West-Afrika im Frühjahr 2012 - Guinea-Bissau bis Gabon

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PanmundoTobias
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West-Afrika im Frühjahr 2012 - Guinea-Bissau bis Gabon

Beitrag von PanmundoTobias »

Hallo Land-Cruiser Gemeinde,
Im Frühjahr fahren wir mit drei Schweizer Land-Cruisern (1x HDJ82, 2x Buschtaxi) von Guinea-Bissau nach Gabon. Die Route findet Ihr hier:

Teil 1:
http://www.bing.com/maps/default.aspx?v ... &encType=1

Teil 2:
http://www.bing.com/maps/default.aspx?v ... &encType=1

Hat jemand von Euch auf dieser Strecke schon Erfahrungen gesammelt? Ich würde mich freuen über Reiseberichte oder Highlights, die man auf keinen Fall verpassen darf.
Auch Berichte zur aktuellen Sicherheitslage sind natürlich willkommen.

Vielen Dank und Gruss,
Tobias
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bernd s
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Re: West-Afrika im Frühjahr 2012 - Guinea-Bissau bis Gabon

Beitrag von bernd s »

Hallo Tobias,

wir sind 2009 von Gambia nach Ghana bis Liberia quasi die Strecke gefahren, die du planst. Allerdings sind wir in Liberia über Harper in die Elfenbeinküste und von da an der Küste entlang bis Accra.

Die Route auf bing lässt quasi mit Fouta Djallon das Sahnestück Guineas aus. In der Gegend um Labe hat es die schönen Wasserfälle und richtig dichten Wald. Ich würde über Koundara und Labe fahren.

Die Route in Sierra Leone lässt komplett die Küste aus. Die Strände sind der Wahnsinn und Freetown hat neben einem unglaublichen Verkehrschaos wirklich Scharm. Etwas ranzig, unglaublich chaotisch und ein irrer Stadtstrand, hat was. An der Grenze zu Liberia gibt es den Gola Forrest, dort gibt es mittlerweile auch zwei Besucherzentren. Eines nördlich (ca 35 km von Kenema) mit Community Camps in Belebu und Lalehun und eines südlich kurz vor Zimmi. Wenn die Fähre bei Zimmi läuft (in der Regenzeit wegen zu grosser Strömung eher nicht) bietet sich die Anfahrt über Bo mit einem Abstecher nach Tiwai Island an. Wir sind aus Zeitgründen leider nur am Park vorbeigefahren und haben die Nacht am Eingang zum westlichen Besucherzentrum verbracht.

Empfehlenswert ist auf jeden Fall ein Besuch auf Tiwai Island. Hier scheint ein Community Projekt ausnahmsweise mal zu funktionieren. Das Fahrzeug bleibt im Dorf und man fährt mit dem Boot auf die Insel. Dort gibt es Camping Infrastruktur inklusive guten Zelten. Die Anlagen sind noch neu und man wird sehen wie lange der gute Zustand erhalten bleibt. Generell sind alle Beteiligten sehr engagiert, bemüht und freundlich. Koch und Guides werden von der Community gestellt und man vereinbart vorher was und wann man essen will, die Preise sind fix und durch Aushang nachvollziehbar. Man kann auch selbst kochen, hier ist das Essen aber auch Unterstützung für die Community. Für einen längeren Aufenthalt würde ich auf jeden Fall das Frühstück mitnehmen, Spagetti sind eben nicht unbedingt des Mitteleuropäers Lieblingsfrühstück

Die Pygmy Hippos sind extrem scheu und selbst der Ranger hat uns einen Besuch im Zoo empfohlen. Für Affen und Vogelfreunde gibt es jede Menge zu sehen und der Regenwald selbst ist den Walk schon wert.

Tagesbesuch 30 SLL
Besuch und Übernachtung 60 SLL
Bootstour 30 SLL
Forrest Walk 25 SLL
Kanu Tour 25 SLL
November 2009: 1 Euro: 5400 SLL Forex office; 5900 SLL Street

Liberia ist Firestone Country, du fährst tagelang an Gummiplantagen entlang. Aber auch hier sind die Strände unglaublich. Schau in der Nähe von Monrovia bei Harald im Mama Afrika vorbei (finde die Koordinate gerade nicht).

Wir waren in Sierra Leone und Liberia extrem positiv von den Leuten überrascht. Sehr freundlich, sehr aufgeschlossen und extrem interessiert.

Während in Liberia das (Busch)Campen relativ easy war, solltet ihr in Sierra Leone und zum Teil auch in Guinea quasi immer erst den Dorfchef des nächstgelegenen Orts um Erlaubnis fragen. Die gabs zwar immer problemlos, aber manchmal hat man nach einem langen Tag eben anderes im Sinn. Ohne ok steht aber spätestens wenn du gerade ins Bett willst das halbe Dorf am Auto und fragt was ihr da macht.

Ist die Route über den Tschad einer Nigeria Paranoia geschuldet, oder wollt ihr wirklich was im Tschad sehen? Sehr anstrengend, aber auch sehr interessant.

Generell sind Ghana, Togo und Benin eher empfehlenswert. Zum Teil Bilderbuchafrika und auch mal ein Nationalpark mit Tieren.

Wenn schon Zentralafrikanische Republik dann auf keine Fall den Dzanga-Sangha auslassen. Gorillas, Pygmäen und Waldelefanten. Die Route über Doba ist aber eher sicherheitstechnisch kritisch bis gefährlich, da beneide ich euch nicht. Reisen in der CAR ist generell schwierig und nervenaufreibend.

Bist du dir sicher, dass der geplante Grenzübertritt von Kamerun nach Kongo Brazza befahrbar ist? Bei meinen Recherchen habe ich nur eine Story mit Mopedtaxis und Einbäumen gefunden.

Wie geht’s in Gabun weiter oder habt ihr einen Abstellplatz?

Gruss
Bernd
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PanmundoTobias
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Re: West-Afrika im Frühjahr 2012 - Guinea-Bissau bis Gabon

Beitrag von PanmundoTobias »

Lieber Bernd,
Mensch, das übertrifft meine Erwartungen jetzt doch sehr! Vielen lieben Dank für Deine Schilderungen - sehr spannend und wirklich relevant für uns. Ich werde das mit meinen Expeditionsteilnehmern besprechen - und wenn ich darf komme ich vielleicht nochmals mit einer Detailfrage auf Dich zu.
Da ich selbst noch nie richtig in Afrika war kann ich die Nigeria Paranoia nicht wirklich beurteilen. Einer unserer Team-Mitglieder hat aber enge Verbindungen mit dem EDA der Schweiz, und die warnen gerade sehr vor Nigeria. Der Tschad ist also anstrengender also die anderen Staaten? Woran liegt das?
Ab Gabun werden die Autos wieder verschifft - zurück in die Schweiz über Rotterdam... Leider haben wir alle viel zu wenig Zeit (alles Unternehmer), wollen aber trotzdem jedes Jahr eine schöne Reise machen. Für Grenzübertritte werde ich unseren Experten Renato fragen (das schöne bei einer so grossen Gruppe ist, dass man alle möglichen Ämter delegieren kann ;-)
Wir werden dann über www.panmundo.com berichten.
Also, nochmals danke und wir werden Deine Hinweise ganz sicher in usnere Planung einfliessen lassen.
Gruss,
Tobias
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bernd s
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Re: West-Afrika im Frühjahr 2012 - Guinea-Bissau bis Gabon

Beitrag von bernd s »

Hi Tobias,

wenn ihr Nigeria aus Sicherheitsgründen umfahrt, habt ihr mit dem Tschad und vor allem mit der CAR mit Sicherheit die gefährlicheren Länder.

Nigeria hat einen sehr schlechten Ruf, die Entführungen im Süden zielen aber wohl eher auf Mitarbeiter von Konzernen. Die Strassensperren sind nervig, aber nicht tragisch. Die Jungs wollen in der Regel nur quatschen und die meisten Reisenden sind von Nigeria mehr als angetan.Ausnahmen bestätigen die Regel: Paul hatte mit seinem LKW in Nigeria wohl eher einen sehr schlechten Lauf. Wo in Nigeria ein kurzer Witz die Sache regelt bist du im Tschad mit der aggressiveren Grundstimmung schon ein bisschen mehr gefordert. Die diversen Bürgerkriegen sind noch nicht soo lange vorbei und die Stimmung ist häufig schlecht und aggressiv. Verglichen mit der CAR ist das aber alles Kindergeburtstag. Ausserhalb von Bangui ist mehr oder weniger Anarchie. Da sind diverse Warloards, Coupeur de Route, Sudanesische Wilderer bis an die Westgrenze und jeder der ne Uniform oder ne Knarre sein eigen nennt baut seinen eigenen Roadblock. Da dauert das Diskutieren oft Stunden. Ich nehme mal an, dass als Schweizer für euch Französisch kein Thema ist, sonst würde ich die beiden Länder auf keinen Fall angehen.

Ihr könnt gerne noch ein paar Infos haben, wir sind aber im Packfinale und ab Mitte der Woche unterwegs. Dafür gibts im Dezember News aus der Elfenbeinküste.

Gruss
Bernd
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betscharts
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Re: West-Afrika im Frühjahr 2012 - Guinea-Bissau bis Gabon

Beitrag von betscharts »

Hoi Tobias

Ist zwar schon ein paar Jahre her seit ich Westafrika vielfach bereist habe, aber einigen Erfahrungen kann ich euch mitteilen. Ich wiederhole dabei Vieles von Bernd. Zuerst aber eines: less is more, auch in Afrika.

Guinea Bissau: nach Buba nach Bolama zu den Bubaque Inseln.

Fouta Djalon: sehr schön die Region um Labe; Sierra Leone, mein Herzblatt: die Strände sind traumhaft (Lumley Beach, Number 2 River und viele mehr); offene, fröhliche Menschen; Outamba-Kilimi-Nationalpark schön ruhig, aber ohne viele Tiere damals zu Bürgerkriegszeiten; unbedingt Freetown besuchen, von der Uni oben am Berg Wahnsinnsaussicht auf die Stadt. Sehr gutes, "heisses" Essen, leckerer Palmwein a gogo.

Statt nach Liberia (kenn ich nicht) würde ich lieber hoch nach Bamako, Segou und Djenne (Die Moschee ist ein Muss) fahren und von dort nach Bobo. In Ghana liegen die Highlights eher im Süden: Sklavenhäfen, Kumasi, Kakum NP.

Kara im Norden Togos kann ich empfehlen: ruhig, nicht zu heiss und gute Schneidermeister.

Statt von Niger nach Tschad würde ich eher durch den Norden Nigerias fahren: über Kano nach Madaiguri (irgendwo gibts dazwischen noch warme Quellen) weiter in den Norden von Kamerum nach Maroua. Da habt ihr weniger Scherereien, denke ich.

Kamerun ist eines meiner Lieblingsländer, da es sehr vielfältig ist: oben trocken, unten sehr grün; englisch- und französischsprachig. Davon würde ich profitieren: von Maroua über Rhumsiki weiter nach Ngaoudere. Von dort in den Südwesten nach Foumban, Bafoussam, Nkongsamba (der berühmte Toni-Weissmüller-Tarzan-Wasserfall befindet sich dort in Ekom), Korup NP, zum Mount Kamerun, den man ich 2 Tagen besteigen kann von Buea aus, einen kühlen Städtchen. Weiter nach Limbe (botanischer Garten), dann schnell an Douala vorbei nach Kribi, wo man schön die Seele baumeln lassen kann.

Von da könntet ihr zum Dja NP, dann nach Süden nach Gabun. Ndjole, Lambarene, Libreville. In Gabun unbedingt scharfes Fleisch mit Mayo essen. Ein Gedicht.

Alternativ könntet ihr von Ngaoudere über Meiganga fahren nach CAR fahren, runter in den Dzanga Sanga NP. Aber ob ihr von da nach Süden oder Westen kommt mit Fahrzeugen, weiss ich nicht bzw. bezweifle ich. Ausser ihr habt extrem viel Zeit und Geld und könnte auf eine Fähre warten... CAR ist wirklich anstrengend (Korruption, aber richtig), Kongo-Brazza etwas weniger.

Übrigens: in Kamerum wird in den Schulen auch Deutsch unterrichtet und es gibt x Biersorten, ein wahres Paradies. Dies dank den Deutschen, die dort zwischen 1914 und 1918 kolonialisiert haben. Und in Kongo-Brazza gibts Leute, die in der DDR studiert haben und dich mitten im Dschungel ins reinstem Deutsch ansprechen.

Ein Zückerchen von Libreville aus: ein (Wochenend)-Trip nach Sao Tome. Wunderbare Strände und ein Ort, wo man seine Portugiesischkenntnisse auffrischen kann.

Lieber Gruss

Simon

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PanmundoTobias
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Re: West-Afrika im Frühjahr 2012 - Guinea-Bissau bis Gabon

Beitrag von PanmundoTobias »

Lieber Simon,
vielen lieben Dank für Deine Tipps! Ich bin mit Dir einig - less is more... Wir werden uns sicherlich etwas mehr einschränken, das denke ich auch.
Auf panmundo.com resp. über Facebook werden wir dann raportieren.
Gestern habe ich mein Auto vom letzten Trip in die Mongolei aus Rotterdam abgeholt. Jetzt wird es etwas aufgefrischt und dann im Januar schon nach Afrika verschifft. Freue mich schon sehr - das wird mein erster Afrika Trip.
Herzlicher Gruss
Tobias
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bernd s
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Re: West-Afrika im Frühjahr 2012 - Guinea-Bissau bis Gabon

Beitrag von bernd s »

Hi Tobias,

wie sind gerade in Bamako.

Ein Overland Truck Fahrer ist kürzlich durch Nord Nigeria und berichtet von bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Also bleibt nur der Süden Nigerias.

Gruss
Bernd
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