@Peter -
(man wat´n Mist! Habe meinen ganzen langen Text an Dich durch DSL-Leitungsabbruch verloren grrrrr)
Ich will auf Deine Fragen noch einmal in komprimierter Form eingehen, zunächst aber folgendes:
Auf Grund meiner Erfahrungen als Kfz-Mechaniker bleibe ich dabei, daß Deine Schalen auswechselwürdig waren.Punkt aus.
Das ist keine diskutierbare Frage. Es ist "Reparaturgesetz", Schalen, die so aussehen wie Deine, zu erneuern.
Ausnahmen:
Ich kann die Schalen wieder einbauen, wenn ich einen nagelneuen Motor habe, den ich bei max. 1000 Km. Laufleistung wegen eines anderen Fehlers zerlege und dabei an die Schalen komme. Dann sehe ich mir die Schalen an und wenn gut, dann gut, also wieder rein.
Oder wenn Du jetzt z.B. merkst, daß die Ölwanne leck ist und Du sowieso wieder an die Schalen kämst. Angucken - wenn gut, wieder rein (sind ja sowieso von Dir gerade erneuert worden).
Wenn die Schalen so aussehen, wie auf den Bildern, haben sie deutlich erkennbare Anzeichen von bereits begonnenem Verschleiß. Sie haben jede Menge "Anlaufschlieren", was an der matt und dumpf scheinenden Oberfläche an verschiedenen Stellen deutlich erkennbar ist, sowie Ansätze von Riefenbildung.
Bei "normaler" Fahrweise auf Deutschlands Straßen wärst Du möglicherweise noch dieses Jahr ohne Schaden davon gekommen, länger aber nicht.
Es stellt sich auch nicht die Frage, ob obere oder untere Schalen. Das ist quatsch. Die Schalen "drücken" auch nicht gegen die
Kompression des Motors. Wenn dem so wäre, hättest Du eine der ersten Dampfmaschinen, die auch nicht lange hielten, damals.
Der Motor ist ein Selbstzünder, der seine Bewegung durch die Selbstentzündung und Verbrennung des Kraftstoffes erhält.
Die Schalen sind passive Komponenten, die nur die Kraft des Motors auffangen, umleiten, aber nicht abgeben oder eine eigene Kraft entwickeln.
Die Schalen werden heutzutage in den meisten Hochleistungsmotoren ohne Ölnut konstruiert. Daher arbeiten sie nahezu spielfrei.
Früher wurden die Schalen mit einer mittig laufenden Ölnut versehen, damit die Ölschmierung überall hin gelangt.
Dabei war ein gewisser Verschleiß an den Schalen nicht immer gleich ein Alarmzeichen, weil bei genügend Motoröl auch genügend Schmierung überall ankam. Nur die Geräusche wurden deutlich lauter, bei verschlissenen Pleuellagerschalen.
Heutzutage soll der normale SchleuderÖLanteil des Motoröls ausreichen, die Pleuel zu schmieren. Andere Materialien erlauben eine "spielfreie" Fertigung.
Obwohl die Geräusche verschlissener Schalen heute auch unüberhörbar sind, ist es bei den neueren Motoren, wenn Du das Geräusch wahrnimmst, fast schon zu spät. Die Schalen müssen dann umgehend ausgewechselt werden.
Zu den Fragen:
Ja - Du kannst beinahe wirklich sorglos weiterfahren, aber -
wenn schon, denn schon, also keine halben Sachen.
Wie gehabt, die Ölpumpe könnte auch einen Teil des erforderlichen Öldrucks schlucken, weil die Antriebseinheit nicht mehr genügend Druck aufbaut.
Dann noch der Öldruckschalter, der m.E. nicht ganz so fehleranfällig ist.
Was ist mit der Kompression? Ist der K-Druck im Toleranzbereich?
Wenn nicht – ist eine gesamte Motorabdichtung mit allen Packungen eine gute Idee. Kolbenringe usw. Pleuellager hast Du ja schon.
Exorbitanter Ölverbrauch liegt bei >1,5 Ltr./1000Km.
Bis 1,5 Ltr./1000Km wird heute als normal eingestuft und 1,0 Ltr./1000km ist absolut unbedenklich.
Meine Erfahrungen mit meinen LCs seit 1984 (HJ60, LJ73, HDJ61, HDJ80, HDJ100) haben mir gezeigt, dass der Verbrauch nie über 0,5 Ltr. Lag. Nur bei einer Türkeireise von 6 Wochen mit Bootsanhänger und Tauchausrüstung, Dachzelt habe ich knapp über 1 Ltr. Verbraucht, ohne dass sich ein Schaden eingestellt hätte. Aber eine meiner Batterien hat sich verabschiedet, weil ich nicht so schnell Desti nachfüllen konnte, wie es verdunstete.
Wenn aber Dein Ölverbrauch bei 0,5 Ltr./1000 km liegt, dann sind es nicht (nur) die Kolbenringe, die den Öldruck nicht hochbringen. Ich denke dann eher an die Ölpumpe.
Wenn er beim Beschleunigen (stark) qualmt, musst Du auf die Farbe des Qualms achten.
Weiß ist Wasser ==> kaputte Kopfdichtung, schweres Anspringen, Überhitzung im Fahrbetrieb.
Grau ist Motoröl==> verschlissene K-Ringe, Ölgeruch
Schwarz ist E-Pumpe, bzw. E-Düsen/Elemente, Heckseite Rußgeschwärzt
Das hört sich bei Dir aber eher nach den Düsen an. Das wäre normal. Die müssen sicher auch mal gemessen und/oder gereinigt und eingestellt werden. Vielleicht ist ein neuer Satz Düsen billiger?
Spritzverstellung an der E-Pumpe (Unterdruck) mal mitmessen lassen, bei der Gelegenheit. Sollte aber nichts damit sein, wenn Du keinen Leistungsabfall bemerkt hast.
Mit dem Ölkühler habe ich bei einem LC noch n i e etwas zu tun gehabt. Der funktioniert entweder, oder nicht. Wenn nicht, merkst Du es sehr schnell. Dann musst Du schnell anhalten und den Motor ausschalten, sonst ist der hinüber.
Nochmal angemerkt.
Wenn Du alles hier von mir beschriebbene erledigt hast, ist 100% der Öldruck höher. Aber es kann trotzdem sein, daß
DUnicht zufrieden damit bist. Mach´ Dir nix draus. Wie an dieser Stelle schon erwähnt, bei Landcruisern bewegt sich da sowieso nicht s o viel...
Zu EURO III:
Nein, leider nicht.
Habe ich gerade gestern nachgesehen. Unsere fallen nicht da hinein.
Leider ist das auch die Falschinformation, die von dem Verein Proallrad.com verbreitet wird. Bei meinem ist lt. Der CoC-Bescheinigung von Toyota eine Einstufung in den M1-Typ eingetragen. Somit bleibt nur der Weg über LKW-Zulassung o.ä. , hinsichtlich möglicher Steuergünstiger Einstufung.
Proallrad verbreitet die falsche Ansicht, dass Fahrzeuge wie Deiner oder meiner zum Typ AF gehören und somit gewichtsbesteuert sein müssen. Falsch. Man kann sich also die Sache mit dem LKW überlegen oder auf die gerade in Arbeit befindliche Gesetzesänderung warten, was mit unseren Autos wird.
Ich habe schon mal gegen den Kfz-Steuerbescheid mit Erfolg Einspruch erhoben. Abwarten...
So, jetzt muß ich mal Pause machen – 2x das Gleiche geschrieben...
Gruß –Mike-

Lieber reich und gesund, als arm und krank...