Hi,
thores hat geschrieben: 4. Januar 2025 14:30
ich halte die meisten Beiträge hier für nette Gedankenspiele
Absolut! Da stimme ich dir zu 100% zu.
Ich dachte auch nicht daran eine Kleinserie zu fertigen; Was übrigens bei ca. 10 Anhängern und 2700 kg die Kosten auf ca. €3000,- senken würde.
In Sachen Einzelachse muss ich dem Argument, es sei wesentlich einfacher, auch auf jeden Fall zustimmen. Bei einer Einzelachse ist die Gummifederung auch nicht geeignet. Was ich in der Diskussion bisher herausgelesen habe ist, dass eines der Hauptprobleme das Vermögen ist, die Energie aus der Federung auf Schotter dem System zu entnehmen. Als zweites wurde der geringe Federweg genannt. Und da schenken sich die Hersteller nicht viel: Da liegen alle Achsen bei statischer Nennlast etwa bei 5 cm.
Deswegen ist eine Tandemanordnung mit Lastausgleich
eine mögliche Option. Je nach Trägheit der ungefederten Massen federt die Gummiachse dann nämlich fast nicht mehr. Damit wird nicht mehr viel Wärme in die Gummistränge eingeleitet, die die Energie nicht gut ableiten können, der Federweg vervielfacht sich spielend und das Ansprechen der Federung verbessert sich enorm.
Die beiden Nachteile sind die etwas größere Bauhöhe und die zusätzlich Masse durch den Hilfsrahmen.
Vom Preis-Leistungsverhältnis ist das aus meiner Sicht nicht zu schlagen.
Die Blattfederung wäre für mich persönlich übrigens nicht die erste Wahl. Die Vorteile sind zwar die einfache Achsführung und die Möglichkeit einfach eine progressive Kennlinie zu erzeugen, auf der Sollseite stehen aber die Masse und der "Stick-Slip-Effekt"/ das Losbrechmoment beim Ansprechen.
Ganz anders wäre natürlich das System "3-Achs-Lkw-Kipper". Dann sind wir aber wieder beim Preis...
Bei der Frage nach dem Raddurchmesser bleibt es halt besonders günstig, wenn man auf Standard setzt. Die Vorschrift besagt, dass die maximale Auflaufkraft 10% der Gesamtmasse des Anhängers nicht überschreiten darf. Dadurch ist der maximale Raddurchmesser begrenzt. Am unteren Ende der Radgröße ist die Frage nach der Stabilität der Bremskraftregelung. Macht man die Auflaufkraft nur durch andere Hebelverhältnisse kleiner führt das u.U. zu Instabilität.
Deswegen bauen die Hersteller ihre Bremsen normalerweise so, dass man alle üblichen Anhängerräder verwenden kann. Möchte man anders geht das schon, kostet aber halt einen kleinen Obolus.
Man sollte aber niemals nie sagen. Würde sich tatsächlich eine unerwartet gute Resonanz auf so ein "Universalfahrgestell" ergeben, könnte man ja evtl. einen Schritt weiter gehen.
Gruß
Gerhard
FZJ80 Bj.95 (1FZ-FE), HDJ80 Bj.96 (1HD-FT), FJ 40 Bj.79 (2F), GRJ 78 Bj.2022 (1GR-FE)