Noch was zur Milch: "gekühlt" wurde die Milch nach dem Melken, indem Wasser über die Außenseite des 200-l-Tanks lief und dabei einen Rührer antrieb, der ebenfalls vom Wasser durchströmt wurde.
Kurz nach der Melkzeit kam regelmäßig ein Nachbarsjunge und ließ sich die Milch in seine mitgebrachte Literkanne schöpfen. Und regelmäßig fiel ihm danach ein, daß er das Milchgeld unten in der Kanne vergessen hatte...
Mein Vater fuhr den Milchwagen, mit 15 Jahren noch mit Pferden, ab 1953 mit dem 2. Traktor im Dorf. Die 20 l Milchkannen wurden von den Bauern an der Straße auf sogenannten Milchbänken bereitgestellt, sie hatten zuerst noch die schönen Nummern aus Messing zur Identifizierung, später dann schnöde Zahlenaufkleber. Die Kannen wurden von Hand aufgeladen, bei der Molkerei gewogen und entleert, wieder aufgeladen und bei Bedarf mit Magermilch gefüllt zu den Bauern zurück gebracht.
Die großen Betriebe hatten zuletzt 200 l Hoftanks, die wurden mit einem einfachen Kran mit Handwinde aufgeladen, mussten dann aber von Hand auf dem Anhänger bewegt werden. Am Ende waren das so 10 Stück, oder so auf der Tour.
Selbstverständlich standen die Kannen und Behälter ungesichert auf der Ladefläche mit nur wenigen cm hohen Bordwänden.
Ca. 1973 stellte die Molkerei auf LKW um, ab da wurden die Kannen am Straßenrand ausgesaugt.