Wenig Öldruck

1990 - 1998
Minentaucher
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Pleuellagerschalen

Beitrag von Minentaucher »

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@Peter :freak2:

Siehst Du, allmählich funzt es ja :dunce:

Das es etwas länger dauert, war zu erwarten, aber es geht wenigstens weiter. Und mit Többen glaub´ ich bist Du gut bedient. Da hatte ich auch mal Kontakt hin. Ich habe die in guter Erinnerung, weil zuverlässig.
Und es werden auch die richtigen Lager sein, da bin ich mir von weitem ziemlich (101%) sicher.
Mit der Nummernbezeichnung der Schalen kann ich zwar auch nix anfangen. Das würde mich aber nicht weiter stören an Deiner Stelle.
Ich würde die einfach so bestellen - was Du auch schon gemacht hast -und wenn die mir bei Toyota sagen sollten (jetzt mal hypothetisch), das sie z.B. nur die Nrn.6 liefern, weil das so vorgesehen sei - egal.
Da würde ich höchstens aus Neugier mal fragen, warum 6 und nicht 4. Aber das wär´s auch schon, verstehste?

Mir schwirrt da noch was durch den Kopf. Mal abgesehen von den unterschiedlichen Motoren, die dann eben auch unterschiedliche Pleuelnummerierungen haben könnten, wäre auch noch eine andere Möglichkeit, und zwar das es mit Reparaturkits zu tun hätte. Da wiederum kommt es dann auf das Übermaß an, welches vom Reparateur ermittelt wird, wenn z.B. die Kurbelwelle nach Lagerschaden überarbeitet und mit neuen Pleuellagern versehen wird. Also - mehrere Möglichkeiten denkbar. Aber frag´ die doch mal direkt bei Toyota, was das soll.

Du bist auf einem guten Weg - viel Spaß inzwischen mit dem
Kühler... :wink:

Gut´s Nächtle - Mike -
Lieber reich und gesund, als arm und krank...

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landcruiser
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Beitrag von landcruiser »

Peter Schroeder hat geschrieben:... Auf den Schalen ist die Nr. 4 eingestanzt. ...


Wollt ich gestern schon fragen:

Auf allen Schalen steht eine "4"?

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Peter Schroeder
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Beitrag von Peter Schroeder »

Hi,
@landcruiser - ja, die 4 ist auf allen 12 Schalen eingestanzt.
@j8 RR - mein WHB sagt im Kapitel MM-88, das es bei den Standardlagern Lager von 2 - 6 gibt. Beim Lager 4 ist die Wanddicke 1,492 - 1,495 mm.
Bilder von den Schalen mache ich morgen. Weiss allerdings nicht, wie ich die Fotos hier einstellen kann - trotz der Anleitung vom Netzi im BTT.
@Minentaucher - Der Kühler ist drin. Muß nur noch das Kühlwasser aus dem Motorblock lassen ( nach der Montage der Pleuellager und der Ölwanne.
Gruß
Peter

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Onkelchen
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Beitrag von Onkelchen »

Der "Geheimcode" ist ganz einfach:

Die Lagerschalen werden in einem gewissen Toleranzband (Maßtoleranz) hergestellt und zum Schluss vermessen und in mehrere Maßklassen eingeteilt. (In diesem Fall wohl 2-6)

2 = dünn, 6 = dick oder umgekehrt. Das macht jeder Hersteller wie er will. (auch abcd... wird verwendet)

Wenn man eine wirklich gute Arbeit machen will, sollte man die Lagersitze vermessen lassen und die Lagerschalen dann danach aussuchen.
Wenn der Verdacht besteht, dass nur die Lagerschalen hinüber sind, dann natürlich die Originalkennung wieder verwenden.

Viele Grüße
Onkelchen
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, die die Welt nie angeschaut haben.
(Alexander von Humboldt)

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Peter Schroeder
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Beitrag von Peter Schroeder »

So, da bin ich wieder. Die Pleuellager unten und oben sind gewechselt. Die alten sahen noch sehr gut aus. Hätten nicht gewechselt werden müssen. Der Öldruck hat sich auch nur minimal erhöht.
Bild
Bild
Als nächstes wird jetz der Öldruck nochmal gemessen und der Öldruckschalter gewechselt.
Was mir noch aufgefallen ist - die Lagerschalen ( alt ) vom 1. Zylinder rochen irgendwie verbrannt, als wenn sie in Getriebeöl schwammen. Hat jemand eine Idee, woran das liegen könnte ? Vielleicht wird das Öl ja auch zu heiss ?
Hoffe, daß das Thema bald durch ist.
Gruß aus dem Münsterland.
Peter

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Minentaucher
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Öldruck J8

Beitrag von Minentaucher »

@Peter,
es geht also weiter an der Öldruckfront :P

Wer sagt, daß die Schalen noch gut waren?

Is´ auch egal - ich meine, die sehen so aus, als daß Du sie nicht mit einem guten Gewissen wieder hättest einbauen können.
Mit anderen Worten, ungefähr der Anfang vom Ende.
Also dringend wäre es nicht gewesen, da stimme ich Dir zu, aber absehbar. Je nach zu erwartender Km-Leistung, bzw. Fahrstil wären die bestimmt noch in diesem Jahr oder vor der nächsten größeren "Kraftanstrengung" zur Erneuerung angestanden.

Die Idee mit dem Ölgeruch beim Zyl. 1.
Wie gesagt, eine Idee.

1. Entweder hat er mal irgendwann das falsche Öl bekommen und daher auch schon das "angegangene" Erscheinungsbild der Schalen. Wenn dem so wäre, würde sich der "Fraß" schnell fortsetzen.
2. Der Geruch läßt mich an Metallabrieb denken, der verschleißbedingt in dem Ölkreislauf vorhanden war. Das da nun ausgerechnet der 1. Zylinder von der Wärme besonders betroffen ist, kann ich mir momentan auch nur so erklären: Es war mal etwas länger zu wenig Öl drin. Bei der Fahrt wird automatisch durch die Fliehkraft das Öl ein wenig in der Ölwanne nach hinten gedrückt, was normal keine Rolle spielt. Wenn aber zu wenig Öl drin ist, saugt die Pumpe auch weniger an und der erste Zylinder bekommt weniger ab, als die anderen. Da aber der 1. normalerweise vom Fahrtwind besser gekühlt, als die anderen Zylinder, muß zu wenig Öl drin gewesen sein, wenn dessen Schalen schlechter aussehen oder riechen als die anderen.

3. Wenn meine Hypothesen 1 und 2 stimmen würden, wäre das gesamte Erscheinungsbild schlüssig.
Also meine ich, daß an irgend einer Stelle im Leben des Motors der Ölwechsel entweder zu lange ausgesetzt wurde, oder zu wenig Öl drin war oder einmal mit falschem Öl gefahren wurde und somit einmal der Motor im Betrieb kurzfristig zu warm wurde und sich damit das Aussehen der Schalen erklärt. Ölverschmutzung durch Wüstensand o.ä. ist auch denkbar, aber eher unwwarscheinlich bei Deinem.
Ich würde nun auch die anderen Dinge (Ölpumpe, Druckschalter) überprüfen, bzw. Auswechseln.
Wenn der Druck dann immer noch nicht deutlich besser wird, sind die Kolbenringe ebenfalls verschlissen, aber das hättest Du sowieso schon merken müssen, weil dann der Ölverbrauch exorbitant steigen würde.-
Ich denke, viel besser wird der Druck ohnehin nicht mehr steigen. Das ist ein "alter Herr" und hier spielt die Summe der Einzelnen "Zipperlein" eine Rolle, hinsichtlich des Öldrucks.
Fazit
Nach dem Abschluss der ganzen Arbeiten kannst Du bestimmt sorglos weiter fahren. Achte sehr darauf, immer gutes Öl zu fahren und die Wechselintervalle einzuhalten oder gar etwas zu verkürzen. -

Hoffentlich nützt´s Dir was.

Tschaui - Mike :rocknroll:
Lieber reich und gesund, als arm und krank...

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j8 RR
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Beitrag von j8 RR »

Hallo Peter,

wenn man vorher in die Lager hineinschauen könnte, wäre man schlauer.
Deine Lagerschalen hätte ich auch nicht gewechselt, die sehen doch wirklich noch gut aus.

(Blöde Frage, aber trotzdem gestellt: Sind das auf dem Bild die sechs oberen Schalen, die, auf denen der Arbeitsdruck bei der Verbrennung arbeitet? Oder die sechs unteren, die den Kolben gegen die Kompression nach oben drücken müssen?)

Aber wenn schon mal alles auseinander ist, dann natürlich alle durch neue ersetzen! Logisch!

Zum WHB: Ich gestehe: Ich habe meine Hausaufgaben nicht ordentlich gemacht und bin vor Seite MM88 hängengeblieben...........

Aber, ich hatte heute auch ein sehr interessantes Gespräch mit dem Chef eines großen, freundlichen TOYOTA Autohauses, der u.a. auch sehr viele TOYOTA Geländewagenfahrer im Kundenkreis hat.

Heute, am Sonntag, war Tag der offenen Tür oder Vorstellung eines neuen Modelles, wie auch immer, also geöffnet.

Eigentlich wollte ich wissen, was mit Diesel Kat für HDJ80 zur Umschreibung auf EURO III ist, davon wußte er noch nichts.

Dann kamen wir auf die sog. "big end bearings"!

Er hat mich in meinen Sorgen völlig beruhigt! Ihm ist kein Fall in seinem Kundenkreis und auch in weiterer Umgebung bekannt, in dem die Pleuelllager des 1HD-T Probleme bereitet hätten.

Das Schadensbild bei Motoren, die für Australien verbaut werden, ist ein völlig anderes als das, welches in Europa / Deutschland auftritt!

Die Motoren für Europa sind "vollgasfest", die für Australien nicht!

Weil die Aussis das nicht brauchen, die haben ihr Outback und ab und zu mal ´ne Autobahn in der Nähe der großen Städte.
(Das vermute ich mal, ich war noch nie da, leider...)

Wir in D haben aber immer noch BAB Strecken, auf denen man "Volle Pulle" fahren darf.

Also liegt die Vermutung nahe, das TOYOTA unterscheidet, ob das Auto nach Europa / Deutschland geht oder nach "down under" und deshalb beim gleichen Motortyp verschiedene Materialien verbaut.
(aus Kostengründen? Keine Ahnung!)

Ein anderer Faktor ist die absolute Anzahl an verkauften Geländewagen.
Es wurden sicher mehr HDJ 80 in Australien verkauft als in Deutschland!
Also gehen da auch, absolut gesehen, mehr kaputt. Schon allein durch den Einsatzzweck.

Es ist eben ein Unterschied, ob ich mit meinen J8 auf deutschen Straßen rumgurke, ev. auch mit einem Anhänger, oder ob jemand im Outback ev. auch mit Anhänger unterwegs ist.

Dazu kommt dann noch das "Tuning", ich nenne es mal vorsichtig so, an den Motoren speziell (geänderter/ausgewechselter Turbolader, Verstellung der Steuerzeiten an der ESP usw.usw., aber das wissen andere Leute bestimmt besser als ich, es nennt sich auch "Leistungsoptimierung") und dann die "Veränderungen" am gesamten Autos allgemein.

Anderes Fahrwerk, andere Räder, andere Übersetzungen..........

Mich persönlich würde es einfach mal interessieren, wieviele von den Fahrzeugen, die Probleme an den Pleuellagern bekommen haben, im "Normalzustand" (Original!) waren und wieviele Fahrzeuge nach mehr oder weniger umfangreich durchgeführten, o.a. "Tuningmaßnahmen" Schäden an den Lagern aufgewiesen haben.

Wie wurden die Motoren behandelt?
Häufig Kaltstart, weil keine Standheizung zum Vorwärmen des Kühlwassers?
Und dann sofort "hochgejubelt?"
(Wenn ich soetwas höre, gefriert mir das Mark in den Knochen, auch wenn´s ein "Nicht" TOYOTA ist)

Excessiver Geländeeinsatz, warum auch immer?

Oder doch eher lange Autobahnfahrten mit schwerem Anhänger und relativ geringer Geschwindigkeit, so um die max. 100Km/h.

Also, alles relativ!

Grüße

Reinhold

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Peter Schroeder
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Beitrag von Peter Schroeder »

Hallo Mike + Reinhold,
obwohl es vielleicht nicht nötig war, die Lager zu wechseln, bin ich eigentlich ganz froh darüber. Kann jetzt morgens beruhigt den Schlüssel umdrehen :D .
Habe auch mit zig Leuten gesprochen bezügl. der Lager. Nicht einer hat mal was von defekten gehört. Würde mich auch mal interessieren, wieviele J8 wirklich Probleme mit den Lagern hatten.
Reinhold - die auf den Bildern sind die oberen Schalen. Die unteren sahen nahezu vergleichbar aus.
Mike - was verstehst Du unter "exorbitanten Ölverbrauch" ? Manch einer sagt, 0,5 ltr. auf tausend Km. wären normal, andere sagen, das wäre bei weitem zuviel. Bei mir sind es die besagten 0,5 ltr.
Verschlissene Kolbenringe ? Könnte eine Möglichkeit sein. Mein Dicker qualmt beim Beschleunigen schon etwas. So wie's aussieht, könnte es verbranntes Öl sein.
Hat eigentlich schon mal einer von Euch den Ölkühler kontrolliert ?
Dieser soll sich an der linken Seite ( in Fahrtrichtung gesehen ) befinden.
Wie schon vorher gesagt, werde ich in den nächsten Wochen versuchen, die anderen eventuellen "Störquellen" ausfindig zu machen.
Gruß
Peter

PS: Gilt EURO III eigentlich auch bei einem Gesamtgewicht über 2,8 to. ?

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Minentaucher
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Öldruck - die 17. ...

Beitrag von Minentaucher »

@Peter - :smellie:

(man wat´n Mist! Habe meinen ganzen langen Text an Dich durch DSL-Leitungsabbruch verloren grrrrr)

Ich will auf Deine Fragen noch einmal in komprimierter Form eingehen, zunächst aber folgendes:

Auf Grund meiner Erfahrungen als Kfz-Mechaniker bleibe ich dabei, daß Deine Schalen auswechselwürdig waren.Punkt aus.
Das ist keine diskutierbare Frage. Es ist "Reparaturgesetz", Schalen, die so aussehen wie Deine, zu erneuern.
Ausnahmen:
Ich kann die Schalen wieder einbauen, wenn ich einen nagelneuen Motor habe, den ich bei max. 1000 Km. Laufleistung wegen eines anderen Fehlers zerlege und dabei an die Schalen komme. Dann sehe ich mir die Schalen an und wenn gut, dann gut, also wieder rein.
Oder wenn Du jetzt z.B. merkst, daß die Ölwanne leck ist und Du sowieso wieder an die Schalen kämst. Angucken - wenn gut, wieder rein (sind ja sowieso von Dir gerade erneuert worden).

Wenn die Schalen so aussehen, wie auf den Bildern, haben sie deutlich erkennbare Anzeichen von bereits begonnenem Verschleiß. Sie haben jede Menge "Anlaufschlieren", was an der matt und dumpf scheinenden Oberfläche an verschiedenen Stellen deutlich erkennbar ist, sowie Ansätze von Riefenbildung.
Bei "normaler" Fahrweise auf Deutschlands Straßen wärst Du möglicherweise noch dieses Jahr ohne Schaden davon gekommen, länger aber nicht.
Es stellt sich auch nicht die Frage, ob obere oder untere Schalen. Das ist quatsch. Die Schalen "drücken" auch nicht gegen die
Kompression des Motors. Wenn dem so wäre, hättest Du eine der ersten Dampfmaschinen, die auch nicht lange hielten, damals.
Der Motor ist ein Selbstzünder, der seine Bewegung durch die Selbstentzündung und Verbrennung des Kraftstoffes erhält.
Die Schalen sind passive Komponenten, die nur die Kraft des Motors auffangen, umleiten, aber nicht abgeben oder eine eigene Kraft entwickeln.

Die Schalen werden heutzutage in den meisten Hochleistungsmotoren ohne Ölnut konstruiert. Daher arbeiten sie nahezu spielfrei.
Früher wurden die Schalen mit einer mittig laufenden Ölnut versehen, damit die Ölschmierung überall hin gelangt.
Dabei war ein gewisser Verschleiß an den Schalen nicht immer gleich ein Alarmzeichen, weil bei genügend Motoröl auch genügend Schmierung überall ankam. Nur die Geräusche wurden deutlich lauter, bei verschlissenen Pleuellagerschalen.
Heutzutage soll der normale SchleuderÖLanteil des Motoröls ausreichen, die Pleuel zu schmieren. Andere Materialien erlauben eine "spielfreie" Fertigung.
Obwohl die Geräusche verschlissener Schalen heute auch unüberhörbar sind, ist es bei den neueren Motoren, wenn Du das Geräusch wahrnimmst, fast schon zu spät. Die Schalen müssen dann umgehend ausgewechselt werden.

Zu den Fragen:

Ja - Du kannst beinahe wirklich sorglos weiterfahren, aber -

wenn schon, denn schon, also keine halben Sachen.
Wie gehabt, die Ölpumpe könnte auch einen Teil des erforderlichen Öldrucks schlucken, weil die Antriebseinheit nicht mehr genügend Druck aufbaut.
Dann noch der Öldruckschalter, der m.E. nicht ganz so fehleranfällig ist.
Was ist mit der Kompression? Ist der K-Druck im Toleranzbereich?
Wenn nicht – ist eine gesamte Motorabdichtung mit allen Packungen eine gute Idee. Kolbenringe usw. Pleuellager hast Du ja schon.

Exorbitanter Ölverbrauch liegt bei >1,5 Ltr./1000Km.
Bis 1,5 Ltr./1000Km wird heute als normal eingestuft und 1,0 Ltr./1000km ist absolut unbedenklich.

Meine Erfahrungen mit meinen LCs seit 1984 (HJ60, LJ73, HDJ61, HDJ80, HDJ100) haben mir gezeigt, dass der Verbrauch nie über 0,5 Ltr. Lag. Nur bei einer Türkeireise von 6 Wochen mit Bootsanhänger und Tauchausrüstung, Dachzelt habe ich knapp über 1 Ltr. Verbraucht, ohne dass sich ein Schaden eingestellt hätte. Aber eine meiner Batterien hat sich verabschiedet, weil ich nicht so schnell Desti nachfüllen konnte, wie es verdunstete.

Wenn aber Dein Ölverbrauch bei 0,5 Ltr./1000 km liegt, dann sind es nicht (nur) die Kolbenringe, die den Öldruck nicht hochbringen. Ich denke dann eher an die Ölpumpe.

Wenn er beim Beschleunigen (stark) qualmt, musst Du auf die Farbe des Qualms achten.

Weiß ist Wasser ==> kaputte Kopfdichtung, schweres Anspringen, Überhitzung im Fahrbetrieb.
Grau ist Motoröl==> verschlissene K-Ringe, Ölgeruch
Schwarz ist E-Pumpe, bzw. E-Düsen/Elemente, Heckseite Rußgeschwärzt

Das hört sich bei Dir aber eher nach den Düsen an. Das wäre normal. Die müssen sicher auch mal gemessen und/oder gereinigt und eingestellt werden. Vielleicht ist ein neuer Satz Düsen billiger?
Spritzverstellung an der E-Pumpe (Unterdruck) mal mitmessen lassen, bei der Gelegenheit. Sollte aber nichts damit sein, wenn Du keinen Leistungsabfall bemerkt hast.

Mit dem Ölkühler habe ich bei einem LC noch n i e etwas zu tun gehabt. Der funktioniert entweder, oder nicht. Wenn nicht, merkst Du es sehr schnell. Dann musst Du schnell anhalten und den Motor ausschalten, sonst ist der hinüber.

Nochmal angemerkt.
Wenn Du alles hier von mir beschriebbene erledigt hast, ist 100% der Öldruck höher. Aber es kann trotzdem sein, daß DUnicht zufrieden damit bist. Mach´ Dir nix draus. Wie an dieser Stelle schon erwähnt, bei Landcruisern bewegt sich da sowieso nicht s o viel... :star:


Zu EURO III:

Nein, leider nicht.
Habe ich gerade gestern nachgesehen. Unsere fallen nicht da hinein.
Leider ist das auch die Falschinformation, die von dem Verein Proallrad.com verbreitet wird. Bei meinem ist lt. Der CoC-Bescheinigung von Toyota eine Einstufung in den M1-Typ eingetragen. Somit bleibt nur der Weg über LKW-Zulassung o.ä. , hinsichtlich möglicher Steuergünstiger Einstufung.
Proallrad verbreitet die falsche Ansicht, dass Fahrzeuge wie Deiner oder meiner zum Typ AF gehören und somit gewichtsbesteuert sein müssen. Falsch. Man kann sich also die Sache mit dem LKW überlegen oder auf die gerade in Arbeit befindliche Gesetzesänderung warten, was mit unseren Autos wird.
Ich habe schon mal gegen den Kfz-Steuerbescheid mit Erfolg Einspruch erhoben. Abwarten...

So, jetzt muß ich mal Pause machen – 2x das Gleiche geschrieben...

Gruß –Mike-
:rocknroll:
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MarkusZ
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Beitrag von MarkusZ »

Hallo Mike,

was ein toller und umfassender Beirag - wirklich 1A !!!

Zu Peter und EURIII bleibt mir nur wenig anzumerken:

Man muss bei der EUR - Einstufung zwischen fiskalischer (steuerlicher) und verkehrsrechtlicher Einstufung unterscheiden.

Fiskalisch wird ein EURIII - Fahrzeug das nach den Richlinien für Fzg. über 2,5t geprüft wurde nach EURII beurteilt bzw. besteuert. Das liegt daran dass der EUR - Beurteilung die Abgasemissionen nicht der Konzentration nach sonder nach g/km beurteilt werden. Mehr Verbrauch bedeutet also mehr Abgase bzw. auch mehr Russpartikel pro km.

Verkehrsrechtlich - sprich in Hinsicht auf mögliche Fahrverbote - wird dein HDJ nach EURIII behandelt.

Wenn's da nach g/km ginge dürfte bei Feinstaubarlarm kein grosser Lkw mehr fahren.

Dennoch etwas seltsam dass ich mit dem dicken Brummi (so vorhanden) in die Stadt fahren darf um die Kinder von der Schule abzuholen weil ich vielleicht den 'kleinen' LC stehen lassen muss...

Gesetze halt

viele Grüsse

Markus
Zuletzt geändert von MarkusZ am 6. März 2006 20:27, insgesamt 1-mal geändert.

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Peter D.
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Beitrag von Peter D. »

Hallo Mike,
zu Deinen Ausführungen über die Pleuellager muss ich einfach noch ergänzen:

Der Verbrennungshöchstdruck beim aufgeladenen Dieselmotor kann bis zu 180...200 bar betragen. Dieser Druck wirkt auf den Kolbenboden, und erzeugt bei einem Bohrungsdurchmesser von 100 mm eine Kolbenkraft mit ca. 150.000 N.

Diese Kolbenkraft wird über den Kolbenbolzen auf das Pleuel übertragen.

Bei laufendem Motor mit ausreichend Öldruck überträgt der Ölfilm im Pleuellager die Kraft des Pleuels auf die Kurbelwelle und erzeugt damit ein Drehmoment.
In diesem Betriebzustand läuft das Pleuellager praktisch verschleißfrei, da die Pleuellagerschalen auf dem Ölfilm "schwimmen".

Reisst dieser Ölfilm unter hoher Last - und damit hohem Verbrennungsdruck - ab, dann können die Pleuellagerschalen diese hohen Druckkräfte auch nicht übertragen, und es kommt kurzfristig zum Pleuellagerschaden mit den daran anschließenden bekannten klopfenden Geräuschen.

Die Pleuellagerschale wird dabei vor dem Lagerzapfen an der Kurbelwelle verschlissen - dies führt dann zu einem zu großen Lagerspiel des Pleuellagers.
Dieses zu große Lagerspiel verhindert dann den Aufbau von ausreichendem Öldruck im Pleuellager - und damit berührt die Pleuellagerschale den Lagerzapfen der Kurbelwelle, und führt zu weiterem Verschleiß.

Der normale Verschleiß der Pleuellagerschalen wird verursacht beim Starten des Motors, da in diesem Betriebzustand noch kein ausreichender Öldruck vorhanden ist.

Bei Großmotoren kann deshalb der Öldruck vor dem Start mit einer elektrischen Druckpumpe erzeugt werden, und der Start erfolgt dann an den Lagern bereits verschleißfrei.


Gruß

PeterD.
PeterD. LC 100

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Minentaucher
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Öldruck - die 18. ...

Beitrag von Minentaucher »

@MarkusZ -
danke füre Dein Lob, so was tut mal ganz gut. :elk:

Bei Euro III hast Du mir den letzten, fehlenden Millimeter der
Erkenntnis gegeben, meinen Dank dafür in Deine Richtung. :bulb:

Ja -ich habe schon die EURO III im Brief zu stehen, nützt mir trotzdem nix.

Ist doch aber richtig, am besten die Gesetzesneuregelung
abzuwarten, oder? Danach sehen, was sich nach der geänderten Grundlage
an erforderlichen Umbaumaßnahmen als Sinnvoll und notwendig erweist.

Bringt Dich Dein Fuhrpark - LKW und Toyo - (stimmt doch?)
in eine schwierige Situation nach der Reform ? Kann man wohl erwarten.-
Aber wie Du schon sagst - Gesetze :freak3:


@Peter D. - :greenwink:
sag mal - Du hast nicht etwa aus einem Schulungsbuch zitiert??? :freak4:

Spitze trotzdem! :glowface:
Ich wollte mich nicht noch weiter in Detailerklärungen ergiessen, weil ich auch keine
Zahlendetails mehr im Kopf habe (nach 32 Jahren in anderen Berufen). Das ist auch nicht maßgeblich, um das Prinzip zu erklären.
Dafür hast Du jetzt den Punkt auf das I gesetzt.
Wenn jemand jetzt nicht weiß wie sowas funktioniert, hilft nur noch eine
animierte Grafik oder ein elektrisches Modell aus der Berufsschule.

Gut, daß hier auch noch einige Ihr Wissen und nicht nur blabla vortragen - gefällt mir.

Gruß an Euch - Mike - :loeblich:
Lieber reich und gesund, als arm und krank...

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Peter D.
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Beitrag von Peter D. »

Hallo Mike,
danke für die Blumen - reiche den Blumenstrauß an meine grauen Zellen weiter.

PeterD.

PS: Text und Inhalt ist tatsächlich von mir selbst
PeterD. LC 100

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Peter Schroeder
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Beitrag von Peter Schroeder »

Hallo,
dank an Euch ob der letzten sehr fundierten Beiträge. Wirklich Klasse :D :D :D
@Mike, werde in absehbarer Zeit die Ölpumpe kontrollieren lassen.Ist aber wahrscheinlich aus meiner Sicht eine aufwändige Angelegenheit=Zahnriemen, Stirnräder, Steuergehäuse usw. ab.
Vorab wechsle ich mal den Öldruckschalter sowie das Überdruckventil, das von aussen gut zu erreichen ist. Die Kompressionsmessung gibt's dann ebenfalls. Der Rauch, den der Dicke von sich gibt, ist eher gräulich. Beim Beschleunigen ist es nicht so, daß ich den rückwärtigen Verkehr kaum noch sehe. Bei Dunkelheit sieht man die Rauchentwicklung in den Scheinwerfern des nachfolgenden Verkehrs. Stehe ich an einer Ampel und fahre an, wirft eine Wolke Rauch ab. Den Ölverbrauch werde ich mal peinlichst genau nachhalten.
Die Düsen sind übrigens erst in 2004 gewechselt.
Wie macht sich denn ein Defekt an der Ölkühlung bemerkbar ???

@MarkusZ, die Fragen nach EURO III habe ich gestellt, weil einige Händler ja jetzt Dieselkatalysat. anbieten. Die Frage, die sich für mich stellt - wird die WoMo Zulassung bei einer Hubraumbesteuerung ( die ja im Raume steht ) durch den KAT abgemildert ?
Gruß
Peter

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MarkusZ
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Beitrag von MarkusZ »

Hi Mike,

Nönö - 'nen grossen Lkw hab' ich noch nicht - der fehlt mir noch. Dafür fahr' ich dann bei Fahrverbot mit meinem Radlader zum Einkaufen - das darf ich ja wohl.

Abwarten und Kaffeetrinken ist wohl das Beste jetzt - und für die Kathersteller möcht' ich hoffen dass sie steuerbedingt nicht zu viele geordert haben - sonst wird nach nunmehr (fast) vollzogener Föderalismusreform die Kfz - Steuer am Ende ganz abgeschafft.
Du siehtst: ich bin Optimist und würde mir zur Zeit 5 guterhaltene Alt - Toys in die Garage stellen so ich das nötige Kleingeld zu hätte. Schon aus spekulativen Gründen. Naja - ich geb's zu: mit nur zweien hab' ich inzwischen Komplexe hier mitzureden...

Ja und zum Thema Umwelt und Politik könnte ich einige Geschichten erzählen - so z.B. warum ich meine umweltfreundliche Gasheizung vor Jahren abgeschalten habe um stattdessen Berge von Altholz zu verheizen... Der Staub in der Luft kommt also nicht von ungefähr.

Zu Peters Lager - Problem: Die Aussies schreiben es lag an den Kurbelwellen der ersten Serie...

Zu Kat / Womo: Auf Womos gibts halt den zeitlich befristeten prozentualen Steuerrabatt - ob mit oder ohne Kat...

so - nu muss ich wieder

viele Grüsse

Markus

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Minentaucher
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Öldruck - die 19. ...

Beitrag von Minentaucher »

@Peter,

kannste mal seh´n. Deine Sorgen sind unsre Sorgen :greenbigrazz:
Recht haste - mach´erstmal den Schalter und das Ventil. Eine/zwei Fehlerquelle(n) weniger. Und auch nicht so teuer und arbeitsintensiv. Aber wenn´s dann (hoffentlich nicht) doch auf die Ölpumpe hinausläuft - Beileid.
Der graue Qualm ist wirklich wert, kontolliert zu werden. Ich kenne die von Dir beschriebene Darstellung gut, besonders im Dunkeln kann man das gut erkennen, im Licht der nachfolgenden Scheinwerfer.
Ja - kontrolliere mal genau den Ölverbrauch. Denn eigentlich passt die Rauchbeschreibung nicht wirklich mit Deiner Verbrauchsangabe überein (0,5 Ltr).
Verschliesse Dich aber nicht vor einer unangenehmen Warheit. Denn wenn´s womöglich doch die Ölpumpe ist...?
Nun - wenn Du alles wieder zusammengebaut hast, mußt Du erst mal einige Km abreissen, um den Ölverbrauch neu zu ermitteln. Und dann wieder alles auseinander ???
So gesehen würde ich mein Augenmerk jetzt eher auf die Kompressionsmessung richten. Denn die gibt eher (zuerst) eine verlässliche Größe ab. Aber auch da, wenn Du die K-Ringe austauschen müssen solltest, muß alles nochmal auseinandergerissen werden -puhh.
Mein Gedanke: Wenn Du das Auto nach der Pleuelreparatur noch nicht zusammengebaut hast, ist ja die Erneuerung der Kolbenringe noch am einfachsten möglich, oder? Billiger kommst Du da nie wieder ran, meine ich nur. Kopf ab und die Kolben ziehen.
Fällt mir jetzt erst ein :bulb: :
Hast Du bei der Gelegenheit mit den Pleuellagerschalen mal einen Blick in die Zylinder werfen können?
Denn das wäre auch sehr aufschlußreich in Hinsicht auf den Zustand der Kolbenringe und Zylinderwände. Wenn die Zylinderwände auch so aussehen, wie die Schalen, na ja. Also dann müssten mindestens die K-Ringe erneuert werden, schlimmstenfalls (wohl eher selten) die Zylinderwände geschliffen werden.

Defekt am Ölkühler habe ich selbst noch nie gehabt.
Ich habe noch nicht viel darüber erfahren, weil die Dinger bei den Toyos so gut wie nie kaputt gehen. Eher bei überzüchteten Sportwagen. Da habe ich gelesen, daß es sich ähnlich wie bei einem Herzinfarkt äußern soll.
Akuter Verschluß - Überhitzung - Keine Schmierung mehr - Motorfraß. Auf jeden Fall ist ein Defekt in dem Bereich plötzlich und meistens unerwartet. Dann mußt Du schnell reagieren. Motor sofort aus und erst reparieren, bevor er wieder fahren soll.
Dazu hat vielleicht jemand anders hier mehr fundiertes beizutragen.

Die E-Düsen sollten es also nicht sein, gut so.

Das mit dem Kat ist ´ne interessante Frage und würde mich auch mal interessieren. Ich glaube, die einfachste Antwort würde ein Anruf bei einem Einbaubetrieb bringen. Dazu hat ja Netzi einen guten Link hier abgelegt. Guckst Du ==> http://www.buschtaxi.org/cms/index.php? ... t_news=655

Schon wieder essen...

Gruß -Mike- :|
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