Ich hatte gestern auch eine Probefahrt, mit Automatik und bin immer noch am überlegen, wo die 150 Pferdchen waren. Mit 400NM bei frühen 1600 Umdrehungen hab ich mir mehr erwartet, einiges mehr sogar.
Ich beschränke mich auf das Wesentliche, denn die Ausstattung ist ja bekannt und wurde schon erwähnt.
Beim Kaltstart von immerhin +12° Außentemperatur fand ich ihn ziemlich laut. Sollten die neuen GD-Motoren nicht leiser sein? Bei gemächlicher Beschleunigung (Motor ist ja noch kalt) schaltet die Automatik durchaus früh hoch bei ca 2000. Bei normaler Beschleunigung dagegen, d.h. wenn man keine Behinderung sein will, oder auch bei leichten Steigungen zeigt sich der wilde Wandler von Toyota, sucht nach einiger Verzögerung einen der unteren Gänge – mitunter auch zu weit unten- und hält diese Gangstufe dann meist bei 2500 bis 3000 Umdrehungen ...............….leider viiiiel zu lange. So dauert es, bis sich die AT doch mal entschließt wieder hochzuschalten. In einer leichten Steigung kam es auch vor, dass er gar nicht mehr hochschalten wollte (kenn das auch von meinem LC), wohlbemerkt bei ca 3000 Umdrehungen und ca 100km/h. Da half kein Fuss vom Gas, egal wie lange man den Fuss zurücknimmt, er wollte einfach nicht hochschalten.
Das große Drehmoment bei schon 1600 Umdrehungen wird nicht genutzt , unnötige Zeit und Sprit vertan. Auf der Nullabar in Australien fährt er sich bestimmt entspannt bei 100km/ und 1800 Drehzahl. Ist die Strecke kurvig und hügelig fühlt sich das häufige Schalten und hochjaulen angestrengt an. Da benimmt sich der Hilux genauso wie der 2,8er Land Cruiser. Übrigends fand ich die AT beim 3.0er Hilux besser und der 3l Motor hat merklich mehr Biss, ist aber schon ein Weilchen her, vielleicht irre ich mich.
Vermutlich macht Toyota die AT-Steuerung bewusst so hektisch, damit Injektoren und Abgasstrang bei höheren Drehzahlen nicht so leicht verkoken.
Nebenbei, die AT hat beim 2,4 L auch eine andere Übersetzung als beim 2,8 L.
Der 2,8 im Land Cruiser dreht bei 100 km/h nur 1500 – Hilux = 1800.
Das straffe Fahrwerk gefiel mir in den Kurven. Flotte Kurven machen spaß und man fühlt sich sicher. Die Bremsen fand ich recht gut.
Als Lastenesel ist der Motor zu klein. Klar kommt man auch mit wenig PS ans Ziel. Aber zügiges überholen mit Ladung oder gar mit Hänger kann man dann vergessen. Das wird für den kleinen Motor eine Plagerei auf Kosten der Lebenszeit.
Wenn schon Hilux, dann wird der Schalter vermutlich die bessere Wahl sein. Und warum zur Probefahrt nicht einen Hänger oder Wohnwagen mitnehmen. Dann weiß man sofort, ob der Weltmotor einen leichten Wohnwagen packt.
Zur Ausstattung noch ein paar Worte. Es gibt 2x 12V Anschlüsse, 1x 220V in der Mittelarmkonsole und leider nur 1 USB – zu wenig in der heutigen Zeit. Toyota geizt da wieder mal mit Cent-Beträgen. In einfacheren Modellen vermutlich noch weniger Anschlüsse.
Was noch keiner erwähnt hat. In beiden Außenspiegeln spiegelt sich die Chromleiste vom Armaturenbrett, egal wie das Auto steht, find ich nicht so doll.
Mein Fazit: das Auto kommt 15 Jahre zu spät auf den Markt und ist in Punkto Leistung ein Rückschritt zum 3.0 l.

