführt.
Wie siehts denn aus, mit Mondschein und so, und überhaupt zum Tanken rechts oder links herum ums Auto gehen zur Zapfsäule?
Auch wenn die Suppe bei der Raffinerie aus dem gleichen Tank kommt und die Zapfanlagen in Deutschland geeicht und verplombt werden, kann man das doch nicht einfach ignorieren. :rofl:

Gruss Hagen

Re: Schlechter Sprit in Deutschland?

PostPosted: Tue 29. Dec 2020, 21:13
by quadman
...bei Vollmond schon. Also jetzt.