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Problem : Werkstätte und älterer Land Cruiser ?

Verfasst: 29. Juli 2025 09:18
von AlpenCruiser
Bin ich der einzige, der irgendwie immer Probleme mit Werkstätten hat ?
Wie ist das bei euch ? Macht ihr zu 100% immer alles selbst ? Oder gibt es noch gute Werkstätten für ältere Land Cruiser ?

Ich versuche mal mein "Problem" oder sagen wir, meine "Wahrnehmung" zu Werkstätten zu beschreiben. Es soll aber nicht als "beschweren" oder "jammern" rüberkommen. Ich will einfach nur möglichst genau beschreiben, was ich als Problem sehe :

Von anderen Fahrzeugen bin ich eigentlich gewohnt, dass ich mein Auto zur Wartung oder für eine eventuelle Reparatur zu meiner Werkstätte bringe. Normalerweise nimmt der Empfang mein Auto entgegen, und wenn ich es wegen eines Defekts bringe, kommt ein Meister zur Auftragsannahme und er nimmt mein Problem auf. Meist am gleichen, oder spätestens am nächsten Tag ist mein Auto fertig, und ich kann es ohne Einschränkung wieder ganz normal benützen.

Bei einem älteren Land Cruiser ist das aber anscheinend anders. Meine erste Ernüchterung hatte ich bereits kurz nach dem Kauf : viewtopic.php?t=81138
Die offizielle Toyota-Werkstätte übernimmt die Reparatur nicht. Nach den Erklärungen der Werkstätte können sie das gar nicht mehr. In Folge können und möchten sie auch nicht garantieren, dass der Wagen nach ihrer Arbeit wieder läuft. Sie haben das Wissen und die Mitarbeiter dafür nicht mehr. Ihr Fokus liegt auf Service nach WHB, oder eventuell Fehlerauslesen mit einfacherem Komponententausch. Auch meine anschliessende Suche nach einer alternativen Werkstätte brachte mir nur Absagen ein. Das einzige, was mich noch rettete, war das Forum. Hier im Forum ist die Kompetenz und das Wissen, wie man einen Land Cruiser repariert. Nachdem ich selbst, aber kein Mechaniker bin, hat mich das Forum ferngesteuert. Ihr habt mir jeden Griff erklärt. Ich habe ständig Fotos gepostet und Rückmeldung bekommen, ob ich etwas OK gemacht habe, oder nochmal machen muss. Am Ende, habe ich dann nach langer Arbeit den Schlüssel gedreht, und er lief. Wie eine 1 ! Problem behoben ! Motor perfekt ! Danke Forum !

Kurz darauf stellte ich fest, dass mein Lenkgetriebe Spiel hat und knackt. Wenn eine Person das Lenkrad festhält und eine zweite Person mit der Hand am Rad wackelt, sah man, dass auf der linken Seite der Spurstangekopf mit der Radbewegung den Gummibalg links zusammendrückt, während sich das Lenkrad nicht bewegt. Auf der rechten Seite war das nicht so. Also bin ich zu einer Werkstätte gefahren, die mir hier aus dem Forum empfohlen wurde und auf ältere Land Cruiser spezialisiert ist (ich nenne sie mal "Wertstätte-1" - damit ich niemand persönlich kritisiere).
"Wertstätte-1" schaut sich alles an. Ich deute mit dem Finger auf die linke Manschette und sage, dass es darunter klackt. Ich mache es vor. Es hat Spiel und klackt. Der Meister von "Wertstätte-1" beruhigt mich aber dann und sagt, dass das normal sei. Ich füge hinzu, dass auch das Lenkrad schief steht. Aber auch hier beruhigt er mich. Auch das sei normal bei einem Geländewagen.
So ganz beruhigt bin ich aber nicht, da ich meinen Land Cruiser ausschliesslich für lange Offroad-Touren einsetze. Sollte also doch irgendwann etwas noch weiter kaputt gehen, stehe ich irgendwo im Nirgendwo. Also habe ich entgegen der Beruhigung der Werkstätte mal vorsorglich ein billiges Ersatzlenkgetriebe gekauft und ins Auto gelegt. Und tatsächlich ging das Lenkgetriebe dann nach weiteren 1.200 km ganz kaputt. Ich konnte mich nur noch mit viel eiern in eine Dorfwerkstätte in Rumänien retten. Dort hatte mir eine Werkstätte dann mein mitgeführte Ersatz-Lenkgetriebe eingebaut und ich konnte weiterfahren. Die Arbeit wurde sehr gut durchgeführt und der Wagen fuhr mit geradem Lenkrad, sowie ohne Spiel und ohne Klacken wieder perfekt.

Leider war die Freude nur von kurzer Dauer, da das Billig-Lenkgetriebe nur 6.000 km hielt : viewtopic.php?t=84797
In diesem Zug wollte ich dann das in Rumänien ausgebaute Original-Lenkgetriebe überholen und das dann wieder einbauen lassen. Eine Firma zur Lenkgetriebeüberholung meinte aber dann, dass mein Lenkgetriebe gar nicht kaputt sei, sondern nur die linke Spurstange. Ich habe dann in dem Zusammenhang gelernt, was der Unterschied zwischen einer Spurstange und einem Spurstangekopf ist, und dass eine Spurstange, auch wenn sie unter der Lenkungsmanschette liegt, gar nicht zum Lenkgetriebe gehört. Gut. Also neue Spurstangen drauf, und dann das Lenkgetriebe zum Einbau zu einer Werkstätte gebracht, die mir auch hier im Forum empfohlen wurde und sich auch Land Cruiser spezialisiert hat (ich nenne sie mal "Wertstätte-2").

Nach längerer Wartezeit erhielt ich dann die Mitteilung, dass sie es aus zeitlichen Gründen nicht schaffen und ich den Wagen unrepariert wieder abholen soll. Ich hatte ihn dann gebeten, den Wagen doch noch schnell irgendwo reinzuschieben, da ich halt auch nicht selbst ohne Hebebühne auf der Strasse das Lenkgetriebe wechseln kann. Ich habe es geschafft, ihn zu überreden, und er hat es schnell noch irgendwo reingeschoben.

Ich weiss, dass der Meister hier mitliest und erkennt, dass er gemeint ist. Daher ist es mir wichtig, auch zu sagen, dass ich weiterhin eine SEHR hohe Meinung von ihm habe. Er zählt in meinen Augen zu den absoluten Koryphäen für Land Crusier. Es war nur mein Fehler, ihn zu bitten, es noch schnell irgendwo reinzuschieben, obwohl ich wusste, dass er wirklich keine Zeit hatte.

Zum Resultat :
  • Das Lenkrad stand bei der Abholung 35° schräg (nachgemessen).
  • Der Wagen zog beim Bremsen stark nach links. Die Räder hatten nicht 1° Vorspur, sondern eine sichtbar sehr grosse Nachspur.
  • Alle 6 Radmuttern des rechten Rads wurde vergessen anzuziehen. Sie waren nur handgedreht drin. Es wurde nicht nur der letzte Klick mit dem Drehmomentschlüssel vergessen - die Muttern hatten gar kein Werkzeug gesehen. Ich konnte sie mit dem Finger drehen (ich bin so 100 km nachhause gefahren).
  • Das Lenkgetriebe hat das Servo-Öl verloren. Später zeigte sich, dass die Druckleitung-Rechts gebrochen war. Sie kann brechen, da sie im Weg ist, wenn man die dahinterliegende grosse Schraube mit einer etwas dickeren Nuss anzieht, statt mit einem Ringschlüssel. Die Druckleitung ist nicht elastisch und darf nicht mit einer Nuss zur Seite gedrückt werden.
  • Anstelle der mitgegebenen neuen Lemförder Spurstangeköpfe waren alte TRW-Spurstangeköpfe eingebaut. Die waren wirklich alt. Das Gewinde war mit dem Hammer beschädigt, der Gummi war gerissen und sie waren sichtbar schon sehr alt. Die Verwechslung war mit Sicherheit keine Absicht.
Dennoch musste ich das in Ordnung bringen.
  • Ich bin diesmal wieder zu "Werkstätte-1". Er schaute es sich an, und sagte, ich soll zu "Werkstätte-3" fahren, damit der zuerst mal die Spur richtig einstellt.
  • "Werkstätte-3" schaut es sich an und sagt, ich soll zuerst mal wieder zurück zu "Werkstätte-1" fahren, damit er zuerst das Lenkgetriebe abdichtet.
  • Also wieder zurück zu "Werkstätte-1". Die sagt mir dann, dass ich erst mal die beiden Druckleitungen besorgen soll, und mich wieder melden soll, wenn ich die habe. Ich soll sie bei Amayama kaufen, damit es originale sind, da andere nicht halten (also die beiden Metallleitungen, die parallel zum Lenkgetriebe laufen und gemeinsam mit einem Lenkgetriebe geliefert werden).
    Ich suche sie bei Amayama raus. Sie sind lieferbar und bestelle sie. Nach gut 1 Woche sehe ich dann in meinem Kundenkonto bei Amayama, dass die Druckleitungen wegen nicht-Verfügbarkeit storniert wurden, aber sie würden mir zumindest die Dichtungen schicken.
    Nach einiger Abklärung und Marktrecherche, muss ich dann akzeptieren, dass es die Druckleitungen nicht mehr einzeln gibt. Aber das Lenkgetriebe wäre mit 870,- (original Toyota) verfügbar. Also kaufe ich das Lenkgetriebe (inkl. montierten Druckleitungen).
  • Nachdem das dann gekommen ist, bin ich wieder zu "Werkstätte-1" (der, der mir sagte, dass er die Druckleitungen wechselt). Als ich dann bei ihm war, meinte er, dass die Lenkgetriebe nie kaputt gehen, und er es daher auch nicht zu wechseln braucht. Es würde genügen, einfach nur mit dem Schraubenschlüssel die Mutter der Druckleitung nachzuziehen. Nachdem er das gemacht hatte, stehe ich auch kurz unter dem Auto und sage ihm, dass es aber doch immer noch rausläuft. Er meinte, dass er es eben dann nochmal fester anzieht. Er schaut es sich an, zieht nochmal fester, und bestätigt, dass es jetzt dicht sei. Ich schau hin und sage ihm, dass das doch gerade schon wieder runtertropft. Er schaut hin und sagt, dass das so weinig sei, dass ich damit bedenkenlos auf Tour gehen könne. Vermutlich werde ich für die nächsten 5.000 km nicht mal was nachfüllen müssen.
    Etwas ungläubig fahre ich dann mit meinem Wagen aus der Halle. Aber nur 30 Meter (Meter - nicht km). Dann war die Lenkung so schwergängig, dass ich wieder stehen geblieben bin und es ihm gesagt habe. Er erklärte mir, dass er zwar die Hydraulikflüssigkeit gerade erst aufgefüllt habe, aber sie sei eben nachgelaufen und füllt sie nochmal auf.
  • 30 km später war sie wieder leer. Ich rufe an, und bitte nun wirklich um den Einbau des bereits gelieferten neuen Lenkgetriebes. Aber die Werkstätte erklärt mir, dass sie vor ihrem Urlaub leider keinen Termin mehr frei haben. Es würde erst in ca. 3 Monaten wieder gehen.
Mein letzter Ausweg war wieder, das Lenkgetriebe selbst zu wechseln. Auf der Strasse, ohne Bühne.

Ich könnte jetzt vermutlich noch seitenweise weiterschreiben.
  • Von Bremsbelägen, die vertauscht eingebaut wurden.
  • Vom Zurückdrücken des Bremszylinders mit überlaufender Bremsflüssigkeit.
  • Von der Aussage eines Meister, man könne keine Traggelenke wechseln, weil er das noch nie gemacht habe.
  • "Werkstätte-4" hat es im Kreuz und kann keine Räder mehr heben. Der Meister dort ist zwar gut, aber er kann nur was machen, wenn ich mit dabei bin und meine Räder selbst runterschraube. Sobald der Wagen dann ohne Räder auf der Bühne ist und er ohne Bücken arbeiten kann, geht's.
  • "Werkstätte-5", der einen anderen Wagen von mir macht, habe ich letzten Monat mal in einem Nebensatz halb scherzhaft gefragt, wie lange er denn seine Werkstätte noch hat. Dann wurde er unerwartet ernst und sagte mir, dass diese Frage für ihn tatsächlich gerade relevant sei. Er sagt, er sei leidenschaftlicher Mechaniker, aber in Deutschland sei ihm das drum herum mit Steuererklärungen, Formalitäten und allen möglichen Auflagen und Regeln zu viel. Er wird tatsächlich schliessen.
  • Nachdem ich bei meinem Frontbügel einen Haarriss gesehen habe, von dem ich glaube, dass er sich vergrössert hat, habe ich "Werkstätte-2" gefragt, ob er das schweissen kann. Nein. Edelstahl macht er nicht. "Werkstätte-1" gefragt : "Nein, kann ich nicht." ... "Ähh, können natürlich schon. Aber ich habe das Material dafür nicht.". Zu einem Schlosser gefahren : "Autos mache ich nicht." Zu "Werkstätte-4" gefahren : "Nein, aber ich kenne einen, der kann sehr gut Edelstahl schweissen." -> "Werkstätte-6". Er gibt mir dessen Nummer. Ich rufe an, er sagt zu und wir vereinbaren einen Termin. 1 Stunde vor dem Termin, ruft er mich an und verschiebt auf den Folgetag. Am Folgetag wiederholt es sich. Am dritten Termin verschiebt er wieder. Danach habe ich nie wieder etwas von ihm gehört. Er antwortet auf keinen Anruf mehr und ist auch nie in seiner Werkstätte anzutreffen. Ich frage bei "Werkstätte-4" nach, ob er etwas weiss. Er erklärt mir, dass der von "Werkstätte-6" ein Alkoholproblem hat. Es gibt da Phasen, da schüttet er hochprozentigen Schnaps flaschenweise rein und fällt dann für länger Zeit aus. Dann nochmal 4 verschiedene Schlosser probiert. Alle nicht erreichbar (hingefahren - aber kein Mensch in der Halle). Einen 5. Schlosser angetroffen : Ich soll ihn ausgebaut bei ihm lassen. Aber es wird ein paar Wochen dauern. Ausserdem sei das sehr aufwändig, wird teuer und nachdem es verchromter Stahl sei, würde das Ergebnis nicht sehr schön werden (Anmerkung : Es ist Edelstahl). Ich habe meinen Frontbügel nicht bei ihm gelassen. Dann habe ich mir selbst ein Schweissgerät besorgt, Schweisshelm, Handschuhe, Edelstahlelektroden und Übungsblech mit Übungselektroden. YouTube studiert, um zu lernen, wie es geht - geübt und aufgegeben. Schweissen kann ich einfach nicht. Ausserdem habe ich Augenschmerzen bekommen. Am Ende habe ich aufgegeben und meinen Frontbügel mit Karosseriekleber geklebt.
  • "Werkstätte-1" gefragt, ob sie mir meine Lagerbuchsen der Querlenker wechseln können. Ja, Termin in 2 Monaten. Aber ich muss zuvor den Unterbodenschutz von meinem Auto entfernen, denn Autos mit Unterbodenschutz würden ihm immer von seiner Hebebühne runterrutschen. Er nimmt also keine Autos mit Unterbodenschutz mehr an. Ausserdem kann er gar keine Lagerbuchsen pressen. Er macht es nur, wenn ich komplette Querlenker kaufe.
Vermutlich wird es darauf hinauslaufen, dass ich meine Lagerbuchsen der Querlenker selber wechseln muss.

Natürlich schraube ich gerne an meinem Auto. Aber ich habe eigentlich einen anderen Beruf. Ich muss alles auf der Strasse machen, kann nur arbeiten, wenn es nicht regnet und nicht zu kalt ist, muss das benötigte Werkzeug kaufen, es in YouTube einstudieren, und das Einzige, was mir dann in Notfälle noch hilft, ist das Forum hier.

Bin ich der einzige, mit diesen Werkstatterfahren ? Liegt es an mir, dass ich vielleicht ein unangenehmer Kunde bin ? (Ich weiss, das könnt ihr im Forum nicht beurteilen - aber die Frage schliesse ich für mich natürlich nicht aus.)
Rentiert es sich für Werkstätten einfach nicht mehr, guten Service und gute Qualität anzubieten ?

Darf ich in die Runde fragen, wie diejenigen, die einen älteren Land Cruiser haben, ihre Wartung und Reparaturen machen ?
  • Macht ihr immer alles selbst ? Habt ihr alle eine Halle, Werkzeug und Erfahrung ?
  • Oder macht ihr das "hybrid" ? z.B. normale Wartung selbst, und grössere Reparaturen in einer Werkstätte ?
  • Oder habt gibt es noch gute Werkstätten ?
  • Oder habt ihr die gleichen Erfahrungen wie ich und lebt einfach damit ?

Re: Problem : Werkstätte und älterer Land Cruiser ?

Verfasst: 29. Juli 2025 09:40
von Erik Wikinger
Moin, ich habe neben dem erst fünf Jahre alten GRJ78
nur alte Autos.
Einen Benz Bj. '85, einen Volvo V70 Bj. 99 und mein tägliches Arbeitstier VW T4 Bj. '95.
Meine Autos sehen keine Werkstatt. Wirklich gute Schlosser oder Meister sind so rar wie alle anderen Fachkräfte im Handwerk auch. Gefühlt 90% Dilettanten und vor allem Dummschwätzer.
Meine letzte größere Reparatur war die Kopfdichtung am Volvo wechseln. Und er läuft wieder tadellos...
Mein Tip an dich: Fang einfach an und mach es selber,
trau dich und du lernst immer mehr dazu. Was du nicht weißt, dafür gibt es Internet !

Grüße Erik

Re: Problem : Werkstätte und älterer Land Cruiser ?

Verfasst: 29. Juli 2025 10:04
von kristijan
Ich persönlich habe das Glück einen Kumpel zu haben, der selbst viel schraubt. Was ich mir zutraue mache ich alleine zu Hause oder eben beim Kumpel.
Hat mein Kumpel keine Zeit oder es sind Dinge an die wir oder ich uns nicht rantrauen, dann bringe ich meinen 80er zu Benjamin Krenzer (Buschmechanik) in der Röhn und bin damit bisher immer sehr gut gefahren.

Da ich meinen Land Cruiser auch viel im Alltag brauche, müssen gewisse Dinge einfach in einer Werkstatt gemacht werden, damit die Standzeit überschaubar bleibt. :ka:

Re: Problem : Werkstätte und älterer Land Cruiser ?

Verfasst: 29. Juli 2025 10:18
von onkel
@ Alpencruiser : wo bist du zuhause ?
Im Schwarzwald hätte ich eine Adresse , mein bester Freund und Schraubergott ( offizielle Werkstatt )

Re: Problem : Werkstätte und älterer Land Cruiser ?

Verfasst: 29. Juli 2025 10:48
von AlpenCruiser
Danke, Onkel

Der LandCruiser steht in München.
Aber ich hätte kein Problem damit, den Wagen in den Schwarzwald zu bringen.
Bei mir ist der Verschleiss meist saisonal. Im Sommer muss der Land Cruiser arbeiten - und den Rest vom Jahr bekommt er seine Pflege.
Ich könnte ihn also auch mal in den Schwarzwald bringen, wenn mehr angefallen ist, und erst später wieder abholen.

Re: Problem : Werkstätte und älterer Land Cruiser ?

Verfasst: 29. Juli 2025 10:50
von eleFantlTours
Also ich kann Jens Burk (ehemals bei Keba) jetzt selbstständig als Toyo-Schmiede ebenfalls in Brackenheim nur wärmstens empfehlen!

Re: Problem : Werkstätte und älterer Land Cruiser ?

Verfasst: 29. Juli 2025 11:03
von se7en6
Hi @AlpenCruiser
es ist wie du schreibst.
Meine Erfahrungen decken sich in etwa so.
Ich schreib jetzt keinen Roman hier über meine Erfahrungen.
Sie waren anders als deine, aber ungefähr genauso wild und unzuverlässig.
Das ist eigentlich das Hauptkriterium, welches meistens fehlt: Es ist die mangelnde Verlässlichkeit.
Verlass ist meist nur beim Abbuchen der Endbeträge, und selbst da scheitert es bei vielen ("Neuland" und so).

Das bunte Treiben dieser Art von Werkstätten fällt im "Glanze" der ganzen Branche nicht auf.
Es sind ja die meistens so.
Es wird beschissen, dass sich die Balken biegen.

Einer der Hauptgründe, warum KFZ Versicherungen in die Höhe geschossen sind, sind die Reparaturkosten. Diese sind aber nicht nur wegen der Ersatzteilpreise leicht angestiegen, sondern weil die Werkstätten bei Versicherungsfällen gerne und regulär das doppelte bis dreifache verlangen. Ersatzteile werden an die Versicherung für das Vierfache verkauft. Das kenne ich so schlimm von früher nicht. Mag mich aber auch täuschen.

Ein anderer sehr wichtiger Faktor, den ich für mich klar erkannt habe:
Wenn die den Land Cruiser sehen, dann müssen sie denken und Erfahrung haben. Betonung auf Denken. Das ist wie mit den alten Gasheizungen. Die sind nicht kaputt, man muss nur ein Gefühl dafür haben.
Und das haben nur die, die selbst einen haben.
Deshalb hatte ich die besten Erfahrungen mit Mechanikern (und Dampfkesselprüfern), die entweder mit J7 versiert sind und/oder selbst einen Geländewagen haben, Defender, J7, Patrol und vergleichbare. Auch die Landmaschinen-Techniker sind meist fitter am Gelänewagen als eine reguläre PKW Werkstatt.

Im KFZ Betrieb ist mehr Schein als Sein.
Das ist auch schon sehr lange so, so lange es eben die zahlenden "stehenden Männer" klaglos finanzieren.

Nun, aber was tun, wenn man nur ein Fahrzeug warten (lassen) will und keine Flotte hat oder Sammler mit Halle ist?
1. Eigene KFZ-Werkstatt
2. Auftragswerkstatt
3. Freunde und Bekannte (Forums-Schrauben)
4. kleine Schrauberhalle
5. Straße kommt nicht in Frage, viel zu kalt!

1
Eine eigene vollwertige KFZ-Werkstatt ist zu teuer und aufwendig, keiner hier zahlt z.B. 1500,- Miete/Pacht im Monat für ne Halle mit Hebebühne und Ölabscheider etc, nur um einen einzigen Land Cruiser zu warten. Eine eigene Werkstatt wäre nur als Verein oder Genossenschaft zu realisieren mit mehreren Parteien.

2
Die Auftragswerkstätten sind bekanntlich total gefragt. Die guten wie die schlechten!
Ich habe nur eine Handvoll Mechaniker, denen ich das Fahrzeug blind anvertrauen würde.
Davon ist nur einer mit eigener Werkstatt professionell tätig.
Dorthin sind es von mir neuerdings aber fast 500km hin und zurück.
Das ist bitter, das kann ich nur noch bei sehr großen Arbeiten vertreten.

3
Das Forumsschrauben finde ich am Besten, weil man am meisten dabei lernt, gute Leute um sich hat und natürlich ordentlich aufgegrillt wird.
Aber das ist eher mal alle paar Monate an ein paar Kleinigkeiten rumschrauben.
Nichts, worauf man sich im Alltag verlassen kann.
Trotzdem halte ich das Forum-Schrauben für die wichtigste, spassigste und lehrreichste Aktivität abseits der theoretischen Beratungen und Fernsteuerungen im Forum hier.
Das sollte meiner Meinung nach generell öfter und vermehrt an verschiedenen Orten stattfinden!

4
Und das bringt mich zu meiner persönlichen ultimativen Lösung, hoffentlich die finale:
Eine eigene kleine zweckmäßige Halle/Werkstatt.
Man stört niemanden, niemand stört einen, man darf und soll genau das dort machen: Schrauben.
Die muss nicht unbedingt Ab-/Wasser haben, nichtmal Strom ist zwingend für mich. Das kann man alles klug kompensieren.
Dort finden alle Arbeiten statt, die ich selbst oder mithilfe einer versierten Hilfsperson (aus dem Forum) machen kann.
Das hat bei mir die Ruhe rein gebracht! Es ist so viel besser nun, das hätte ich schon vor vielen Jahren machen sollen.
Ich habe es mir auch ganz kleinkariert ausgerechnet: Ich spare am Ende nicht nur bares Geld, sondern vor allem sehr viel Zeit und Nerven und verschwende nichts mehr davon. Alle Zeit und Gedanken gehen in die Bildung der eigenen Fähigkeiten.
Die Mieten für solche kleinen Hallen/Lager/Werkstätten sind bei 2-3 Euro / qm.
Eine ausgekleidete Scheune tut es auch!
Leere Scheunen gibt es am Land ohne Ende. Da ist das Problem eher, ob man einen guten Vermieter erwischt.
Die besseren Gewerbe- und Multifunktionshallen mit Ab-/Wasser und Starkstrom und gemeinschaftlichem WC in der Nähe einer Autobahnausfahrt kosten dann schon gerne mal 8€/qm, da kommst du unter 400/Monat kaum weg. Das kann sich aber dennoch für manche trotzdem lohnen, z.B. in Kombination mit einem Kleingewerbe.


Generell ist die Zukunft aus meiner Sicht also die eigene kleine Multifunktionshalle im Gemeinschaftshallenpark.


Und zu guter letzt möchte ich auch noch sagen, dass ich ohne das BTF keinen J7 halten würde. Danke an Alle, die mich bis hierher unterstützt haben!




PS:
Mir tun alle Leid, die eine Hebebühne haben. :D
Ich habe letztens dieses urkomische social media Video gefunden von ein paar pfiffigen Jungs, die es sehr gut auf den Punkt gebracht haben:
Der Hebebühnen-Fiebertraum!
"Installiere dir niemals eine Hebebühne, sonst..." :rofl:

Re: Problem : Werkstätte und älterer Land Cruiser ?

Verfasst: 29. Juli 2025 12:30
von lightandy
Ich sehr es auch so und handhabe es wie Erik. Man kann sich auf fast nichts mehr verlassen und nur was man selber macht, macht man richtig (evtl mit Hilfe, wenn nötig) . Natürlich kostet es Zeit und Mühe und Werkzeug u Platz, aber bei den heutigen Werkstattstunden und dem Pfusch lohnt sich das ziemlich schnell. Natürlich zahlt man auch Lehrgeld, aber wenn man was verbockt hat, war man es selbst und kann sich eine Kugel ins Knie schießen ;-).Also ich ermuntert jeden, selber zu schaffen! Man wächst mit den Aufgaben! Irgendwann kommt vielleicht auch ein Problem, welches drüber ist, aber dann kann man sich immer noch überlegen!


Und ja, danke für dieses forum und seine Mitglieder! Mein Einstieg mit dem Defender war vor 25 Jahren blacklandy, und seit 8 Jahren Buschtaxi, ohne diese beiden wäre ich nie so weit gekommen und hätte mir die Wagen nie leisten können. Fahren kann jeder, die Kunst liegt im schrauben!!!

Re: Problem : Werkstätte und älterer Land Cruiser ?

Verfasst: 29. Juli 2025 13:16
von toyotamartin
Wenn mich eine Werkstatt mit lockeren Radmuttern wegfahren lässt dann fahre ich durch seine Auslagenscheibe wieder rein...

Re: Problem : Werkstätte und älterer Land Cruiser ?

Verfasst: 29. Juli 2025 15:14
von PBurg
@alpencruiser ich hab hier unten in München auch ewig gesucht, habe auch keine eigene Halle und mache die gängigen Wartungen beim Kumpel im Garagenvorhof (Ist aber leider auch wetterabhängig und das Fahrzeug muss am Ende der Aktion auch fahrbereit sein 😂 )

Klaus Böck Fahrzeugtechnik (Wolfratshausen) ist noch zu empfehlen, war dort selber mal nur zum vorsprechen aber machte einen super Eindruck, hat aber wohl längere Wartezeiten.

Motorbros bei Starnberg haben einige Rost und Karosseriesachen an meinem LC super gemacht und entsprechende Kontakte zu anderen Firmen. Die haben auch mal Motorenbau gemacht und würden sich mit dem WHB an entsprechende Operationen ran wagen.

Für richtige OPs am Motor habe ich den Wagen aber auch in die Heimat zu Autohaus Koch bei Hanau gefahren, die sind super.

Re: Problem : Werkstätte und älterer Land Cruiser ?

Verfasst: 29. Juli 2025 16:16
von AlpenCruiser
Vielen Dank für euren Input.
Manchmal habe ich halt ein bisschen Angst, etwas zu zerlegen, was ich dann nicht mehr zusammenkriege. Gerade Fahrwerkselemente sehe ich als kritisch, weil er dann halbfertig auch nicht mal mehr rollfähig wäre, um ihn irgendwo hinzuziehen, falls ich nicht weiterkomme.
Manchmal habe ich auch einfach nur ein Zeitproblem.

Aber euer Feedback ist ja ziemlich eindeutig :-(
Ich muss dann wohl mehr selbst machen.

Vom Platz her, schaut es bei mir so aus :

Foto 10.06.25, 17 28 39.jpg

Ich kann da auch noch in paar cm nach vorne, dann steht er hinten nicht in den Gehweg rein. Ich hatte auch schon mal überlegt, in die Garage davor eine Grube zu betonieren. Aber in der Garage wäre es noch enger. Da kriege ich dann kaum noch die Türe auf. Ausserdem würde er nur reinkommen, wenn ich da Tor ganz ausbaue und kein Dachzelt drauf ist.

Re: Problem : Werkstätte und älterer Land Cruiser ?

Verfasst: 29. Juli 2025 17:50
von Hiasl
Ich bin begeistert, mit welcher Gelassenheit du im Ausgangspost die Situation beschreibst :D
Auch ich bin bemüht Werkstätten für Servicearbeiten zu vermeiden, da kommt man sich manchmal etwas abgezogen und verarscht vor. Habe da mit unserer "Alltagsschlampe" (Toyota Avensis) mal ein Erlebnis gehabt, das hat es nur nicht in die Abendnachrichten geschafft, weil ich mich von Sonntag auf Montag beruhigen konnte - Sonntag Werkstatt zu :evil:
Evtl schaust du mal nach einer Hobbywerkstatt, zB in der Brunhamer Str., da hab ich schon ein paar mal was gemacht, viele, auch speziellere, Werkzeuge zum Leihen.
Ne eigene Grube/Bühne wäre ein Traum ...
Gruß Matthias

Re: Problem : Werkstätte und älterer Land Cruiser ?

Verfasst: 29. Juli 2025 18:42
von J9 Andy
AlpenCruiser hat geschrieben: 29. Juli 2025 16:16
Vom Platz her, schaut es bei mir so aus :
Ich kann da auch noch in paar cm nach vorne, dann steht er hinten nicht in den Gehweg rein.
Bei längeren OPs noch das Rad von der Tür nehmen, dann bleibt auch keiner mit dem offenen Auge am Profil hängen. :rofl:

Re: Problem : Werkstätte und älterer Land Cruiser ?

Verfasst: 29. Juli 2025 19:02
von HJBJ
ich würde eine Werkstattsuche jetzt nicht ganz aufgeben. Ich bin mit meinem J100 mittlerweile bei der dritten Toyotawerkstatt angekommen und bin völlig begeistert vom Team. Bei den beiden ersten Werkstätten gab es jetzt keine gravierenden Vorkommnisse, wenn aber gute Werkstattmeister und Mechaniker gehen, bin ich halt auch zur nächsten Werkstatt gegangen. Bei der jetzigen Werkstatt lasse ich auch mittlerweile meinen BJ 45 reparieren.
Einfach Werkstätten abklappern und vor Ort das Alter der Mechaniker und Meister abschätzen :wink:

Grüße Siegfried

Re: Problem : Werkstätte und älterer Land Cruiser ?

Verfasst: 29. Juli 2025 19:18
von Odessa
Ich mache es in deinen Worten @AlpenCruiser "hybrid".
Habe hier Zugang zu einer Werkstatt und zudem noch eine professionelle Werkstatt, bei der auch bisher ohne Murren mitgebrachte Ersatzteile eingebaut werden.
Wenn also nichts größeres ansteht, versuche ich es selbst zu machen. Nach und nach traut man sich mehr zu.

Einen Tipp, der schon kam, möchte ich deutlich unterstreichen:
Such mal in deiner Gegend nach einem Landmaschinentechniker/-mechaniker

Wo genau bist denn her (geht auch per PN)?