Sand - die Technik des Fahrens im Sand - Dünen und im Allgemeinen

Alles technische, was sonst nirgends paßt
GRJ78
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Sand - die Technik des Fahrens im Sand - Dünen und im Allgemeinen

Beitrag von GRJ78 »

Auf allgemeine Anregung mal ein Fred mit Tipps zum sicheren Fahren im Sand.

Also her mit euren Tips, wie man sicher im Sand und Dünen unterwegs sein kann.

Was ich so im Forum und beim Fahren bisher gelernt habe:

Beim Fahren im Sand ist die Untersetzung meist die richtige Wahl.

Schalten ist zu vermeiden, da der weiche Sand durch den hohen Rollwiderstand das Fahrzeug sofort stark verlangsamt.

Reifenwahl - Hinweis auf die Sandformel!
Egal welcher Reifen AT/RT/MT oder spezieller Sandreifen oder alte Strassenreifen:

Luftdruck absenken! 0.8 bar sind ein guter Anfangswert. Bei schwereren Fahrzeug muss weiter abgesenkt werden als bei leichten!

viewtopic.php?t=719

Wichtig ist bei abgesenktem Reifenluftdruck die verminderte Tragfähigkeit zu beachten und besonders die Geschwindigkeit daran anzupassen!

Flüssiges vorausschauendes Fahren ohne heftige Lenk- und Bremsbewegungen

Zum Stoppen in den Dünen immer erst nach dem Dünenkamm das Fahrzeug mit der Nase bergab stoppen

Beim Stoppen im Gefälle das Fahrzeug mittels kurzem Bremsschlag einen Bremskeil aus Sand vor dem Reifen schaffen, um den Wagen am Wegrollen zu hindern.

Fahrzeug mit eingelegtem Gang und gestopptem Motor sichern - die Handbremse kann durch eingedrungen Sand/Staub oft in der Wirkung deutlich nachlassen! Auch in der Ebene!

Nicht zu schnell fahren! Kommt man irgendwo nicht hoch, ist ein vorsichtiger 2./3./4. Versuch besser, als "sicherheitshalber" mit viel Schwung auf jeden Fall drüber zu kommen!

Es gibt viele Bilder von auf der Schnauze gelandeten Fahrzeuge, die "etwas" zu schnell waren.

Immer Dünen in Fallrichtung befahren. Ist das nicht möglich, ist ausreichende Geschwindigkeit Trumpf! Solange sich die Räder drehen, kippt ein Fahrzeug eher nicht um! (selbst probiert Bild)

Wenn nicht, siehe unten ein paar im Netz gefundene zufällige Beispielbilder ... 🙈

Was gibt es noch zu beachten?

Funk zur Verständigung untereinander

Ladungssicherung ist elementar

Schwerpunkt niedrig halten

Bergematerial bereithalten:
Snatchstrap / kinetischer Bergegurt und Schaufel sowie Kompressor sind obligatorisch
Dateianhänge
IMG_1962.jpeg
IMG_1131.jpeg
IMG_9945.jpeg
Zuletzt geändert von GRJ78 am 5. Juni 2024 10:31, insgesamt 2-mal geändert.
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Gurti
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Re: Sand - die Technik des Fahrens im Sand - Dünen und im Allgemeinen

Beitrag von Gurti »

Je nach Gegend kann eine Flagge an langer Stange sinnvoll sein (wird nicht umsonst "Sand Flag" genannt). Nur für den Fall, das jemand auf der anderen Seite der Düne die gleiche Idee hat.
Hilux Doka 2,4 D4D Executive, 2018
Astra Twintop 1,6 in Behördenausstattung, 2006
Am Ende des Lichts kommt ein Tunnel. Jedes Mal.

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Nizzacruiser
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Re: Sand - die Technik des Fahrens im Sand - Dünen und im Allgemeinen

Beitrag von Nizzacruiser »

Flo,
Gute Zusammenstellung 👍💪

Da gibt’s wenig zu ergänzen.

Untersetzung nutze ich selten, nicht mal im Weichsand, warum? Meist passt der eingelegte Gang nicht, weil man das fahren in Untersetzung nicht gewohnt ist. Man muss häufiger Schalten, was auch in Untersetzung nicht gut ist.

Schwung! Vorausschauendes Fahren, und immer für die kommende Situation vorher den richtigen Gang eingelegt zu haben, ist am wichtigsten.

Gas, Gas, Gas, immer feste drauf, wenn’s klare Strecke hat, auf Sand immer zügig fahren, den Motor auf Drehzahl halten, das erspart viel unangenehme Situationen.
(Wenn man sich das zutraut, wer bummelt Steck häufiger fest)

Surfen, feine Schwünge, das Auto muss gleiten, und nicht graben. Laufen lassen, smooth fahren.

Luftdruck. 0,8 nur in Dünen, oder Weichsand. 0,8 ist das letzte Mittel. Ich bevorzuge 1.0 bis 1,2 bar für alles was nicht extrem ist. Das schont die Reifen , und man muss nicht ständig nachpumpen wenn’s mal steiniger wird.

Wellen im Sand sind oft bei Mittags, oder Gegenlicht schlecht zu sehen, also nicht übertreiben. Das kann böse ins Auge gehen.

Dünen morgens fahren, je kühler und feuchter je besser.

Dünen möglichst in Windrichtung fahren, der lose Sand ist dann weggeweht.

Kuhlen zwischen kleinen Dünen meiden, hier sammelt sich weicher Sand im Loch. Da fährt man sich schnell fest.

Quer in den Dünen fahren ist für Leute mit Erfahrung, das sollten wir Wochentouris besser lassen.
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Hydraulinski
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Re: Sand - die Technik des Fahrens im Sand - Dünen und im Allgemeinen

Beitrag von Hydraulinski »

Was den Luftdruck angeht, sehe ich es auch so:
- schon 1.0 - 1.2 bar nur, wenn wirklich nur Sand (und keine Steine); sonst bisschen höher, Richtung 1.5
- unter 1.0 nur, wenn unbedingt nötig und danach bald wieder etwas auffüllen; beim 80er und 0.8 bar und Gas dreht sich schon der Reifen auf der Felge

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sahrauis
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Re: Sand - die Technik des Fahrens im Sand - Dünen und im Allgemeinen

Beitrag von sahrauis »

Mein Senf bezüglich Luftdruck:
Hier kommt es glaube ich auch stark auf die Motorleistung und das Gewicht drauf an.
mit meinem 45er BJ mit gut 3,8 to bin ich nauf Sprengringfelgen mit Schlauch in Algerien im Sand meist mit 0,5-0,8 bar gefahren und hatte über die 3 Monate nur einen Platten.
Jetzt mit dem 75er PU gehe ich an kniffligen Stellen auch mal unter die 0,8 bar und habe bei umsichtiger Fahrweise auch keine Probleme.
Sind aber eben alles Diesel ohne Turbo.
Pauschalisieren würde ich keine der genannten Aussagen.
sahrauis
„wir hören nicht auf zu spielen, weil wir alt werden - wir werden alt, weil wir aufhören zu spielen“

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onkel
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Re: Sand - die Technik des Fahrens im Sand - Dünen und im Allgemeinen

Beitrag von onkel »

niedriger Gang und hohe Drehzahl , dann kann man besser regulieren ohne zu schalten
Gruß Onkel

https://youtu.be/6kP-xraRWOk?si=KNt9yUve_ZrCcgao

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Auf 2 Rädern bevorzuge ich auch Stahl statt Plastik :
http://www.bmw-r35.de

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Nizzacruiser
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Re: Sand - die Technik des Fahrens im Sand - Dünen und im Allgemeinen

Beitrag von Nizzacruiser »

sahrauis hat geschrieben: 5. Juni 2024 12:11
Mein Senf bezüglich Luftdruck:
Hier kommt es glaube ich auch stark auf die Motorleistung und das Gewicht drauf an.
mit meinem 45er BJ mit gut 3,8 to bin ich nauf Sprengringfelgen mit Schlauch in Algerien im Sand meist mit 0,5-0,8 bar gefahren und hatte über die 3 Monate nur einen Platten.
Jetzt mit dem 75er PU gehe ich an kniffligen Stellen auch mal unter die 0,8 bar und habe bei umsichtiger Fahrweise auch keine Probleme.
Sind aber eben alles Diesel ohne Turbo.
Pauschalisieren würde ich keine der genannten Aussagen.
Reifenbreite, Motorleistung, Felgenbreite zum Reifen, und die Stärke der Karkasse sowie die Höhe des Reifens und das Gewicht des Fahrzeuges mit der Verteilung ist zu berücksichtigen.

Daher ist es pauschal gefährlich immer zu sagen, 0,5 bis 0,8 geht schon.

Eine BFG mit verstärkten Seiten verträgt weniger Luft als viele andere Marken.
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wüstenfreund
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Re: Sand - die Technik des Fahrens im Sand - Dünen und im Allgemeinen

Beitrag von wüstenfreund »

Hallo Flo,
ich habe den sogenannten Ballonwagenheber auf der letzten Tour sehr zu schätzen gelernt.
Ein bisschen freigraben unter der hinteren Traverse (Bei Zusatztank) oder Ersatzrad mit Schutzmatte positionieren.
Heck mit dem Abgasdruck hochpumpen, Bleche drunter.
Hat sehr gut funktioniert, auf kinetische Bergegurte werde ich in Zukunft verzichten :wink:

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wüstenfreund
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Re: Sand - die Technik des Fahrens im Sand - Dünen und im Allgemeinen

Beitrag von wüstenfreund »

Panda auf der Seite tut mir in der Seele weh!

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Hiasl
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Re: Sand - die Technik des Fahrens im Sand - Dünen und im Allgemeinen

Beitrag von Hiasl »

Immer angeschnallt sein !
Immer genug Flüssigkeit dabei haben !
GRJ76 und HZJ80 :D , vorher HZJ 71 und HZJ 78

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quadman
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Re: Sand - die Technik des Fahrens im Sand - Dünen und im Allgemeinen

Beitrag von quadman »

...solange der 100l Wassertank nicht leerläuft beim auf der Seite Liegen ist ja alles gut.
Hilux 2.5 xtracab, 235/85R16, Snorkel, OME schwer, Webasto ThermoTop, Tempomat, Zusatztank, Alu UFS, ARB-bar, Dachkonsole und ein gullwing mobile workshop canopy.
Hilux 2.4 xtracab duty, 235/80R17, Snorkel, Ironman HD, Tempomat, Zusatztank, Dachkonsole, Alu UFS und eine graugrüne Wohnkabine.

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Nizzacruiser
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Re: Sand - die Technik des Fahrens im Sand - Dünen und im Allgemeinen

Beitrag von Nizzacruiser »

IMG_7591.jpeg
Das fahren in sandigen Gebieten hat ja viele Fassetten und Überraschungen.

Was manchmal harmlos ausschaut kann überraschend blöd werden.

Hier mal ein Beispiel, schöner Übernachtungsplatz gesucht und gefunden, und gleich steckengeblieben.

Natürlich Druck nicht weit genug abgelassen, weil das so harmlos aussah. 😂
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Jelonek
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Re: Sand - die Technik des Fahrens im Sand - Dünen und im Allgemeinen

Beitrag von Jelonek »

drehende Reifen :cries: ..... wir haben bei der Montage die Felgen auf Haarlack geklebt - ist genug rutschig für die Montage und dann aber fest - das auch bei 0,5 Bar nichts rutscht oder abgezogen wird 8) und man kann das ganze nach 10 Jahren wieder abnehmen :wink:

und Haarlack hat man doch immer auf so einer Reise mit :rofl:

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GRJ78
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Sand - die Technik des Fahrens im Sand - Dünen und im Allgemeinen

Beitrag von GRJ78 »

Nizzacruiser hat geschrieben:
sahrauis hat geschrieben: 5. Juni 2024 12:11


Reifenbreite, Motorleistung, Felgenbreite zum Reifen, und die Stärke der Karkasse sowie die Höhe des Reifens und das Gewicht des Fahrzeuges mit der Verteilung ist zu berücksichtigen.

Daher ist es pauschal gefährlich immer zu sagen, 0,5 bis 0,8 geht schon.

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Nizzacruiser
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Re: Sand - die Technik des Fahrens im Sand - Dünen und im Allgemeinen

Beitrag von Nizzacruiser »

Jelonek hat geschrieben: 5. Juni 2024 13:04
drehende Reifen :cries: ..... wir haben bei der Montage die Felgen auf Haarlack geklebt - ist genug rutschig für die Montage und dann aber fest - das auch bei 0,5 Bar nichts rutscht oder abgezogen wird 8) und man kann das ganze nach 10 Jahren wieder abnehmen :wink:

und Haarlack hat man doch immer auf so einer Reise mit :rofl:
Wer in die Wüste möchte sollte seinen Reifenhändler bei der Montage bitten nicht so großzügig mit der Reifenseife Felgen und Reifen einzuschmieren. Das erleichtert natürlich die Montage, aber sorgt dafür dass der Reifen gut geschmiert später auch noch flutscht.

Das wäre das Gegenteil zum Haarlack😎
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