Markenöl oder Baumarktöl?

Kraftstoffe, Öle, Spritsparen, Additive, Alternative Kraftstoffe usw.

Welches Motorenöl kaufst du?

NUR Markenöl zB direkt vom Fahrzeughersteller, Castrol oder so.
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Wenn das Öl die richtigen Spezifikationen (SAE, ACEA, Freigaben) laut Aufkleber auf der Rückseite hat, dann kaufe ich auch im Baumarkt, bei Lidl, Aldi, also egal welche Marke und ob diese als (billig) no-name eingestuft wird. Hauptsache ich vertraue den Aufkleber.
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HJ61-Freak
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Re: Markenöl oder Baumarktöl?

Beitrag von HJ61-Freak »

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Broesel hat geschrieben: 5. Januar 2026 10:10
Bei Messung in der Ölwanne misst man NACH dem erhitzen im Motor und VOR dem Ölkühler - damit ist ein dickeres Öl dort technisch erklärbar wärmer.
Spannend wäre es, wie es nach dem Ölkühler aussieht von der Temperatur.
Ich hatte damals für die Öltemperatur zwei Meßstellen am Motor: Eine an ganz unten an der Ölwanne außerhalb des Fahrtwinds mit Sensor und Anzeige von VDO und eine am Stutzen des Ölfilters im Vorlauf über die serienmäßige Multifunktionsanzeige. Tatsächlich war der über die Multifunktionsanzeige angegebene Temperaturwert stets etwas wärmer als derjenige unten an der Ölwanne. Die Differenz lag im Mittel bei ca. 5°C.

Eine Vergleichsmessung beider Ölsorten nach Durchlaufen des Ölkühlers habe ich damals nicht vorgenommen. Für mich war es in Ordnung, dass die Öltemperatur im Maximum mit dem 10W-60 unten in der Ölwanne bzw. am Ölfilterstutzen ok war.

Gruß

Florian
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Laertes
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Re: Markenöl oder Baumarktöl?

Beitrag von Laertes »

Broesel hat geschrieben: 5. Januar 2026 10:10


Hinzu kommt, das ein "dickeres" Öl bei Bewegung durch "enge Leitungen" mehr Scherung und "Reibung" und damit letztendlich mehr Wärme verursacht - das dürfte hier in dem Umfeld aber zu vernachlässigen sein, sei aber der Vollständigkeit erwähnt.
Und diese Reibung verursacht zwar einen messbar höheren Treibstoffverbrauch, verringert aber eben bei 60er Öl nicht die Scherstabilität, auf die es unter solchen Bedingungen vor allem ankommt. Der eventuelle Unterschied der Öltemperatur (den ich nicht gemessen habe) zu dünnerem Öl dürfte dabei eigentlich keine Rolle spielen.

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Broesel
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Re: Markenöl oder Baumarktöl?

Beitrag von Broesel »

Schrieb ich zu dem Punkt ja auch - das es hier vernachlässigbar sein sollte. :)

Der andere Punkt greift aber dennoch.

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Laertes
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Re: Markenöl oder Baumarktöl?

Beitrag von Laertes »

Broesel hat geschrieben: 5. Januar 2026 10:37
Schrieb ich zu dem Punkt ja auch - das es hier vernachlässigbar sein sollte. :)

Weshalb ich Deine Aussage bestätigen wollte! :)

Mir ging es aber nur um die Feststellung von robert23 (“Zu dickes Öl hat die selbe blöde Eigenschaft wie zu dünnes Motoröl. Es wird zu heiss.”), die ich technisch nicht nachvollziehen kann. Dass es geringfügig (!) heisser wird, muss doch eigentlich nicht begründet werden. Nur die Behauptung: “Es wird ZU heiss”, überzeugt mich eben nicht.
Aber gut, ich lasse es nun dabei, ehe es zum Kampf um des Kaisers Bart mutiert. :D

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Broesel
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Re: Markenöl oder Baumarktöl?

Beitrag von Broesel »

Ah - ok, ich dachte dir geht es darum "Warum es heisser wird".

Natürlich kann ein dickeres Öl bei hohen Temperaturen besser/länger eine ausreichende Schmierfähigkeit bewahren und ist, wnen man die Temperatur nicht niedriger bekommt, ein brauchbarer Kompromiss.
Allerdings verschleißt es mit zunehmender Temperatur auch schneller - da tut die Viskosität nicht viel zu Sache.
Da Öl beim "verschleissen" aber dazu neigt dünnflüssiger zu werden, hat man da auch etwas mehr Reserven als wenn ein dünnflüssiges Öl noch dünnflüssiger wird....

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robert23
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Re: Markenöl oder Baumarktöl?

Beitrag von robert23 »

Natürlich kann ein dickeres Öl bei hohen Temperaturen besser/länger eine ausreichende Schmierfähigkeit bewahren und ist, wenn man die Temperatur nicht niedriger bekommt, ein brauchbarer Kompromiss.
Das würde heissen, dass einzig die Viskosität bestimmend ist für die Schmierfähigkeit. Die reine Viskosität ist nur ein kleiner Baustein.
Da keiner weiß was es für ein 10W60 Öl war, werden wir nie dieses Rätsel lösen. Allein bei den Grundölen gibt es soviel verschiedene, welche unterschiedliche Wärmekapazitäten haben bei gleicher Visko haben.
Allerdings verschleißt es mit zunehmender Temperatur auch schneller - da tut die Viskosität nicht viel zu Sache.
Jein. Der Verschleiss des Öls durch die extreme Visko-Spreizung (VI-Verbesserer/Polymere) ist höher als der Verschleiss durch Hitze.
Mir ging es aber nur um die Feststellung von robert23 (“Zu dickes Öl hat die selbe blöde Eigenschaft wie zu dünnes Motoröl. Es wird zu heiss.”), die ich technisch nicht nachvollziehen kann.
Ist eigentlich leicht zu erklären. Wenn ich eine zu hohe Viskosität im Motor verwende ohne sämliche Ölbohrungen und die Ölpumpe darauf abzustimmen, verändere ich das Thermomanagement und die Strömungsgeschwindigkeiten im Ölkreislauf. Deswegen gibt es ja Vorgaben passend für den Motor für die möglichen Viskositäten.

Sehr komplexes Thema. Aber auch wahnsinnig interessant.

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HJ61-Freak
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Re: Markenöl oder Baumarktöl?

Beitrag von HJ61-Freak »

robert23 hat geschrieben: 7. Januar 2026 20:53
Da keiner weiß was es für ein 10W60 Öl war, werden wir nie dieses Rätsel lösen.
Wie oben bereits geschrieben, handelte es sich um das Castrol RS 10W-60. Das sollte es heute auch noch geben.
robert23 hat geschrieben: 7. Januar 2026 20:53
Ist eigentlich leicht zu erklären. Wenn ich eine zu hohe Viskosität im Motor verwende ohne sämliche Ölbohrungen und die Ölpumpe darauf abzustimmen, verändere ich das Thermomanagement und die Strömungsgeschwindigkeiten im Ölkreislauf. Deswegen gibt es ja Vorgaben passend für den Motor für die möglichen Viskositäten.
Da für den besagten Motor 10W-40 freigegeben ist, war es problemlos möglich 10W-60 zunutzen. Beide Öle verhalten sich im kalten Zustand bzgl. der Viskosität nahezu identisch. Lediglich im heißen Temperaturbereich hält das 10W-60 länger seine Viskosität auf einem höheren Niveau als es das 10W-40 in der Lage ist. Rein bezogen auf den Förderdruck der Ölpumpe führte dieser Effekt bei einer Öltemperatur von 150°C zu einer Differenz im Maximum des Öldrucks von knapp 0,9 bar zugunsten des 10W-60-Öls (2,7 zu 1,8 bar ab ca. 2.800 U/min). Laut Herstellervorgabe sollen bei dieser Drehzahl mindestens 2,0 bar Öldruck anliegen. Im Leerlauf bei gleicher Öltemperatur waren es um die 0,4 bar Mehrdruck mit dem 10W-60 (0,1 zu 0,5 bar). Mit dem 10W-40-Öl ging im Leerlauf die Öldruckwarnlampe samt Summer an, während das mit dem 10W-60 nicht der Fall war. Die Ölpumpe war ok, ebenso die Lagerstellen im Motor.

Gruß

Florian
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Laertes
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Re: Markenöl oder Baumarktöl?

Beitrag von Laertes »

robert23 hat geschrieben: 7. Januar 2026 20:53
Mir ging es aber nur um die Feststellung von robert23 (“Zu dickes Öl hat die selbe blöde Eigenschaft wie zu dünnes Motoröl. Es wird zu heiss.”), die ich technisch nicht nachvollziehen kann.
Ist eigentlich leicht zu erklären. Wenn ich eine zu hohe Viskosität im Motor verwende ohne sämliche Ölbohrungen und die Ölpumpe darauf abzustimmen, verändere ich das Thermomanagement und die Strömungsgeschwindigkeiten im Ölkreislauf. Deswegen gibt es ja Vorgaben passend für den Motor für die möglichen Viskositäten.

Sehr komplexes Thema. Aber auch wahnsinnig interessant.
In einem früheren Leben hatte ich enge Kontakte zu einer recht bekannten Firma für Motorentechnik. Dort fuhr man z.B. fabrikneue Hochleistungsmotoren auf einem Prüfstand ein, benutzte und erprobte unterschiedlichste Öle; u.a. auch das besagte 10W60 von Castrol.

Das Lesen Deiner Erklärung (siehe Zitat) lässt mich vermuten, dass hier Überlegungen, nicht aber Erfahrungen, die Basis sind, denn Deine Annahmen trafen in der von mir erwähnten Praxis nicht zu.

Aber Du hast Recht: es ist tatsächlich ein interessantes Thema ! :)

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robert23
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Re: Markenöl oder Baumarktöl?

Beitrag von robert23 »

Du verweist auf Erfahrungen zu Hochleistungsmotoren.
Ganz andere Hardwarevorraussetzungen.
Ich habe Bezug genommen auf den genannten Passat mit leichtem Tuning (Nockenwelle und Verdichtung).
Das ist für mich nicht im geringsten vergleichbar mit Hochleistungsmotoren.

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Moosi
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Re: Markenöl oder Baumarktöl?

Beitrag von Moosi »

HJ61-Freak hat geschrieben: 5. Januar 2026 10:13
Das größte Problem des RS 10W-60 waren dann auch die Dichtungen im Motor. Ich musste alle Dichtungen und Wellendichtringe gegen moderne Varianten austauschen, weil sich die alten Dichtmaterialien schlicht aufgelöst oder bei Korkmaterial einfach ihr Volumen verloren haben bzw. ausgehärtet sind.
Dieses Problem kann ich bestätigen. Einer meiner Motoren mit diesem Castrol Öl siffte stark und ich musste einige Dichtungen ersetzen.

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