lehencountry hat geschrieben:Zurück zu den Farmern in Namibia. Weiss jemand ob es da auch einen Exodus gibt ? Besitzer die nicht in Namibia leben, denen wird die Farm von der Regierung streitig gemacht, mein inzwischen alter Wissensstand.
Hallo Werner
nein, dieser Exodus ist eigentlich bisher ausgeblieben (wer konnte, ist eh schon vor der Unabhängigkeit gegangen). Wo sollten die Leute (damit meine ich die Farmer, die wie ihre Farmen ja auch, inzwischen schon in die Jahre gekommen sind, denn auch schon hin....das Kapital, das man dazu brauchen würde hat es schon lange nicht mehr...
Viel schlimmer ist ein anderer Exodus: die jungen Leute, welche in der "Republik" oder in Europa studiert haben, kommen oft nicht mehr zurück, da sie unter dem System der "affirmative äcktschen" keine Zukunft mehr für sich sehen. Damit geht dem Land natürlich viel KnowHow verloren, das es eigentlich dringend benötigen würde. Dazu kommt noch eine rigorose, nahezu paranoid-rassistische Einwanderungspolitik, welche kaum noch die Anwerbung ausländischer "weisser" Fachkräfte erlaubt. (sonst wäre ich schon lange dort....)
Die vielfach befürchtetet Enteignung von Farmen in "weissem" Besitz ist, von einen wenigen Ausnahmen, bisher ausgeblieben (und da hat es teilweise auch ganz spezielle Gründe gehabt). Die Regierung setzt stattdessen auf "willige" Verkäufer und behält sich für den Fall, dass eine Farm zum Verkauf steht, lediglich das Vorkaufsrecht vor. Warum das so ist? Nun, vor allem fehlt es natürlich am Geld, man braucht es ja für wichtigere Dinge, wie zum Beispiel die "Kaffeemaschine". Zum anderen will man es sich mit den Weissen, die mit ihren "Clans" (das ist jetzt nicht böse gemeint!) historisch bedingt nach wie vor einen wesentlichen Teil der Wirtschaft kontrollieren und sie am Laufen halten, nicht völlig verderben, sind doch in deren Unternehmen genug Parteigänger als sogenannte "Fettnackenmanager" gutversorgt untergekommen, quasi im Rahmen einer Qotenregelung...... Sie tun zwar nicht viel für ihr Geld, machen aber auch nichts kaputt....)
Noch etwas: mir ist schon klar, dass die Verwendung von Begriffen wie "Schwarze" oder "Farbige" oder "Weisse" in diesem Kontext politisch nicht ganz korrekt ist, aber mir fällt nicht besseres ein. "Namibier"?: das sind alle! "Afrikaner"?: eigentlich auch, zumindest in 3. oder 4. Generation. "Einheimische"?: das hört sich für mich eher wie "Eingeborene" an....also lass ich es dabei. Wen es stört der solls überlesen.