Kühlbox selbstgebastelt
Verfasst: 30. April 2016 18:47
Hallo Forenfreunde
Anfang 2014 habe ich ja mit meinem 78er die Transafrika gestartet, von Zürich via Ostroute nach Capetown. Mit dabei meine Waeco CF-35, von der ich zwar bezüglich Kühlleistung und Zuverlässigkeit absolut zufrieden war, aber mit 31 Litern Nutzinhalt war sie einfach vieeeel zu klein. Zudem war die Kühlbox in mein Möbelsystem integriert, also innerhalb einer Truhe meines Flightcase-Ausbaus montiert und ich musste jedesmal zuerst den Deckel der Flightcase-Truhe und dann noch die Kühlbox selbst öffnen, bevors ans Bier ging.
Zugegeben, ich gehöre nicht zur Konservendosenfraktion, koche gerne auch unterwegs mal gut und mit frischem Gemüse (welches in Afrika bei 40 Grad am Schatten keinen Tag ausserhalb des Kühlschranks überlebt).
Und dann natürlich die Versorgungslage, zum Beispiel im Sudan, Äthiopien oder Tanzania, wo man fast nur in der Hauptstadt vernünftig Milchprodukte und Fleisch einkaufen kann... Also lange Rede ohne Sinn: ein grösserer Kühlschrank muss her. Und zwar vor allem einer, der optimal in die bestehenden Truhe passt und nicht auf jeder Seite 4cm unnützen Raum lässt, so wie das die CF-35 hatte.
Irgendwann und nach vielen Stunden Recherchen im Internet wurde im Januar 2016 klar: es wird eine Kühlbox der Marke Eigenbau. Nur so kann der bestehende Platz optimal ausgenutzt werden.
Etwas erschwerend war, dass der J7 in Johannesburg war, also die ganze Bastelei fernab meiner Werkstatt zuhause gemacht werden musste. Ich habe mich also in Johannesburg auf die Suche nach einem Danfoss BD-35 Kompressor gemacht (dieser Kompressor ist in den meisten Kühlboxen ausser den Engel verbaut). Waeco Johannesburg war sich zwar "ziemlich sicher" eine Coldmachine (so heissen die Selbstbauaggregate bei Waeco) am Lager zu haben, genau konnte man mir das aber auch nach 2 Wochen Wartezeit nicht sagen. Als Alternative gibts ja zum Glück noch Isotherm, die in Südafrika von National Luna vertrieben werden. Die hatten zum Glück ein Aggregat mit Verdampfer in O-Form, der ungefähr die gewünschten Dimensionen hatte, und dank des für uns vorteilhaften Randkurses 20% günstiger als der günstigste Onlinehändler in DE war. Der O-Verdampfer dient dabei als Gefrierfach innerhalb der Box.
Für ca. 70 Franken habe ich mir dann eine Box aus HD-PE in 4mm Stärke schweissen lassen, mit Frischhaltefach und Aussparung für den Schliessmechanismus der Flightcase-Truhe. Die Box ist ca 80cm breit und ca 34cm hoch und ca. 33cm breit:
Dann habe ich mir 35mm PUR-Platten geholt, diese behelfsmässig mit meinem Buschmesser zugeschnitten und die HD-PE Box damit verkleidet und einen ersten Test im nicht eingebauten Zustand gemacht:
Die neue Selbstbautruhe gegen die CF-35. Beide auf maximale Leistung (für die Selbstbautruhe habe ich einen Widerstand geschaltet, um die Drehzahl von standardmässig 2000rpm auf 3500rpm zu erhöhen. Bei beiden Systemen habe ich einen baugleichen Thermometer direkt an den Verdampfer geklebt. Nach ca. 30 Minuten hatten beide Boxen den Gefrierpunkt am Verdampfer erreicht, nach ca. 2 Stunden waren sie beim Minimum von -24 Grad angelangt. Weiter nach unten schafften sie es nicht. Fazit: die Selbstbaubox kann bezüglich Kälteleistung mithalten. Erster Test erfolgreich. Nun kann also ans Verbauen im Taxi gedacht werden.
Ich habe mir dann zwei digitale Thermostaten gekauft, einen für die Gefrierbox, der andere misst an der wärmsten Ecke der Kühlbox. Fällt eine der beiden Temperaturen unter den eingestellten Schwellenwert, schaltet der Kompressor ein.
Was ich nicht in Südafrika bekommen habe, sind Vakuumpaneelen. Diese haben einen etwa 5x besseren Wärmeleitkoeffizienten (lambda-Wert) als die PUR-Platten. Ich habe meine Box letztendlich mit diesen Paneelen in 25mm Stärke ausgekleidet und die Paneelen mit Sikaflex verklebt. Der Nachteil dieser Paneelen ist ihre dünne verletzliche Plastikfolie und natürlich der Preis (ca 220 Euro in meinem Fall). Dafür ist die Dämmung wirklich spürbar sehr gut.
(Fortsetzung im nächsten Beitrag)
Anfang 2014 habe ich ja mit meinem 78er die Transafrika gestartet, von Zürich via Ostroute nach Capetown. Mit dabei meine Waeco CF-35, von der ich zwar bezüglich Kühlleistung und Zuverlässigkeit absolut zufrieden war, aber mit 31 Litern Nutzinhalt war sie einfach vieeeel zu klein. Zudem war die Kühlbox in mein Möbelsystem integriert, also innerhalb einer Truhe meines Flightcase-Ausbaus montiert und ich musste jedesmal zuerst den Deckel der Flightcase-Truhe und dann noch die Kühlbox selbst öffnen, bevors ans Bier ging.
Zugegeben, ich gehöre nicht zur Konservendosenfraktion, koche gerne auch unterwegs mal gut und mit frischem Gemüse (welches in Afrika bei 40 Grad am Schatten keinen Tag ausserhalb des Kühlschranks überlebt).
Und dann natürlich die Versorgungslage, zum Beispiel im Sudan, Äthiopien oder Tanzania, wo man fast nur in der Hauptstadt vernünftig Milchprodukte und Fleisch einkaufen kann... Also lange Rede ohne Sinn: ein grösserer Kühlschrank muss her. Und zwar vor allem einer, der optimal in die bestehenden Truhe passt und nicht auf jeder Seite 4cm unnützen Raum lässt, so wie das die CF-35 hatte.
Irgendwann und nach vielen Stunden Recherchen im Internet wurde im Januar 2016 klar: es wird eine Kühlbox der Marke Eigenbau. Nur so kann der bestehende Platz optimal ausgenutzt werden.
Etwas erschwerend war, dass der J7 in Johannesburg war, also die ganze Bastelei fernab meiner Werkstatt zuhause gemacht werden musste. Ich habe mich also in Johannesburg auf die Suche nach einem Danfoss BD-35 Kompressor gemacht (dieser Kompressor ist in den meisten Kühlboxen ausser den Engel verbaut). Waeco Johannesburg war sich zwar "ziemlich sicher" eine Coldmachine (so heissen die Selbstbauaggregate bei Waeco) am Lager zu haben, genau konnte man mir das aber auch nach 2 Wochen Wartezeit nicht sagen. Als Alternative gibts ja zum Glück noch Isotherm, die in Südafrika von National Luna vertrieben werden. Die hatten zum Glück ein Aggregat mit Verdampfer in O-Form, der ungefähr die gewünschten Dimensionen hatte, und dank des für uns vorteilhaften Randkurses 20% günstiger als der günstigste Onlinehändler in DE war. Der O-Verdampfer dient dabei als Gefrierfach innerhalb der Box.
Für ca. 70 Franken habe ich mir dann eine Box aus HD-PE in 4mm Stärke schweissen lassen, mit Frischhaltefach und Aussparung für den Schliessmechanismus der Flightcase-Truhe. Die Box ist ca 80cm breit und ca 34cm hoch und ca. 33cm breit:
Dann habe ich mir 35mm PUR-Platten geholt, diese behelfsmässig mit meinem Buschmesser zugeschnitten und die HD-PE Box damit verkleidet und einen ersten Test im nicht eingebauten Zustand gemacht:
Die neue Selbstbautruhe gegen die CF-35. Beide auf maximale Leistung (für die Selbstbautruhe habe ich einen Widerstand geschaltet, um die Drehzahl von standardmässig 2000rpm auf 3500rpm zu erhöhen. Bei beiden Systemen habe ich einen baugleichen Thermometer direkt an den Verdampfer geklebt. Nach ca. 30 Minuten hatten beide Boxen den Gefrierpunkt am Verdampfer erreicht, nach ca. 2 Stunden waren sie beim Minimum von -24 Grad angelangt. Weiter nach unten schafften sie es nicht. Fazit: die Selbstbaubox kann bezüglich Kälteleistung mithalten. Erster Test erfolgreich. Nun kann also ans Verbauen im Taxi gedacht werden.
Ich habe mir dann zwei digitale Thermostaten gekauft, einen für die Gefrierbox, der andere misst an der wärmsten Ecke der Kühlbox. Fällt eine der beiden Temperaturen unter den eingestellten Schwellenwert, schaltet der Kompressor ein.
Was ich nicht in Südafrika bekommen habe, sind Vakuumpaneelen. Diese haben einen etwa 5x besseren Wärmeleitkoeffizienten (lambda-Wert) als die PUR-Platten. Ich habe meine Box letztendlich mit diesen Paneelen in 25mm Stärke ausgekleidet und die Paneelen mit Sikaflex verklebt. Der Nachteil dieser Paneelen ist ihre dünne verletzliche Plastikfolie und natürlich der Preis (ca 220 Euro in meinem Fall). Dafür ist die Dämmung wirklich spürbar sehr gut.
(Fortsetzung im nächsten Beitrag)