bei uns stand vor einiger Zeit der Umbau zum Dreisitzer in unserem HZJ78 an.
Da ich damals so gut wie keine Information zu dem Thema gefunden habe (zumindest keine bezahlbaren Lösungen), möchte ich euch meine Erfahrung nicht vorenthalten.
Vielleicht kann der eine oder andere damit etwas anfangen
Dinge die mir sehr wichtig waren:
- - Segen vom TÜV
- Sitz sollte komplett nach vorne umklappbar sein (wird ein Teil der unteren Liegefläche)
- Wenn möglich mit abändern des vorhandenen Ausbaus realisierbar
- Wenn’s geht mit kleinen Budget
Am Ende war es Gerd, ebenfalls ein 78er Fahrer und auch ein Mitglied dieses Forums, der mir die Lösung brachte.
Er hatte für seine Tochter damals einen Sitz aus dem VW T5 installiert, welcher sich jahrelang bewährte aber nun ausgedient hatte. Der Sitz wechselte also für ein paar Taler den Besitzer
Vorteile des Sitzes:
- - Integrierter Sicherheitsgurt
- Integrierte Sitzerhöhung für Kleinkinder
- Lehne ist komplett nach vorne umklappbar
Nachteil des Sitzes:
- - Das Gewicht beträgt ca. 30 Kilo ohne Konsole.
Nach dem genauen ausmessen des Autos und des Sitzes stellte ich fest, dass er nach Abnehmen der Armlehnen mit dem Abstand von jeweils ca. 10-15 mm zwischen Kühlbox und Aussenverkleidung perfekt passt.
Eine Verankerung im Fahrzeugboden war an der Stelle auch gut möglich! Ein bisschen Glück gehört halt auch dazu

Also ging es los. Als erstes musste der Ausbau wieder raus.
Um mir sicher zu sein, dass der TÜV-Prüfer mitspielt, habe ich erst einmal ein Modell der geplanten Konsole aus Holz gebaut und ihn mit meinen Plänen besucht. Der Prüfer fand die Idee gut und bei richtiger Umsetzung stehe einer Eintragung in die Papiere nichts im Wege. Super
Wichtiger Hinweis am Rande: besprecht solche Umbauten zuvor immer mit eurem Prüfer!

Dann habe ich die Konsole in Auftrag gegeben.
2.5 mm VA Blech, lasergeschnittenen, gebogen und anschließend verschweißt.
Die ausgesparte Ecke am Ende der Konsole, diente dazu den Sitz einige cm weiter nach hinten zu setzen, um mehr Beinfreiheit zu erhalten (Radkasten ist da etwas im Weg).


Danach habe ich aus der Bodenplatte den Ausschnitt für die Konsole gesägt und sie anschließend wieder montiert.

Der Sitz wird mit vier Schrauben M12x1.25 10.9 an den original Befestigungspunkten mit der Konsole verschraubt. Volkswagen nimmt nach meiner Information M10, aber wenn schon 12er Löcher drin sind ...

Die Konsole wird später mit sechs Schrauben M10x1 10.9 und genau so vielen Distanzstücken mit der Karosserie verbunden. Als Gegenstücke unter der Karosserie dienen stabile U-Profile, dass sich bei einem eventuellen Unfall die Schrauben nicht einfach durchs Blech ziehen.

Die Dimensionierung der Schrauben ist etwas überzogen, aber ich wollte einfach sicher sein, dass der TÜV-Prüfer keine Sekunde am Umbau zweifelt.
So, der Sitz ist drin.


Noch eine Klappe an den kleinen Ausschnitt vorn in der Konsole und schon hat man einen kleinen Safe

Der Gang zum TÜV war ebenfalls erfolgreich.
„Zusätzlicher Sitz im Wohnbereich“ steht jetzt in den Papieren
Jetzt ging es noch dem alten Möbel an den Kragen. Vorne und hinten etwas kürzen, ein paar mm nach hinten verschieben und schon kann man es wieder einbauen. Gleichzeitig verabschieden wir uns von bestimmt 25% des gesamten Stauraums. In Zukunft werden wir wohl nicht darum herum kommen, die eine oder andere Reisetasche hinten rein zu werfen.
Zum Schluss noch Alu-Winkel an die Möbel geschraubt und schon dient eine Platte aus Multiplex dazu den unteren Schlafplatz (100 x 200 cm) zumindest für mich perfekt zu machen ...


Sitz- und Liegepolster muss ich noch anfertigen.
Ein ausgiebiger Test steht leider noch aus.
Vielen Dank, liebe Pandemie!
Liebe Grüße, Rafael



