Laertes hat geschrieben: 16. August 2025 08:27
Holà!
So ein Hundebiss, noch dazu auf Reisen in einem fremden Land, ist absolut keine Kleinigkeit!
Du hast Dich ja nun auf Deinen Fahrten mit den eindrucksvoll semiprofessionellen bunten Bildern (nun sogar rinnendes Blut an der Wade) immer sehr deutlich zur Splendid-Isolation in glücklicher Zweisamkeit bekannt.
Vielleicht solltest Du aber im Interesse anderer Reisenden trotzdem noch ein paar Worte darüber verlieren, wie die Sache abgelaufen ist. Durch streunenden Hund auf freier Strasse/Weg? Bei einem Haus und dann doch überraschend schneller Kontakt zum Besitzer (Impfzeugnis)?
Selbst Kontakt zum Krankenhaus hergestellt, oder mit problemloser Kooperation des Hundebesitzers? Dort nur Wunde gereinigt, oder auch genäht; Kosten selbst bezahlt?
(Ich frage wegen eigener, allerdings sehr viel blutigerer, Erfahrung mit einem Familienmitglied nach diesen Einzelheiten.)
Gerne verliere ich ein paar weitere Worte dazu.
In dem Quartier sind viele Hunde unterwegs, manche wohl Strassenköter. Den betreffenden Hund, ein ziemlich grosses Viech, habe wir Minuten vor dem Biss gesehen in einem Gerufe mit anderen Hunden. In einem Shop hab ich was zu trinken gekauft und dann war dieser betreffende Hund in der Nähe, hab ihn aber nicht weiter beachtet. Aus dem Nichts heraus hat er mich dann von hinten in die Wade gebissen und einen der Fangzähne bis zum Anschlag in den Muskel gedrückt.
Ziemlich viele Leute haben das beobachtet und mir dann gesagt, der Besitzer des Hundes wohne in dem und dem Haus. Also hab ich den Besitzer zur Rede gestellt. Er hat mir versichert, dass der Hund gegen Tollwut geimpft ist. Die Impfzertifikate hat er dann auch gezeigt. Das ist insofern wichtig, als es in ganz Ecuador keine Tollwutimpfung gibt! Die sind landesweit ausgeschossen!
Also zum Glück kein Strassenköter.
Mit einem Taxi bin ich in ein Krankenhaus direkt in die Notaufnahme gefahren (Krankenhaus war eine Empfehlung des Besitzers des Campingplatzes), wo man die Wunde rund Dreiviertel Stunde zuerst mit Antibiotika und dann mit sterilem Wasser ausgewaschen hat. Verband drum und gut war. Nähen musste man offenbar nicht (der Hund hat zum Glück nicht gerissen). Dann eine ganze Woche Antibiotika schlucken, damit der Infekt nicht zu einer Blutvergiftung führt.
Bezahlt habe ich für den ganzen Service US$ 108. Den Hundebesitzer hätte ich anzeigen können und er hätte laut ecuadorianischem Recht die ganze Summe inkl. Taxi und Schmerzensgeld bezahlen müssen. Wahrscheinlich hätte man den Hund dann auch grad offiziell abgemurkst, da er offenbar (laut Nachbarn) nicht zum ersten Mal Leute gebissen hatte. Mir war es aber eine Anzeige nicht wert und ich habe es dabei belassen, dass ich den Schaden selber bezahlt habe. Für uns sind die US$ 108 nicht dermassen viel. Für viele Ecuadorianer ist das eine grössere Summe.
Da der Besitzer des Campingplatzes aber gut vernetzt ist in diesem Quartier, wollte ich keine weitere Massnahmen ergreifen. Den Hund selber aber schätze ich als gefährlich ein (ich kann es ansonsten sehr gut mit Hunden). Nicht vorzustellen, wenn der ein Kind angreift!!! Von dem her müsste er eigentlich abgetan werden ...
Die Wunde ist zum Glück gut verheilt. Sie ist trocken und eitert nicht. Eine Blutvergiftung ist in so einem Fall schnell mal möglich. Wir sind deswegen extra eine ganze Woche in Quito geblieben, da ausserhalb der grossen Städte die Gesundheitsversorgung äusserst bescheiden ist. Im besten Fall findet man einen Schamanen oder vielleicht noch einen Veterinär!