Odessa hat geschrieben: 25. Juni 2025 18:20
Thaiguy hat geschrieben: 25. Juni 2025 04:12
Richtig, der Tourismus ist eine weltweite Plage.
Früher, als man mit Tourismus noch nicht Geld in großem Stile verdient hat, waren Touristen eine gute Sache, sie brachten Kulturen einander näher, lernten und lehrten, dann begann der Tourismus eine Art Industrie zu werden, und mittlerweil ist es so, dass 99% der Touristen eine Qual für den Planeten sind.
Aber gut, der Planet geht sowieso unter, das ist deswegen nicht so schlimm, aber es gilt dennoch: ein guter Tourist ist nur der, der zu Hause oder wenigstens im eigenen Land bleibt.
Amen.
Ich wohne hier 7 km von der Grenze zu Österreich entfernt. Ich meine, der Tourismus ist für die hiesige Gegend ganz sicher keine grundsätzliche Plage.
Wenn ich den Älteren zuhöre, waren die über Feriengäste sehr froh (Zubrot) und die zahlreichen FeWo-Vermieter sind es heute noch.
Ich weiß nicht in welcher Lebenswirklichkeit du lebst, aber ich sehe das
bei weitem nicht so pessimistisch! Sicher gibt es auch negative Effekte, aber so pauschal und vernichtend wie du abrechnest, sehe ich es ganz sicher nicht.
Ja, Ältere, natürlich, für sie war der Tourismus eine Wohltat. Ich bin auch Österreicher (Graz), Deutscher natürlich auch, ich kenne beide Länder sehr gut. In Österreich gab es Gegenden, Täler, (gibt es natürlich noch), da kam von November bis Februar keine Sonne hin (z. B. die Gegend um den Hengstpass herum). Die Leute dort hatten außer dem, was sie von ihren Tieren hatten, genau gar nix, nicht mal Pullover, um sich vor der Kälte zu schützen. Dann kamen, in den 60-er Jahren die ersten Touristen dort hin, die sehr schnell gemerkt haben, wie es dort ausschaut und die Menschen mit Mitgebrachtem (Kleidung, Transistorradios, Gummistiefel, Decken, ...) versorgt haben.
Ja, da war Tourismus eine Wohltat, DIE Rettung aus der Not. Aber erstens waren das andere Menschen als heute, nicht solche Pappnasen, die sich am Gesehenen ergötzen, Vids machen und mit ihren Autos die Landschaft und die Weiden kaputt gefahren haben, sondern solche, die auf einem befestigten Weg, und sei es ein Schotterweg, gefahren sind, bis er aufgehört hat und dann zu Fuß weitergegangen sind (die Lasten weiter getragen haben). Bei den heutigen Touristen fängt der Spaß genau dort erst an, wo der befestigte Weg aufhört.
Merkste was?
Nee, mein geschätzter Odessa (ernst gemeint!), der Tourismus ist zu einem Übel geworden. Kennst du noch Benidorm, '50-er Jahre? Oder Korallenriffe, weltweit, also wo es halt welche gibt. Oder Phuket, Spanien, ... überall das gleiche: die Einheimischen machen zwar eine Mark Umsatz mit Touristen, (wenn diese, wofür auch hier Werbung gemacht wird, nicht ihr Bier und ihre Wienerle im Glas für vier Wochen im Cruiser mitbringen), können sich aber im Gegenzuge kein Haus in ihrer Heimat mehr leisten, weil die Kosten (des beschränkten Gutes Grund und Boden) sich verhundertfacht, ihre Gewinne mit/aus dem Tourismus aber nur verzehnfacht haben.
Tourismus, zu Zeiten Goethes, und bis in die '60-er Jahre hinein, war eine edle Einrichtung. Weil man nicht genug Geld zum Reisen und Urlauben hatte. In den '70-er Jahren fing die Umweltzerstörung an, weltweit. So wie man in Norditalien (Gardasee, Comer See, Lago die Maggiore, ...) jegliches Verlassen befestigter Wege mit motorisierten Kfz ohne Sondergenehmigung unter Strafe gestellt hat, so wird das in Skandinavien kommen, auf Island, überhaupt weltweit. Ist nur eine Frage der Zeit, bis auch die Letzten die Schäden des (überbordenden!) Tourismus zur Kenntnis nehmen. Auch die Türkei, wo man derzeit noch Euros braucht, wird irgendwann zu denen, die sie jetzt noch einladen, sagen, "nun, meine Herrschaften, ist Ende Gelände!"