Der Verhandlungsspielraum wird auch von Aspekten beeinflusst, die wir nicht oder nur schwer erkennen können. Es ist z.B. ein Unterschied, ob sich ein Verkäufer unkompliziert selbst mit Fahrzeugen eindecken kann, oder ob er selbst nicht so einfach an Fahrzeuge kommt. Wenn er sich selbst unbegrenzt mit Fahrzeugen eindecken kann, kann er vielleicht auch mal einen Wagen mit geringerer Gewinnspanne abgeben. Wenn er das nicht kann, wird er sich natürlich zweimal überlegen, ob er einen Preisnachlass gibt und damit die Option verliert, den Wagen später an einen Kunden ohne Preisnachlass zu verkaufen. So wie ich es aus der Ferne sehe, ist es für die Händler auch nicht so einfach immer zuverlässig an Autos zu kommen. Aber das ist nur eine sehr laienhafte Einschätzung.
Ebenfalls nicht zu vernachlässigen ist die Signalwirkung. Wenn einer der uns bekannten Händler einmal irgendjemanden einen grossen Preisnachlass gibt, muss der Händler damit rechnen, dass dieser Käufer das gleich im ganzen Internet postet und danach jeder folgende Kunde mit gleicher Erwartung dem Händler gegenübertritt.
Was wir bei all dem ebenfalls nicht vergessen dürfen, sind die hohen Investitionskosten der Eigenimporteure. All die Diskussionen, die wie hier selbst führen, ob wir einen J7 auf deutsche Zulassungsvorschriften bringen können, hat der Eigenimporteur auch. Und er muss dabei sogar in Vorleistung gehen und auch noch eine voraussichtliche Abnahmemenge schätzen für die Zeitspanne für die seine Vorleistung verwendbar ist. Sie ist nicht mehr verwendbar, wenn der Hersteller seine Spezifikationen ändert (das kann schon ein Softwareupdate sein), sich die Gesetzeslage ändert, oder aus irgendwelchen Gründen (z.B. politische Unruhe ?) nicht die geplante Absatzmenge erreicht werden kann. Wie ernst das Risiko ist, haben wir auch an Fa. Extrem gesehen.
Wir sollten also nicht um jeden Preis den Händler drücken wollen, sondern uns lieber freuen, dass es noch welche gibt, die das Risiko auf sich nehmen.
Meine Erfahrung war, dass mein Händler ohne meine Anzahlung nach eigenen Angaben gar nicht liquide genug war in Vorausleistung zu gehen. Also quasi eine on demand Lieferkette ohne Risiko für den Händler. Ich glaube folglich also auch nicht, dass da irgendein Kapital vorhanden ist, oder gar "lagernde Fahrzeuge", wie bei einem richtigen Autohaus. Das sind alles von Kunden angezahlte Fahrzeuge, die da auf dem Hof auf Umbauten warten. Dieses Bild hat sich mir so ergeben.
Deshalb auch kein Handlungsspielraum. Und immer knapp an der Wirtschaftlichkeit ohne Puffer. Würde mich nicht wundern, wenn sich die Extrem Insolvenz woanders wiederholt. Unter den Umständen wäre Dankbarkeit tatsächlich angebracht. Wenn da nur nicht immer dieser Pfusch hoch käme
Ja, ich weiß, es tut mir leid... ich dachte, ich hätte es in meiner Nachricht korrigiert...
Ich habe 46 Jahre meines Lebens in Frankreich verbracht, um jeden Tag auf Werbetafeln und in Supermärkten zu sehen, wie Nestlé mit einem Akzent geschrieben wird. Dass es zu einem Automatismus geworden ist, wenn ich schreibe, dass ich es nicht bemerke...
Und um das aufzugreifen, was AlpenCruiser oben gesagt hat, Nestle (ohne Akzent ) hat mir einmal gesagt, dass er eine jährliche Quote an Fahrzeugen hat, die er verkaufen darf.
Die Händler, die hauptberuflich Toyota Vertragshändler sind, dürfen sicherlich nur ein begrenztes Parallel Geschäft betreiben, alle anderen können verkaufen, was der Markt her gibt, solange die Zulassung noch möglich ist….
Preisentwicklung natürlich äußerst komplex und unsicher:
Doch schwächer werdender Euro erhöht Importpreise schon seit ein paar Wochen (Trump und andere, auch einheimische).
Und für die nächste Zeit: Empfehlung: Lagerfahrzeuge vom alten Einkaufskurs nehmen. Sind immer noch welche da.
Gruß Holger
PS: Empfehle immer P.N.. Aber bin zu analog, um mit "PN" hier im Forum zu arbeiten.