Wechsel von einem W30 auf ein W40 Motoröl

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robert2345
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Re: Wechsel von einem W30 auf ein W40 Motoröl

Beitrag von robert2345 »

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robert2345 hat geschrieben: 24. Februar 2026 20:07
Und mir erscheint die 0W30 Öle sind da extrem ümterschiedlich bei der Dichte 9,5 - 12,3.
Sorry meinte; extrem unterschiedliche Viscosität bei Betriebstemperatur 9,5 - 12,3

Ich würde daher folgende Öle laut den Daten für "besonders" einstufen

beim 0W-30 das Ravenol HSW 1112118 da dieses aus PAO Ölen der Gruppe 4 (also Vollsynthetisch) hergestellt wird und gute Werte bei der Viscosität 12.2, dem VI mit 197 und eine recht gute Scherstabilität HTHS von 3,7 hat. Darüberhinaus bis -54Grad noch arbeitet (ich weiß solche Winter gibt es bei uns nicht) und lediglich 0,7% Aschewerte hat.

beim 0W-40 bleibt meine Einschätzung beim Mobil1 ESP X4, dieses ist aus GTL Ölen der Gruppe 3+ hergestellt, die Herstellungsbedingt (Gase) viel saubere Öle sind. Es hat Viscositätswerte bei Betriebstemperatur von 13,9, eine hohen VI von 201 sowie sehr guten HTHS Wert von 3,8.

beim 5W-30 ist es schwieriger da einen Ausreiser bei den Werten zu finden. Wer ein PAO Öl möchte sollte somit beim Ravenol VMP 1111122 mit einer Viscosität von 11,9, einem VI 179 und einem HTHS Wert von 3,7 bei 0,7% Asche gut aufgehoben sein, zudem bietet es einen soliden TBN und geringen Noack Wert. Ein GTL Öl wäre das Mobil1 ESP Formula die Wahl. Ein Ester Öl der Gruppe 5 wäre zwar beim Motul das 300V oder 8100 Power gegeben, schafft aber die C-Klasse Freigabe durch zu hohen Aschegehalt über 0,8% nicht. Und bei den HC Ölen machen LiquiMoly mit dem TopTec 4200 New Generation sowie dem TopTec 4600 und der neuen API SQ einen guten Eindruck.

beim 5W-40 wären die Öl somit wie folgt; PAO = Ravenol RUP Racing Ultra Performance mit einer niedrigeren KaltViscosität zu den anderen 5W Ölen, 13,2 bei Betriebstemperatur, einem VI 185, HTHS von 3,9, höherem TBN und niedrigem Noack, bei 0,73% Asche. beim Ester Öl das MOTUL 8100 Power und beim HC Öl erscheint das LiquiMoly TopTec 4110 eine gute Wahl zu sein.

Wie ist Euer Eindruck?

Hier noch Ergänzungen
Motoroel C2_C3.jpg
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Stefan L.
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Re: Wechsel von einem W30 auf ein W40 Motoröl

Beitrag von Stefan L. »

Danke für die ganze Mühe, Robert! Klasse Übersicht.
Man könnte allenfalls noch Öle von Mannol ergänzen. Die sind sehr günstig, scheinen aber (was man so lesen kann) bei Wechselintervallen unter 10.000 km / 200 Stunden gut zu funktionieren und durch die niedrigen Preise ist ein häufigerer Wechsel nicht so schmerzhaft im Portemonnaie. Man liest ja öfter, dass neben der Qualität des Öls vor allem die kurzen Intervalle zu langer Lebensdauer und sauberen Motoren führen…
Grüße
Stefan
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robert2345
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Re: Wechsel von einem W30 auf ein W40 Motoröl

Beitrag von robert2345 »

Ich werde diese mit aufnehmen, leider gibt es zu den Mannol Ölen lediglich die Informationen zu den Grundölen, ein technisches Datenblatt gibt es jedoch zu keinem der Öle, somit werden wir weder Viscosität noch HTHS noch irgendwelche Infos haben, die uns helfen könnten diese einzuordnen.
Manche Ölhersteller eben wie Mannol oder Addinol geben kaum oder keine Informationen zu ihren Ölen heraus. Welche Strategie die Hersteller da verfolgen weiß ich nicht, aber bevor ich mir ein solches Öl kaufe nur, weil der Preis stimmt, nehme ich eben eines wo ich auch weiß, wie ich es einschätzen kann.
Und selbst wenn ich mal 20-50€ in Summe mehr ausgeben soll, steht dies in keiner Relation zu einem möglichen Schaden. Ich empfinde diese ganze Geiz ist Geil Mentalität nicht als förderlich. Und man kann oft sehen, dass zB ein PAO Öl unwesentlich teurer ist als ein HC bzw. gleichviel kostet.

Bei Mannol läuft gerade Werbung für Ester Öle die ausnahmslos besser sein sollen als HC oder PAO Öle, wobei eben so eine pauschale Aussage ohne technische Daten für mich nichts aussagt. https://sct-ester.com/de
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robert23
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Re: Wechsel von einem W30 auf ein W40 Motoröl

Beitrag von robert23 »

Robert, hab dir ne PN geschickt wegen mannol

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robert2345
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Re: Wechsel von einem W30 auf ein W40 Motoröl

Beitrag von robert2345 »

Hallo

So nun habe ich auch die Mannolöle in das Format gebracht. Laut deren Daten handelt es sich meist um PAO Anteile. Die in der Werbung umworbenen Ester Öle sind in Kleinstmengen wohl eher als Additive zu sehen. Zum Mannol 7923 hat noch nichteinmal der Hersteller Sicherheitsdaten, drum ist alles leer.

@robert23 die zwei Laborwerte zum Mannol 7720 Ceramic kommen von deinem Tip.
Motoroel Mannol C2_C3.jpg

Ich vermute, dass Einige von Euch nicht mehr ganz mitkommen bei den ganzen Werten, Gruppen usw.
Besteht denn Interesse die Grundöl Gruppen oder die Werte etwas zu erläutern?
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xsteel
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Re: Wechsel von einem W30 auf ein W40 Motoröl

Beitrag von xsteel »

Nicht zu vergessen, wurde das Öl auch päpstlich gesegnet... :biggrin:
Gruß, Sigi

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robert23
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Re: Wechsel von einem W30 auf ein W40 Motoröl

Beitrag von robert23 »

Die orginal Toyota Öle wäre noch interessant als Vergleich

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GRJ78
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Re: Wechsel von einem W30 auf ein W40 Motoröl

Beitrag von GRJ78 »

Abseits vom Öl-Inside-Talk zeigt das doch alles: Egal welches Öl man für seinen Toyota LandCruiser oder Hilux verwendet, alle sind bestens geeignet und versprechen bei einem empfehlenswerten kurzen Wechselintervall eine vollkommen ausreichende Qualität. Ich behaupte mal frech, das billigste Öl erfüllt seinen Zweck bestens und ist für 1 Mio Kilometer im 1HZ gut.
Wichtiger als das Öl erscheint mir der regelmäßige Öl- und Filterwwechsel spätestens alle 10 tkm, bei erschwerten Bedingungen auch alle 5 tkm. Sowohl beim Benziner 1GRFE wie beim Turbodiesel 1VDFTV vergnügt(e) sich das günstigste Mannol 5w30 in meinem Motor.

Ein deutscher Werkstattleiter einer algerischen Spedition kurz vor der Rente meinte mal zu mir: Du kannst in Europa jedes erhältliche Öl verwenden, die Qualität entspricht immer mindestens der angegebene Spezifikation.
المكان يشبه داخلي الواسع بدون سكان
تحية للرجال فقط

Was nützt mir eine Herrenfahrer-Handschuh-besser-als-neu Karre in der Sonntagsvitrine, wenn sie nicht lebt?

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Stefan L.
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Re: Wechsel von einem W30 auf ein W40 Motoröl

Beitrag von Stefan L. »

@robert 2345, was die Grundölgruppen angeht, gerne eine kurze Erläuterung dazu. Ich denke das passt hier gut rein.

Und wie Robert23 sagt, das Toyota Öl 5W30 Premium Fuel Economy C2 sollte tatsächlich auch noch in die Tabelle. Das bekommt man online zu vernünftigen Preisen und rein subjektiv (Motorklang) läuft das im 1GD richtig gut, zudem ist der Verbrauch bei mir damit auch nur geringfügig höher gewesen als vorher mit dem werkseitig eingefüllten 0W20, etwa 0.2 Liter/100km, unter vergleichbaren Bedingungen.

Grüße,
Stefan
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robert2345
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Re: Wechsel von einem W30 auf ein W40 Motoröl

Beitrag von robert2345 »

Ich bereite was vor, bin aber das WE bei tollem Wetter offroaden.

Hier mal wieder was zum Thema
https://youtu.be/VNijWqYAJNI?si=FmvDJ58qxCkWcEu1
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Rebhuhn
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Re: Wechsel von einem W30 auf ein W40 Motoröl

Beitrag von Rebhuhn »

.
Vielen Dank für deine aufwendigen Recherchen !!!!
Auch wenn ich nicht alles verstehe, wieder was gelernt ... :)

Gerhard
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Eichhold
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Re: Wechsel von einem W30 auf ein W40 Motoröl

Beitrag von Eichhold »

Finde die Diskussion auch super interessant!
Bleibt dran👌🏻🙏🏻👍🏻
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robert2345
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Re: Wechsel von einem W30 auf ein W40 Motoröl

Beitrag von robert2345 »

robert23 hat geschrieben: 26. Februar 2026 06:18
Die orginal Toyota Öle wäre noch interessant als Vergleich
Stefan L. hat geschrieben: 26. Februar 2026 07:47
Und wie Robert23 sagt, das Toyota Öl 5W30 Premium Fuel Economy C2 sollte tatsächlich auch noch in die Tabelle. Das bekommt man online zu vernünftigen Preisen und rein subjektiv (Motorklang) läuft das im 1GD richtig gut..
Hierzu ist leider keinerlei Information zu bekommen, weder zu den technischen Daten noch zu der Grundölzusammensetzung.
Aber klar sollte jedem sein, dass Toyota kein Motorenölhersteller ist und nur bei einem der Hersteller in Form von Privatlabel dieses Öl einkauft, so wie VW/Audi/Skoda es z.B. bei Shell machen macht es Toyota nach meiner Kenntnis bei ExxonMobile. Natürlich sind dies dann auf Wunsch von Toyota gemischte Öle und müssen nicht genau einem Mobil1 entsprechen, wobei Mobil1 auch extra Öle mit Toyotafreigabe hat https://www.mobil.com.de/de-de/motoroel/toyota
GRJ78 hat geschrieben: 26. Februar 2026 06:54
Abseits vom Öl-Inside-Talk zeigt das doch alles: Egal welches Öl man für seinen Toyota LandCruiser oder Hilux verwendet, alle sind bestens geeignet und versprechen bei einem empfehlenswerten kurzen Wechselintervall eine vollkommen ausreichende Qualität. Ich behaupte mal frech, das billigste Öl erfüllt seinen Zweck bestens und ist für 1 Mio Kilometer im 1HZ gut.
Wichtiger als das Öl erscheint mir der regelmäßige Öl- und Filterwwechsel spätestens alle 10 tkm, bei erschwerten Bedingungen auch alle 5 tkm. Sowohl beim Benziner 1GRFE wie beim Turbodiesel 1VDFTV vergnügt(e) sich das günstigste Mannol 5w30 in meinem Motor.
Wenn dem so wäre, würde es von jedem Ölhersteller zu jeder Spezifikation nur 1 Öl angeboten werden und nicht wie bei z.B. LiquiMoly 5 bis 10 verschiedene. Und ja es gibt Motoren, wie ein alter Wirbelkammerdiesel von MB oder auch ein 1HZ, die keinerlei bis wenig Anforderungen an ein Öl haben. Die Motoren aber nach einem Öffnen dann im Inneren zwischen Gold, Braun und Schwarz, alle möglichen Zustände zeigen.
Ich behaupte auch, dass jeder 4x4 mit einem Luftwiderstand einer Schrankwand auf einer Autobahn über 120km/h bereits erschwerte Bedingungen hat und nicht nur beim Hängerziehen usw.
Es ist richtig, dass ich bei einem HC Öl mit einem Wechselintervall alle 7500km wohl genauso gut fahre, wie mit einem Hochleistungs PAO Öl alle 15000km Intervall. Beim Preis wird sich dies mit 2xHC Öl zu 1x PAO wahrscheinlich auch die waage halten.
ABER
jeder neuere Motor mit einem Abgasnachbehandlungssystem, der auch noch ein low-SAPS Öl benötigt läuft auf Dauer anders mit einem PAO Öl und sehr geringem NOACK Wert (Verdampfung = weniger Ölverbrauch = weniger Rückführung über AGR usw.), als ein kostengünstigeres HC Öl, auch wenn dieses in kleineren Intervallen gewechselt wird. Ich könnte dann noch von Phosphor, Bor usw. reden, würde dann für die Leser aber nochmehr Verwirrung bringen.
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holefire
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Re: Wechsel von einem W30 auf ein W40 Motoröl

Beitrag von holefire »

robert2345 hat geschrieben: Gestern 00:31
Ich könnte dann noch von Phosphor, Bor usw. reden, würde dann für die Leser aber nochmehr Verwirrung bringen.
Quatsch. Laß los die Informationskette.
Aberglaube bringt Unglück


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robert2345
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Re: Wechsel von einem W30 auf ein W40 Motoröl

Beitrag von robert2345 »

Stefan L. hat geschrieben: 26. Februar 2026 07:47
@robert 2345, was die Grundölgruppen angeht, gerne eine kurze Erläuterung dazu. Ich denke das passt hier gut rein.
Gut also ein kleiner Abstecher in die Grundlagen:

Offiziell gibt es 5 Gruppen der Grundöle laut API , diese sind
1. Mineralöle Lösemittelraffineriert (heutzutage nicht mehr Nennenswert, da in höherer Form in Gruppe 2 hineinfließen)
2. Hydrierend raffinierte Mineralöle
3. Mineralöle im Hydrocracked (hoher Druck und Temp) Verfahren (oft abgekürzt mit HC Öle)
4. vollsynthetische Polyalphaolefine (PAO)
5. alle anderen vollsynthetischen Öle wie Ester, PAG (Polyalkylenglykole), Silikonöle usw.
wobei seit einigen Jahren gerne eine Gruppe 3PLUS genannt wird, da es sich um Öle aus Gasförmigen handelt, diese werden GTL (Gas to Liquid) bezeichnet und werden in erster Linie aus Erdgas gewonnen.

Früher konnte man anhand der Ölfarbe einen Rückschluss auf die Gruppe ziehen da Mineralöle meistens Gold/Braun waren die vollsynthetischen farblos. Heutzutage aber die Gruppe 3 HC und 3+ GTL ebenfalls nahezu farblos sind und nur anhand der Additive die Öle wieder einen Goldenen Farbton erhalten bzw. in rot, blau oder grün eingefärbt werden.

Wenn Ihr also so ein Sicherheitsdatenblatt eines Motoröls nimmt, dann könnt Ihr im Abschnitt Zusammensetzung/ Angaben zu Bestandteilen bei der Beschreibung des Gemisches die CAS (Chemical Abstracts Service) Nummer finden die Eindeutig zu den Grundölklassen zuzuordnen sind.

Dafür habe ich Euch mal eine Liste/Übersicht erstellt:
CAS Nummer Grundöl2.png
Verallgemeinernd ist zu sagen, dass
Gruppe 1 und Gruppe 2 Öle mittlerweile eher bei Oldtimerölen noch Verwendung finden
Gruppe 3 wohl mit Abstand die meisten unserer Motoröle sind - diese HC Öle werden durch Additive, Viskositätsverbesserer VIV so weit für die Anforderungen der modernen Motoren angepasst, dass die Normen/Vorgaben erreicht werden - leider bauen diese Additive und VIV über die Laufzeit, Ruß und Kraftstoffverdünnung extrem schnell ab, gerade bei erschwerten Bedingungen - daher sollten sehr kurze Wechselintervalle eingehalten werden z.B. alle 7500km
Gruppe 3+ GTL sind extrem saubere ohne Verunreinigungen erstelle Grundöle mit extrem wenig Schwefel, die sozusagen die Gruppe 3 überbieten, aber immernoch alle Additive und VIV benötigen um die Freigaben zu erreichen, Bekannte GTL Motoröle sind dann Shell Helix Ultra ECT C2/C3 0W-30 oder viele Mobil1 Öle (X1, ESP oder X4)
Gruppe 4 sind dann die farblose vollsynthetische Öle die komplett Schwefelfrei sind, diese haben von Natur aus sehr hohe Viscosität und benötigen so keine Viscositätsverbesserer und erheblich weniger Additive, sie zeichnen sich durch eine sehr hohe Oxidationsbeständigkeit, bessere Temperaturbeständigkeit und daher die Schlammbildung reduzieren, sie haben die Eigenschaften das Öls länger aufrecht zu erhalten. Darüber hinaus haben diese exzellente Schmierleistung, extreme Fließfähigkeit beim Kaltstart (bis zu -60 Grad) und eine geringe Verdampfung (geringerer Ölverbrauch).
Gruppe 5 sind dann ebenfalls meist synthetische farblose Öle, die jedoch geringe Mengen an Schwefel enthalten können. Sehr bekannt sind die ESTER Öle aus dieser Gruppe.

Aber
Öle der Gruppe 4 haben bei der Flut an Vorteilen auch einen Nachteil - reines PAO führt zum anquellen der Dichtungen
Öle der Gruppe 5 z.B. Esteröle naben den Nachteil - Ester führt zum schrumpfen der Dichtungen
Daher
Jedes Motoröl mit Hauptbestandteil PAO oder Ester hat im Gegenzug einen Anteil Ester oder PAO als Ergänzung, damit deren Effekt aufgehoben wird.
Somit kann man aus einem dieser Öle nurnoch Vorteile ziehen, da deren Nachteil sich aufhebt.

Hoffe, dass bringt wieder etwas Licht in das Thema.
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robert23
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Re: Wechsel von einem W30 auf ein W40 Motoröl

Beitrag von robert23 »

@robert2345
Vielen Dank für die Übersicht! Die ist richtig gut. Danke für deine Arbeit.

Ich habe eine Datenblatt vom Toyota 5W30 C2 PFE gefunden aus 2022.
https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q ... i=89978449
Nach den Angaben und den CAS Nummern, ist es HC-Öl.

Und hier das 0W30 PFE Stand 2022
https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q ... i=89978449
Laut Datenblatt ist das 50-70% HC, 10-25% PAO

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