Danke an Romain, Andy und Werner für die ausführlichen Antworten! Ihr scheints ja alle große Fans der Fahrwerke zu sein...
Wie zuvor schon mal erwähnt, bereite ich mich hier im Forum auf den Kauf eines gebrauchten J9 im 2011er Jahr vor, und sammle die wichtigsten Tipps für die Praxis. Einerseits: welche Macken/Schwächen muss ich berücksichtigen, um Schrottkisten aussortieren, beim Kauf einen fairen Preis aushandeln und ihn dann technisch präparieren zu können (Kühlerschläuche, Einspritzdüsen, Sperren- und Kardangehäuse usw.). Mein zweites Thema ist dann: wie bereite ich meinen J9 auf sein Leben mit mir vor (Reifen & Fahrwerk).
Mein Zugang zu den Reifen ist folgender: wenn irgendwie möglich, möchte ich gerne einen Gebrauchten erwischen, der großteils "zivil" bewegt worden und im Originalzustand ist. Da rechne ich mir die höchsten Chancen aus, dass der Gesamtzustand passt. Da ein 7-10 Jahre alter Wagen in den seltensten Fällen neuwertig bereift ist, und "Zivilversionen" normale Straßen-Reifen drauf haben, brauche ich höchstwahrscheinlich sowieso sofort neue "richtige" Reifen = ATs. Die montierten sind auch wahrscheinlich älter als 4 Jahre = Gummi hat keinen vollen Grip mehr, oder glatzert. Oder beides

Und wenn ich schon neue ATs von BFG oder General Tire kaufe, dann gleich größere bzw. die größten, die für mich Sinn machen. Dabei möchte ich im Auge behalten, dass ich etwas später evtl. mit dem J9 auch in Nord/West-Afrika unterwegs sein werde, und ich dort ohne Verrenkungen Ersatzreifen kriegen möchte. 235/85 R16 kriegt man dort angeblich, und lt. Berichten hier im Forum passt der auf alle Fälle "einfach so" in den Radkasten. Und da der 265/75 R16 nahezu den identischen Abrollumfang hat und interessanterweise (z.B. bei Mayerosch) gleich viel kostet, wäre es naheliegend, gleich den 265er anzupacken, wenn es mit leichten Anpassungen am Radkasten möglich ist (Innenkotflügel + bördeln?).
Mittlerweile spekuliere ich aufgrund der Anregung diverser J9-Fahrer sogar mit der 8" Felge vom J8, das würde mir optisch sehr gut gefallen, weil der Reifen gleich breiter und weniger "birnenförmig" wird. (Außerdem wären dann später 285er gut machbar) Aber: Falls der 265er nur mit Fahrwerk beim vollen Einfedern "schleiffrei" zu kriegen ist, dann wirds fürs Erste evtl. wohl nur der 235/85er. Aber die bescheidene Optik?

Ein UFS ist für mich absolute Basisausstattung; trotz der gutgemeinten Empfehlung einer umgekehrten Reihenfolge hat der 1. Priorität bei mir. Die rd. 500 € ist mir der Schutz der "Eingeweide" wert.
Zum Thema Fahrwerk finde ich die Rückmeldungen interessant, dass bei niedriger bis mittlerer Beladung das mittlere OME besser sei - bei näherer Betrachtung recht plausibel. Ich würde zuhause onroad ca. 25.000km/a quasi unbeladen rumfahren - da sollte es mir weder die Plomben rausschütteln noch das Auto in Mitleidenschaft ziehen. Und die 300 extra-Kilos on tour wird das mittlere wohl locker wegstecken. Ich würde aber den ganzen Aufwand am Fahrwerk nur anpacken, wenn mindestens 4-5cm gewonnen werden. Das führt mich zur nächsten Frage: kann man 3 Zoll / 7,5cm realisieren, ohne Antriebswellen und Kardan anpassen zu müssen? Wenn nicht, was genau ist da zu tun? Der Gedanke "wenn schon, denn schon" ist natürlich verführerisch - also gleich 3 Zoll und noch größere Räder, z.B. 285/75 R16.

Noch ein philosophischer Ansatz bzgl. Prioritäten: hier und in anderen Allradler-Foren wird teilweise ziemlich leidenschaftlich darauf hingewiesen, dass man zusätzliche Bodenfreiheit = Luft unterm Diff nur durch größere Räder erreicht. Daher wären die Räder für mich die 1. Priorität, weil davon profitiert man immer. Und eine Höherlegung würde zwar Platz für die größeren Räder schaffen, aber "nur" die Bauchfreiheit verbessern. Wobei "nur" nicht stimmt: bei entsprechender Detailarbeit wird die Verschränkung erhöht. So gesehen wären für mich die Räder wichtiger als die Höherlegung, aber da haben wir wohl ein Henne-Ei-Problem? Klar ist beides optimal, die Frage ist nur: krieg ich jetzt die 265/75er ohne Fahrwerk rein oder nicht? Kann ja dann ein Jahr später das Fahrwerk nachrüsten. Ist ja auch ein finanzielles Thema (da gibts Hauspläne, ein Wohnmobil und andere Hobbies zu unterhalten...)
Zuletzt das 2T-Öl als Dieselzusatz - evtl. werde ich das auch machen. Welche Menge mischt Ihr auf einen Tank bei? Würdet Ihr das sowohl beim KZJ als auch beim KDJ praktizieren? Habt Ihr keine Angst vor Verkokungen? Gäbe es da nicht irgend ein offiziell dafür konzipiertes Diesel-Additiv, das rückstandsfreier verbrennt?
Herzliche Grüße von Julius