Hi,
beim Blitzeinschlag in ein Auto sind die Autoreifen ja prinzipiell eher hinderlich.
Da der Abstand von Felge oder Fahrwerksteilen zur Erde aber recht gering ist, springt der Blitz hier einfach nochmals über, von z.B: Felge zur Erde.
In diesem Video kann man es z.B. recht gut sehen:
http://www.youtube.com/watch?v=IrQsghadA8ABeim Berühren eines (Rad)-Baggerarmes an einer Hochspannungsleitung ist das Problem, dass die Spannung nicht reicht, um einen Lichtbogen (Blitz) von Felge zu Erde zu bilden und dann die Leitung sozusagen kurzzuschließen und somit das Abschalten im E-Werk zu erzwingen.
Somit hat der (durch die Gummireifen zur Erde hin isoliert stehende) Bagger durch die Berührung der Hochspannungsleitung das Potential der Leitung, er ist sozusagen ein Teil der Leitung geworden.
Solange der Baggerfahrer nun im Bagger sitzt, hat er keinen Kontakt zur Erde, es kann also kein Strom durch ihn fließen. Er ist wie ein Vogel, der auf der Hochspannungsleitung sitzt.
Wenn der Baggerfahrer nun aussteigt, bildet er in dem Moment, in dem er mit einem Fuß den Boden berührtt, sich aber am Bagger noch festhalt, die Leitung zwischen Hochspannungsleitung und Erde.
Tja, und dann fließt ein Strom durch ihn, der nicht gerade gering ist.
Die VDE definiert für den Menschen mit feuchter Haut einen Widerstand von 1000 Ohm (1kOhm)
Relistisch ist es bei trockener Haut durchaus auch 10 bis 20 kOhm, die VDE geht da aber auf Nummer sicher.
Bei einer Überlandleitung mit 380.000 Volt fließen durch den Baggerfahrer dann 380 Ampere. (Bei Ansatz der VDE-Grenze, ansonsten immer noch 19-38 Ampere).
Gefährlich für den Menschen sind Ströme >= 50 Miliampere (nach VDE also bei 50 Volt = Kleinspannungsgrenze erreicht)
Das ist ein Schei..moment für einen Baggerfahrer.
Als Baggerfahrer kann man versuchen in großem Bogen vom Bagger runterzuspringen (ohne dabei jemals gleichzeitig Bagger und Erde zu berühren), als Helfer ist es notwendig sich vom Bagger entfernt zu halten, bis er geerdet ist.
Da heutzutage ein Baggerfahrer im Normalfall wohl ein Handy dabei haben wird, ist es natürlich deutlich einfacher sich bemerkbar zu machen, wenn kein Mitarbeiter in der Nähe ist, als noch vor 25 Jahren.
Daher schätze ich mal, dass der Tipp mit dem Runterspringen heutzutage nicht mehr gegeben wird.
Am Besten ist es jedoch, Ruhe zu bewahren, E-Werk alarmieren und warten bis die Leute die Leitung abgeschaltet haben und einen Trupp hergeschickt haben, der geschult die Spannungsfreiheit der Leitung prüfen und die Erdung vornehmen kann.
Das Gleiche Problem hat z.B. auch die Feuerwehr, wenn der Bagger in solch einer Situation anfängt zu brennen.
Der Autokran wird seine stützen auf Holzbrettern oder den neuen Hartgummiplatten abgesenkt haben und damit auch die Stützen gegen die Erde isoliert. (Oder die Stützen sind durch den Aufbau der Hydraulik isoliert, das weiß ich nicht)
Somit hatte der Autokranfahrer den gleichen Effekt wie ein Radbaggerfahrer ... mit eben dem Brutzeleffekt beim Absteigen.
Wie Autokrahn- und Baggerfahrer nach BG geschult werden, sich in solch einen Moment zu verhalten, weiß ich nicht. Das können Leute wie Wolli u.ä. besser beantworten.
Das große Problem in solch einem Moment ist das Erkennen der Situation.
Viele Grüße
Onkelchen