[quote=Jemael13 post_id=1063143 time=1729884652 user_id=22494]
Vielen Dank euch! Ich habe zwischenzeitlich selbst viel recherchiert und mich ein bisschen verliebt.
Verträgt der gute Pflanzliches Öl usw?
Ich würde nach Kauf sowieso Kühler, Thermostat, Wasserpumpe, Riemen, Viscolüfter wechseln. Um das schonmal frisch zu haben.
LG
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Nachdem Uwe da schon korrekt auf mögliche Probleme hingewiesen hat hier die Pflanzenölgeschichte noch etwas expliziter:
Da der KZ-T ohne Elektronik auskommt und als Motor der alten Schule technisch relativ einfach gestrickt ist liegt der Gedanke an Pflanzenölbetrieb für den technisch wirklich Begabten nicht ganz fern:
Ökonomische Gründe sehe ich mit der derzeitigen Besteuerungssituation in Deutschland derzeit nicht.
Möchte man den 1KZ allerdings z.B. als BUG Out Vehicle nutzen (immerhin ist er ja EMP unempfindlich) oder - in welcher Situation auch immer - gebunkertes Pflanzenöl (da nicht umweltgefährdend darf es ohne grosse Auflagen gelagert werden) damit fahren dann muss das Fahrzeug darauf vorbereitet werden damit man nicht mit 99%er Sicherheit nach wenigen Kilometern liegenbleibt.
Versucht man man trotzdem mit unvorbereitetem Motor mit 100% Pflanzenöl zu Fahren dann treten folgende Defekte auf:
- der Motor verliert nach wenigen Kilometern an Leistung und bleibt mit Spritmangelsymptomen liegen
- die Einspritzpumpe wird undicht
- ggf. fressen diverse mechanische Komponenten in der Einspritzpumpe die durch das zähe Pflanzenöl überlastet werden
Das sind Schäden die bei diversen mit Pflanzenöl betriebenen Motoren aufgetreten sind. Bei mir (150000km reine Pöl km - davon 100000km mit HZJ78), bei meinem Bruder (300tkm Pölbetrieb), bei zig Bekannten etc. .
Will man die Geschichte mit dem reinen Pflanzenölbetrieb ernsthaft und pannenarm (jeder der behauptet er hätte das pannenfrei über einen längeren Zeitraum gemacht lügt) betreiben, dann ist eine gründliche Überarbeitung der Kraftstoffanlage nötig.
Das Material für den Umbau kostet im Prinzip nur Kleingeld - aber es geht eine Unmenge Zeit für das Testen und Fehlersuche drauf:
- Umbau der Kraftstoffleitungen auf grösseren Durchmesser und rundziehende Schellen
- Kühlwasserwärmetauscher zur Erwärmung des Pflanzenöls
- Grösserer Kraftstoffilter als Serie (plus einige als Ersatz)
- ggf. Zweittank (Diesel) für die Warmlaufphase plus Umschaltgedöhns
Man wird - auch wenn man alles richtig gemacht hat - immer wieder mit Spritmangel liegenbleiben: wegen Undichtigkeiten im Kraftstoffsystem (das saugt an Verbindungsstellen immer wieder Luft an), verstopftem Kraftstoffilter (regelmässig, - bei meinem HZJ wars alle 5000km), verstopftem Tanksieb und diversen Undichtigkeiten.
Man sollte auch in der Lage sein seine Einspritzpumpe selbst abzudichten - inkl. Ein - und Ausbau. Die Dichtungen an sich kosten fast nichts - aber beim ersten Versuch arbeitet man da dran auch gern mal etwas an den filigranen Innereien auf - dann wirds ggf. richtig teuer. Am besten man hat gleich eine zweite Einspritzpumpe parat.
Meine letzte Pumpenzerlegeaktion ist erst ein paar Monate her - und gerne mach' ichs nicht.
Da der 1KZ-T kein billiger Wald- und Wiesenmotor ist und man nicht an jeder Ecke eine neue Einspritzpumpe für Kleingeld bekommt würde ich vom Pflanzenölbetrieb abraten
vG
Markus