Hallo Jürgen,
kleiner Kommentar im Text, dann versuche ich was zur Dämpfung zu schreiben.
Explorer II hat geschrieben:Ich muss das jetzt mal etwas vereinfachen und für mich eindampfen.
Fahrzeuggewicht ermitteln, dabei VA- und HA-Last ermitteln
ja!Fahrwerkhöhe durch die Länge der Federn festlegen
Nicht ganz, die eventuell größere Fahrzeughöhe ist nur ein Nebenprodukt. Durch die größere Vorspannung nimmst Du eine Korrektur des Negativfederwegs vor, falls der Wagen trotz passender Feder etwas zu weit einsackt.Zu große Vorspannung würde dazu führen, daß der Wagen aus der Ruhelage nicht weit genug ausfedern kann, sowie daß die Antriebswellen zu stark abgewinkelt werden. Ob man die Vorspannung durch eine längere Feder gleicher Rate korrigiert, oder durch zusammen mit der Feder eingebaute Distanzscheiben, oder sofern bauartbedingt möglich durch Höherdrehen des unteren Federtellers, ist egal.Federung so auswählen, dass der Wagen gerade steht, die Federn ihn tragen, er aber nicht Bockhart ist.
Der Hilux N25 steht serienmäßig vorne 4cm tiefer als hinten, jeweils Rahmen gegen Grund gemessen. Mit meinem Alltagsleergewicht 2,45to und Fahrwerk jetzt vorne nur 2cm tiefer. Mit Reisebeladung und 2,6-2,65to steht er eben. Wenn er nach hinten sehr durchhängt, ist das suboptimal für´s Fahrverhalten.Das gilt für Spiralfedern ebenso wie für Blattfedern!
Ja! Wobei die Blattfedern schwerer zu beurteilen sind, weil sie weder eine lineare noch eine gleichmäßig progressive Kennlinie haben. Meist werden sie "hinten raus" deutlich weicher. Dazu kommt der Einfluß der Eigenreibung, den es so bei Schraubenfedern nicht gibt. Wie bereits geschrieben, unterscheiden sich die OME-Blattfederpakete deutlich in der Federrate, was eine entsprechende Dauerlast erfordert. Eine korrekt belastete OME-Feder entspricht immer einem Höhengewinn der Karosse von etwa 4cm. So stand nach Montage einer CS045R (heavy-duty) mein Lux hinten erstmal über 7cm höher, war aber gefährlich steif. Erst mit etwa 500-600kg Dauerzuladung kommt man dann in den Bereich 4cm. Und erst so arbeitet die Feder korrekt. Anmerkung: ich nehme immer Bezug auf die mir bekannten OME-Federn. Grundsätzlich ist das aber auch für KING oder TRAILMASTER usw., wenn denn der Hersteller auch seine Daten dazu bereitstellt.So, jetzt die Stoßdämpfer - wie ist der im Idealfall beschaffen, wo ist die Druckstufe entscheidend und wo die Zugstufe und wie muss das Zusammenspiel beider Federwege aussehen.
Bezug ist bei mir ein Reisefahrzeug - Gewicht fast gleichbleibend, nur der/die Tankinhalte variieren. Wenn ich das jetzt noch zuordnen kann, wird's interessant. Fahrgebiet: Zügige Anreise auf Straßen, viel Schotter, Unwegsame Feldwege und Pfade, Pistenfahrt (auch zügig).
Gruß,
Jürgen
Vorweg: ich bin in der Lage, die voll einstellbaren Fahrwerke meiner Enduros zufriedenstellend auf meinen Zweck, Fahrstil, Komfortbedürfnis und unterschiedliche Beladung einzustellen. Ohne jeden sportlichen Anspruch, also mit einer gewissen Kompromißbereitschaft und auch Faulheit. Ich will nicht immer wieder an den Rädchen drehen müssen. Ein Auto mit einstellbaren Dämpfern hatte ich noch nie in den Fingern. Es ist sicher genauso eine Wissenschaft, die sehr viel Erfahrung erfordert, wenn man sich das Fahrwerk nicht versauen will. Würde ich viel Geld für einen hochwertigen Dämpfersatz ausgeben wollen, würde ich es machen wollen wie Ozy: den Hersteller anhand meiner Daten die Dämpfer in der passenden Bestückung zusammenstellen lassen. Besser noch wie superXcruiser: sich hier an einen richtigen Fachmann wenden, der auch entsprechende Probefahrten machen kann.
Würde ich dagegen preiswerter fahren wollen und einen Satz einstellbarer Standarddämpfer kaufen, um ohne allzu große Ansprüche eine gewisse Anpassung an meine diversen, wechselnden Anforderungen machen zu können, dann würde ich auf folgendes achten:
- Der Dämpfer sollte zumindest in der Zugstufe einstellbar sein. Und zwar von außen.
- Besser: Druck- und Zugstufe, aber getrennt.
- Noch besser: zusätzliches, externes Ölreservoir - meist in Verbindung mit der verstellbaren Druckstufe.
- Die vorderen Dämpfer entsprechen in ihrer ausgefahrenen Länge immer ziemlich genau den Seriendämpfern, mehr gibt die Anordnung der Querlenker am Hilux nicht her. Das bedeutet: der Gesamtfederweg bleibt wie Serie. Deutlich längere Dämpfer würden einen tiefgreifenderen Umbau der Achse erfordern.
- Die hinteren Dämpfer sollten ausgefahren ein paar Zentimeter länger sein als Serie. Der Achsausfederanschlag wird hier ja durch die ausgefahrenen Dämpfer gegeben, und die Blattfedern haben hier noch etwas Spielraum. Z.B. sind die OME Sport und die ToughDog länger, die KONI HTR kürzer. Bei den FOX weiß ich es nicht. Eventuell die hintere Bremsleitung gegen eine Längere tauschen.
- Wichtig für Pistenbetrieb: nur Dämpfer mit hydraulischem Ausfederanschlag verbauen. Für den Einfederanschlag dagegen sind Gummis am Querlenker bzw. hinten am Rahmen zuständig.
So, jetzt sind die Dämpfer drin. Was nun?
- Druck- und Zugstufe auf Standardeinstellung - meist die Mitte des Einstellbereichs - setzen und fahren.
- Probesituation aussuchen, z.B. geringe Ladung, Feldweg mit Querwellen. Ziel ist: das Fahrwerk muß alle Unebenheiten schlucken, die Karosse muß weitestgehend ruhig bleiben.
- Erstmal nur auf den Vorderwagen achten: Vorderwagen kommt auf der erhabenen Bodenwelle zu stark hoch = Druckstufe zu hart. Vorderwagen nimmt die Erhebung gut, fällt aber dahinter runter = Zugstufe zu hart. Vorderachse schlägt auf der Erhebung durch = Druckstufe zu weich. Vorderwagen nimmt die Erhebung gut, wippt danach aber 4-5x sichtbar nach = Zugstufe zu weich.
Wichtig wenn man wie ich wenig Erfahrung hat:
- Erst die Vorderachse betrachten, dann die Hinterachse.
- Immer nur um eine Stufe verstellen, dann fahren.
- Alle Änderungen notieren.
- Erst ein relativ leichtes Setup austüfteln - z.B. das Alltags-Setup/wenig Ladung/Straße bis Feldweg.
- Davon ausgehend dann die Setups für andere Einsätze entwickeln.
- Sich vor Augen halten, daß ein Setup immer nur für eins paßt, nicht für alles. Aber man kann Kompromisse machen. Eine nicht ganz so sportlich straffe Straßenabstimmung paßt auch noch auf einem leichten, schnellen Feldweg. Eine sehr weiche Geländeabstimmung paßt auch noch auf nicht allzu schnell gefahrenen Pisten. Bei meinen Enduros komme ich mit drei Settings gut klar, über alle Einsatzprofile hinweg. Das Straßensetting habe ich gerne etwas weicher, das paßt noch für schnelles Offroad und im Sand bringt die spürbare Druckstufe eine gute Vorderradführung. Das Pistensetting ist bei mir weich-komfortabel, ich fahre nicht allzu schnell.
Vielleicht gibt das jetzt mal ein paar erste Anhaltspunkte. Bin gespannt auf Tipps und Erfahrungen von Hiluxern und anderen, die entsprechende Dämpfer verbaut haben.
Hakim