Von Houston aus erreicht man die "große Biegung" an der mexikanischen Grenze in ungefähr 10-12 Autostunden, entweder über die gut ausgebaute I-10 oder über die landschaftlich schöne Route entlang der U.S. 90, die allerdings mehr Zeit in Anspruch nimmt. Ein guter Kompromiss ist der Wechsel von I-10 auf U.S. 90 in San Antonio.
Black Gap ist eine Wildlife Managemant Area, in der regelmäßig Jagden veranstaltet werden. Hier kann man sich vor Anreise informieren, ob die WMA für Nichtjäger geöffnet ist: http://www.tpwd.state.tx.us/huntwild/hu ... list/?id=2
Auch als Nichtjäger benötigt man eine Zutrittserlaubnis, die man sich in allen größeren Orten bei Acadamy Sports Authority oder Bass Pro Shops besorgen kann. Diese nennt sich "Limited Public Use Permit" und kann für 12 USD erworben werden. Das tragen einer orangen Warnweste ist Pflicht!!!
Übernachtungen sind hier nur auf ausgwiesenen, primitiven Campingplätzen möglich, die teilweise über eine kleine überdachte Bank verfügen:

Es gibt viele Wandermöglichkeiten, jedoch keine Wanderwege oder Markierungen. Das Gelände ist allerdings recht übersichtlich.
Die Black Gap WMA bietet einigen Wüsten-Dickhornschafen, sowie Berglöwen und Schwarzbären als Lebensraum. Im Rio Grande kann man, sofern die Lizenz erworben wurde, angeln und auch baden. Von letzterem wird teilweise wegen der schlechten Wasserqualität abgeraten, jedoch gibt es auch geführte Kayak- und Rafting-Touren. Verzichten sollte man auf einen illegalen Grenzübertritt, der in jedem Fall mit 5.000 USD und eventuell dem unfreiwilligen Ende der Reise bestraft wird.


Unbedingt zu empfehlen ist ein geländetauglicher Wagen. Mit allem anderen wird es nicht nur sehr kompliziert, die ausgewaschenen, meist trockenen Flussläufe zu überqueren, sondern je nach Jahreszeit auch gefährlich! Im Black Gap WMA verbrachte ich 3 Tage und habe sage und schreibe genau 1 anderes Auto gesehen. Und das auch nur auf Entfernung.
Desweiteren müssen alle Lebensmittel mitgebracht werden. In einem Umkreis von gut 50 km gibt es nichts. Gar nichts! Die nächsten Tankstellen sind in den Headquarters des Big Bend NP oder in Marathon.
Auch die Anmelde-/Abmeldepraxis zeigt die Abgeschiedenheit. Hier erwartet einen kein Ranger oder Angestellter, sondern eine Liste in einer Hütte, in der man die Nummer seiner Permit und das Ankunftsdatum einträgt. Vorsichtige können noch den Camp-Platz hinterlassen, aber ein Muss ist das nicht.
Bei Abreise muss man sich auch wieder austragen!
Ganz anders ist da der Nationalpark.
Von primitiven Campingplätzen, die nur einen bärensicheren Stahlkasten bieten, bis hin zu RV Hook-ups und Luxus-Hütten im Chisos-Bassin wird alles angeboten. Allerdings ist hier Reservierung Pflicht. Auch die primitiven Campingplätze müssen bei der Parkverwaltung gebucht werden. In den Hauptreisezeiten (Weihnachten, Neujahr, Spring-Break) ist eine Buchung bis zu einen halben Jahr voraus nötig!

Das Wetter um Weihnachten herum war nicht schlecht. Tagsüber kletterten die Temperaturen auf ca. 20 - 25 Grad, nachts war es im Auto allerdings recht frisch. An einem Morgen war sogar Scheiben kratzen angesagt. Zwei Nächte lang wurde ich vom Wind wachgehalten, der das ganze Auto bewegt hat und einmal hat es geregnet. Alles in allem also vertretbar
Big Bend bietet auch einige tolle Offroad-Strecken, bei Gelegenheit stelle ich hier die Videos mal ein. Ein Reifenreparatur-Set ist empfehlenswert. Es gibt aber auch Werkstätten ausserhalb des Parks (Terlingua). Ein Must-See sind auf jeden Fall die heiße Quelle im Park. Anfang des 20 Jh. hat der dortige Farmer diese Quelle für seine Familie in einem kleinen Becken aufgefangen, welches auch heute noch steht. Dieses Becken ragt in den Rio Grande hinein und das heiße Wasser läuft über den Beckenrand direkt in den Fluss. Gerade in der Nacht ist es hier traumhaft schön (Stenernhimmel!) Der Rio Grande ist hier so seicht, dass viele Mexikaner hier illeagal die Grenze überqueren um handgefertigte Dinge zu verkaufen. Durch den Kauf von diesen kann man sich unter Umständen allerdings strafbar machen. Unbedingt vorher die aktuellen Bestimmungen erfragen! Die Sicherheit ist wohl kein Problem, da der Nationalpark und auch Black Gap WMA verstärkt von Grenzpolizisten kontrolliert werden und Schmuggler hier einer höheren Gefahr ausgesetzt sind.
Gerne beantworte ich weitere Fragen und gebe Anregungen. Bis dahin aber viel Spass beim Bilder gucken
Gruß
Sven



























