Fragen zum Kauf eines gebrauchten J9

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juliusb
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Fragen zum Kauf eines gebrauchten J9

Beitrag von juliusb »

Liebe Gemeinde,

ich treibe im BT-Forum zwar schon seit einem Jahr mein Unwesen. Vor meiner bisher wichtigsten Anfrage an Euch möchte mich aber nun kurz vorstellen: ich bin 35 Jahre alt, lebe mit meiner Frau in Freilassing (Oberbayern) und arbeite selbständig als Energie- und Sanierungsberater im Salzburger Raum. Ich bin von Kindesbeinen an mit dem Benzinvirus infiziert, Inhaber aller Führerscheine, und verspüre eine Liebe und Leidenschaft zu fast allem, was Räder und Power hat sowie Spaß macht. Ich habe nun vor, meinen seit Jahren gehegten Traum, die "Offroaderei", in die Tat umzusetzen. Ich habe schon ein wenig Expeditionserfahrung; zuletzt war ich 2006 mit einem alten Mercedes-LKW von Salzburg über Gibraltar durch die Westsahara bis nach Gambia unterwegs. Andere Reisen haben mich durch Syrien, Jordanien und Ägypten geführt, und früher war ich regelmäßig mit Wohnmobil + Enduro in Griechenland unterwegs. Ganz früher bin ich sogar recht intensiv Mountainbike-Downhill gefahren... Bin also nicht mehr ganz "grün hinter den Ohren", aber was den 4x4-PKW und die damit verbundenen Möglichkeiten als Hobby betrifft, wird es mein Erstlingswerk.

Nun zum eigentlichen Thema: ich möchte 2011 so günstig als möglich einen gebrauchten KZJ9x oder KDJ9x erwerben. 5-Türer wäre zwar ideal, aber mit dem 3-Türer kann ich auch leben. Er sollte jedoch technisch in derart brauchbarem Zustand sein, dass ich nicht tausende Euros in Reparaturen stecken muss.

Das angedachte Einsatzprofil:

- Einsatzzweck ist einerseits der Alltagsbetrieb mit ca. 25.000km/a, Großteil davon auf der Autobahn bei Vmax 120km/h. Das "kann" eigentlich JEDES Auto, diese Nutzung wäre also nur das "Nebenprodukt" mit täglichem Abenteuerfeeling :roll:

- Herzensanliegen jedoch ist der Einsatz als Spielzeug: ich möchte in Europa mit Gleichgesinnten - hoffentlich neue Freunde aus dem Buschtaxi-Forum :bb: - Touren fahren, die Spaß machen (Alpen wie z.B. Denzel-Touren, Rumänien/Karpaten, Slowenien, Frankreich, Offroad-Parks usw.), welche der J9 mit nur leichten Modifikationen (größere Räder + Unterfahrschutz) packt. Mit diesem "sanften" Einstieg in die Offorad-Gaudi möchte ich u.a. dieses Erlebnis meiner Frau näher bringen, die sowas noch nie gemacht hat. Also nicht gleich voll hard-core, man darf sich ja in Zukunft noch steigern...

- das Fahrzeug würde ich ca. 2-3 Jahre behalten wollen, dh. 60-90.000km noch draufspulen. Danach darf es dann ein größerer, neuerer Land Cruiser (J10 oder J78) mit evtl. richtiger Expeditionsausstattung werden :asthanos: .

=> nun meine Fragen an Euch:

- welchen Preis und km-Stand seht Ihr als realistische Untergrenze für einen brauchbaren J9 an, der oben genannte Anforderungen erfüllt?

- ich bin bereit, ihn nach dem Kauf sorgfältig herzurichten. Wenn nötig, werden eben alle Flüssigkeiten getauscht, Verschleissteile erneuert, alles was geht optimal eingestellt und geschmiert, an Mike Sanders Hohlraumkonservierung hab ich auch gedacht. So eine Aktion kann ja schon locker 1.000 € oder mehr kosten. Zusätzlich wird ein Unterfahrschutz montiert und wenn nötig neue Reifen gekauft (235/85 oder 265/75 R16).

- am liebsten wäre mir ein KDJ ab BJ 2000 mit 163PS, weil man liest/hört, dass der punkto Zylinderkopf und ESP viel weniger Risiko darstellt als der gute alte KZJ mit 125PS. Ist halt alles eine Preisfrage.

- Falls aufgrund knapper Budgetvorgabe nur ein KZJ möglich ist - gibt es eine Vorgehensweise, mit der man eventuellen Zylinderkopfschäden oder ähnlichen typischen Mängeln zu 99,9% auf die Spur kommt, natürlich vor dem Kauf? Ich kann schon ein wenig selbst checken (Ölrückstände am Kühlerdeckel bzw. Ölschlamm am Öleinfülldeckel schauen usw.), aber ich hab einfach keine Erfahrung mit diesen Autos.

- Traut Ihr dem üblichen Werkstattleiter eines deutschen Toyota-Betriebes zu, einen Ankaufstest zu machen, der alle Mängel aufdeckt? Oder dem TÜV bzw. DEKRA? Oder können das nur die Buschtaxi-Profis unter Euch und die paar spezialisierten Cruiser-Werkstätten wie Nestle & Co?

- last not least: was denkt Ihr, wo suche ich am Besten? Sind die Chancen eher auf mobile.de usw. am Besten, hier im Marktplatz, in den Offroad-Magazinen, oder gar bei den Toyo-Spezialisten wie Nestle, Tom´s, Carmaeloen usw.?

Zusammengefasst würde ich mich über Stellungnahmen freuen, wie ich mit kleinem Budget realistisch zu einem guten J9 kommen kann. Geduld und die Bereitschaft zur Sorgfalt bringe ich mit.

Danke für Eure Tipps!

Mit Gruß und Kuss vom Julius :thumbsup:
Zuletzt geändert von juliusb am 19. November 2010 00:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Skipper
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Re: Fragen zum Kauf eines gebrauchten J9

Beitrag von Skipper »

Ahoi Julius,

ich denke ich du hast bis jetzt alles richtig gemacht, hast dich über die Stärken und Schwächen des J9 im Vorfeld bereits kundig gemacht. Dein Anforderungsprofil erfüllt der 9er locker. Obwohl ich bisher mit meinen KZJ Automatik (jetzt 113.000 km) im letzten Jahr nicht einen Defekt hatte und sehr zufrieden bin, hätte ich wahrscheinlich mit meinem jetzigen Wissen aus diesem Forum auf die Automatik verzichtet (wg. der Kühlerproblematik) und eher einen KDJ genommen weil die SHSV wohl billiger sind als der Zylinderkopf. Den risikolosen 9er gibts es m.E. nicht. Aber er ist es Wert, das Risiko einzugehen. Leistungsmäßig wärs mir wurscht ob KZJ oder KDJ, der KZJ läuft auch ganz flott. Problem wird wie immer im Leben der Preis sein, ich habe meinen 95er Anfang 2010 mit 105.000 km , Scheckheft, in tadellosem Zustand für 10k€ bekommen. Da hab ich dann nicht mehr lange überlegt. Ich denke, dass sollte auch dein Minimalbuget sein, um einen brauchbaren 9er zu ergattern. Händler in Städten mir Umweltzone können interessant sein, meiner ist aus Hannover, da ging ab 2010 sogar mit gelber Plakette nix mehr in der Stadt. Bei Angeboten aus Hamburg wäre ich vorsichtig, die dort ansässigen Exporteure kaufen Landcruiser in ganz Deutschland zusammen und bieten sie deutlich teurer an. Bis der nächste Dampfer nach Westafrika ablegt, dann sind auf einen Schlag viele Angebote auf einmal wieder weg.
Viel Erfolg bei deiner Suche und halte uns auf dem Laufenden, was es den letztendlich für ein Auto geworden ist.
Herzliche Grüße - Skipper
KDJ 120 Executive, Bj. 2008, Automatik, Ahk, Rockslider, Race Chip, Snorkel, BFG AT,
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"Die Jundland-Wüste kann man nur mit größter Vorsicht durchqueren." O.-W. Kenobi

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juliusb
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Re: Fragen zum Kauf eines gebrauchten J9

Beitrag von juliusb »

Hallo Skipper,

danke für die netten Worte! Die Kurzfassung Deiner Story hat ja gewisse Ähnlichkeiten zu meinem Projekt.

Deinen Hinweis auf die deutschen Städte werde ich berücksichtigen. Wobei mir eventuell die spezielle Situation entgegen kommen könnte, dass der alte KZJ in der BRD immer schlechter verkäuflich sein wird, und die Preise (zumindest theoretisch) sinken müssten. In Österreich gibts Gott sei Dank noch keine Umweltzonen, in Graz haben sie das Projekt ja abgeblasen. Es gibt ja genug Studien, welche die Umweltplaketten als wirkungslos entlarven. Wie auch immer, evtl. könnte ich einen für deutsche Verhältnisse "Stinker-Diesel" günstig kaufen, und nach 2-3 Jahren in Österreich wieder verkaufen, weil dort noch nicht so viel Wert auf die Rußpartikelemissionen gelegt wird.

In Bezug auf die Eckdaten Deines KZJ hoffe ich, ein noch gutes Exemplar mit etwas höherem km-Stand und niedrigerem Preis als Deiner zu ergattern. Und die Automatik würde ich mir höchstens beim KDJ gönnen, erstens weil 163PS sich nicht so schnell im Wandler verlieren und zweitens weil wenn, dann 5 Gang Automatik. Das Baujahr wäre mir dann aber wahrscheinlich zu teuer. Also ist wohl der Schalter realistischer.

Ich spekuliere also mit einem Einstiegs-km-Stand von 150-200.000km und gut gepflegtem Zustand (ich weiß, sowas gibts nicht oft). Dann könnte ich dem J9 noch bis zu 100.000km draufkurbeln, bevor er die magischen 300k erreicht. Und es heisst doch immer, die legendären LC sind bei guter Behandlung für solche km-Stände gut? Also wenn ich meinem seligen Omega Kombi in den 90ern schon 320.000km ohne irgenwelche Schäden (trotz schwerem Hängereinsatz) gegönnt hab, warum soll das ein LC bei guter Pflege und Behandlung nicht schaffen.

Mir ist schon klar, dass hie und da mal ein Kühler, eine WaPu, LiMa, Achsgummis, Radlager usw. zu tauschen sind. Aber dafür hat das Auto ja fast keinen Wertverlust mehr im Vergleich zu einem neuen.

Zu Deinem Stichwort SHSV musste ich erst mal googeln, das ist mal ein Wort: Saughubsteuerventile :lol: Aber lustig ist das Problem wohl nicht, wie ich in aller Kürze erfahren konnte. Bei "uns" ist wohl er KDJ davon betroffen, der KZJ nicht? Aber SHSV ist wohl wirklich das kleinere Übel als eine Motorinstandsetzung. Sind beim KDJ auch die Injektoren betroffen? Ob wohl das regelmäßige Beimengen von Tunap als Prävention reicht? Dass Biodiesel K***e ist, wissen wir ja alle. "Grünes Mascherl" nennt das der Österreicher. Aber das es so eine Volkskrankheit geworden ist, war mir gar nicht klar. Und ich dachte, in Afrika hätten sie schlechten Sprit :angryfire:

Freu mich auf alle weiteren Kommentare und wünsche Euch allen

allzeit gute Fahrt - Julius
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AndreasM
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Re: Fragen zum Kauf eines gebrauchten J9

Beitrag von AndreasM »

Die SHSV sind ein kleineres Übel, zum einen kündigt sich das Problem langsam an, so war es zumindestens bei mir, zu anderen kann man damit noch weiterfahren, Zündung aus - neu starten und er läuft erstmal wieder.
Kostenpunkt von 400,-Euro ist auch noch überschaubar.


In letzter Zeit gab hier mal ein paar Meldungen wegen dem Durchrosten des Differenzialgehäuse der HA, also auf alle Fälle das Diff Gehäuse hinten betrachten.
http://forum.buschtaxi.org/achsgetriebe-tropft-hauptkilometerzahler-defekt-t25568.html#p389677

und auf die Sperre achten, zum einen Funktionstest machen, zum anderen auch Lochfraß-Kontrolle
http://forum.buschtaxi.org/j9-lochfrasz-am-gehause-hintere-sperre-t5776.html


Die Ölwanne ist auch Rostanfällig
http://forum.buschtaxi.org/olwanne-rostfrasz-t25302.html


Und auch noch die Heizungsrohre unten, die würde ich, sollten sie noch gewechselt sein auf alle Fälle wechseln, denn ohne Kühlwasser......
http://forum.buschtaxi.org/heizrohr-kuhlwasserrohr-verrostet-und-geplatzt-t21957.html


ansonsten zuverlässiges Fahrzeug, mein KDJ ist jetzt 10Jahre hat 100.000km runter, dabei sicherlich 50% Hängerbetrieb, Reparaturen bis jetzt:
einmal SHSV
einmal Bremse (4Scheiben und Klötze)
einmal Heizungsrohre
MfG Andreas
1988-1994 Trabant 601
1994-2002 Pajero 3Tür V20
2002-2017 TOYOTA Landcruiser KDJ90
2017-heute DACIA Dokker Stepway
2017-heute Pajero 5Tür V80

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juliusb
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Re: Fragen zum Kauf eines gebrauchten J9

Beitrag von juliusb »

Vielen Dank, Andreas, genau auf solche Infos bin ich aus. Werde mir heute abend alle Links in Ruhe zu Gemüte führen. Die Sache mit den durchgerosteten Ölwannen und Achsgetriebegehäusen find ich aber schon kurios. Dass das dem Hersteller der "besten Autos der Welt" passiert - bei einem Lada hätt´s mich nicht gewundert.

Schön, dass Du mit Deinem KDJ so zufrieden bist, hoffe nächstes Jahr ähnliches berichten zu dürfen.

=> Nun bin ich schon sehr auf Beiträge zu der Kernfrage gespannt, wie und wo ich Wunschkandidaten auf Herz und Nieren testen lassen kann, um versteckte Mängel aufzudecken bzw. nahezu vollständig auszuschließen.

Herzliche Grüße! Julius
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J9 Andy
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Re: Fragen zum Kauf eines gebrauchten J9

Beitrag von J9 Andy »

Die Ölwannen waren ja noch nicht durchgerostet. Es ging aber schon an den Stellen die Farbe ab, wo das Wasser länger steht bevor es abtropft.
Gruss Andy
---------------------------------------------
Trabant 601 => LandCruiser KZJ 90
...ein Quantensprung...
________________________________
Was Du nicht willst das man Dir tu´, das füg´auch keinem andern zu.

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Frankie
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Re: Fragen zum Kauf eines gebrauchten J9

Beitrag von Frankie »

Hallo,

also ich habe mit dem KZJ 95 (125 PS/250.000 km) nur gute Erfahrungen
sammeln dürfen (Büro/Denzelstrecken/Kroatien/Griechenland).

Bislang Bremsen, Heizungsröhrchen (150.000 km), Wasserpumpe
(200.000 Km beim Zahnriemenwechsel mitgemacht)
und gut isses ......

Gruß Frankie

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juliusb
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Re: Fragen zum Kauf eines gebrauchten J9

Beitrag von juliusb »

@Andy: auf alle Fälle ist es gut zu wissen, wo ich genau schauen muss (und eventuell mit dem Schraubenzieher reindrücken muss)

@Frankie: das hört sich aber gut an! Es ist halt nur leider so, dass man so viele Schauergeschichten über defekte Zylinderköpfe beim KZJ9 liest, dass ich dieses Risiko nicht eingehen will. Mir wäre die alte Maschine eigentlich lieber. Aber aufgrund der Geschichten über ZK und ESP schiel ich jetzt auf einen KDJ ab BJ 2000.

Liebe Grüße Julius
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juliusb
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Re: Fragen zum Kauf eines gebrauchten J9

Beitrag von juliusb »

Liebe Leute,

der Winter mit viel Schnee draussen steigert bekanntlich sowohl das Fernweh als auch den Tüfteltrieb, daher melde ich mich mal wieder mit einer Frage: mir ist mittlerweile klar, dass ich einen KDJ95 erwerben werde, also den mit der 163PS-Maschine. Nun stellt sich mir die Frage, ob ich den von mir eigentlich favorisierten 4G-Automaten kaufen kann oder es lieber lassen und einen Schalter suchen sollte. Hier im Forum (und auch sonst im Web) wird ja genug davon berichtet, was der Ölkühler mit sich vermischender ATF+Kühlflüssigkeit so alles anrichten kann. Auf so einen teuren Getriebeschaden oder einen eventuellen Liegenbleiber mitten in der Pampas (noch schlimer) habe ich keine Lust. Daher meine Frage:

Wenn ich doch einen 4G-Automaten kaufe, wie hoch ist der finanzielle Aufwand, um ihn präventiv vor dem Vermischungs-Symptom + Getriebeschaden zu bewahren? Ich muss schrauben lassen = Toyo-Werkstatt. Was genau gehört gemacht (ausser ATF+Filter 3x tauschen + Ölkühler tauschen), und was schätzt Ihr, für wie lange kann der angeblich neue und verbesserte Ölühler die beiden Flüssigkeiten brav getrennt halten? Muss ich also damit rechnen, präventiv z.B. alle 100tkm den Kühler wieder erneuern zu müssen? Oder hab ich dann wahrscheinlich "für immer" Ruhe?

Weiters stelle ich mir die Frage, ob und wie ich zuverlässig erkennen kann, ob bei einem angestrebtem km-Stand von 120-150.000km das Objekt der Begierde nicht schon ein "angeknackstes" sprich vorgeschädigtes Getriebe hat? So richtig Freude würde es ja machen, den Ölkühler und die ATF zu tauschen, und dann verreckt das Getriebe doch noch nach "ein paar" km.

Ich weiss, dass keiner von uns eine Glaskugel hat, aber Ihr habt doch so viel Erfahrung und Sachverstand, dass man die Wahrscheinlichkeiten optimieren kann. Bin halt recht harmoniesüchtig :roll:

Vielen Dank im Voraus und herzliche Grüße von Julius
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stricki
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Re: Fragen zum Kauf eines gebrauchten J9

Beitrag von stricki »

Nach meinen Informationen kommt es nicht zum durchbrechen des Kühlers wenn alle 2 Jahre die Kühlflüssigkeit getauscht wird. Wenn das vom Vorbesitzer versäumt wurde würde ich den Kühler vorsichtshalber tauschen.
Die Kühlflüssigkeit verliert ihren Korossionschutz wenn sie zu lange im System bleibt und wird zum Teil auch agressiv. Beim Kauf solltest Du in den Ausgleichsbehälter schauen und auch den Zustand des Getriebeöls kontrollieren. Ein Checkheft und besser noch die Werkstattrechnungen wären natürlich auch sehr von Vorteil dann siehst Du wann was gemacht wurde.

Gruß stricki
KDJ95 Limited, Bj. 2002, TTE Box, OME mittel, 285/75 R16 Cooper Discoverer STT, ASFIR UFS, Airflow Snorkel, mattschwarz foliert 8)...2013 leider verkauft!
2017 Wiedereinstieg mit J15, 2,8L Executive AT :bulb:

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juliusb
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Re: Fragen zum Kauf eines gebrauchten J9

Beitrag von juliusb »

Danke Stricki, das klingt alles sehr plausibel! Werd ich so machen. Hast Du eine Idee wieviel der Kühlertausch samt Kühlflüssigkeit, ATF + Filter kostet? Mir gehts gar nicht so sehr darum, dass ich zu knickrig wäre oder so, diese Summe aufzubringen. Mir gehts eher darum, mit sachlich hergeleiteten Verhandlungen den Verkäufer um eben jenen Betrag den VK-Preis zu kürzen. Das würde ich als faires Geschäft empfinden. Ich könnte mir vorstellen, wenn jemand schon länger versucht, seinen KDJ95 Automatik zu verkaufen, ist er eher bereit, zu verhandeln. Aber schlagkräftige Argumente dafür find ich eben nützlich. Wenn ich so in mobile.de schaue, wie lange da einzelne J9 schon stehen, könnte mein Plan eventuell aufgehen.

Aber jetzt mal anders rum: Dein Avatar-Foto und die Signatur lassen meinereiner ja ganz hellhörig werden und sabbernd dreinschauen! Dein J9 ist ja ziemlich genau so hergerichtet, wie ich mir das vorstellen würde! Hast Du hier im BT-Forum Dein Auto mal genauer vorgestellt? Gibts einen Thread, wo man Fotos sieht und was zur Technik lesen kann? Wenn ja, bitte um einen Link. Wenn nein, vielleicht kannst Du mal was verfassen :bulb:

Bist Du beim kommenden BTT dabei? Dann könnt ich ja Dein Prachtexemplar persönlich bestaunen *freu*

Liebe Grüße Julius
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PeterC
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Re: Fragen zum Kauf eines gebrauchten J9

Beitrag von PeterC »

Ich habe in Tunesien für ein paar Stunden einen 9er Automaten gefahren, um den Unterschied zum 79er zu erleben.

Turbo, Automat, Geländeuntersetzung und Dünen passen meines Erachtens nicht gut zusammen.
Pedal vor der Düne senken, warten bis der Turbomotor genügend Leistung aufbaut und drüberschießen. Ich denke, mit einem Handschalter ließe es sich besser dosieren.

Peter
Ein Toyota geht nicht kaputt, man muss ihn mutwillig kaputt machen

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juliusb
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Re: Fragen zum Kauf eines gebrauchten J9

Beitrag von juliusb »

Hallo Peter,

interessanter Punkt! Die Frage ist, was wäre gewesen, wenn Du mehr als wenige Stunden, also ein paar Tage mit der Automatik gefahren, und Dich richtig daran gewöhnt hättest. Ausserdem braucht es ja auch etwas guten Willen - weisst eh, die "selbsterfüllende Prophezeiung" ist ein Luder 8)

In vielen Berichten heisst es, die Automatik wäre im Sand z.T. vorteilhafter, weil es keine Zugkraftunterbrechung gibt beim Schalten. Mir fällt es gar nicht so leicht, die Vor- und Nacheile gegeneinander abzuwiegen, weil für fast jedes Argument findet man ein Gegenargument, und letztlich zählt, wie man es für sich persönlich gewichtet. Und ob man willens und fähig ist, sich auf die Getriebe-Charakteristik maximal einzustellen. (Mein Opa fragte immer: können Sie nicht oder wollen Sie nicht? Jaja, 4 Jahre Front :roll:)

99% der Zeit setze ich mein Auto ja "zivil" ein, dh. im Alltags- und Berufsleben. Und da würde mir die Automatik durchaus Freude bereiten, weil man so ein "smoothes" Gefühl bekommt - man gleitet einfach so dahin, ohne Hektik, der Charakter des Autos und des Fahrens selbst wird etwas anders. Kenne das sehr gut von meinen W124er Benzen - hatte drei mit und einen ohne Automatik, das waren dann völlig unterschiedliche Fahrerlebnisse.

Es gibt also im ganzen Jahr im Verhältnis nur wenige echte Offroad-Situationen, in denen "AT vs. Schalter" zum Tragen kommt. Und in den meisten Offroad-Situationen (die eher in Europa statt finden als in Afrika), dürfte die AT doch eher von Vorteil sein, oder? Leider ist diese Diskussion oft recht emotional, jedenfalls habe ich den Eindruck, dass eher selten eine sachliche Darstellung oder Erlebnisbericht erfolgt - auf den wäre ich scharf :P

Andererseits ist ein manuelles Getriebe eben unproblematischer und normalerweise geht da nichts kaputt. Das Argument, auch dort kann die Kupplung eingehen, lasse ich nicht so richtig zählen, weil eine sterbende Kupplung kündigt sich eher schon zuhause an, und dann muss ich sie eben vorher reparieren, bevor es auf Reise geht. Eine Automatik-Revision wird man aber wohl oder übel alle x-hunderttausend km einkalkulieren müssen, das zeigt einfach die Statistik. Auch wenn ich als Gebrauchtkäufer ATF+Filter regelmäßig erneuern werde, und auch wahrscheinlich einen neuen, externen Ölkühler mit Lüfter einbauen werde (für max. 90-100° Öltemp.) - das müsste man wohl von Anfang an machen, um die Lebensdauer der AT deutlich zu erhöhen, nicht erst bei rd. 150tkm, wie das bei meinem Gebrauchten sein wird.

Ich würde also bewusst "den Preis" in Kauf nehmen, den eine AT abverlangt, aber nur, wenn die Kosten und die "geistige Anstrengung" halbwegs kalkulierbar und im Rahmen bleiben. Sonst wäre es wohl besser, einfach die problemlosere manuelle Schaltung zu nehmen. Aber dann sind wir wieder beim dünnen Gebrauchtangebot :wink:

Liebe Grüße an alle! Julius
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PeterC
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Re: Fragen zum Kauf eines gebrauchten J9

Beitrag von PeterC »

Hallo Julius

Sicher, man kann sich an alles gewöhnen. Mit mehr Zeit hätte ich sicherlich eine Fahrweise gefunden, mit den Eigenschaften (absichtlich nicht Eigenarten) des Automaten klar zu kommen.
Die Schaltstrategie konnte ich auch mit Begrenzung nicht immer unterdrücken, aber meist kam Detlev ohne Probleme hinterher. Ab und zu schaltet der Automat im ungünstigen Augenblick, wenn auch ohne Zugkraftunterbrechung. In langen Sandpassagen stimmt dein Hinweis, beim Anstieg kann das Hochschalten unter Last entweder den Vortrieb abwürgen oder beim Runterschalten die Räder durchdrehen lassen und das Auto gräbt sich ein. Schalten bergauf ist immer zu vermeiden, egal ob Handschalter oder Automat.

Der Versuch war in sofern auch unfair, da 4,2ltr gegen 3,0ltr angetreten sind und der Lange viel souveräner hochdreht.

Wenn man es gewöhnt ist: warum nicht.

Wenn du magst, schreib eine PM. Ich kenne zwei 9er Fahrer, die in der Wüste waren, einer mit Automat.

Peter
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PeterC
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Re: Fragen zum Kauf eines gebrauchten J9

Beitrag von PeterC »

Noch eine Kleinigkeit:

Auch Automaten schalten nicht ohne Zugkraftunterbrechung.
Entweder wird die Motorleistung während des Schaltvorgangs heruntergeregelt,
oder der Wandler ist so weich ausgelegt, daß der Schaltvorgang die Bänder nicht überlastet. Trotzdem muß erst eine Fahrstufe deaktiviert werden, bevor die nächste aktiv geschaltet wird. Bei weichem Wandler ist der Spritverbrauch im Normalbetrieb höher.

Ein Automat schaltet nur schneller und meist mit geringem Drehmomentsprung an den Rädern und somit komfortabler.

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