Es bleibt einem also nur noch die Wüste. Obwohl sich Ksar Ghilane auch sehr in Richtung Tourismus entwickelt hat. Aber diese Entwicklung ist ja evtl. auch gut für die Bevölkerung und hebt deren Lebensstandard.
Wir waren mit 4 Fahrzeugen unterwegs, 300GE, Discovery, KDJ95 und T4 Syncro 2,4ltr Sauger mit Turbo nachgerüstet und aufgedreht. Da wir nicht wussten, was der Syncro kann, sind wir erstmal zum Tembaine und waren überrascht, was das Ding (im Zusammenhang mit dem Wahnsinn des Fahrers) kann. Meine Idee war einen Führer zu besorgen, der uns eine einfache Route zum See zeigt, aber das Adrenalin hat das nicht zugelassen und wir haben direkt die steile Nordroute zum See genommen und sind auch bis 7km Luftlinie herangekommen, haben dann aber umgedreht, da es doch etwas zu hart war. Der Syncro bekommt jetzt noch ein paar Sperren und dann gehen wir das mal wieder an. Wir haben dann noch einen halben Tag in den kleinen Dünen nördlich vom Tembaine rumgespielt und sind dann Richtung Ksar Ghilane. Dort hat sich auf der Piste eine Heckfeder des T4 verabschiedet, was uns dann über die Pipelinepiste(Strasse) nach Douz getrieben hat. Auf dem Weg ins Camping Cinderella sahen wir einen T4 im Dattelwald stehen. Nach dem Bezug des Campings sind wir dann hin und durften uns für 100 Dinar die Federn eines ausgeschlateten Syncros ausbauen. Danach sind wir wieder Richtung Ksar Ghilane und haben Silvester in den Dünen gefeiert. Von dort gings nochmal nach Matmata, was jetzt nicht so spektakulär ist und dann durchs Chott El Djerid, Starwars Kulissen, Rommelpiste Richtung Norden. Bei Kerker standen wir an dem See, mitten in der Pampa, was auch sehr angenehm war.
In Tunis wollten wir dann zu einem Camping, der zwar auf Google Maps existierte, aber in Wirklichkeit leider nicht. Das scheint da immer mal zu sein, diesen habe ich auch aus Google gelöscht. Wir sind dann halt ins Hotel, da ich am anderen Morgen einen Termin auf der Botschaft hatte.
Ein Termin auf der Botschaft? Ja! Auf der Hinfahrt ist mir mein Reisepass inkl. Fahrzeugschein im Sturm weggeflogen. Nach einigem Suchen wurde nichts gefunden und irgendwann bat mit der Offizier das Schiff zu verlassen. Ich habe dann vor dem Zoll geparkt und das ganze Fahrzeug durchsucht und auch nichts gefunden. Ein freundlicher GNV Mitarbeiter hat mich gefragt was ich da mache und ich habe ihm gesagt, dass mein Pass und Fahrzeugpapiere weg sind. Für ihn kein Problem, wenn du mir ein großes Geschenk machst, organisiere ich deine Einreise. Naja, kurzes Chaos und 200€ später, bin ich mit Personalausweis und einem Zettelchen, auf dem die Einreisestempel waren, durch den Zoll. Ein Bild meines Fahrzeugscheins und der Pass von meinem Kumpel haben ausgereicht. Unterdessen habe ich über Whatsapp mit dem Nordienst der Botschaft in Verbindung gestanden und alles Weitere geregelt. Aber da ja Weihnachten war, ging kein Pass zu beantragen. Wir sind dann erstmal Richtung Douz gestartet. Unterwegs habe ich dann einen Botschaftstermin ausgemacht. Ich musste noch Passbilder und eine polizeiliche Verlustmeldung organisieren. Passbilder gehen einfach, diese Verlustmeldung war total die Passierschein A38 Nummer. Bei der Polizei in Hammamet war erstmal keiner, bei der Frage ob die Polizei hier nichts schafft, hat der ältere Herr im Wartezimmer sehr pikiert geantwortet, dass hier schon geschafft wird, die Polizisten aber gerade im Café wären. Aber in 5 Min sind die wieder da. Dann gings von Büro zu Büro, aber keiner wollte was von mir wissen. Der Polizeichef hatte schlieslich Erbarmen und nahm sich unsereiner an. Aber er konnte nur eine Verlustmeldung machen, wenn es in Hammamet passiert wäre. Wir haben ihm dann auf Google Maps irgendeinen Punkt in Hammamet gezeigt und damit war er scheinbar zufrieden. Ein Telefonat später mussten wir uns in einem Passbüro einen Zettel abholen und mit diesem zum Finanzministeriumswasauchimmer laufen und 5 Dinar bezahlen. Mit der Quittung gings zurück zur Polizei, da bekam ich dann die Verlustmeldung, diese wurde dann in einem anderen Büro unterschrieben. Nach einer Stunde hin und her hatte ich das Ding dann! Bei der Botschaft bekam ich dann auch von sehr netten Angestellten meinen Ersatzpass.
Da es etwas stürmisch war auf dem Mittelmeer, sind wir auch wieder mit dem Schiff, mit dem wir gekommen sind, zurück gefahren, was eigentlich nicht der Plan war. Unsere Zimmerkarte ging nicht und ich musste nochmal an die Rezeption. Da schaute mich die eine Dame an und sagte zu ihrem Kollegen: Das ist doch der mit dem Reisepass! Und eine Minute später hatte ich meinen Pass wieder
Kurzum: mehr Glück als Verstand, aber schee wars!




