Servus Herrschaften,
wie schon in einem anderen Thread bemerkt, war ich von Anfang an mit der üblen Anfahrschwäche meines 80ers nicht glücklich. Vielleicht mag dafür auch die Automatik in Verbindung mit dem 1 HD-T verantwortlich sein, ich weiß es nicht.
Jedenfalls nervte es ungemein, mit einem 3,5 to schweren Anhänger und einem eigentlich leistungsstarken Zugfahrzeug an leichten Steigung nicht von der Platte zu kommen.
Nun, da es sich bei diesem Motor ja noch um ein weitgehendst elektronikfreies Model handelt, lag doch der Schluss nahe, sich wieder an das Alterlernte zu erinnern und dies Einspritzpumpe zu überarbeiten.
Die ganze Aktion dauerte keine 2 Std. und wurde mit ganz normalem Werkzeug vorgenommen.
Ich werde versuchen, es so verständlich wie möglich zu erklären, was mit Hilfe der Bilder sicher noch klarer wird. Es sollte jedem, mit ein wenig handwerklichem Geschick, möglich sein dasselbe zu tun, wenn er es will.
Um dies gleich vorne weg zu nehmen:
- wer es nicht will, soll es lassen.
- wer es sich nicht zutraut, soll es besser auch lassen
- es ist nicht aus irgendwelchen Toyotabüchern, sonder nur ehrliche alte Lkw-Schraubermanier.
- und alle Umweltapostel, Theoretiker und andere NachGarantie-Schreier sollte auch bitte nicht weiterlesen.
Wenn wir das nun geklärt hätten, können wir endlich anfangen:
Was wir an Werkzeug brauchen :
Handlampe, (Taschenlampe wäre zusätzlich nicht verkehrt)
Großer Schraubenzieher (Schlitz)
Kreuzschraubenzieher mittel (nicht ausgelutscht und möglichst lang)
Markierstift (weiß)
Verschiedene Gabel/Ringschlüssel in SW 17, 12, 6
Imbusschlüssel in 5mm (möglichst verschiedene Längen)
12 x 16 oder 18 Kupferdichtungen min. 3 Stück
ein paar Putzlappen (aber nicht die Fusseligen)
Ne leere Bierkiste (je nach Höherlegung
Und ne Kanne Kaffee oder anderes Lebenselexier
Über Sicherheit und Sauberkeit brauch ich ja nichts mehr sagen, wissen wir ja alle..........
Ein kalter Motor wäre übrigens von Vorteil, nicht dass es was ausmachen würde, wenn jemand auf heiße Finger steht.
Wer schon das neuere Getriebe drin hat (ich) muss diesen Sensor abschrauben. Aber bitte vorher genau markieren. Denn dieser sagt dem Getriebe, wieviel Gas wir gerade geben..........

- Loafi-ESP-1.jpg (21.36 KiB) 2226 mal betrachtet
Hierfür brauchen wir den langen Kreuzschraubenzieher.
Achtung, macht die Schrauben nicht rund, man kommt sehr bescheiden bei.
Dann bitte gleich den Haltebock des Sensors abschrauben (3 x 5mm Imbus) ist mal ne richtige Fummelei....... 2 Schrauben von oben und eine in der Seite..........
Wenn es hilft, kann man sofort das Gasgestänge aushängen (nur nach oben zeihen und unten etwas raushebeln)
Wenn nun das ganze Gedöns weg ist (habt Ihr die Schrauben auch alle wieder aus dem Unterfahrschutz rausgepoppelt ????) Sollte die Pumpe eigentlich wie unten gezeigt aussehen.
(Beim „alten“ Getriebe ist vermutlich der ganze Haltermist gar nicht erst dran.)
Wichtig ist nun, die mit dem Kugelschreiber gezeigt Hohlschraube zu lösen, bitte nur mal lösen. Bitte Vorsichtig, nicht Rund machen oder anderweitig verschandeln.....
Denn wenn Ihr die versemmelt, bekommt Ihr die Pumpe nicht mehr zusammengebaut.

- Loafi-ESP-2.jpg (20.78 KiB) 2226 mal betrachtet
Nun bitte die Druckdose oben auf der E-Pumpe aufschrauben (4 x 5mm Imbus) und den Deckel vorsichtig abheben.
Finger weg von der Membrane, die müssen wir erst „zeichnen“, das ist echt wichtig.

- Loafi-ESP-3.jpg (23.95 KiB) 2226 mal betrachtet
Bitte mit dem weißen Markierstift einen feinen Strich, beginnend auf der Membrane bis auf das Gehäuse machen. Denn genau so muss diese nachher auch wieder eingebaut werden.
Jetzt bitte die vorher gelöste Hohlschraube herausdrehen, aber Achtung, da kommt ne Feder mit raus, die dürft Ihr auf keinen Fall verlieren.
Was da rauskommt, sieht dann so aus :

- Loafi-ESP-4.jpg (8.28 KiB) 2226 mal betrachtet
Am besten mit 2 Fingern rausdrehen, und mit einem vorsichtig hinten dagegenhalten. Damit Euch die Feder nicht heraushüpft.
Jetzt können wir die markierte Membrane vorsichtig nach oben herausziehen.
Achtung , drunter kommt ne größere Feder und ein paar dicke Scheiben zum Vorschein. Bitte nichts verlieren oder runterwerfen.
Die Membran geht ganz knapp am Ansaugkanal vorbei, keine Angst, etwas Vorsichtig sein, dann geht das schon.

- Loafi-ESP-5.jpg (23.8 KiB) 2226 mal betrachtet
Man kann auf dem Bild nun schön erkennen, dass der Passtift unten nicht genau mittig den Konus hat, darum das markieren.
Nun kommt die erste eigentliche Veränderung:

- Loafi-ESP-6.jpg (23.93 KiB) 2226 mal betrachtet
Bitte dieses , wie ein Zahnrad aussehende Stellrad markieren, und 1 bis 1 ½ Umdrehungen nach unten Schrauben. Das geht von Hand, das Sicherungsblech ratscht eben ein wenig. Dafür wurde es ja auch gebaut.
Nun haben wir die Federvorspannung der Ladedruckabhängigen Volllastmenge verringert, somit macht unsere E-Pumpe bei weniger Ladedruck früher mehr Kraftstoffmenge.
Achtung, jetzt wird es etwas fummelig

- Loafi-ESP-7.jpg (19.67 KiB) 2226 mal betrachtet
Bitte oben in das Loch Mittig des „Zahnrades“ reinschauen, da sieht man unten einen kleinen Stift herausschauen. Den bitte jetzt vorsichtig in die Wandung zurückdrücken.
Es ist möglich, dass er wieder heraus schnappt, wenn der Gashebel an der Pumpe nicht auf Standgas steht.
Also, schön vorsichtig das Bölzchen zurückdrücken, die große Feder reinlegen, die Scheiben auf die Passwelle und alles wieder schön behutsam zusammengesteckt. Die Membran wird nicht ganz auf der Dichtfläch aufliegen, weil sie Dann schon auf der Feder liegt. Man kann sie aber leicht nach unten drücken
Bitte kein rumgeheble , oder klopfen !!!!!!
Das muß alles ganz locker und cremig wieder zusammenpassen.
Wenn nicht, wieder raus, Bölzchen kontrollieren.
Jetzt bitte die Membran wieder auf die Markierung drehen, Deckel vorsichtig drauf, mit dem Finger zusammendrücken und die Dose mit den 4 Imbusschrauben zusammenschrauben.
Jetzt wieder die Hohlschraube mit der Feder und einem neuen Kupferring einbauen und festziehen (Es ist bedeutend einfacher, wenn man in die Feder in die Hohlschraube mit etwas hellem Fett „einklebt“, damit sie beim Einbau nicht runterfällt)
Jetzt gleich wieder den Halter und den Sensor einbauen.
Achtung : der Sensor wird unter Vorspannung eingebaut. D. h. Kabel am Halter hinter der Pumpe lösen (großer Schraubenzieher) und den Sensor behutsam ca. 90° nach recht versetzt einsetzten, damit man ihn dann nach links zurückdrehen kann.
Solltet Ihr euch nicht sicher sein ob er richtig sitzt, einfach noch mal rausheben, dann schnappt er mit einem leisen „Klick“ wieder in die Nullstellung. Das ist dann ok, und Ihr wisst, dass es richtig gewesen wäre. Dann noch mal einsetzten und auf der Markierung festschrauben.
Kabel befestigen nicht vergessen und Gasgestänge wieder einhängen.
Nun kommen wir noch zur Volllastmenge, die wir in diesem Zug auch gleich ein wenig erhöhen.
Dazu bitte hinten an der E-Pumpe den Rücklaufstutzen (mit 2 Gummischläuchen) abschrauben (SW 17) damit man an die Vollastschraube rankommt. (Mitte Bild)

- Loafi-ESP-8.jpg (20.31 KiB) 2226 mal betrachtet
Diese auch bitte vorher mit dem Weißen Stift markieren (den vorderen Teil mit der 6er SW)
Mit dem 12 Ringschlüssel die Kontermutter lösen und dabei den Gewindestift mit dem 6er Ringschlüssel festhalten (oder nachher wieder auf die Markierung drehen)

- Loafi-ESP-9.jpg (22.6 KiB) 2226 mal betrachtet
Wenn die Kontermutter gelöst ist, den Gewindestift ¼ Umdrehung rein drehen und alles wieder anziehen.
Am Ende, wenn alles festgezogen ist, darf unsere Markierung nur ¼ Umdrehung nach rechts verdreht sein.
Jetzt noch die Hohlschraube vom Rücklauf mit 2 neuen Kupferringen verschrauben und alles ist erledigt.
Achtung, ½ Umdrehung rein = 3 cm³ mehr Kraftstoffmenge bei Vollast, das ist zuviel
Er beginnt dann übermäßig zu rusen, und die Abgastemperatur steig enorm, was zu einem kapitalen Motorschaden führen kann.
Aus Erfahrung weiß ich, dass er mit einer ¾ Umdrehung ab geht wie „Schmitz Katz“ , aber auch qualmt als würde er brennen, und das sollte ja nun nicht sein.
Beim ersten Starten kann er etwas "husten" und eventuell stimmt das Standgas nicht mehr ganz. Muß dann nur etwas korrigiert werden.
Nach der ersten Probefahrt stellte ich bei mir fest, daß das Getriebe manchmal nicht genau wusste, ob es nun in den 3. oder 4. Gan schalten soll. Kein problem, war nur der Sensor an der E-Pumpe, den ich ja abgebaut hatte, etwas verdreht. 2mm nach links oder rechts und alles passte wieder einwandfrei.
Am besten alles 2 mal durchlesen, am Auto genau schauen ob alles verstanden wurde und oder mir vorher ne PM schicken, dann gebe ich demjenigen meine Handynr. und er kann mich bei Problemen anrufen.
Alles kein Hexenwerk, nur gute alte Mechanik.............