FairKehr hat geschrieben: 21. November 2024 11:03
Stimmt - die H-Einstufung kann auch jederzeit vom Prüfer zurückgezogen werden, wenn etwas nicht passt.
Mich würde an dieser Stelle interessieren, wie Du zu dieser Info oder Erkenntnis kommst.
Der vorgeschriebene Ablauf ist, vor der Oldtimer-Zulassung ist eine normale HU/AU vorgegeben. Hier wird unabhängig vom "H" der rein technische Zustand geprüft, ob die Straßentauglichkeit gegeben ist. Es können hier auch Teile verbaut sein, die zwar zulässig sind, jedoch nicht H-konform sein müssen, also LED-Scheinwerfer oder moderne Felgen etc.. Solange alles eingetragen oder mit Gutachten, alles gut. Auch sind unterschiedlich oder schlecht lackierte Bauteile oder Rost, verschlissene Sitze oder ein rissiges Armaturenbrett irrelevant.
Nach bestandener HU/AU folgt die eigentliche Oldtimer-Abnahme, die ganz anderen Kriterien unterliegt, z.B. Patina bis zu einem gewissen Ausmaß ok, Rost, abblätternde Farbe nicht. So geht es weiter mit Interieur, Exterieur, Technik, Motor usw., Unterschied zwischen Gebrauchtwagen und Oldtimer eben.
Sinnvollerweise macht man dann noch ein Wertgutachten, wenn man schon mal dabei ist.
Die H-Zulassung aberkennen, wenn etwas nicht passt... ?
Meine Erfahrung und Startschuß für meinen Umbau war letzten Endes die ANMERKUNG im letzten TÜV-Bericht, daß "der allgemeine Erhaltungszustand nicht mehr den Kriterien der Oldtimer-Zulassung entspräche, hier würde Handlungsbedarf bestehen." Technisch ist mein Lux ohne Mängel.
Adäquat müßte dann bei LED-Scheinwerfern stehen "die Beleuchtungseinrichtung entspricht nicht..." usw.. Bei der nächsten HU einfach mal den Prüfer oder die Prüforganisation wechseln, vielleicht sieht es der Prüfer ja anders, ich wage zu bezweifeln, daß der andere Prüfer Zugriff auf TÜV-Berichte anderer Organisationen hat, also neues Spiel, neues Glück.
Möglich ist es allerdings, im Rahmen der HU auch auf die Anforderungen zur Einstufung als Oldtimer zum Zeitpunkt der Hauptuntersuchung zu prüfen. Die neue Plakette wird dann nicht erteilt, wenn Mängel für den Prüfer ersichtlich sind, die den Status als Oldtimer nicht mehr rechtfertigen. Gilt aber m.E. nur für krasse Fälle, runtergerockt, verrostet.
Fürs "H" vermeintlich unzulässige Änderungen sind ein Thema für sich, wie hier auch diskutiert und daß Prüfer der unterschiedlichsten Prüforganisationen unterschiedlichste Meinungen haben, ist auch bekannt. Bei meinem Lux gehen die Meinungen auch auseinander, von "Bastelbude, niemals Zulassungsfähig" bis "whow, toller, zeitgemäßer Umbau, prüfe ich gerne".
Meine Erfahrung ist, man muß sich letzten Endes besser mit seinem Projekt auskennen als der Prüfer und seine zeitgenössischen Umbauten auch durch Prospekte, Kataloge, Unterlagen etc. belegen können. Ob es passt, merkt man im Vorgespräch, ansonsten anderer Prüfer. Zur "H-Änderungsabnahme" bekommt "mein" aaS einen Sackvoll Unterlagen inklusive einem Fotoalbum der Dokumentation des Umbaus und Restaurierung.
Schlußendlich habe ich mit mindestens 10 Gutachtern gesprochen bis ich einen gefunden habe, der mein Projekt gut und zeitgemäß findet, mit dem ich im Vorfeld Dinge abklären kann und der es begleitet.
Nu hab ich auch noch meinen Senf dazu abgegeben, vieles wurde auch schon gesagt.
Gruß Martin