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robert2345 hat geschrieben:Na weil die Differenziale an den Achsen nur zwischen Rechts und Links ausgleichen und Du beim Hilux in 4L oder 4H das Mitteldifferenzial zu 100% sperrst welches zwischen den Achsen die Drehzahl ausgleichen könnte. Vergleichbar mit einer Differenzialsperre an der HA. Ein offenes Mitteldifferenzial wäre die Lösung, diese gibt es nach dem Umbau auf Permanentallrad zB bei Nestle.
LG
Robert
Hallo,
grundsätzlich richtig, Robert - aber auf die Schnelle in Bezug auf die Begriffe etwas mißverständlich ausgedrückt. Ein Differential ist per definitionem immer ein Ausgleichsmechanismus für Drehzahldifferenzen. Im Hilux-Verteilergetriebe gibt es sowas nicht. Hier wird beim Zuschalten der Vorderachse mittels einer einfachen Schiebemuffe nur eine starre Verbindung von der Hauptwelle im Verteilergetriebe - welche die Kraft zur Hinterachse leitet - zum Abtrieb in Richtung vordere Kardanwelle geschaffen. Vielleicht noch als Ergänzung für Achim zu Deiner ansonsten zutreffenden Antwort: bei Kurvenfahrt in 4WD beschreiben nicht nur die jeweils linken und rechten Räder unterschiedlich große Kreisbögen (außen = weiterer Weg), sondern auch die vorderen gegenüber den hinteren: vorne holt man weiter aus, die Hinterräder laufen auf kürzerem Wege "ums Eck". Zwischen linkem und rechtem Rad einer Achse macht das jeweilige Achsdifferential den Drehzahlausgleich. Es bleiben aber Drehzahlunterschiede zwischen hinten und vorne "übrig". Die dadurch entstehenden Verspannungen zwischen - etwas vereinfacht ausgedrückt - hinterer und vorderer Kardanwelle können beim Hilux wegen des starren Durchtriebs im Verteilergetriebe nicht ausgeglichen werden. Also kann der Ausgleich allenfalls "am anderen Ende der Kardanwellen" stattfinden. Hier kommen wir zuerst in die Achsdifferentiale. Die können aber konstruktionsbedingt nur jeweils "Links-Rechts". Die Verspannungskraft geht also ungemindert durch auf alle vier Antriebswellen und von dort auf die Räder. Erst wenn irgendwo Radschlupf zum Untergrund entsteht, wird die Verspannungskraft abgebaut! Bei Geländefahrt oder auf Schnee merkt man das, wenn eines der Räder kurz und kräftig "durchruckt", das war dann der Drehzahlausgleich vorne/hinten durch Radschlupf. Gegenbeispiel: rangiert man in 4WD auf Asphalt(!) den Hilux ein paar Mal hin und her, steht der Wagen wie blockiert auf der Stelle. Ersetzt man nun im Hilux das Zuschalt-Verteilergetriebe durch ein VTG vom J12/J15, verfügt man über dieses 3.Differential ("Mitteldifferential"), welches auf jedem Untergrund für den Drehzahlausgleich zwischen vorderer und hinterer Kardanwelle sorgt (der sogenannte "Längenausgleich"). Nachteil: jetzt genügt grundsätzlich ein einziges, kräftig durchdrehendes Rad, um den Vortrieb zu unterbrechen (die "Torsen"-Wirkung mal nicht berücksichtigt). Deshalb versieht man dieses Mitteldiff werksseitig mit einer Diff-Sperre. Das bei entsprechenden Untergrundbedingungen vom Fahrer elektromechanisch gesperrte Mitteldiff entspricht in seiner Wirkung nun dem serienmäßigen Zuschalt-VTG des Hilux: starrer Durchtrieb VA/HA, kein mechanischer Drehzahlausgleich VA zu HA, und es braucht jetzt immerhin zwei durchdrehende Räder - je eins vorne und hinten - um den Lux zum Stillstand zu bringen.
Hakim






...will heißen: danke für den Hinweis, Asche! Wobei ich nicht weiß, welchen Weg N. hierfür beim Zuschalt-Hilux geht. Was ich selbst hier im Forum als Lösung angeboten habe, ist schlicht die Aufhebung der Zwangsschließung des ADD in der Vorderachse, mit dem Ergebnis, an der VA keinen Durchtrieb zu haben und vorsichtig in L2 rangieren zu können. Vielleicht macht N. das ebenso - dann wäre das sehr teuer verkauft. Sonst müßte N. einen Weg gefunden haben, die Zwangsschaltung im VTG von H2 in H4 in L4 zu umgehen, um so direkt von H2 in L2 schalten zu können - also unter Umgehung der Schaltgabel für die Schließmuffe zum VA-Abtrieb im VTG. Mit einer entsprechenden Änderung der Schaltkulisse ist das denkbar.