Kabel oxidieren und brechen

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wüstenfreund
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Re: Kabel oxidieren und brechen

Beitrag von wüstenfreund »

Letzter Beitrag der vorhergehenden Seite:

AMP und Tyco sind toll, bloß ich komme da an meine Crimp Kompetenz und muß das die Kollegen machen lassen die das gelernt haben :wink:

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Thomas aus LAU
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Re: Kabel oxidieren und brechen - so geht es besser

Beitrag von Thomas aus LAU »

J9 Andy hat geschrieben: 22. Juli 2024 06:56
Der Pressdruck lässt sich einstellen……
Bei den Teilen von Knipex die ich verwende, braucht man nichts einstellen. Wenn man einen Pressvorgang abbrechen möchte, muss man erst einen Entriegelungshebel ziehen, damit man die Zange wieder öffnen kann.

Das garantiert, dass ein Pressvorgang immer bis zur maximalen Pressung abgeschlossen wird.

Anbei beispielhaft die Werkzeuge, die sich bewährt haben.
Wenn man Superseal-Stecker verbauen möchte, braucht man noch die sehr kleinen Pressensätze.

Für große Querschnitte wie Batteriekabel muss man geschlossene Pressklemmen/-steckanschlüsse verwenden (nicht geschlitzt) und eine starke Pressklemme. Die abgebildete ist neu mit > 250 EUR zu teuer. Gebraucht ca. 60 EUR . Das Teil hat Revolver-Klemmen für 5 verschiedene Durchmesser = genial.

Die kann man auf Kleinanzeigen auch günstiger bekommen.
In Summe kommt man da schon im 200er € Bereich raus, dafür halten die ewig und man hat keine Pannen.

Gruß von Thomas aus LAU
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Thomas aus LAU
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Re: Kabel oxidieren und brechen - Angebot im Raum 91207

Beitrag von Thomas aus LAU »

Hallo miteinander,
wer selten solche Arbeiten macht, für den ist die Anschaffung teurer Werkzeuge evtl. nicht sinnvoll.

Wer im Raum 91207 mal sowas benötigt, kann Werkzeug und ggf. Rat auch bei mir (gratis) bekommen.

Gruß von Thomas aus LAU

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J9 Andy
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Re: Kabel oxidieren und brechen - so geht es besser

Beitrag von J9 Andy »

Thomas aus LAU hat geschrieben: 22. Juli 2024 09:08
J9 Andy hat geschrieben: 22. Juli 2024 06:56
Der Pressdruck lässt sich einstellen……
Bei den Teilen von Knipex die ich verwende, braucht man nichts einstellen. Wenn man einen Pressvorgang abbrechen möchte, muss man erst einen Entriegelungshebel ziehen, damit man die Zange wieder öffnen kann.
Ja, die gibt es.
Aber auch die andere Sorte.
Sollte man auf dem Schirm haben.
Oben, vor dem Griff.
20240722_092913.jpg
Gruss Andy
---------------------------------------------
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...ein Quantensprung...
________________________________
Was Du nicht willst das man Dir tu´, das füg´auch keinem andern zu.

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lightandy
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Re: Kabel oxidieren und brechen - so geht es besser

Beitrag von lightandy »

Thomas aus LAU hat geschrieben: 22. Juli 2024 00:00
Ich mache seit über 40 Jahren Kabelbäume und Elektrik für (Renn-)Bikes, Land- und Druckmaschinen sowie an PKW´s.
Wenn man die Spielregeln einhält, hat man dauerhaft Ruhe. Wer meint, anders oder mit billigem Werkzeug geht auch, der wird dauerhaft Ärger damit haben.

Die Regeln sind einfach:

- richtige Kabel verwenden mit möglichst vielen Einzelkabeln.
Normale Strom- oder Lautsprecherkabel sind nicht gut. Auch die Isolierung und Schutzhülle müssen passen.

- kein Löten an Kabelenden/-verbindungen es sei denn, diese enden in einem Schalter/Platine!
Lötzinn läuft in die Adern, das Kabel wird am Ende steif. Wenn Vibration/Biegen/Wackeln dazukommen, bricht das Kabel ab - 100%

- bei Klemmungen (Sicherungskasten, fliegende Sicherung,...) immer Aderendhülsen verwenden und diese mit dem richtigen Werkzeug verpressen.

- bei Kabelschuhen, Ringösen,.... auf die Qualität achten. Baumarkt und Billigangebote aus dem Netz haben oft dünneres Material.
Idealerweise vergoldete Teile nehmen, die nicht viel mehr kosten.

- richtig abisolieren! Cutter oder normale Zange haben bei dem Job nichts zu suchen.
Versehentlich abgetrennte oder eingekerbte einzelne Litzen sind zukünftige Problemstellen.
Eine wertige und richtig eingestellte Abisolierzange löst das einfach und perfekt.

- richtig verbinden/crimpen!
- vorher richtig in der korrekten Länge abisolieren
- etwas säurefreies Polklemmenfett auf die blanken Litzen
- zum Kabelquerschnitt passenden Stecker/Kabelschuh wählen
- mit richtiger Zange sauber verpressen.
Korrekte Geräten öffnen beim Pressen erst wieder, wenn der max. notwendige Pressdruck erreicht wurde.

- Schrumpfschlauch an den Enden oder für den gesamten Kabelbaum verwenden.
An manchen Stellen kann selbstschweißendes schwarzes Klebeband sinnvoll sein.

- Kabel sauber verlegen und sichern
- scharfe Kanten bei Durchführungen vermeiden
- gespannt/zu kurze Kabel vermeiden
- Zugentlastungen anbringen, keine langen, ungesicherte Leitungen.
- ggf. Kabelkanal oder geschlitztes Wellrohr zum Schutz nehmen.

Klingt evt. nach viel und kompliziert - ist es aber nicht.

Viel Erfolg wünscht Thomas aus LAU
Sehr schöne und vollständige zusammenfassung, gut gemacht Thomas! ich betrachte diesen Beitrag mal als Beitrag des Monats! Mindestens.
Andy aus Teltow-Fläming
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landcruiser
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Re: Kabel oxidieren und brechen

Beitrag von landcruiser »

Natürlich kann man an Kfz-Kabeln löten.
Man muss nur wissen was man tut.
Ich fixiere zum Beispiel nach dem Crimpen manchmal mit Löten die ans Kabel gecrimpten Steckverbinder ganz vorne ohne das Lötzinn in die Litze zieht. Dieses Kabel zieht niemand mehr aus dem Steckverbinder.
Damit gibt es die erwähnte Sollbruchstelle nicht.
Ich mache das seit über 40 Jahren so und es hat sich bewährt.
Soll jeder machen wie er will, hab's nur erwähnt weil ich diese absolute Verteufelung nicht mag.

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AlpenCruiser
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Re: Kabel oxidieren und brechen

Beitrag von AlpenCruiser »

Vielen Dank für die detaillierten Erklärungen. Explizit auch an Thomas, der sich wirklich viel Zeit für sehr umfangreiche Antworten genommen hat.

Es bestätigen sich auch meine Fehler.
Ich habe mit einer 180W Lötpistole gelötet. Dabei ist das Kabel so heiss geworden, dass sich das Lötzinn weit unter der Isolierung reingesogen hat. Das erklärt auch den Eindruck von wüstenfreund, der erstmal an ein Antennenkabel dachte, weil das eingesaugte Lötzinn optisch wie eine Isolierung aussieht.
Wenn ich meine Brüche analysiere, fällt mir auf, dass es Stellen sind, an denen das gelötete Kabel an einer Stelle (Kabelschuh/Öse) fest mit der Karosserie verbunden und Vibrationen ausgesetzt ist während das Kabel hinter der Lötung beweglich ist. Hier sind meine Brüche. Um ein Kabel zu retten, muss ich es soweit kürzen, wie Lötzinn reingeflossen ist. Leider ist das bei mir dann so viel, dass ich das Kabel entweder vollständig ersetzen oder anstückeln müsste.
Genaugenommen müsste man vielleicht jetzt den Titel des Threads anpassen, denn es ist ja keine Oxidation, sondern ein Montagefehler. Aber ich würde den Titel "Kabel oxidieren und brechen" sogar lassen, denn es war mein erster Gedanke und vielleicht auch ein Gedanke eines anderen Users, der an Oxidation glaubt und danach sucht. Vermutlich ist dann das Pulver, das ich an den Brüchen sehe, kein oxidiertes Material, sondern getrocknetes Flussmittel aus dem Lötzinn.
Zur Einordnung : Meine Montage war vor einem Jahr bzw. vor 4.000 km. Lange hat das Löten also wirklich nicht gehalten.

Thema "Superseal"
Die habe ich auch verwendet. Aber die habe ich verwendet, um Kabel mit Kabel lösbar zu verbinden. Wenn Kabel nicht lösbar sein sollen, hatte ich auch da gelötet, und natürlich wenn ein Kabel eine Karosserieverbindung (Masse) oder ein Crimp benötigte, habe ich gelötet. Ich hatte zwar die Metallstifte innerhalb der Superseal-Stecker auch gelötet, aber dort ist die Lötung so klein, dass vermutlich kaum was in die Litze geflossen ist, oder die Litze innerhalb des Superseal-Stecker so unbeweglich ist, dass hier auch nichts bricht. (ich glaube, das ist auch, was landcruiser schreibt)

Thema "Crimp-Zange"
Auch diese Angaben sind sehr hilfreich. Nochmals meinen Dank an Thomas !
Ja, die scheinen tatsächlich etwas Geld zu kosten. Ich wollte es billiger. Und was habe ich jetzt davon ? Ich hatte mir vor einem Jahr 14 Zusatzschalter eingebaut. Zu jedem einzelnen Schalter gehen 2 bzw. 3 Kabel, die dann zu einer Sicherung gehen und über lösbare Verbindungen zu LED's bzw. Cam, Solarpanel, Solarcontroller, Batteriewächter, Seilwinde, usw. Ich will (kann) die Anzahl meiner Lötungen gar nicht zählen. Der Einbau meiner Verkabelung war grob erinnert über eine Woche inkl. Kabelführungen. Und die Durchführung von Motorraum zu Innenraum erforderte bei mir zusätzliche 4 Tage Abdichten und Fehlersuche, wenn wieder Wasser eingedrungen war. Das darf ich jetzt alles wiederholen, weil ich das Wissen aus diesem Thread nicht hatte und sparen wollte. Ich hätte vor einem Jahr gerne ein paar Hundert mehr für gutes Material und Werkzeug ausgegeben. Na ja ... Jetzt weiss ich es.

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lightandy
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Re: Kabel oxidieren und brechen

Beitrag von lightandy »

Lehrgeld zahlt jeder. Nimm's leicht und verbuch es unter Erfahrung sammeln. ;-)
Andy aus Teltow-Fläming
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Franco
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Re: Kabel oxidieren und brechen

Beitrag von Franco »

Wann man Verbindungen hat, über die höhere Ströme fließen sollen, dann ist es auch Sinnvoll die Kontaktfläche zuerst mit Alkohol zu säubern und dann erst zu verschrauben (Übergangswiderstand minimieren). ZB wenn Ringkabelschuhe angeschraubt werden. Danach und nur nachdem alles gesäubert und verschraubt wurde, kann man die auch mit Polfett schützen (speziell bei Bleibatterien = Starter Batterie)

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Thomas aus LAU
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Re: Kabel oxidieren und brechen - so geht es besser

Beitrag von Thomas aus LAU »

lightandy hat geschrieben: 22. Juli 2024 11:10
Thomas! ich betrachte diesen Beitrag mal als Beitrag des Monats! Mindestens.
Nicht übertreiben!

Es gibt hier im Forum genügend die kompetenter sind, oder die die Themen beruflich richtig gelernt haben.

Leider gibt es hier zu viele die Schweigen und Ihre Erfahrung nicht weitergeben. Das Internet funktioniert aber nicht one way!

Wer das Netz nutzt sollte auch aus seinem Wissensbereich Input geben. Es gibt keinen Menschen, der nicht Spezialwissen oder besondere Fähigkeiten hat.


Ich weiß, ich komm da manchmal auch oberlehrerhaft rüber.

Frage nicht wieviel Lehrgeld ich schon gezahlt habe.
Gerade das möchte ich anderen ersparen.

Thomas aus LAU

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lightandy
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Re: Kabel oxidieren und brechen

Beitrag von lightandy »

Moin Thomas. Ich übertreib ja nicht. Es ist nur schön zu lesen, wenn sich jemand Mühe gibt und ein Thema was immer wieder falsch bearbeitet wird, mal schön zusammenfasst und auf die wesentlichen Punkte eingeht. Auch mein Wissen geht mit einigermaßen viel Lehrgeld einher. Mittlerweile klappt es ganz gut.

@ landcruiser: auch ich habe 20 Jahre alte Lötverbindungen im Bestand die völlig problemlos sind. Heute würde ich vieles anders machen. Aber die Erfahrung lehrt das auch alles nicht schwarz-weiß ist und manche Sachen trotzdem funktionieren. Soweit alles gut.
Andy aus Teltow-Fläming
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AlpenCruiser
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Re: Kabel oxidieren und brechen

Beitrag von AlpenCruiser »

Update :

Ich habe jetzt mal geschaut, wie weit sich das Lötzinn in meine Kabel reingesogen hat und wie weit ich ein beschädigtes Kabel kürzen müsste, um wieder zu einem gesunden Teil des Kabels zu kommen. Ich habe in 2 cm Abstand vorsichtig abisoliert. Mit "vorsichtig" meine ich, dass ich mit einem sehr kleinen Seitenschneider rundum die Isolation durchgeschnitten habe, ohne dabei die Kupferlitze zu berühren. Wenn ich anschliessend versucht habe, die gelöste Isolation abzuziehen, ist mir die Litze gerissen, da sie anscheinend an dieser Stelle noch beschädigt war. Also habe ich es weiter 2 cm weiter nochmal probiert. Gleicher Effekt. Nachdem ich das Ganze 15x wiederholt habe und das Kabel inzwischen schon ca. 30cm kürzer war, habe ich das gesamte Kabel (gut 2m) rausgezogen und in dessen Mitte die Isolation geöffnet. Es zeigte sich auch hier diese Beschädigung. Das Kupfer begann auch dort, schwarz zu sein und ich hatte weisses Pulver.
Kabelmitte.jpg
Es ist also das gesamte Kabel beschädigt. Da es aber unmöglich ist, dass sich mein Lötzinn kapillarisch einen Meter reingesogen hat, komme ich wieder zurück zu meinem Verdacht auf Oxidation.

Aber ich verstehe es eigentlich nicht. Es ist ein Kupferkabel. Das verwendete Lötzinn war ein Sn60Pb40. Das heisst, es besteht zu 60% aus Zinn und zu 40% aus Blei. Wenn ich mir die Spannungsreihe anschaue, dann hat
Zinn −0,14 V
Blei −0,13 V
Kupfer +0,34 V
Zinn und Blei müssten als zuerst oxidieren, wenn das Kupferkabel Lötzinn berührt. Das Lötzinn müsste also doch dann für Kupfer oxidationshemmend sein.

Das Kupfer ist bei mir schwarz geworden. Also hat sich Cu(II) bzw. zweiwertiges Kupferoxid gebildet. Zweiwertiges Kupfer gilt in feuchter Umgebung als stabiler als einwertiges Kupfer (das rötlich oxidieren würde). Also wurde bei mir die Kupferoxidation durch Feuchtigkeit begünstigt.

Aber warum hat das Zinn/Blei nicht geschützt ? Da ich vor einem Jahr bei meinen Verkabelungen verschiede Kabelquerschnitte verwendet hatte (je nach Strombedarf), könnte es sein, dass ich ohne es gemerkt zu haben, auch mal nur verkupferte Alukabel, anstelle reiner Kupferkabel erwischt habe. Aluminium ist mit -1,66V unedler, als Zinn/Blei/Kupfer. Das könnte dann zu einer Oxidation von Aluminium geführt zu haben was das weisse Pulver vielleicht erklären könnte. Zudem ist schwarzes Kupferoxid sauerstoffduchlässig, was bedeuten könnte, dass damit das Aluminium unter dem Kupfer (unter dem Kupferoxid) oxidieren kann. Kupferoxid und Aluminiumoxid haben eine deutlich veränderte innere Struktur und brechen leicht, was meine Beobachtung belegen würde.

Aber ich bin gerade am theoretisieren, weil ich keine Ahnung habe und nur verstehen will, was mit meinen Kabeln passiert ist, damit ich meinen Fehler beheben kann. Was mir bei all meinen Gedanken nicht aufgeht, ist die Frage, was das noch mit dem Löten zu tun hat. Nachdem das untersuchte Kabel auch in der Mitte beschädigt ist, müssten doch andere Autos das gleiche Problem haben. Auch wenn die Kabelenden korrekt gecrimpt sind.

Dann wäre der nächste Gedanke, dass kupferkaschierte Aluminiumkabel (unter der Annahme, dass ich aus Versehen solche Kabel erwischt habe) prinzipiell im Auto ungeeignet sind, und dass die Isolationen von Kabel auf Sauerstoffdurchlässigkeit geprüft sein müssten.

Weiss hierzu noch jemand etwas ?

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Franco
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Re: Kabel oxidieren und brechen

Beitrag von Franco »

Ich sehe da zwei Möglichkeiten:

1) Draht/Litze ist minderwertig (Schrott Qualität)
2) Draht/Litze wurde überlastet (hat überhitzt)

Bei Option 2 sieht man dies aber meistens auch an der Ummantelung: Die ist dann Teilweise nicht mehr glatt und rund.

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AlpenCruiser
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Re: Kabel oxidieren und brechen

Beitrag von AlpenCruiser »

Die Option-2 (Überlastung) ist bei dem gezeigten Kabel auszuschliessen. Dieses Kabel führte nur zu einem kleinen seitlichen LED-Licht, das unter 1 A gezogen hat und zudem in der Summe bestimmt nicht mehr, als 1 Stunde in Betrieb war.

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ikarus
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Re: Kabel oxidieren und brechen

Beitrag von ikarus »

Franco hat geschrieben: 24. Juli 2024 10:28
Ich sehe da zwei Möglichkeiten:

1) Draht/Litze ist minderwertig (Schrott Qualität)
2) Draht/Litze wurde überlastet (hat überhitzt)

Hallo AlpenCruiser,

so wie Franco sehe ich das auch.
Also neue für den Kfz-Bereich geeignete Kabel und neue für den Kfz-Bereich geeignete Stecker verwenden und laut Anleitung von "Thomas aus LAU" vorgehen. Alles andere macht fast immer irgendwann Probleme (im schlimmsten Fall fackelt dir die Karre ab).

Und gutes Werkzeug ist teuer. Aber das hält auch ewig und ist notwendig für solche Arbeiten.
Wenn du sowas nicht hast oder ausleihen kannst, lass die Verkabelung von einem Profi machen.

Wie viel Strom fließt denn da im Lastfall wirklich bzw. welche Leistung haben denn die Verbraucher, die mit den Kabeln versorgt werden.
"Wer viel misst, misst Mist!" ist eine alte Ingenieurweisheit und bewahrheitet sich in vielen Fällen.
Überpüfe deine Messergebnisse bzgl. Strom noch mal auf Plausibilität per Berechnung!

Übrigens:
Alumiumkabel habe ich im Kfz-Bereich noch nie verwendet. Die kann man nicht einfach mit Lötzinn löten.
Das erfordert eine Vorbehandlung, die meistens sehr aufwendig ist.
Ansonsten ergeben sich Kontaktwiderstände, die bei Stromfluss schnell zu Erwärmung/Erhitzung des Kabels führen und so die Oxidation beschleunigen.

Die Leitfähigkeit von Aluminium ist auch deutlich geringer als die von Kupfer.
Die gängigen Berechnungstools zum benötigten Leiterquerschnitt beziehen sich im KFZ-Bereich auf Kupferkabel und sind so nicht für Alumiumkabel anwendbar.

Gruß

Theo
Zuletzt geändert von ikarus am 24. Juli 2024 14:39, insgesamt 1-mal geändert.
Land Cruiser GDJ 150, BJ 2018, EURO 6d-TEMP, Webasto Thermo Top C, BF Goodrich All-Terrain T/A KO2 265/70R17 auf Borbet CWE (schwarz) 8,0 x 17, Dual-Batteriesystem mit Redarc BCDC1225D, Bear-Lock, Safari Snorkel (geTÜVt).

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Nicolli
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Re: Kabel oxidieren und brechen - so geht es besser

Beitrag von Nicolli »

Thomas aus LAU hat geschrieben: 22. Juli 2024 14:26
lightandy hat geschrieben: 22. Juli 2024 11:10
Thomas! ich betrachte diesen Beitrag mal als Beitrag des Monats! Mindestens.
Nicht übertreiben!

Es gibt hier im Forum genügend die kompetenter sind, oder die die Themen beruflich richtig gelernt haben.

Leider gibt es hier zu viele die Schweigen und Ihre Erfahrung nicht weitergeben. Das Internet funktioniert aber nicht one way!

Wer das Netz nutzt sollte auch aus seinem Wissensbereich Input geben. Es gibt keinen Menschen, der nicht Spezialwissen oder besondere Fähigkeiten hat.


Ich weiß, ich komm da manchmal auch oberlehrerhaft rüber.

Frage nicht wieviel Lehrgeld ich schon gezahlt habe.
Gerade das möchte ich anderen ersparen.

Thomas aus LAU
Hallo Thomas,
da hast Du absolut Recht.
ABER-
wie manche hier mit gut gemeinten Kommentaren und deren Verfassern umgehen mit dummen Sprüchen oder auch Verunglimpfung, führt genau zu dem was man/Du nicht haben will/willst.
Nämlich das die, die es vermutlich auch wissen(oder gar besser wissen weil Sie es beruflich machen),
schweigen weil Sie genau darauf keine Lust haben!
Mal so als Gedankenanstoss!
Der Ton macht auch hier die Musik!

In diesem Sinne einen schönen Tag

Oliver
Es ist Alles schon gesagt nur noch nicht von Allen!
Karl Valentin
HZJ 79 mit Fernwehkabine und Eigenbau Flachbettpritsche

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