Hallo,
ja, leider wird es immer schwieriger gute Stellplätze für eine Nacht zu finden, schon gar nicht für einige Tage. Praktisch in ganz Europa herrscht mehr oder weniger irgend eine Art von Verbot. Derzeit ist Frankreich im grossen Umbruch, all unsere gesammelten Stellplätze der letzten Jahrzehnte sind entweder abgesperrt oder mit Verbots-Schildern geschmückt.
Es bleibt fast nur mehr die Möglichkeit, sich "illegal" wohin zu stellen. Hier sind die Folgen in den verschiedenen Ländern unterschiedlich: in unserem Nachbarland Slowenien wird streng gestraft, die Strafe beträgt das dreifache einer CP-Übernachtung (erlebt im Raum Bled und im Soca-Tal, dann immer "orientalisch" gelöst: halber Tarif ohne Beleg......). In Italien ist auch oft Alles verboten, aber keiner ist wirklich erpicht Camper zu vertreiben (ausgenommen direkt neben dem CP). Schweiz ist tabu, da fahren wir immer nur durch. Deutschland und Österreich geht mit etwas Vorsicht und gut gedeckt (ausgenommen Tirol: da kommt der Jäger mit dem Schiessgewehr...). Dänemark ist ganz schlimm, Schweden und Norwegen sind da fast schon paradiesisch liberal.
Schlafplatz-Suche sollte schon vor Einbruch der Dämmerung beginnen, event. erst später tatsächlich Hinstellen. Ein Combi-artiger Camper hat`s da oft einfacher als ein Dachzelt-Camper, der ja den Abend im Freien verbringen muss und dafür sein Equipment rausräumen muss.
"Zweimal Abbiegen": soll heissen, einmal runter von der Haupstrasse auf die Nebenstrasse, dann nochmals runter von der Nebenstrasse ins "Gebüsch" (Holzlagerplatz, Wandererparkplatz, Seilbahn, Loipe, Sportplatz, Fischer-Parkplatz, Friedhof). Vermeiden sollte man: ungemähte Futterwiesen, Jägerparkplatz unter Hochstand (der kommt um 4 h morgens), Hubschrauberlandeplatz

, weithin einsehbare stellplätze.
Ein kurzes Erlebnis im Risnjak-Gebirge: wir finden nach allen Regel der Kunst einen uneinsichtigen Stellplatz, wegen des nasskalten Wetters sammeln wir Lagerfeuerholz. Dabei hören wir immer eigenartige Grunzgeräusche aus dem nahen Gebüsch. Ich beruhige meine Frau "das ist bloss eine verlaufene Kuh". Wenig später stöbern uns zwei freundliche ältere Parkranger auf und weisen uns bloss an, kein Feuer zu machen. Darauf frage ich ganz verblüfft, wieso sie uns nicht verjagen: "spätestens wenn Sie Essen auspacken kommen die Bären und vertreiben Sie ohnedies!"
Mit einem Wort: Stellplatzsuche ist das letzte verbliebene Abenteuer, ein Patentrezept gibt`s dafür ebensowenig wie für das Suchen einer Stecknadel im Heuhaufen

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Weiterhin fröhliches Reisen, solange se noch geht
Saharapoldi