Moin!
Im Prinzip reicht bei regelmäßigen Ölwechseln (7500-10000km) auch billiges Öl.
Aber: Häufig ist bei billigem "No name" oder "Eigenmarken" Öl halt trotz gleichem Kanister teils unterschiedliches Öl drin - da es quasi da gekauft wird wo es grad am günstigsten ist.
Also nicht wundern wenn die Farbe des Öl zwischen 2 Kanistern leicht abweicht etc.
Bei Markenherstellern wird zwar auch teils in unterschiedlichen Raffinerien/Herstellungsbetrieben abgefüllt (wo außen auch mal wer anders draufsteht) aber eben nach strikteren Vorgaben und immer mit den Herstellerspezifischen Additiven angereichert. Zusätzlich engere Kontrollen.
Hier sind also die Schwankungen deutlich geringer.
Toyota gibt eigentlich außer den Standardspezifikationen der Verbände wie ACEA (EUropäisch), ILSAC (International) bzw. API (Amerikanisch) keine weiteren speziellen Freigaben bzw. Vorgaben, denen das Öl entsprechen muss - und Toyota gibt auch keine Öl-Hersteller bzw. deren Produkte explizit frei.
Daher findet sich zu den Toyotas in den Ölfindern der Marken-Hersteller auch immer nahezu das "volle Programm" deren angebotener Öle: Da sie inzwischen fast alle so hohe Mindeststandards erfüllen das selbst die einfachsten Markenöle für die Toyotas fast immer passen.
Der Freigabemist von Mercedes, VW und Co. hat einzig und allein einen Grund: Mehr Geld verdienen und sich bei Haftungsthemen einfacher rausziehen zu können.
Die Ölhersteller bezahlen dafür, das deren Öl getestet und freigegeben wird an die Fahrzeughersteller.
Zusätzlich kann man so recht einfach Schäden auf den Kunden abwälzen, weil er irgendeine Ölfreigabe missachtet hat und zusätzlich in den Werkstätten ordentlich Kohle für das Öl verlangen da es ja so speziell ist.
Passt ein bisschen zu dem Deutschen Gesetzeswahn - "was nicht genau geregelt ist muss ja Mist sein".
Eine Ausnahme wo es eklatant wichtig ist auf die Herstellerfreigabe zu achten: Bei den schwachsinnigen Motordesigns mit im Öl laufenden Zahnriemen von PSA und Co: Hier MUSS das Öl der Freigabe entsprechen, da sich sonst der Drecks Riemen noch früher auflöst als er es eh schon tut.
Aber eigentlich ist jeder Motor davon der verreckt ein Segen für alle - das ist absoluter Schwachsinn was da gebaut wurde.
Eigentlich enthalten die üblichen Spezifikationen von ACEA, ILSAC und API alles was wirklich wichtig und notwendig ist bei einem Öl an Vorgaben.
Die Unterschiede zwischen den Normen darf jeder mal selbst lesen, eine Gute Übersicht findet sich hier:
https://addinol.de/produkte/automotive- ... freigaben/
Hauptsächlich ändert sich mit immer neuen Normen eben das, was für neuere Motoren und Umweltschutzvorgaben wichtig ist.
Wichtig ist dabei vor allem das nicht alle Normen abwärtskompatibel sind!
Also:
Bei "alten" Motoren einfach bei einem Öl bleiben was die Normen erfüllt und nicht zwingend viel höhere Normen nehmen! Insbesondere da wo es eben um "nicht-abwärtskompatible" Normen geht!
Bei neueren Motoren ein Öl nehmen was auch in die Norm passt - aber es eben auch nicht zu einer Wissenschaft machen. Toyota ist was Öle angeht immer noch relativ konservativ und "einfach" unterwegs.
Viel wichtiger als die Entscheidung "Marken- oder Baumarktöl" ist:
- Jedes mal den Ölfilter zu wechseln und beim Originalfilter zu bleiben
- Nicht verschiedene Öle mischen
- Kurze Ölwechselintervalle von 5000-10000km je nach Motor und Nutzungsprofil.
- Die korrekte Viskosität nehmen: Dünnflüssiger ist nicht immer besser....
Zu den Unterschieden im Detail z.B. zwischen Ölen eines Herstellers mit gleichen Freigaben und trotzdem anderen "Produktnamen" und anderen subjektiv merklichen Eigenschaften schreibe ich später nochmal was.
Viele Grüße
Broesel