Genau - der Rahmen bricht üblicherweise nicht durch harte, kurze und unterschiedliche Einschläge, sondern durch die ständige Schwingung und leichte Biegung an genau einer Stelle bzw. in einem engen Bereich.
Die Amplitude spielt nur dadurch eine Rolle, über welche Rahmenlänge sie ausgeglichen werden muss.
Dafür ursächlich sind meist die folgenden Auslöser:
- Viel Hecküberhang und damit Lastwechsel in der Mitte des Autos zwischen "nur Druck nach unten" und "Zug nach oben"
- Stabile Kabinenböden der Absetzkabinen, vorne und hinten zum Rahmen abgespannt/geschraubt. Damit ändert sich der Bereich in dem der Rahmen "arbeitet". Es passiert bei Verwindung nicht mehr über die ganze Länge sondern nur noch genau vor der Pritsche. Hier erhöht sich dann das Verhältnis zwischen Amplitude zu Rahmenlänge in der sie ausgeglichen werden muss enorm ungünstig.
Wenn vorher 5cm Verwindung auf der Rahmenlänge zwischen Fahrerhaus und Ende des Autos (also mehr als 1m) ausgeglichen wurden, werden sie nun auf 10cm Rahmenlänge ausgeglichen.
- Ungünstiges Schwingungsverhalten, das durch die Kabinenform, Gewicht, Schwerpunkt dazu führt das der Rahmen auf den 10cm hinter dem Fahrerhaus immer in gleichförmiger Bewegung ist. Hier bildet sich eine Art "Resonanzschwingung" im Rahmen
Voila - fertig ist der absehbare Schwingungsbruch am Rahmen.
Das ist auch keine Frage ob es passiert - sondern eigentlich nur wann. Schäden treten durch sowas recht schnell auf, auch wenn man sie noch nicht sieht: Der Rahmen wird weicher.
Dadurch verstärkt sich das Schwingen, und so beginnt der Teufelskreis, bis die Fuhre irgendwann nen Kipparsch hat.
Wie reduziert man solche Effekte?
- Kabine so leicht wie möglich und Schwerpunkt vor der Hinterachse halten.
- so kurzer Alkoven wie möglich
- Gewicht in der Kabine ganz nach unten und alles schwere kurz vor die Hinterachse
- Kabine NICHT direkt hart gegen den Rahmen abspannen, sondern gegen die Pritsche, die dazu aber oft verstärkt werden muss. Oder eben vernünftiger Zwischenrahmen z.B. mit 3 Punkt Lagerung.
- Fahrwerk nicht zu hart oder zu weich, sondern abgestimmt auf das Gesamtkonstrukt, um Fahrwerksinduzierte Schwingungen zu vermeiden.
- Beim fahren schauen wo der ungünstige Schwingungsbereich ist. Das ist meist nicht Offroad sondern auf Landstraßen/Autobahnen wo die ganze Fuhre in der Mitte "atmet", das sieht man zwischen Fahrerhaus und Kabine durch rythmische Abstandsveränderung an der Oberkante z.B. wenn der Beifahrer da mal hingreift oder aus dem Fenster schaut. Notieren bei welchen Geschwindigkeiten es auftritt und diese Geschwindigkeitsbereiche meiden, also entweder schneller oder langsamer fahren. Wenn Beladung, Reifen oder sonstwas sich ändert, neu ermitteln.
Abstützen am Fahrerhaus hilft übrigens nicht wirklich dauerhaft, sondern verlagert die Schäden nur an eine andere Stelle.
Und warum passiert sowas in Afrika und Co. wo die Kisten massiv überladen werden nicht wirklich oft?
Weil die Ladung sich immer ändert, selten so fest ist das sie den Rahmen aussteift, und oft so langsam gefahren wird das es nicht zum Aufschwingen kommt bzw. durch die Straßénverhältnisse eher wenig gleichförmige Schwingung auftritt.
Viele Grüße
Broesel