Im September 2013 waren meine Frau und ich etwas mehr als 3 Wochen in Chile und Argentinien - zum großen Teil in den Anden und der Atacama Wüste - unterwegs. Auf den Spuren der Dakar. Naja, nicht wirklich. Zumindest nicht absichtlich. Als wir aber später deren Route 2014 und die Übertragung gesehen haben ist uns doch vieles bekannt vorgekommen. Nur unser Tempo war dann doch etwas ein anderes. Wir waren unterwegs mit einem gemieteten Toyota Hilux mit Kabine. Ein tolles Fahrzeug. Hat alles bestens mitgemacht. Nur auf über 4000 m Höhe ist ihm schon sehr stark die Luft ausgegangen. Übernachtet haben wir irgendwo in der Pampa oder auf Campingplätzen wechselhafter Qualität. Die höchste Übernachtung war auf ca. 4300 m. Der höchste Pass war fast 5000 m hoch. Das hat nicht nur der Wagen gemerkt.
Hier unsere Route (Nord nach Süd):
Zu den Regionen füge ich immer mal wieder Kartenausschnitte ein.
Und das war unser Offroadmonster:
Anflug über die Anden nach Santiago de Chile. Von dort ging es weiter in Chiles Norden nach Arica. Dort haben wir den Hilux übernommen.
Erst einen Tag Aufenthalt in Santiago. Einige Eindrücke der Stadt:
Und einige mehr …
So. Weiter nach Arica. Hat optisch nicht so wahnsinnig viel zu bieten.
Deshalb hoch in die Anden. Schnell geht es auf wahnsinnigen Straßen immer höher in Richtung Putre.
Putre liegt auf ca. 3600 m Höhe. Das dient zum Eingewöhnen, was uns nur so ansatzweise gelingt. Wir sind erst einmal in einer Hütte.
Dann geht es weiter in den Lauca Nationalpark. Durchgehend über 4000 m. Mit weitgehend verlassenen Indiosiedlungen, Lamas, Vincunjas, Viscachas (diese hasenartigen Tiere mit Schwanz), Vulkanen und Seen. Eine wahnsinnig schöne, surreale Szenerie.
Weiter führen uns wechselhafte Offroadstrecken auf zwischen 3500 m und 4500 m Höhe in Richtung Reserva Natural Las Vincunas und von dort weiter zum Salar de Surire, einen großen Salzsee mit Flamingos, den wir umrunden.
Auf dieser Strecke gibt es viel zu sehen. Aber wenig von Menschen gemachtes. Nur wenige menschenleere Dörfchen mit Adobe-Kirchen, Basketballplätze (!?) und Rangerstationen an denen man sich melden muss/sollte. Auf der gut 600 km langen Strecke sehen wir an 2 Tagen 2 andere Fahrzeuge. … Besser nicht liegenbleiben!
Nach stundenlanger Fahrt kommen wir zum Salar de Surire. Der Ranger ist froh mit jemandem sprechen zu können. Der Salar ist ein wundervoller Ort. Weiße Salzkrusten, tiefrotes oder dunkles Salzwasser, Famingos und im Hintergrund Vulkane. Das Ganze in völliger Einsamkeit und weit über 4.000 m.
Und mehr Impressionen vom wunderbaren Salar de Surire.
Ein Bade- und Übernachtungsplatz am Salar. Wegen „saukalt“ nicht ausprobiert.
Die Höhe fordert ihren Tribut. Die zähere Frau muss das Fahren übernehmen. Die Landschaft bleibt – sprichwörtlich – atemberaubend. Einige kleinere Wasserdurchfahrten sind auch geboten. Immer wieder einsame Kirchen. Lamas und Vincunas treten oft in gemischten Herden auf. Die Haustiere und ihre wilden Urahnen zusammen.
Übernachtung im Nichts bei heißen Badebecken umgeben von Lamas und Vincunas. Wunderschön und sehr einsam. Am nächsten Tag geht es weiter in dieser traumhaften Landschaft. An Kirchlein vorbei. Wir folgen Tracks auf Openstreetmap (über MotionX). Das klappt überwiegend perfekt. An einer Stelle wird aus der Schotterpiste aber ein Pfad, der sich erst fast verliert und dann ein Etwas aus groben, scharfen Steinen wird, das noch dazu steil bergauf geht. (leider keine Fotos – zu viel anderes im Kopf). Nachdem wir mit unserem Hilux schon halb oben sind fragen wir uns was wir hier machen. Allein, 4000 m hoch, ein schweres Auto ohne auch nur AT Reifen, allein, keine Ahnung ob und wie die Piste weitergeht. Wir kehren um. War glaube ich besser.
Auf zunehmend abenteuerlichen Pisten geht es zu dem Geysir de Puchuldiza auf 4200m Höhe. Wieder in völliger Einsamkeit sprüht hier ein einsamer Geysir dauerhaft ca. 10m in den Himmel. Gleichzeitig ist es so kalt, dass das ausgestoßene Wasser und der Wasserdampf sofort gefriert. In der Hauptwindrichtung hat sich so ein ansehnlicher Eisberg gebildet.
Dann geht es rasant bergab. Von über 4000m Höhe fahren wir durch die Atacamawüste innerhalb eines Vormittags fast auf Meereshöhe. Der Sauerstoff ist eine echte Erleichterung. Vorbei geht es noch am Gigante de Atacama, einer prähistorischen Steinzeichnung in gigantischer Form. http://de.wikipedia.org/wiki/Riese_von_Atacama . Weiter fahren wir zu der aufgegebenen Salpetermiene von Humberstone (http://de.wikipedia.org/wiki/Humberston ... peterwerke) in der Nähe der Stadt Iquique. Ein Zeugnis der Zeit vor 100 Jahren. Beeindruckend.
Einige Impressionen aus der großen Stadt Iquique. Besonders die Lage ist beeindruckend. Einige hundert Meter unterhalb einer Abbruchkante und einer großen Sanddüne auf einem Streifen vor dem Meer.
Dann geht es weiter, quer durch die Atacamawüste in Richtung San Pedro di Atacama.
Ich war bereits 2007 in San Pedro. Schon damals war es verhältnismäßig touristisch. Dieses Mal wurde das locker übertroffen. Es waren auch noch irgendwelche Feiertage. Jedenfalls sind die Strassen des an sich schönen Dorfes voller Touristen und nachts liegen die Bässe der Clubs in der Luft. Passt eigentlich nicht in diese Landschaft. Wir sind auf dem Campingplatz und machen Ausflüge in die beeindruckende Umgebung.
Wir fahren von San Pedro zu den Lagunas Miniques und Miscanti. Wunderbar in großer Höhe gelegen. Umgeben von hohen Vulkanen. Ein Traum. An diesem Tag leider mit vielen Wolken, starkem Wind und sehr kalt. Aber auch sehr schön. Am Ende noch ein Foto aus 2007. Was ein Unterschied!
2007:
Zurück nach San Pedro.
Am nächsten Tag fahren wir in das Valle de la Luna bei San Pedro. Tatsächlich eine Mondlandschaft mit großen Sanddünen und weiten Flächen, die unter Salz wie verglast sind. Viele Bilder. Aber es war auch einfach beeindruckend.
Dann waren wir noch im Valle de la muerte gleich nebenan. Einige durchaus knifflige Offroadpassagen gab es dort. Als der Sand zu tief wird drehen wir um.
Wenn man in San Pedro ist, dann sollte man auch den Salar de Atacama ansehen. http://de.wikipedia.org/wiki/Salar_de_Atacama Wir waren an der Laguna Chaxa und den Lagunas Cejas. Wunderschöne Farben.
Am nächsten Morgen sollte es über den fast 5000 m hohen Paso de Jama nach Argentinien gehen. Laut Reiseführer sollte sollte die chilenische Pass- und Zollkontrolle an der Stadtgrenze von San Pedro sein. Gute 200 km vor der Grenze und Passhöhe. An Ort und Stelle aber dieses Vertrauen erweckende Schild:
Darauf mussten wir uns natürlich verlassen. Wenn etwas so einen offiziellen Eindruck macht und so professionell errichtet ist. … Tatsächlich waren wir sehr am zweifeln. Wäre dort oben nichts, dann wären 200 km steil bergauf auf weit über 4000m Höhe umsonst gewesen und wir hätten umkehren dürfen. Ein Tag verloren. Aber es hat alles geklappt. Man hat dort oben in einem heimeligen Umfeld eine hübsche neue Zollstation zusammen mit Argentinien errichtet. Zuerst ging es noch auf chilenischer Seite immer höher in die Anden hinein. Unser Hilux wurde immer langsamer. Einige Zeit ging es nur noch im ersten Gang voran. Ein erster Zwischenstopp war an den Moais de Tara und der Laguna Colorada.
Von der Zollstation lieber keine Bilder gemacht. Die Formalitäten ließen sich relativ schnell abwickeln. In etwas über einer Stunde waren wir durch. Drüben sieht es dann erst einmal auch nicht viel anders aus. Auch die argentinischen Anden sind einfach bezaubernd schön. Auf Hochebenen werden wir von fiesen Sandstürmen gejagt. Durchaus schön anzusehen. Aber teilweise sieht man die Hand vor Augen nicht.
Der erste nennenswerte Ort in Argentinien für uns ist Susques. Wir suchen Geld und Diesel und finden zumindest ersteres. Diesel reicht aber noch. Ein schönes Kirchlein gibt es dort.
Weiter Richtung Osten. Durch sandsturmige Hochebenen vorbei an einem stellenweise blütenweißen Salzsee.
Kurz vor Purmamarca geht es in Serpentinen hunderte von Metern tiefer. Erstaunt blicken wir von oben auf eine dichte und geschlossene Wolkendecke in die wir langsam eindringen. Die Sonne kommt nicht durch. Unten erwarten uns schon die ersten bunten Felsen und Berge für die die Region Jujuy berühmt ist.
Wir übernachten in Tilcara. Einige Impressionen von dort. Einschließlich grüner Cola. War mir noch nicht bekannt.
Am nächsten Tag fahren wir zunächst in Richtung Norden um die farbenfrohe Quebrada de Humahuaca anzusehen. Schön, aber uns schon zu touristisch bzw. zu viel Verkehr nach der Einsamkeit zuletzt. http://de.wikipedia.org/wiki/Quebrada_de_Humahuaca
Wir sehen uns dann Purmamarca noch näher an. Ein touristisches aber schönes und bezaubernd vor bunten Bergen gelegenes Dorf.
Weiter ging es Richtung Süden. Wir wollten durch die Stadt Salta (Vorräte auffüllen) und südlich von Salta dann wieder in Richtung Westen in die Anden nach Cachi. Auf der Strecke nach Salta wurden wir von einer Art Regenwald mit Lianen überrascht. Die Strecke nach Cachi war dann lang aber sehr schön. Wir haben es auf dieser einsamen Route durch Täler und hohe Pässe, fast durchgehend auf Schotterpisten, bis kurz nach Sonnenuntergang geschafft.
In Cachi sind wir die einzigen auf dem recht netten Campingplatz des Automobilclubs (!). Am nächsten Morgen fahren wir zunächst eine gewisse Strecke zurück. Wir wollen die Riesenkakteen im Nationalpark Los Cardones sehen. http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpark_Los_Cardones Manche Formen sind … nun ja: Interessant.
Vorbei an ein paar von Bussen belagerten Indioausgrabungen … (trotzdem schön)
… geht es zurück nach Cachi. Süßes Städtchen. Wir schlendern etwas durch und essen zu Mittag. Ein älterer Argentinier erzählt uns von seinem Leben. Wir versuchen zu verstehen so gut es geht.
Von Cachi fahren wir Richtung Süden über eine reichlich abenteuerliche aber auch sehr schöne Schotterstrecke. Unser Ziel ist das viele hundert Kilometer entfernte Cafayate. Anspruchsvoll für etwas mehr als einen halben Tag. Trotzdem fahren wir noch bei dem Weingut Colomé vorbei und machen eine Führung mit.
Dann zurück auf unsere Strecke Richtung Cafayate. Die Landschaft wird zunehmend spektakulär. Manch eine Felsformation haben wir später in der Dakar-Übertragung wiedererkannt.
Wir besuchen noch eine große Ausgrabungsstätte der Indiokultur, bewachsen mit hunderten Kakteen.
Einige zig-km weiter dann die nachfolgenden Bilder. Die Ruta 40 – Hauptverkehrsstraße in den Süden – ist von Indios gesperrt. Soweit wir das verstehen wollen sie den Ausbau der in diesem Bereich tatsächlich sehr schlechten Straße. Der Grund kann aber auch ein anderer gewesen sein. Angeblich soll die Sperre in einer Stunde geöffnet werden. … Aber man ist ja extra schlau. Schnell in die Karte (MotionX) geschaut: Da gibt es doch im Osten eine Umfahrung auf kleinen Straßen. Sicher schneller als in einer Stunde zu machen. Und man muss nicht rumstehen. Gesagt getan!
… Nun ja. … Die Ortsansässigen kennen ihre Gegend aber eben auch etwas. Nach einer halben Stunde – ja, es wäre schneller gewesen – zeigt sich an der anderen Strecke dieses Bild:
Halbe Stunde warten (OK, insgesamt kein echter Zeitgewinn!) und weiter geht es. Über Belen, wo wir übernachten und grillen, weiter in Richtung Fiambalá.
Fiambalá ist unser letzter Stopp in Argentinien bevor wir über den Paso de San Francisco zurück nach Chile wollen. Dort möchten wir nochmal ausspannen. Oberhalb von Fiambalá gibt es Badebecken, an denen man auch übernachten kann. Ein toller Ort mit schöner Aussicht in das Tal. Die Badebecken sind unterschiedlich warm. Von deutlich über 30 C ganz oben werden sie nach unten immer kühler. … Ach ja, einige nette Autos hier. Und der Duster ist hier ein Renault.
Am nächsten Morgen machen wir uns früh auf den Weg zum Paso San Francisco. http://en.wikipedia.org/wiki/San_Francisco_Pass Mit 4748 m einer der höchsten Andenpässe. Auf Argentinischer Seite zunächst noch auf gutem Teer immer höher. Links und rechts liegen die höchsten Andengipfel. Mit dem Incahuasi (6638m) und dem Nevado Ojos de Salado (6879m) auch die höchsten Vulkane der Welt. Immer wieder kleine Schutzhütten mit Funkausstattung. Man ist hier sehr einsam unterwegs. Es gibt auch kaum Verkehr. Die Landschaft mit ihren Farben und Formen ist unglaublich schön.
An der Grenze kam es dann zu einer schönen „Überraschung“. Chile und Argentinien sind ja nicht gerade die besten Buddies in der Staatengemeinschaft. Offenbar hatte man aus unerfindlichen Gründen gerade mal wieder Beef. Die Ausreise an der Argentinischen Grenzstation ging noch problemlos. Die chilenische Station kommt dann erst fast 100 km später. Dort war dann erst einmal niemand. Ein eher gelangweilter Beamter behauptete dann wir könnten wegen des Wetters nicht weiter. Nach Hinweis darauf, dass wir ja von oben kommen und dort alles OK war, war das Wetter kein Thema mehr. Ein Kollege erklärte dann später den „Beef“. Irgendetwas habe Argentinien wohl falsch gemacht, weshalb die chilenische Regierung erst einmal die Grenzen dicht gemacht habe. Man müsse warten. Wie lange? Hm, vielleicht 2 Stunden? Dann würden sie nochmal eine Mail an die Regierung schreiben. … OK. 2 Stunden auf weit über 4000 m in einer ungeheizten Grenzstation bei irgendwas zwischen 2 und 10 Grad C. Super! Die Laune hob sich erheblich, als wir mit einer Gruppe von ca. 8 Argentiniern ins Gespräch kamen. Die warteten an Ort und Stelle bereits den zweiten Tag (!) um zurück nach Argentinien zu kommen. Über die „2 Stunden“ Aussage lachten sie eher. Das hätte man ihnen auch schon öfter gesagt. … Klasse Aussichten! Irgendwem scheinen wir aber Leid getan zu haben. Jedenfalls wurde nach etwas mehr als einer Stunde rumtelefoniert. Schließlich wurden unsere Papiere bearbeitet und nach gut 2 Stunden hob sich tatsächlich der Schlagbaum. … Bei unseren argentinischen Freunden tat sich weiterhin nichts! Nachfolgend ein paar Impressionen aus dieser Station. Besonderes Augenmerk bitte auf die sprachlichen Glanzleistungen auf dem Männerklo.
Weiter vorbei an schon fast surreal bunten Bergformationen. Wir fahren durch eine sehr einsame Landschaft fast ohne auf andere Fahrzeuge zu treffen. Die Straße ist grober Schotter oder Sand mit imposanten Schlaglöchern. Als ich ein Foto von einem Stoppschild mache (siehe gleich), höre ich ein zischendes, pfeifendes Geräusch aus der Richtung unseres Hilux. Wenig verwunderlich, dass auf der Strecke der hintere linke Reifen kapituliert hat. Wir fahren also an den Rand um den Reifen zu wechseln und suchen gerade das ganze Werkzeug zusammen. Auf der Strecke auf der wir über Stunden kein Auto gesehen haben kommt just in dem Moment ein Pickup an und hält. Es sind 2 chilenische Minenarbeiter, die darauf bestehen uns zu helfen. Im Ergebnis wechseln sie schnell und gekonnt das Rad. Ein Trinkgeld müssen wir fast aufdrängen. Das ist echte Gastfreundschaft.
Wir wollten heute eigentlich bis zum Nationalpark Pan de Azúcar kommen. Nach der netten Episode an der Grenze und dem Reifen war daran nicht mehr zu denken. Es war also Wildcampen angesagt. Etwas westlich von dem Städtchen Diego de Almagro haben wir im felsigen Nichts eine lauschige Ecke gefunden. Am nächsten Morgen liegt das Tal in den Wolken. Langsam steigt der Nebel höher.
Wir fahren dann weiter in den N.P. Pan de Azúcar. http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpa ... z%C3%BAcar Zuerst kaufen wir noch in Chanaral ein. Der Nationalpark ist wunderschön am Meer gelegen. Es gibt Pelikane, Robben, Pinguine und in der Wüste Kakteen und Füchse. Mit einer chilenischen Familie zusammen chartern wir ein Fischerboot und fahren auf das Meer.
Danach wandern wir noch zu einem Aussichtspunkt hoch über dem Meer. Tolle Aussicht, Kakteen und Füchse sehen wir auch noch. … Abends campen wir direkt am Meer.
Ab jetzt geht es immer nach Süden. Unser Rückflug geht von Santiago. Einen Stopp machen wir in Bahia Inglesia. Ein touristisches aber schönes Örtchen am weißen Sandstrand.
Unsere nächste Station ist Punta Choros. Ein Ort wie am Ende der Welt. Das Meer ist sehr schön dort. Wir wandern an der Küste entlang und übernachten auf einem von einer Schweizerin betriebenen Campingplatz als einzige Gäste.
Von dort aus geht es dann 500 km in die wunderschön und bunt auf Hügeln am Meer gelegene Valparaiso. Einen Campingplatz finden wir nur – nach langem Suchen und mit Hilfe von Einheimischen – ca. 30 km südlich von Valparaiso auf einer Halbinsel im Wald. Es ist kein „normaler“ Campingplatz. Und wir sind die einzigen. Wir stehen im Wald. Der Blick auf das Meer ist überwältigend. Pferde laufen frei auf dem Gelände. Zum Duschen muss man einen Ofen mit Reisig anschüren.
Einen Tag haben wir dann in dem bunten und lebendigen Valparaiso verbracht. Eine tolle Stadt. Nur mit dem Hilux einen Parkplatz zu finden gestaltet sich in dem Großstadtverkehr schwierig. Alle Parkplätze sind Tiefgaragen mit max. 2,20m Einfahrhöhe. Tja … Es findet sich dann etwas illegales. Die Stadt ist voller Graffiti, was mir persönlich sehr gut gefällt. Deshalb ein paar mehr Fotos in dieser Richtung.
Am nächsten Tag fahren wir direkt zum Airport in Santiago wo wir unseren zuverlässigen Hilux abgeben. Ein tolles Auto, das alles mitmacht. Vielleicht gilt da irgendwann 3 … 2 … 1 … meins! … Ein wilder Verwandter war auch noch vor Ort.
Für uns war es eine fantastische Reise über gut 5.500 km. Die Landschaft ist extrem abwechslungsreich und beeindruckend; für mich mit das Schönste, was ich bei vielen Reisen überall in der Welt gesehen habe. Man kann die Reise gut allein organisieren und durchführen. Die Menschen sind überwiegend sehr freundlich und hilfsbereit. Grundkenntnisse in Spanisch helfen allerdings. Mit Englisch kommt man nicht sehr weit. Wenn es Fragen zu unserer Reise gibt beantworte ich diese gerne.
Beeindruckend! Wie seit ihr klar gekommem mit den für Europäer extremen Höhen? Ich beispielsweise schlafe immer sehr schlecht über 3000m, kann aber auch nur an der geringen Akklimatisationzeit liegen.
Ich habe es ja in dem Bericht geschrieben. Wir - besonders ich - sind mit der großen Höhe nicht gut zurecht gekommen. Kopfschmerzen, ständiger Harndrang (auch wegen dem hohen Flüssigkeitsbedarf), schlechter Schlaf. Manchmal ist man richtig benommen. Das minderte bei uns teilweise das Vergnügen etwas.
Hilux 2012, 2.5l Schalter, Ortec Minicamp, BP51, 31x10.5, OME, Rasta-Rockslider und Tankschutz, Asfir UFS Motor, ARB Towbar, BearLock, Solarpad und ein paar andere elektrische Spielereien, ARB Sperre vorne, ES Snorkel.
"Nur weil etwas Fakt ist, muss es noch lange nicht stimmen!" (Nadine)
ein sagenhafter reisebericht! da legt man gerne das buch oder den "gewohnten" bildband zur seite und taucht in traumhafte welten ein. vielen dank für den tollen bericht und die sensationelle bilddokumentation!