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Diesel in Afrika und Additive    

Kraftstoffe, Öle, Spritsparen, Additive, Alternative Kraftstoffe usw.

Diesel in Afrika und Additive

Postby boti » Thu 3. May 2018, 08:54

Hallo die Runde,

Ich habe vor meinen hilux 3l Bj. 09 mit an die Elfenbeinküste zu nehmen da ich derzeit nach abidjan umsiedel. Über die Qualität des diesels hier hat man ja schon viel gehoert....bevor nun jemand sagt, lass den wagen in D und kauf hier einen lokalen: mein Lux ist komplett aufgebaut fuer reisen und ich bekomme verschiffung und import bezahlt....habe also in der Tat vor den wagen herzubringen. Nun meine Frage: helfen additive, etwa von liqui moly, wirklich das Problem mit hohem Schwefel und niedriger oktanzahl zu beheben? Gibt es andere bzw weitere Dinge die man man machen kann um den Motor und v.a die Injektoren zu schuetzen?

Freue mich auf Euer Feedback, beste gruesse in die heimat
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Re: Diesel in Afrika und Additive

Postby robert2345 » Thu 3. May 2018, 09:23

Hallo Boti,

hier mal die letztaktuelle Liste der Dieselqualität Weltweit 2017.
https://wedocs.unep.org/bitstream/handl ... sAllowed=y
Alles was Hellblau, Blau oder Grün ist sollte funktionieren, wenn Du bei Markentankstellen und nicht von Kanistern oder Plastikflaschen am Wegrand tankst, da Toyota bis 500ppm freigibt für den EURO4 Lux.

Dein Lux BJ 2009 hat noch EURO4 und keinen Dieselpartikelfilter, soweit so gut. Ein verstopfen des DPF bleibt schonmal aus. Was bleibt sind die Injektoren die Schaden nehmen können (leider Piezo und nicht Magnet).
Zum einen sind da Feinpartikel im Sprit die man mit einem Vorfilter 10 bis 30 Mikronen und dem Hauptfilter 2 bis 5 Mikronen und häufigerem Filterwechsel in Griff bekommen kann (bitte mit Wasserabscheider).
Zum anderen ist das der Schwefel, den man mit keinem Additiv auf dieser Welt einschränken kann. Wenn also die Dieselqualität in der oberen Zeichnung bei Hellorange (500-2000) liegt ist ein Fahren über einen gewissen Zeitraum auch noch möglich, aber nicht Langfristig. Ab Orange und Rot ist das Fahren mit deinem Lux kaum noch möglich bis garnicht. Injektorenschäden und damit verbundene Kolbenschäden wahrscheinlich.
Ich denke aber, dass ein Motorumbau in Afrika auf einen Euro 0 oder 1 Motor (1KD, 2KD oder 5L-E) aus den Ländern möglich ist (langfristig gesehen).

Zusatzinfo:
https://stratasadvisors.com/Insights/02 ... fer-Limits

LG
Robert
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Re: Diesel in Afrika und Additive

Postby boti » Thu 3. May 2018, 15:33

Hallo Robert,

danke fuer die klasse info und den link...leider ist die Elfnbeinkueste klar orange, sprich 2000-5000ppm :-(

Wenn ich dich richtig verstehe bringen die Additive fuer die Injectoren nichts? Und welchen Filder kann man den empfehlen? Bin nun doch etwas besorgt.....
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Re: Diesel in Afrika und Additive

Postby Oidamo » Thu 3. May 2018, 15:57

boti wrote:Wenn ich dich richtig verstehe bringen die Additive fuer die Injectoren nichts? Und welchen Filder kann man den empfehlen? Bin nun doch etwas besorgt.....


Servus,

wie wäre es einfach vor Ort nachzufragen wie sie die Autos am Laufen halten :wink:
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Re: Diesel in Afrika und Additive

Postby boti » Thu 3. May 2018, 16:53

Da bin ich gerade dran.....aber hier in Afrika ist man ja recht entspannt in Bezug auf Schonung von Material und Fahrzeug und ich will eben nicht dass mein Lux bald gemauso raucht wie die ganzen anderen Kisten hier... :-)
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Re: Diesel in Afrika und Additive

Postby Roman_M » Thu 3. May 2018, 18:03

Hi auch,

als Ergänzung zu roberts umfassender Antwort:

Neben den "direkten" Auswirkungen des Schwefels ist auch eine "indirekte" Auswirkung der sauren Verbrennungsprodukte auf das Motoröl gegeben. Die Pufferkapazität des Motoröls wird über die TBN = total base number (als "Puffervermögen" in der Messgröße "mg KOH-Verbrauch /je g Öl" ) ausgedrückt. Hochwertige Nutzfahrzeugöle der 70iger - 90iger Jahre hatten TBN um 16 mg KOH/g - heutige moderne europäische PKW-low-SPAS-Öle jedoch z. T. < 9 mg KOH / g. Deshalb sind derartige "modernste" Motoröle i. d. R. nicht für den Einsatz mit erhöht schwefelhaltigen Dieselkraftstoff geeignet (manche Ölhersteller erwähnen dies auch in ihren technischen Datenblätter).

Entsprechend sollte deshalb auch das Motoröl bewusst gewählt werden - ohne einen Partikelfilter berücksichtigen zu müssen wäre meine Wahl (ohne Rücksicht auf Toyota-Vorschriften ;-) ) ein (synthetisches) Hochleistungsöl 10W40 nach der Mercedes Bevo Blatt 228.5 (Motoröle für Nutzfahrzeug-Dieselmotoren) mit einer möglichst hohen TBN. Zusätzlich sollten die Ölwechselintervalle in Abhängigkeit des Schwefelgehaltes reduziert werden - Caterpillar hatte dafür auch mal "Verkürzungsformeln" publiziert, die finde ich aber leider spontan nicht mehr.. :(

Alternativ gibt es Additive für das Motorenöl - z. B. der TBN booster von Liqui Moly - ich selbst habe aber keine Erfahrungen damit.

und ergänzend: die lokal verfügbaren Motorenöle der Markenhersteller sollte eigentlich auch auf die jeweiligen Kraftstoffqualitäten abgestimmt sein - teilweise sind dort eh hier unbekannte Handelsbezeichnungen anzutreffen.


Viele Grüße
Roman
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Re: Diesel in Afrika und Additive

Postby Roman_M » Thu 3. May 2018, 18:32

Nachtrag:

ein externer link zu einer älteren Ausgabe (2004) der Caterpillar Commercial Diesel Engine Fluids Recommendations

Auf Seite 8f. gibt es dort Diagramme, welche TBN des Frischöles in Abhängigkeit des Schwefelgehaltes des Diesels empfohlen wird. Ebenso kann diesen Diagrammen entnommen werden, ab wann bei "verbrauchter" TBN (auf Basis der Ölanalyse) spätestens der Wechsel erfolgen sollte (i. d. R. dann, wenn die TBN durch die Pufferung der sauren Verbrennungsprodukte ca. auf die Hälfte derjenigen des Frischöles abgesunken ist).
Zu dieser Publikation gibt es auch neuere Ausgaben. Diese enthalten jedoch die Diagramme nicht mehr.

Wenngleich die Motoren doch etwas unterschiedlich groß sind :aetsch: - so sollten die Aussagen doch i. W. als Orientierung übertragbar sein.

Roman
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Re: Diesel in Afrika und Additive

Postby boti » Thu 3. May 2018, 20:24

schon mal vielen Dank fuer das kompetente feedback, auch wenn es mir ehrlich gesagt den tag etwas "versaut" hat da ich gehofft habe mit Additiven dem Thema bei zu kommen....habe auf Basis Eurer Kommentare auch mal mit Toyota hier gesprochen und die haben mir-soweit mein Franzoesich richtig war- klar geraten den Wagen in D zu belassen....ich habe hier zwar schon einige D4D's gesehen und frage mich nun wie die das wohl machen bzw. aushalten??????
kann ja wohl kaum sein, dass ich nun in Afrika bin und mein Hilux hier Fehl am Platze ist......verkehrte Welt kann ich nur sagen....

liebe gruesse aus Abidjan
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Re: Diesel in Afrika und Additive

Postby TomB » Thu 3. May 2018, 21:09

Traurig aber wahr: Mit nem Benziner wär das kaum ein Problem gewesen. Deshalb auch vor bald 10 Jahren der Rat des Toyota-Spezialisten: Auf Weltreise nur mit Benziner, die können viel mehr ab.
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Re: Diesel in Afrika und Additive

Postby robert2345 » Thu 3. May 2018, 23:26

boti wrote:....ich habe hier zwar schon einige D4D's gesehen und frage mich nun wie die das wohl machen bzw. aushalten??????


In Afrika wurden wie schon oben geschrieben die gleichen 1KD und 2KD Motoren also D4D verbaut wie auch bei uns, mit dem Unterschied, dass die Motoren auf EURO0 oder EURO1 ab 2015 dann auf EURO2 ausgeführt wurden.
Da gibt es teilweise keine Abgasrückführung (AGR), keine Nachbrenneinspritzung, andere Injektoren, andere Motorsteuergeräte usw., daher der Vorschlag den Motor zu tauschen und deinen auf einer Palette zur Seite zu legen, falls Rückreise irgendwann mit dem Auto geplant.
Sprich bei uns ein 1KD Motor aus einem LC um Baujahr 2000 herum, entspricht in etwa diesen Abgasvorschriften.

Öle und Service
die Serviceintervalle sind in allen Ländern unterschiedlich, wir hatte da mal verglichen, teilweise wird das Öl alle 7.500km getauscht.
ist-euer-motorol-auch-transparent-t59303-30.html#p784111

Dieselvorfilter
wir haben hier im Forum schon über unzählige Versionen berichtet, da aber in Afrika wohl keine Dieselheizung notwenig ist machen es auch zwei kostengünstige Modelle:
- DELPHI 296 mit Wasserabscheider und Handpumpe
https://www.db-shop24.de/Delphi-Feinfil ... AD-7018/1A
- Ironman4x4 IM30F mit Wasserabscheider ohne Handpumpe
https://ironman4x4.com.de/index.php/im3 ... ikron.html

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Re: Diesel in Afrika und Additive

Postby Knalimera » Sun 6. May 2018, 15:55

j15-als-afrikacamper-geplant-innenmasse-gesucht-t61832.html#p813799
s.Beitrag vom Okt.2017 von jorgjean...interessant
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Re: Diesel in Afrika und Additive

Postby boti » Tue 12. Jun 2018, 23:57

Schwersten Herzens habe ich mich nun dazu entschlossen den Lux in Deutschland zu lassen und habe mir gestern hier einen J12 mit dem V 6 Benziner zugelegt.....mal sehen was ich nun mit dem Lux mache.....rumstehen ist irgendwie auch nicht gerade optimal....aber verkaufen will ihn irgendwie auch nicht wirklich....mal sehen....

Danke nochmal für die vielen Guten Ratschläge - hat meinen Lux wohl vorm Motortod gerettet...

Liebe Grüße aus Abidjan
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Re: Diesel in Afrika und Additive

Postby GeorgeZ » Wed 13. Jun 2018, 08:50

Hi,
ich beschäftige mich auch seit einiger Zeit mit dem Thema Dieselqualität in Afrika und Euro 5. Da sind die Aussagen doch sehr widersprüchlich. Einige schreiben keine Probleme gehabt auf der Ostroute durch Afrika http://forum.buschtaxi.org/j15-als-afrikacamper-geplant-innenmasse-gesucht-t61832.html#p813799 . Andere sagen man solle DPf, AGR stilllegen, Motor Steuergerät mit Süd-Amerika Programmierung damit gäbe es auch keine Probleme. (Natürlich hier in D illegal).

Extra Vorfilter, Ölwechselintervalle kürzer, mache ich sowieso schon.

Die Berichte über EURO 5 + Notlauf die ich bis jetzt gelesen habe bezogen sich meist auch auf das befahren von größeren Höhen.
Marokko waren wir jetzt schon ein paar mal aber wir wollen auch weiter Mauretanien ect.ect. nächstes Jahr die Länder im südlichen Afrika.
Mit ein Grund für uns den Lux zu fahren ist auch die Ersatzteilversorgung weil die Kisten ja dort an jeder Ecke stehen.

Aus Gründen des Umweltschutzes fährt man hier einen Euro 5, nun darf ich damit hier nicht mehr in die Städte und in Afrika kann ich damit auch nicht fahren. Was ist das den alles für ein Schwachsinn.

Was macht man am besten?
HILUX-3.0Ltr. 2014, - orig. ALUS' mit 265/70 R17 Bereifung General Grabber AT2, - OME VA: 90002+2885 HA: 60006+EL045R, -MSanders - ASFIR UF, ARB Sahara-Bar + Winde, Engel MT45F, SIMPLEXCAMPER Kabine.
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Re: Diesel in Afrika und Additive

Postby Cheldon » Wed 13. Jun 2018, 12:05

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Frag mal hier nach.


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Re: Diesel in Afrika und Additive

Postby Juliet » Wed 20. Jun 2018, 22:34

Land Rover hat den Defender 2.2 EURO5 mit DPF bis 3000 ppm freigegeben.
Der Defender 2.4 EURO4 ohne DPF ist auch nur bis 5000 ppm freigegeben :wink:
Bei verkürzten Serviceintervallen = mehr Ölwechsel.
Problem ist nicht nur der DPF sondern auch aktuelle Motoröle, die eine "Übersäuerung" durch Schwefel nicht mehr kompensieren können.

Viele sind die Westroute inkl Elfenbeinküste schon mit DPF gefahren. In Afrika sind auch viele Besitzer neuer Fahrzeuge mit den gleichen Sorgen unterwegs :-)

Meine Sorge in Afrika (mit DPF) war bisher nicht der Schwefel sondern das zugemischte Wasser im Diesel.
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