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Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 6. März 2020 12:03
von imdek
Hallo zusammen,
wir (2 Erwachsene, 1 Schulkind) wollen in 1-2 Jahre für Paar Monate nach Südamerika. Danach soll das Auto dort bleiben und wir fliegen nochmal 6 Monate später hin. Danach - mal schauen...
So der Plan zumindest.
Langsam stellt sich für mich die Frage - was für Auto nehme ich dafür.
Ich fahre einen HDJ100 (2004-er, 5-Gang Automatik), der ist
+ bequem
+ stark
- unzuverlässig
- zu elektrisch und zu kompliziert (ich kann mir schon vorstellen was wird mit ganzen Sensoren passieren, wenn man über Salzwasser fährt)
- hat wenig Platz (vor allem wegen Innenraumhöhe)
- hat wenig Zuladung
Man kann auf OME umbauen - dann hat man etwas weniger Elektrik und mehr Zuladung. Und noch ein Dachzelt oben drauf - wobei ich würde lieber im Auto schlafen. Oder sogar mit AHC und 80-er Federn fahren , Ersatzsensoren mitnehmen und hoffen.
Alternativ überlege ich mir, ob ich einen HJ61 kaufen soll. Die guten sind unbezahlbar, ich tendiere eher zu gebrauchten, die man teilrestaurieren muss. Ohne Frame-Off, da fehlt mir leider die Möglichkeit - der Rest sollte kein Problem darstellen. Ich habe, leider, keine Infos bzgl. Innenraumhöhe / Breite gefunden, aber vielleicht habe ich falsch gesucht.
J61:
+ zuverlässig
+ einfach
+ keine Elektronik
- weniger Komfort
- schwer zu finden
- Klima ist selten
- Ersatzteilversorgung ...
- Platz ?
- muss man viel Zeit in die Resto investieren. Kosten auch.
Bei J6 sehe ich kein Problem das Auto für 6 Monate stehen zu lassen - der wird schon wieder anspringen. Bei J10 wäre ich gar nicht so sicher.
Jetzt steht wieder ein 61-er zum Verkauf und ich bin am überlegen - Soll ich oder nicht?
Technisch traue ich mir, kein Thema. Aber ob's sinnvoll ist?
Vielleicht mache ich mir zu viele Gedanken und man kann auch mit einem J100 durch Südamerika reisen?
Was meint Ihr?
ps.
Alternativ habe ich auch an HZJ75'er gedacht. HZJ78-er sind mir leider viel zu teuer (da würde ich lieber einige Monate länger reisen), HJZ75-er kaum zu finden.
BJ75 und PZJ75 sind schon etwas untermotorisiert und im Sachen Komfort auch nicht so wirklich top.
pps.
J8 mag ich nicht.
Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 6. März 2020 12:14
von Peter_G
Spontaner Gedanke:
J100 verkaufen und das Geld in den J6 stecken.
Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 6. März 2020 12:40
von oribi
Wir sind mit einem Toyota Yaris durch Argentinien, Chile und Bolivien 18.000km gefahren inkl. Route 40. Ein hochbeiniges Auto wäre sicherlich wäre sicherlich manchmal von Vorteil gewesen, aber das hängt immer von vielen Faktoren ab. Ich würde kein neues Auto kaufen - der 100er ist doch perfekt.
https://youtu.be/91d_0XfluBs
Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 6. März 2020 12:54
von Feldi
imdek hat geschrieben:Jetzt steht wieder ein 61-er zum Verkauf und ich bin am überlegen - Soll ich oder nicht?
Technisch traue ich mir, kein Thema. Aber ob's sinnvoll ist?
Schlicht eine Frage des Zustands.
Wer schrauben kann, kann die Technik revidieren oder ggf. ersetzen.
Aber erst ewig lang gegen Rostfäule an Karrosse oder Rahmen anzukämpfen, ergibt m.M.n. keinen Sinn.
(Ich hätte da jedenfalls keinen Bock drauf)
Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 6. März 2020 15:36
von fsk18
prinzipiell kann der 100er das

die Frage ist eher ob der Besitzer sich und dem Auto dies traut.
ich würde dies auch mit einem Trabant fahren ...
Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 6. März 2020 15:37
von HJ61-Freak
Meine Empfehlung: Nimm den 100er! Da weißt Du was Du hast und das ist das Wichtigste auf so einer Tour. Wir waren 2009/2010 ein knappes Jahr in SA mit dem HJ61 unterwegs. Die Tour hätten wir zu 90% auch mit einem herkömmlichen PKW fahren können. Mit dem HDJ bist Du mit dem Turbo auch bezüglich Motorleistung ausreichend für die Höhenlagen der Anden gewappnet.
Ersatzteilversorgung ist für den J6, außer in Bolivien mau, man muss sich zu helfen wissen. Der 12H-T wurde dort unten nur im Toyota Coaster gefahren, so dass man bei Motorproblemen in die entsprechenden Werkstätten bzw. zu den entsprechenden Teilehändlern marschieren muss.
Der Komfort eines gut abgestimmten J6 ist nahezu auf dem Niveau eines 100ers. Das ist primär eine Frage der Zusammenstellung der Federpakete in Abhängigkeit von der Zuladung und dazu passenden Dämpfer sowie der Regulierung des Luftdrucks im Betrieb.
Platz ist im J6 auch nicht mehr als im 100er, nur ist der J6 etwas kantiger. so dass ein Ausbau vermutlich einfacher zu gestalten ist. Sitzhöhe ist im J6 auch nur mit einem Aufstelldach möglich.
Der Kauf eines halbwegs tauglichen HJ61 plus Restaurierung plus Umbau mit Aufstelldach (ohne wird es mit zwei Erwachsenen und einem Kind eher sportlich, s.u.) werden Dich bei 90% Eigenanteil bei der Arbeit nicht unter 20.000 Euro kosten. Vermutlich eher mehr als 25.000 Euro.
Ein Dachzelt ist in SA nur bedingt zu empfehlen. Spätestens in Patagonien und in den Höhenlagen der Anden ist es mit einem Kind schon sehr sportlich (Kälte) bis unmöglich (Wind).
Rückfragen zu Details auch gerne per PM.
Gruß
Florian
Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 6. März 2020 15:49
von enzo
Wenn Du tatsächlich über eine Anschaffung eines gebrauchten für die Reise nachdenkst würde ich die Benziner nicht außen vor lassen. Gerade in den Höhen über 4000 m wird das deutlich mehr Spaß machen. Die Tour Operator in Bolivien fahren z.B. ausschließlich mit Benzin.
Aber geht auch mit PZJ, obwohl wir wirklich immer nur wenig Zeit haben.
V Max 60 bei patagonischen Gegenwind können recht zermürbend sein.
Da wäre es schon nett wenn man manchmal ein bisschen mehr Dampf hätte.
An die schwarzen Russwürste welche man fortwährend auf die Piste legt gewöhnt man sich.
Bis dahin enzo
Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 6. März 2020 15:54
von tentoyo
Ich kann die Zweifel kaum nachvollziehen.
Ich würde jederzeit mein erprobtes und bekanntes Auto einem anderen, vermeintlich besseren, vorziehen. In einen J6 müsstest du erstmal jede Menge Arbeit rein stecken. Und du weißt trotzdem nicht, was du hast. Komfort beschränkt sich auch nicht nur aufs Fahrwerk. Geräuschdämmung, Sitze, mal Musik hören, Klima hast du selber schon angemerkt. Beim Gebrauchtkauf alles Dinge, wo du selber erstmal Hand anlegen darfst. Größenunterschied dürfte kaum vorhanden sein. Beide klein. Zu dritt und im Auto geht nicht. Auch im Buschtaxi mit Klappdach eher nervig, weil immer umgebaut werden darf.
Ich würde den 100er sinnvoll ausbauen und die paar Sensoren ggf mitnehmen oder auf OME umrüsten.
Zu dem Thema fallen mit noch die vorderen Drehsitze ein. War das nicht Feldi, der das umgesetzt hat?
Wenn die Reise irgendwie über Social Media finanziert werden soll, vergiss alles geschriebene und kaufe J6 oder J7. Mehr Kult gibt mehr klicks, ist ja vielen heute wichtig

Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 6. März 2020 16:08
von HJ61-Freak
tentoyo hat geschrieben:Komfort beschränkt sich auch nicht nur aufs Fahrwerk. Geräuschdämmung, Sitze, mal Musik hören, Klima hast du selber schon angemerkt.
Ich vergaß: Den J6 gab es ab optional ab Werk mit Schwingsitzen. Die Schwingsitzkonsolen zusammen mit Recaros ist ein Optimum an Komfort auf richtig ruppigen Pisten, da kommt kein J10 ran.
Geräuschdämmung ist beim HJ61 kein Thema, dass passt schon ab Werk. Und die Klimaanlage ist recht einfach nachzurüsten.
Gruß
Florian
Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 6. März 2020 16:43
von maxum
Hallo,
ich würde mein Zu Hause Auto also welches Ich hier fahre und an dem ich hänge und es ja auch jeden Tag benötige
auf keinen Fall da unten ruterrubbeln. Ich würde mir dort eins kaufen oder hier eins dafür optimieren. Was für
mich bedeuten würde zum Beispiel einen Kastenwagen als VW T4 . Ford irgendwas oder Toyota Hiace sowas in der
Art , denn der Platz der darin geboten wird im Verhältnis zur aufgerufenen Summe ist unschlagbar.
Für mich wäre das sowas wie eine Opferanode. Ich glaub nen normaler T4 hat schon so 20cm an Bodenfreiheit.
Ob Du da 4x4 benötigst die Frage must Du Dir selber beantworten. Gibt genug Vanlife Berichte auf Yt
wo man sich schöne Ideen für den Innenausbau stiebitzen kann.
So zum Beispiel
https://www.youtube.com/channel/UC1K6KL ... Jyg/videosUnd wenn selbst solch ein Blutleerer Lurch ohne power das alles schafft
https://www.youtube.com/watch?v=tgjoSk-ctvI&t=543sGibt ja noch viel mehr Ideen,Ausbauten und so geschützt einfach nach hinten krabbeln sich fallenlassen und
unter einem festen Dach schlafen finde ich ne Ecke besser als Dachzelte und oder solch ähnliche Konstrukte.
Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 6. März 2020 17:01
von timo cr
Servus
Das der 100er hält denk ich schon,aber hast Du schonmal gefragt ob das überhaupt geht das Auto 6 Monate da stehen zu lassen?
Hier in CR geht das nicht legal,was nicht heisst das es nicht geht
Gruss
Timo
Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 6. März 2020 17:48
von isegrim
Alternativ kann man ja auch einen Pickup nehmen und eine Kiste hinten drauf machen...
Ein J6 hat sicherlich nicht mehr Platz als ein 100er.
Und was hast du gegen 80iger

Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 6. März 2020 17:50
von HJ61-Freak
timo cr hat geschrieben:aber hast Du schonmal gefragt ob das überhaupt geht das Auto 6 Monate da stehen zu lassen?
Hier in CR geht das nicht legal,was nicht heisst das es nicht geht
War da nicht vor 1, 2 Jahren mal etwas mit dem Zoll in Uruguay oder Paraguay und einigen abgestellten, aber nicht verzollten Touristenfahrzeugen?
Gruß
Florian
Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 6. März 2020 18:27
von timo cr
HJ61-Freak hat geschrieben:timo cr hat geschrieben:aber hast Du schonmal gefragt ob das überhaupt geht das Auto 6 Monate da stehen zu lassen?
Hier in CR geht das nicht legal,was nicht heisst das es nicht geht
War da nicht vor 1, 2 Jahren mal etwas mit dem Zoll in Uruguay oder Paraguay und einigen abgestellten, aber nicht verzollten Touristenfahrzeugen?
Gruß
Florian
Ja da war was,einfach geht das denke ich nicht,weiss aber nicht wie das in Südamerika ist,in Zentralamerika muss Mensch und Karre aus dem Land nach 3 Monaten,was ja auch nicht heisst das man wieder 3 Monate reindarf wenn man mal kurz in ein anderes Land "ausgereisst" ist und wieder zurückfährt.
Sonnst bleibt nur versteuern und normal anmelden.
Mir gings nur darum das Auto 6 Monate irgendwo stehen zu lassen,das wird legal schwierig da man es nach den 6 Monaten nicht mehr fahren darf.
Aber wie gesagt,ist hier eben so,gibt bestimmt die mehr über den Rest der Länder wissen.
Gruss
Timo
Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 6. März 2020 19:20
von dunrai
Hi imdek,
vieles wurde ja schon gesagt, ich würde auch mit dem Auto fahren, das du kennst. Diesel oder Benzin - das Thema wird ja eher emotional diskutiert, wir sind seit einem halben Jahr mit dem Benziner in Südamerika unterwegs und es ist wie überall (außer in Europa), hier fahren überwiegend Benziner rum, wegen der Höhe, der Kälte und der einfacheren Technik. Klar die Elektrik ist auch immer ein Thema, das ist aber auch bei den Leuten hier so und inzwischen gibt es auch hier in jeder größeren Stadt einen Bosch-Dienst und alle Marken haben hier Niederlassungen mit der Möglichkeit Teile zu bestellen. Unser letzter Service im Süden Chiles lief z.B. so: In eine freie Werkstatt gefahren, alles durchgekaut, alle Teile waren am nächsten Tag per Luftfracht aus Santiago vor Ort. Zu Preisen, die man nicht für möglich hält.
Zum Thema Reise-Unterbrechung: offiziell, legal und am einfachsten geht es tatsächlich in Uruguay und Peru. Alles andere ist ein Zufallsprodukt, da die Zollpapiere an deiner Aufenthaltsdauer hängen, also i.d.R. 90 Tage. Wir sind allerdings schon 6 mal in Argentinien eingereist und haben (warum auch immer) 180 Tage für beides bekommen. Verlassen würde ich mich darauf aber nicht.
Summa summarum: Viele unserer Überlegungen bei der Reisevorbereitung haben sich hier vor Ort in Luft aufgelöst, die Länder Südamerikas (die man im Moment bereisen kann) sind alles keine Entwicklungsländer. Hier fährt alles rum, was du auch aus Deutschland kennt, geholfen wird dir immer und überall und das ganze mit einem Lächeln im Gesicht!
Grüße aus Argentinien
Rainer
Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 6. März 2020 19:50
von imdek
Wow, so viele Antworten!
oribi hat geschrieben:Wir sind mit einem Toyota Yaris durch Argentinien, Chile und Bolivien 18.000km gefahren inkl. Route 40. Ein hochbeiniges Auto wäre sicherlich manchmal von Vorteil gewesen, aber das hängt immer von vielen Faktoren ab. Ich würde kein neues Auto kaufen - der 100er ist doch perfekt.
In Yaris kann man, leider, nicht drin schlafen. Und ja, man kann auch ohne Allrad reisen (oh, ähm, wirklich?

), verpasst man aber einiges an Einsamkeit und ist an Hotels angewiesen.
fsk18 hat geschrieben:prinzipiell kann der 100er das

die Frage ist eher ob der Besitzer sich und dem Auto dies traut.
ich würde dies auch mit einem Trabant fahren ...
Mit einem Trabant hätte man vielleicht sogar bessere Chancen, als mit 100er
Trabant ist überschaubar gebaut, was bei J10 definitiv nicht der Fall ist.
Ich traue es meinem J10 leider nicht.
HJ61-Freak hat geschrieben:Meine Empfehlung: Nimm den 100er! Da weißt Du was Du hast und das ist das Wichtigste auf so einer Tour.
Ja, weiß ich, deswegen tendiere ich eher zu J6

Ein J10 kann "einfach", ohne Vorwarnung kaputtgehen. Bei J6 hatte ich immer zuerst quietschen gehört, oder sonst irgendwelche Anzeichnen (ok, außer wenn ich den Diff bei Ladoga gebrochen habe - da ging es auch schnell - aber nicht ohne Gründe

)
HJ61-Freak hat geschrieben:Ersatzteilversorgung ist für den J6, außer in Bolivien mau, man muss sich zu helfen wissen. Der 12H-T wurde dort unten nur im Toyota Coaster gefahren, so dass man bei Motorproblemen in die entsprechenden Werkstätten bzw. zu den entsprechenden Teilehändlern marschieren muss.
.. und wenn es bei J10 passiert, wegen Elektronik - hilft sogar der Coaster-Werkstatt nicht.
HJ61-Freak hat geschrieben:Ein Dachzelt ist in SA nur bedingt zu empfehlen. Spätestens in Patagonien und in den Höhenlagen der Anden ist es mit einem Kind schon sehr sportlich (Kälte) bis unmöglich (Wind).
Dann ist das Schlafdach nicht besser (Kälte, Wind), oder täusche ich mich?
Bis jetzt sind wir immer im Auto geschlafen, war eng aber kuschelig.
enzo hat geschrieben:Wenn Du tatsächlich über eine Anschaffung eines gebrauchten für die Reise nachdenkst würde ich die Benziner nicht außen vor lassen. Gerade in den Höhen über 4000 m wird das deutlich mehr Spaß machen. Die Tour Operator in Bolivien fahren z.B. ausschließlich mit Benzin.
Oh. Daran habe ich nicht gedacht. Muss ich recherchieren.
tentoyo hat geschrieben:Ich kann die Zweifel kaum nachvollziehen.
Ich würde jederzeit mein erprobtes und bekanntes Auto einem anderen, vermeintlich besseren, vorziehen. In einen J6 müsstest du erstmal jede Menge Arbeit rein stecken. Und du weißt trotzdem nicht, was du hast
Na ja. J6 kann man zu Hause komplett durchchecken und alles was verdächtig ist - austauschen. Bei J10 geht sowas nicht - es gibt viel mehr Teile, es gibt Elektrik (nicht nur Sensoren, sondern auch Steuergeräte, Stecker, Kabelbaum - alles kann gerne unerwartet kaputtgehen. Das kann man vorab schlecht testen).
Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 6. März 2020 20:03
von GRJ78
Vielleicht wäre ein FZJ80 aus UK als RHD noch einigermaßen günstig zu bekommen oder einen Japanimport?
Auch wenn du den aktuell nicht leiden magst, vielleicht wächst während der Reise etwas Liebe...
Robust, viel Zubehör, und einfach zu warten und im Vergleich zum J10 sehr zuverlässig...
VG Flo
Der deinen 60 auch richtig schick fand...
Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 6. März 2020 20:38
von Leomobil
Hola Timo, deine Antwort betreffs Zentralamerika stimmt so nicht!
In Mexico bekommst du als Tourist - maximal 180 Tage Aufenthaltdauer! Das Gleiche gilt bei deinem normalen PKW oder mit einer Absetzkabine, da Kabine weggenommen und das Auto so verkauft werden kann!
Selber habe ich für meinen Toyota HZJ78 eine temporäre Einfuhrerlaubnis über 10 Jahre erhalten! Eine Ausreise ohne Auto ist mehrmals möglich! Und als Ergänzung - es ist ein Hubdach drauf!
Dazu gibt es aber Bedingungen: 1. Das Auto muss als "Casa rodante" deklariert sein (WoMo) 2. Das Auto muss über eine Kochgelegenheit verfügen 3. Schlafen im Auto muss möglich sein 4. Toilette muss vorhanden sein!
Bei meinem HZJ wurde das alles kontrolliert!
Ähnliche Bedingungen gibt es auch in SA - m.W. in Ecuador, aber das müsste genau abgeklärt werden!
Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 6. März 2020 21:01
von bandeirante
geholfen wird dir immer und überall und das ganze mit einem Lächeln im Gesicht!
Na klar, bei einem deutschen Kennzeichen kommen die Euros
Für LC Ersatzteile kann ich
Toyotoshi in PY empfehlen. Die sind gut sortiert und haben grosse Lager. Ob die in andere Länder verschicken müsste man anfragen.
Mit Rechtslenker würde ich mich erst informieren, ob du damit einreisen darfst. Ok, vielleicht merken sie es nicht, aber ...
Wie das mit der KFZ Mitnahme als Touri ist weiss ich nicht, aber in PY musst du einen Einreisestempel haben, auch wenn sie dich durchwinken. Sonst zahlst du bei der Ausreise Strafe wenn du kontrolliert wirst. Nach maximal drei Monaten aus- und gleich wieder einreisen ist kein Thema. Bei länger als drei Monaten ohne Visum kostet es auch wieder Strafe.
Aber nach PY fahren ja eh die Wenigsten

.
Auto nach der Reise offiziel (im Mercosur) verkaufen ist auch nicht so ohne: Dürfen nur ein bestimmtes Alter haben und müssen komplett verzolllt und versteuert werden mittels eines Despachanten. Kostet ein bischen was, wahrscheinlich mehr als der Rücktransport... Oder man hat einen Totalschaden und "verschrottet" es, dürfte aber ein ziemlicher Papierkrieg sein. Und auf das Alles hat man im Urlaub keine Lust. Schon gar nicht mit Kindern.
Schöne Grüsse, Axel O.
Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 6. März 2020 22:43
von tentoyo
imdek hat geschrieben:Na ja. J6 kann man zu Hause komplett durchchecken und alles was verdächtig ist - austauschen. Bei J10 geht sowas nicht - es gibt viel mehr Teile, es gibt Elektrik (nicht nur Sensoren, sondern auch Steuergeräte, Stecker, Kabelbaum - alles kann gerne unerwartet kaputtgehen. Das kann man vorab schlecht testen).
Ich verstehe es immernoch nicht. Halte die Elektrik für das beste bei Toyota. Stecker und Kabelbäume sind anders als bei anderen Herstellern sehr gut gemacht. Von kaputten Steuergeräten habe ich noch nicht viel gehört. Wenn mal mit der Elektrik was nicht passt ist es oft das weggerostete Blech wo Masse dran hängt.
Man kann es auch so sehen: Auf Rost kannst du dich bei Toyota verlassen und der J6 ist ganz vorne dabei. Mit dem 6er durch den Salzsee, „in rust we trust“

Pack Ohropax ein, es wird nachts laut knistern

Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 6. März 2020 23:23
von HJ61-Freak
@imdek: Wenn Du wirklich fahren wolltest, dann würdest Du hier nicht so eine Frage stellen, sondern Dich daran machen, Deinen 100er reisefertig zu bekommen.
Aber im Ernst: Wenn Du wirklich ganz, ganz sicher gehen willst, dann hol Dir einen FZJ80 oder besser noch einen FJ60, aber bitte jeweils ohne Automaten, und dann kann Dir nichts mehr passieren.
Wenn ich den Törn nochmal machen müsste, dann würde ich meinen altgedienten Passat 35i nehmen. Damit es sich wenigstens irgendwie ein klitzekleines Bißchen nach Abenteuer anfühlt.
Gruß
Florian
Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 6. März 2020 23:25
von HJ61-Freak
tentoyo hat geschrieben:Mit dem 6er durch den Salzsee, „in rust we trust“
Es lässt sich vorbeugen: Am Salar de Uyuni kann man das Fahrzeug vor dem Befahren des Salzsees mit einem Gemisch aus Altöl, Fett und Diesel von unten einkleistern lassen. Das beugt dem Rostbefall, auch beim J6 zuverlässig vor.
Gruß
Florian
Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 7. März 2020 00:06
von Cheldon
https://panamericanaforum.org/Informationen und Fahrzeugangebote findest du in diesem Forum.
Über die Verschiffungskosten hast du dich sicher bereits informiert. Günstiger könnte der Kauf eines Fahrzeugs drüben sein.
Wir waren 2017/18 mit unserem CS Independent/ Mercedes Sprinter 4x4 in Südamerika zu zweit unterwegs. Je nach Wetterlage kann es da mal auch schon etwas eng und unbequem werden.
Dieselprobleme hatten wir nirgends, wir hatten den Partikelfilter zu Hause gelassen und haben für die Lagunenrunde auf 4x20l Reserve mitgenommen.
In unserm Sprinter haben wir mit Diesel (Truma D6) geheizt und mit Gas gekocht. US Adapter, einmal nachgefüllt.
Mit freundlichen Grüßen
Rolf
Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 7. März 2020 09:16
von tentoyo
HJ61-Freak hat geschrieben:tentoyo hat geschrieben:Mit dem 6er durch den Salzsee, „in rust we trust“
Es lässt sich vorbeugen: Am Salar de Uyuni kann man das Fahrzeug vor dem Befahren des Salzsees mit einem Gemisch aus Altöl, Fett und Diesel von unten einkleistern lassen. Das beugt dem Rostbefall, auch beim J6 zuverlässig vor.
Gruß
Florian
Klar, ich sehe das alles nicht so ernst. Die gleichen Vorkehrungen helfen ja auch den gemeinen Sensoren am 100er.
Es bleibt nunmal so, dass die meisten J6 mit Turbo, Klima, Recaros, und ohne strukturellen Rost über 20000€ angeboten werden. Billiger kaufen und restaurieren/ausstatten wird auch teuer. Wenn der 100er so schlecht ist, warum überhaupt noch damit rumquälen. Abstoßen! Gibt doch genug die so einen haben möchten. Und dann was nahezu fertiges kaufen was man noch etwas ausprobieren kann, statt bis kurz vor der Reise zu schrauben.
Mir gibt es immer ein gutes Gefühl meinen LC jeden Tag zu fahren. Da merke ich sofort, wenn es ein Problem gibt.
Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 8. März 2020 19:14
von MKUS
Hi, erfahrungsgemäß wirst du einen Ort, den du mit einem 100er nicht erreichen kannst wahrscheinlich gar nicht erreichen wollen, zumal man man auf einer längeren Tour vielleicht auch nicht jeden Tag das Fahrzeug bis zur Belastungsgrenze treibt. Außerdem gibt es alles Notwendige unterwegs und für größere Probleme in jeder Kleinstadt eine Toyotaniederlassung. Die ganze Ausrüstungsorgie kannst du dir also ebenfalls sparen. Ich habe vier längere Touren (im Schnitt ca. 10.000 km) zwischen Peru, Brasilien und Feuerland gemacht, mein damaliger LJ77 hat mich überall hin und wieder zurück gebracht, die einzigen Ausfälle waren Dinge wie Scheinwerferbirnen oder Sicherungen (für die Hupe...) und einmal ein schleichender Platter, sonst nichts. ... im Zweifelsfall wirst du an einem wirklich abgelegenen Ort noch von einem Renault 6 überholt, der noch auf dem allerersten Satz Reifen unterwegs ist...
Genieße die Reise,
Michael
Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 9. März 2020 10:26
von Surfy
Ich kann mich den anderen nur anschliessen - jedes Auto macht eine Tour auf dem anderen Kontinent mit. Toyota Werkstätten gibt es, Ersatzteile gibt es die gängigen.
Geht es um Bauteile die in Südamerika nicht gängig sind, dann dauert eine Bestellung ca. 4 Wochen. Schneller ist dann DHL Business International Express (2days) - und dem Versand aus einer Werkstatt des Vertrauens aus DE. Dauert mit Zoll eine Woche.
DH - alles kein Beinbruch

Für den Fall der Fälle...
Ich war ja mit dem J200 Diesel V8 unterwegs- wenn Du stöbern möchtest:
http://adventure-overland.blogspot.com/
AHC wird beispielsweise auch in SA bewegt und die Komponenten sind in der Regel auf Lager.
Ob überhaupt etwas kaputt geht, liegt in der Regel an der Art wie Du das Material beanspruchst

Habe eine Familie in einem PKW immer wieder in SA getroffen - die hatten in 6 Monaten und 40`000km nicht mal einen Reifenschaden
Ab 4000m höhe waren die Locals egal ob Benzin oder Diesel - nur noch Verkehrshindernisse... Aber viel Power blieb auch beim J20 nicht über

Surfy
Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 9. März 2020 11:01
von HJ61-Freak
Surfy hat geschrieben:Ab 4000m höhe waren die Locals egal ob Benzin oder Diesel - nur noch Verkehrshindernisse... Aber viel Power blieb auch beim J20 nicht über
Das wäre auch ein Punkt, der für einen HJ61 bzw. 12H-T sprechen würde: Der 12H-T hat keine Höhenkompensation, sprich der Turbo drückt immer das eingestellte Ladedruckmaximum. Dazu liefert die ESP auch immer ausreichend Diesel. Dadurch marschiert der 12H-T auch in Höhen deutlich jenseits der 4.000 m nahezu unbeeindruckt vorwärts.
Allerdings gilt hier der Hinweis bzgl. verantwortungsvollem Umgang mit der Technik umso mehr: Wer auch auf 5.000 m noch den ungezügelten Bleifuß walten lässt, der wird den Lader sicher in die ewigen Jagdgründe schicken. Die Toleranz der Technik ist aber hoch: Selbst mit gegenüber der Serie fast verdoppelten Ladedruck (0,55 bar zu 0,95 bar ohne LLK) hat der serienmäßige Turbo das Jahr in den Anden anstandslos bewältigt.
Ein weiterer Pluspunkt für den HJ61 ist das 24-V-Bordnetz. Dessen größere Effizienz gegenüber deinem 12-V-System bringt zusätzliche Energiereserven. Bei niedrigen Außentemperaturen hat das 24-V-System zudem eine höhere Startsicherheit.
Gruß
Florian
Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 9. März 2020 15:16
von Cheldon
Ich würde mich eher fragen, ob ihr euch das mit einem SUV / Geländewagen zu drei Personen im Fahrzeug antun wollt.
Komfortabel ist das nach unseren Erfahrungen nicht.
Wir hatten zumindest unser Bett, Kühlschrank, Toilette, Dusche und Kochgelegenheit und Dieselheizung an Bord. Im Pantanal haben wir uns eine Standklimaanlage gewünscht, wir hatten aber einen Ventilator und ein paar mal sind wir wegen der großen Hitze ins Hotel gegangen...
Power haben wir in der Höhe nicht vermisst, auf Pisten ist man froh, wenn man unbeschädigt durchkommt.

Mit freundlichen Grüßen
Rolf
Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 9. März 2020 17:05
von Surfy
Unbeschädigt durchkommen - jep. Aber Power benötigt man halt schon auch, gerade wenn man Offroad fahren möchte auf über 4600m Höhe. Vielleicht war da die Angabe von 4000m noch zu lasch
Track fahren geht noch, aber sobald da ein kleines Hindernis ist - geht ohne Untersetzung nix mehr - und ein faustgrosser Stein lässt sich auch mit Untersetzung nicht mehr aus dem Stand überfahren.
Kleines Beispiel?
Vorwärts kam ich nicht raus - nach dem Foto - musste ich erst Rückwärts einen ebenen Stand finden - in Untersetzung...

Surfy
Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 9. März 2020 17:42
von HJ61-Freak
Die Höhenlagen der Anden sind für moderne Fahrzeuge, die an europäische Gegebenheiten angepasst sind, mitunter schon ein Thema. Man kann das aber durchaus auch technisch regeln, indem man die Kennfelder der Einspritz- und Turboladersteuerung entsprechend umprogrammiert.
Aber wie gesagt: Der Turbolader kommt in Höhen oberhalb von 3.500 m schon mal an seine physikalischen Grenzen (Stichwort: Pumpen), was ihn dann sehr rapide altern lassen kann. Das haben anno 2009 auch viele Teilnehmer der ersten Ausgabe der Dakar in SA zu spüren bekommen und zwar bezeichnenderweise auf den Überführungsetappen, die im Gegensatz zu den deutlich tiefer verlaufenden WPs teilweise über sehr hohe Pässe gingen.
Vergleichbare Hügel, wie auf dem Foto von Surfy, in Höhen bis 5.000 m fährt ein modifizierter HJ61 im Reisetrimm in Fallrichtung hoch. Zwar nicht locker, aber er fährt. Selbst ausprobiert.
Gruß
Florian
Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 9. März 2020 18:07
von Surfy
HJ61-Freak hat geschrieben:Man kann das aber durchaus auch technisch regeln, indem man die Kennfelder der Einspritz- und Turboladersteuerung entsprechend umprogrammiert.
Ich hatte mir gedacht dass die Toyota Werkstätten in diesen Ländern hierzu know-how hätten, aber ich bin mit meiner diesbezüglichen Frage in Peru (Salta) und Boliven (La Paz) bei Toyota abgeblitzt...
Vermutlich gibt es da auch Werkstätten die Chiptuning betreiben - aber an die kommt man nicht so einfach ran
Liessen sich die Kennfelder unter Berücksichtigung der Höhe anpassen?
Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 9. März 2020 18:52
von HJ61-Freak
Ob die das in SA hinbekommen, weiß ich nicht. Wenn überhaupt, dann am ehesten in Santiago de Chile. Da dürfte die kaufkräftigste und in solchen Dingen auch interessierteste Offroad-Community in ganz SA sitzen.
Ich dachte aber mehr an die entsprechenden Anbieter hier in Europa.
Surfy hat geschrieben:HJ61-Freak hat geschrieben:Liessen sich die Kennfelder unter Berücksichtigung der Höhe anpassen?
Ich denke ich schon. Im Prinzip kompensierst Du nur die geringere Luftdichte, indem Du den Turbolader entsprechend stärker arbeiten lässt, um den Motor mit der für den Leistungsbedarf ausreichenden Menge Sprit versorgen zu können. Du reizt eigentlich nur den Turbolader weiter aus. Die Frage ist halt, wie weit man hier gehen kann, ohne den Turbolader strukturell zu gefährden...
Wenn man es überreizt mit dem Lader, kann bisweilen auch der Luftfilter zum Engpass werden und sich Richtung Saugseite des Turboladers verabschieden. Umgekehrt kann man in diesen Höhen aufgrund der sehr sauberen Luft auch unproblematisch auf den Filtereinsatz verzichten und so den Turbolader, aber auch jeden Saugmotor bei seiner Arbeit ansaugseitig entlasten.
Gruß
Florian
Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 9. März 2020 19:38
von spec
da must du nix einstellen, der Turbo arbeitet schon aufgrund der geringeren luftdichte mehr
Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 9. März 2020 21:35
von HJ61-Freak
Das stimmt nur begrenzt: Die modernen Kisten (macht auch schon der 2H, der hat aber keinen Turbo) messen den Umgebungsluftdruck. Davon ausgehend wird der maximale Ladedruck festgelegt und die maximale Einspritzmenge entsprechend bestimmt. Der Turbolader stellt also - im Rahmen einer gewissen, vorgegebenen Toleranz - immer nur ein Luftvolumen als Ergebnis der Druckdifferenz zwischen Umgebungsdruck und einem definierten Ladedruckmaximum zur Verfügung. Damit wird aber automatisch die Luftmenge und damit auch dei Einspritzmenge in größeren Höhen geringer. Ergo: Der Motor verliert mit zunehmender Höhe an Leistung. Der Benziner etwas, der Diesel mitunter drastisch.
Gruß
Florian
Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 9. März 2020 22:16
von imdek
HJ61-Freak hat geschrieben:Das stimmt nur begrenzt: Die modernen Kisten (macht auch schon der 2H, der hat aber keinen Turbo) messen den Umgebungsluftdruck. Davon ausgehend wird der maximale Ladedruck festgelegt und die maximale Einspritzmenge entsprechend bestimmt. Der Turbolader stellt also - im Rahmen einer gewissen, vorgegebenen Toleranz - immer nur ein Luftvolumen als Ergebnis der Druckdifferenz zwischen Umgebungsdruck und einem definierten Ladedruckmaximum zur Verfügung. Damit wird aber automatisch die Luftmenge und damit auch dei Einspritzmenge in größeren Höhen geringer. Ergo: Der Motor verliert mit zunehmender Höhe an Leistung. Der Benziner etwas, der Diesel mitunter drastisch.
Wir waren mal mit dem "modernen" 2H auf 4655m, ehrlich gesagt könnte ich nicht viel Unterschied in Leistung merken. Gequalmt hat es, klar, aber sonst war alles wie immer

Wenn ich nur das Auto zurückkaufen könnte ...
Ansonsten habe ich verstanden - am besten dort vor Ort einen Bus kaufen oder mieten. Vielleicht.
Und vielen Dank für die Ratschläge, Bilder und Videos!
Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 9. März 2020 22:32
von Cheldon
Wir sind mit unserem Sprinter bis auf 4.850 m zu den Geysiren des Sol de Mañana gefahren, haben dort übernachtet und in der früh den Ausbrüchen zugesehen.
Offroad war nicht erforderlich, die Pisten sind anspruchsvoll genug.
Dafür eignet sich ein Geländefahrzeug besser. Wir haben ca. 34.000km in Südamerika zurückgelegt und waren fast immer froh, wenn wir mal wieder auf Asphalt rollen konnten.
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Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 10. März 2020 10:21
von HJ61-Freak
Nur so am Rande: Man kann in den Anden regulär bis auf 5.770 m mit dem Kfz oder auch per Fahrrad fahren. In 5.000 m Höhe herrscht ein Partialdruck, der 50% dessen auf Meeresniveau entspricht. Ein Saugmotor entfaltet in dieser Höhe dann auch nur in etwa 50% seiner Leistung.
Und es stimmt: Die Pisten in SA sind rauh/hart, weil sie überwiegend aus Fels/scharfkantigen Geröll bestehen und meistens nur sporadisch gewartet werden.
Gruß
Florian
Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 21. April 2020 23:46
von motravel
guter Einwand:
ich würde auch mit dem Auto fahren, das du kennst.Spart eine Menge Stress unterwegs.
Ich kenne ja nicht genau deine Route, aber ich denke mal das geht mit vielen Fahrzeugen.
Wir Deutschen (ich auch) neigen manchmal eher zur "Materialschlacht",
dabei liegt die Grenze eher im Kopf als beim Material.
Habe mal einen Live-Vortrag von diesem jungen Mann gehört,
seit dem bin ich "geheilt":
http://slowwaydown.com/swd/map/
*nix ist unmöglich ...*
P.S. Kann man nicht bei den 4-Radlern auch den Vergaser fix umdüsen? (falls man kein "Injection" hat)
Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 22. April 2020 07:15
von Sirmike
Der Punkt der Unzuverlässigkeit würd mich interessieren!?
Basiert das auf persönlichen Erfahrungen?
Mit meinem hatte ich auch ein paar Sachen die ich machen musste und muss.
Allerdings waren die meisten Defekte nicht 100er-Spezifisch und rein mechanisch.
Sei es Servopumpe, feste Bremssättel, Kardanwellen, Lader, ausgeschlagene Fahrwerksgummis etc.
Nur 1X hat er mich stehenlassen, und das auf Grund einer klassischen Achillesferse eines "moderneren" Autos.
Da hat das elektronischer Gaspedal zwischenzeitlich Aussetzer gehabt. Konnte aber immer wieder Starten und bis zu einer Garage fahren.
Und das hat dort unten jeder Mietwagen und viele andere dort laufende Autos auch.
So auch der Lux den wir in NAM gemietet haben der Sensorprobleme mit dem Zuschaltallrad hatte.
Meiner ist allerdings sehr "unelektronisch"
98er Baujahr, Schalter, OME, kein Navi.
Was in meinen Augen beim 100er die grösseren Weakpoints sein können:
- Fahrwerk (wie von dir angetönt), Automatikgetriebe, Gasregulierung (2X Pedalsensoren, Signalverstärker, Mengenventil an Pumpe), Einspritzpumpe an sich, Bremskraftverstärkereinheit, fest eingebautes Display mit Steuerungsfunktion.
Der Rest ist nicht komplexer als in vergleichbaren Autos.
Wie wäre es wenn du die Kohle in diese Dinge investierst und sie ausmerzt? Da muss halt der Basiszustand deines 100er stimmen.
Dann weisst du was du hast. Und bei nem anderen Wagen wirst du auch nicht drum rum kommen irgend in ner Form Kohle in die Hand zu nehmen.
Bzgl Platz hat der 100er im Vergleich zum 80ger deutlich mehr Platz. Deswegen gehe ich auch davon aus dass er mehr Platz als ein 60ger hat.
Re: Südamerika - auch mit J100 möglich?
Verfasst: 22. April 2020 17:44
von Ahnungslos
Moin Moin,
um die Titelfrage zu beantworten: Klar geht das, warum nicht?
https://brinks-on-route.com/hdj100Die Zwei haben wir zwischen Ecuador und Brasilien immer mal wieder getroffen. Der einzige Defekt, an den ich mich erinnern kann, war ein Schaden am Bremssattel, also eher mechanischer Natur.
Ein Auto von hier aus da unten kaufen, würde ich mir verkneifen. Man kauft halt die Katze im Sack. Von denen, die wir getroffen haben, hatten 100% irgendwelche Probleme mit ihren Autos, teilweise wirklich massiv.
Zwei Jungs, die ihr Ford Transit Womo in Cartagena grade übernommen hatten, haben wir in Medellin bereits die vorderen Bremsen auseinander gebaut. Die war so fest gegammelt, da lagen schon Metallspäne auf der Radnabe.... Das hat die Wochen gekostet, die Bauteile zu beschaffen. Und das war nur einer vielen Defekten/Zwangspausen. Später ist denen noch ein Führungsgelenk an der Vorderachse ausgerissen (nicht witzig auf kurvigen Bergpässen) und und und.....
Dann lieber ein vernünftig gewartetes Auto, mit dem man sich auskennt.
Gruß
Jens
*Edit: link repariert