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Konservierung J15 - was genau machen?

Verfasst: 11. Februar 2026 21:23
von Stefan L.
Hallo,
diesen Sommer möchte ich in eine Unterboden Konservierung meines 2023er J15 investieren.
Folgende wichtige Infos vorab:
- ich kann mangels Zeit und Bühne nichts selbst machen
- der Wagen ist sauber (kein Sand/Schlamm)
- der Wagen ist bisher noch praktisch rostfrei, ich sehe erste minimale Spuren an Fahrwerksteilen wie den unteren Querlenkern, der Rahmen hat nichts
- ich möchte erreichen, dass der Wagen weitgehend rostfrei bleibt bzw. in den nächsten 10-15 Jahren keine tüv relevanten Rostschäden auftreten. Das Auto wird nicht regelmäßig in Gegenden mit viel Streusalz bewegt.

Angebot einer Berliner Fachfirma mit hervorragender Reputation ist dreistufig: (alle Preise brutto)
Reiner Unterboden/Rahmen Schutz Mike Sanders 1.400,-
Zusätzlich Hohlräume in Haube, Türen, Hecktür, ABC Säule dann gesamt 1.650,-
Zusätzlich Unterboden flächig mit Seilbahn Fett gesamt 1.900,-

Was würdet ihr machen lassen und warum? Sind zB die Hohlräume beim J15 ein Thema, oder ist da wenig Ärger zu erwarten? Der Wagen wird regelmäßig gepflegt inklusive aller Einstiege und Türkanten. Habe da auch schon von Problemen mit den Wasser Abläufen gehört wenn da zuviel reingejaucht wird.
Was bringt Seilbahnfett außer Dreck sammeln?
Ist Mike Sanders allein für Rahmen und Traversen nicht ausreichend?

Momentan tendiere ich zum Basis Paket für 1.400… lasse mich aber gern eines besseren belehren.

Die Firma hat schon mehrfach J15 gemacht. Schwerpunkt dort Oldtimer, Youngtimer, Geländewagen.

Danke für eure Ratschläge,

Grüße, Stefan

Re: Konservierung J15 - was genau machen?

Verfasst: 12. Februar 2026 10:22
von Maferi
Stefan L. hat geschrieben: 11. Februar 2026 21:23
Hallo,
diesen Sommer möchte ich in eine Unterboden Konservierung meines 2023er J15 investieren.
Folgende wichtige Infos vorab:
- ich kann mangels Zeit und Bühne nichts selbst machen
- der Wagen ist sauber (kein Sand/Schlamm)
- der Wagen ist bisher noch praktisch rostfrei, ich sehe erste minimale Spuren an Fahrwerksteilen wie den unteren Querlenkern, der Rahmen hat nichts
- ich möchte erreichen, dass der Wagen weitgehend rostfrei bleibt bzw. in den nächsten 10-15 Jahren keine tüv relevanten Rostschäden auftreten. Das Auto wird nicht regelmäßig in Gegenden mit viel Streusalz bewegt.

Angebot einer Berliner Fachfirma mit hervorragender Reputation ist dreistufig: (alle Preise brutto)
Reiner Unterboden/Rahmen Schutz Mike Sanders 1.400,-
Zusätzlich Hohlräume in Haube, Türen, Hecktür, ABC Säule dann gesamt 1.650,-
Zusätzlich Unterboden flächig mit Seilbahn Fett gesamt 1.900,-

Was würdet ihr machen lassen und warum? Sind zB die Hohlräume beim J15 ein Thema, oder ist da wenig Ärger zu erwarten? Der Wagen wird regelmäßig gepflegt inklusive aller Einstiege und Türkanten. Habe da auch schon von Problemen mit den Wasser Abläufen gehört wenn da zuviel reingejaucht wird.
Was bringt Seilbahnfett außer Dreck sammeln?
Ist Mike Sanders allein für Rahmen und Traversen nicht ausreichend?

Momentan tendiere ich zum Basis Paket für 1.400… lasse mich aber gern eines besseren belehren.

Die Firma hat schon mehrfach J15 gemacht. Schwerpunkt dort Oldtimer, Youngtimer, Geländewagen.

Danke für eure Ratschläge,

Grüße, Stefan
Servus Stefan,

ich würde sowohl alle Hohlräume, als auch den gesamten Unterboden konservieren lassen. Vor allem wenn er noch sauber ist und du planst den Wagen lange selber zu fahren. Ich habe dies bei meinem J15 selber mit Dinitrol und K-Line (transparent) gemacht und kann eine Konservierung auf Wachsbasis wirklich empfehlen. Ich persönlich würde von Fetten jeglicher Art zur Konservierung abraten. Habe es bei einem bekannten gesehen. Eine ziemliche Sauerei im Sommer. Auch Wachs tropft etwas nach am Anfang ist dann aber sehr stabil. Auf Elastizität achten. Ich habe mir Inspiration bei Gerhard Holzknecht auf Youtube geholt.

VG

Re: Konservierung J15 - was genau machen?

Verfasst: 12. Februar 2026 10:32
von J9 Andy
Maferi hat geschrieben: 12. Februar 2026 10:22
Ich persönlich würde von Fetten jeglicher Art zur Konservierung abraten. Habe es bei einem bekannten gesehen. Eine ziemliche Sauerei im Sommer. Auch Wachs tropft etwas nach am Anfang ist dann aber sehr stabil.
Der Vorteil von Fetten ist aber auch, die kriechen auch nach Jahren noch.
Wachs ist dann schon lange fest, Beschädigungen bleiben.

Von der Oldtimer markt gibt es einen mehrjährigen Test online.
Testsieger waren nicht die Wachse.

Re: Konservierung J15 - was genau machen?

Verfasst: 12. Februar 2026 11:44
von wüstenfreund
Guten Morgen,

Fett oder Wachs ist eine echte Glaubensfrage.
Die Tests in der Oldtimermarkt werden ja auch immer hautnah von Mike Sanders und Timex begleitet.
Ich für meinen Teil bevorzuge Dinitrol und K-Line weil es bei Wärme keine Sauerei gibt

Bild ist ein 78er der mit Timex behandelt wurde
timex.jpg

Re: Konservierung J15 - was genau machen?

Verfasst: 12. Februar 2026 12:13
von Stefan L.
Moin,
danke euch allen für die Antworten. Ich habe jetzt das 1.650,- Paket inkl. Hohlräumen gebucht. Mike Sanders Fett sollte passen. Alle 4-5 Jahre lass ich nacharbeiten.
Denke für meine Zwecke völlig ok, für mich persönlich möchte ich da keine Wissenschaft draus machen - meiner Frau reicht es schon, wenn ich beim Thema Fahrwerk, Reifen, Motoröl usw. ein Nerd bin ;)
Grüße
Stefan

Re: Konservierung J15 - was genau machen?

Verfasst: 12. Februar 2026 12:21
von wüstenfreund
Hallo Stefan,
das ist eine gute werterhaltende Entscheidung.
Das Bild entstand auch in der Sahara, in einem deutschen Sommer gibt das nicht diese Sauerei

Re: Konservierung J15 - was genau machen?

Verfasst: 12. Februar 2026 12:30
von Serge
Stefan L. hat geschrieben: 12. Februar 2026 12:13
Moin,
danke euch allen für die Antworten. Ich habe jetzt das 1.650,- Paket inkl. Hohlräumen gebucht. Mike Sanders Fett sollte passen. Alle 4-5 Jahre lass ich nacharbeiten.
Denke für meine Zwecke völlig ok, für mich persönlich möchte ich da keine Wissenschaft draus machen - meiner Frau reicht es schon, wenn ich beim Thema Fahrwerk, Reifen, Motoröl usw. ein Nerd bin ;)
Grüße
Stefan
Fast gute Entscheidung.
Gönne Deinem endemischen Roster auch noch die Unterbodenbehandlung.
Vorbeugen ist besser als heilen.
Und billiger...

Re: Konservierung J15 - was genau machen?

Verfasst: 12. Februar 2026 12:46
von Serge
Ernsthaft, wir können den Karren alle möglichen Gimmicks. Dann sollte die Vollfettstufe erst recht drin sein.

Schreibt einer, der gerade für seinen Winter-940er einen Satz netter, aber sinnbefreiter, Alus gekauft hat... 8)

Re: Konservierung J15 - was genau machen?

Verfasst: 12. Februar 2026 13:09
von J9 Andy
wüstenfreund hat geschrieben: 12. Februar 2026 12:21
Das Bild entstand auch in der Sahara, in einem deutschen Sommer gibt das nicht diese Sauerei
Wenn sich einer brüstet 10-20kg "gebraucht" zu haben, dann schon. :wink:

Re: Konservierung J15 - was genau machen?

Verfasst: 12. Februar 2026 13:17
von wüstenfreund
Hallo Andy,
schön das wir uns auf einer guten humorvollen Ebene verstehen!

Re: Konservierung J15 - was genau machen?

Verfasst: 9. März 2026 17:16
von Marvin4x4
Wie geht ihr vor?

1 Mechanisch entrosten
2 Chemischer Rostumwandler Fertan
3 Rostumwandler mit Klarwasser auswaschen (??)
4 Entfetten (Würth Industiereiniger / Bremsenreiniger) ??
5 Rostschutzfarbe mit Zink
6 Unterbodenlack
7 Dinitrol Unterbodenschutz und Hohlraumversiegelung
Rahmen Karosse u. Türen

Bin mir bei den Punkten 3 bis 6 unsicher, ob diese notwendig sind, oder geht ihr nach dem Entrosten und Rostumwandler direkt mit dem Unterbodenschutz auf blanke Metall?

Vielen Dank! 😊

Re: Konservierung J15 - was genau machen?

Verfasst: 9. März 2026 22:33
von Moosi
Das kommt immer auf den speziellen Einzelfall an. Immer genaue Bestandsaufnahme machen MIT endoskopieren um kein gutes Geld für zu chlechte Substanz zu vrschwenden.

Grundfrage ist immer ernsthafte Resto um den Koffer über 2 Generationen zu vererben oder nur Nutzungszeit maximieren?

Ich habe schon vor Dekaden mit Fertan gearbeitet und kann aus deswegen aus eigener Erfahrung sagen dass ich es NICHT mehr verwende.

Schau dir die Anleitungen beim Korrosionschutzdepot an. Die stellen viel Wissen kostenlos bereit.

Re: Konservierung J15 - was genau machen?

Verfasst: 10. März 2026 19:14
von Marvin4x4
Danke Dir!
Fahrzeug ist jetzt 6 Jahre alt. Hat an den Schweißnähten schon Roststellen, bisher aber eher oberflächlich. Wollte es einmal ordentlich machen, da ich von einer Sommerzulassung, jetzt auf eine Ganzjahreszulassung umsteigen wollte. Sollte also als Salzschutz dienen.
Will vermeiden, das ich mir einen Schaden einbaue.

Re: Konservierung J15 - was genau machen?

Verfasst: 12. März 2026 00:32
von Moosi
Es scheint dann noch nicht so katastrophal zu sein. Wohl auch durch die Sommerzulassung.

Viele Wege führen jetzt nach Rom. Die Entscheidung welcher kann dir keiner abnehmen.

Ein Weg kann nach gründlicher Bodenwäsche sein den Leiterrahmen und Fahrwerksteile mit hochwertiger Drahtbürste händisch (keine Flex!!!!!!!) nur den losen Rost zu entfernen. Dann mit Owatrol einpinseln. Anleitung von Korrosionsschutz-Depot.de hierzu genauestens beachten. Dann Brantho Korrux 3 in 1 drauf. Gut trocknen lassen und dann ein transparentes Wachs drauf. Für den Wachsauftrag gibt je nach Einsatz des 150ers es mehrere unterrschiedliche Varianten. In den Rahmen Mike Sanders.

In die Hohlräume der Karroserie auch Mike Sanders.

Hat der Karroserieaufbau auch schon Rost?

Re: Konservierung J15 - was genau machen?

Verfasst: 12. März 2026 01:59
von Marvin4x4
Danke!

kein Rost am Karosserieaufbau.

Wenn ich Fett in den Rahmen gebe, bleibt dann nicht der Ganze Dreck im Rahmen kleben und es bilden sich Feuchtigkeitsnester?

Re: Konservierung J15 - was genau machen?

Verfasst: 12. März 2026 08:26
von J9 Andy
Marvin4x4 hat geschrieben: 12. März 2026 01:59
Wenn ich Fett in den Rahmen gebe, bleibt dann nicht der Ganze Dreck im Rahmen kleben und es bilden sich Feuchtigkeitsnester?
Wenn der Dreck im Rahmen ist, kommt der von allein eh nicht mehr raus.
Solange der Dreck dann auf der Schutzschicht liegt, ist es dem Blech egal.

Re: Konservierung J15 - was genau machen?

Verfasst: 13. März 2026 10:10
von Moosi
Hast du vor mit dem Wagen Flussdurchquerungen, häufige tiefe (> 50cm) Durchfahrten in dünnflüssigem Schlamm oder tausende KM von trockenen Staub- / Sandpisten zu befahren?

Dann kommt da natürlich Dreck rein. Und dann kann man überlegen statt dessen HARTWACHS (nichts pappiges!!!) ganz dünn in den Rahmen zu nebeln. Der Rahmen wird bei solchen Einsatzbedingungen dann regelmäßig sauber gespült. Einaml pro Jahr mit Heißlüft sauber getrocknet und wieder vernebelt mit Wachs. Da die härteren Wachse viel schlechtere Kriecheigenschaften als Fette haben kommen die nicht in Falze, Blechaufdoppelungen usw. tief genug rein. Insofern ist der Korrosionsschutz eben schlechter als bei Fetten.

Fährst du in Europa auf Salzstraßen dann ist Salz dein Feind. Sanders macht eine dickere Schicht (1 bis 2 mm), bei der die Oberfläche (auf alle Fälle hier in D von September bis April) auch nicht pappig ist. Feuchtigkeit kann nicht mehr an das Material, wenn ein Fett wirklich fachgerecht eingebracht wird. Auch wenn an irgendeiner Stelle sich so ein Drecknest bilden sollte kommt da nix durch, da Fette sarkt kriechen (sogar nach oben im Falle von FluidFilm) und Wasser abstoßen. Mit Wasser spülen kann du aber genauso, nur sollte man bei so einem Einlauf den Schlauch nicht reinschieben, da ansonsten die Fettschicht beschädigt werden kann.

Bei den moderneren Koffern haben die Leitstrahmen seitlich Plastikstöpsel welche wie früher üblichen großen Löcher weitestgehen verschließen. Nur nach unten gibt es Ablauflöcher. Diese müssen, egal ob behandelt oder nicht, regelmäßig begutachtet und ggf. frei gemacht werden. Die Werkstätten achten zumeist nicht da drauf beim Service.

Außerdem wird in deinem Rahmen nach 6 Jahren definitiv schon Rost sein. Bei den nagelneuen vom Schiff die noch nicht einen Meter gefahren wurden sieht man im Endoskop innen und außen bereits erste Ansätze. Wenn schon Rost da ist, dann ist additiviertes Fett (z.B. Sanders, FluidFilm) deine einzige Chance das wieder für gewisse Zeit unter Kontrolle zu bekommen.

Re: Konservierung J15 - was genau machen?

Verfasst: 15. März 2026 19:32
von Helge71
Heute mal bei meinem j150 nachgeschaut wie es nach drei Jahren mit dem Korrosionsschutz aussieht. Es gab nur einige kleine Stellen die ich nachbessern musste. Auch wenn einige Mike Sanders kritisch am Unterboden sehen, es funktioniert wunderbar. Da sah mein von Nestle behandelte Hilux nach gleicher Zeit deutlich schlechter aus.
Zur Kontrolle wie es unter MS aussieht einfach eine Stelle mit der Heißluft Pistole erwärmt und abwischen.
Auch die Hohlräume sehen noch top aus.
VG Helge

Re: Konservierung J15 - was genau machen?

Verfasst: 23. März 2026 17:38
von Marvin4x4
Top, danke an alle für die Antworten!

Hab die Schürzen und die Radhäuser demontiert, An der Heckstoßstange hat diese etwas gescheuert. Da packe ich nach Rostbehandlung jetzt Owatrol drauf, dann wird es lackiert. Selbiges bei den Fahrwerksteilen vorne und ggf. an den Stoßdämpferaufnahmen hinten.

Der Rahmen wurde Innen gut gereinigt, mit Pressluft abgeblasen und gesaugt. Da kommt jetzt Dinitrol ML sättigend rein und darauf vermutlich ein Fett (Warte da noch auf die Antwort des Herstellers welches kompatibel ist)

Am Rahmen wurden alle Schweißnähte mit dem Nadelentroster geprüft und wenn der Lack schlecht war dieser entfernt. Die werden jetzt auch mit Dinitrol ML getränkt, ablüften gelassen. Dann wird alles mit Dinitrol ML eingenebelt und mit einen einem klaren Wax versiegelt. Ist zwar weniger schön als ein farbiges Wax, dafür fallen Problemstellen sofort auf. Und sollte ich den Wagen irgendwann mal verkaufen kann der Käufer auch den Zustand besser beurteilen.