Schon seit längerer Zeit bin ich ein fleissiger Mitleser hier im Forum und nun möchte ich hier endlich unseren Landcruiser vorstellen: Es gibt wieder ein HDJ80 mehr in der Schweiz, der auf Reisen geschickt werden möchte. Durchs Elternhaus schon einseitig auf Landcruiser geprägt und vom Reisevirus angesteckt, konnte ich nun vor Kurzem zusammen mit meiner Freundin den Traum vom eigenen Landcruiser erfüllen. Wie ein HDJ80 aussieht, wisst ihr ja alle, deshalb werde ich jetzt auch keine Bilderflut des Autos hier reinstellen, ins Detail möchte ich dann beim Innenausbau gehen. An dieser Stelle hier trotzdem ein Bild des Toyos
Einige Eckdaten: 1996er VX-Modell mit 1HD-FT 24V Motor, 235'000km, Safari-Snorkel, OME-Fahrwerk schwer, BFG All-Terrains, African Outback Dachträger. Abgesehen von den üblichen Problemchen (Rost hinter der Seitenverkleidung Radkästen hinten und einer langsam leckenden Achskugel resp. Achsdichtung rechts) ist das Fahrzeug in einem guten Zustand.
2015 soll es auf grosse Reise durch die beiden Amerikas gehen und dafür wollen wir das Auto ausbauen. Die Idee ist, nebst Bodenplatte und Wassertank, ein Schubladensystem und darüber eine Liegefläche zu konstruieren. Ja, wir wollen im Auto schlafen und ja, vielleicht ist es zu eng, zu heiss, zu feucht, zu viele Mücken; aber so richtig werden wir das erst nach unserer Testreise in die Pyrenäen diesen Sommer wissen...vielleicht wirds dann doch ein Dachzelt
Zum Ausbau Teil 1: Konzept, Bodenplatte und Bettgestell
Auf dem Reissbrett haben wir uns das etwa so gedacht (gezeichnet mit Google Gratisprogramm SketchUp):
Als Basis dient uns eine Siebdruckplatte 18mm, auf die wir alles weitere aufbauen, d.h. unsere beiden Schubladen und die Liegefläche darüber. Zudem soll es hinter den Fahrersitzen noch Platz für einen Kühlschrank und RAKO-Kisten haben.
Begonnen haben wir mit der Bodenplatte. Als erstes wurden die Aussparungen für die Radkästen, den Deckel für den Wassertank und die Wartungsklappe der Dieselpumpe ausgeschnitten:
Dann wurden alle Kanten abgeschliffen und der Höhenunterschied von vorne nach hinten des Fahrzeugbodens durch Holzleisten ausgeglichen:
Um die weiteren Unebenheiten auszugleichen und um Vibrationen und Lärm zu dämmen kommt unter die Bodenplatte eine Isolation (10mm X-trem Isolator aus dem Campingbereich):
So sieht es aus, wenn die Bodenplatte drinliegt:
Die Platte wird später mit vorne 4 M10 Schrauben in die Originalgewinde der Rücksitze und hinten mit 2 M8 Schrauben und 4mm Alu-Gegenplatte und Stoppmutter durch den Wagenboden verschraubt.
Im Fussraum der hinteren Passagiere haben wir einen Kunststofftank installiert, der genau in diese Aussparung passt. Wir wollen den Tank mit einer Druckwasserpumpe anschliessen. Zur Not kann auf der einen Seite das Wasser auch über einen Kugelhahn abgelassen werden. Die Gewinde wurden mit Teflonband umwickelt.
Fürs Bettgestell haben wir uns für die ITEM Aluprofile Bauserie 5 entschieden. Dies sind 4-Kant Aluprofile 20x20mm die auf jeder Seite eine Nut aufweisen. In diese Nut kann ein Nutenstein eingefahren werden (eine Art Schiffchen mit Gewinde drin) und daran kann man diverse Sachen befestigen und auch mithilfe von Verbindern die Profile untereinander formschlüssig verbinden. Sämtliche Schrauben im ganzen Projekt haben wir je nach Möglichkeit mit Loctite mittelfest (in "Pritt-Leimstift-Form" sehr empfehlenswert, danke an MM!) oder Stoppmuttern gesichert.
Danach alles zur Anprobe ins Fahrzeug und siehe da, es passt alles. Das Gestell werden wir mit Stuhlwinkeln aus dem Baumarkt und Einschlagmuttern auf der Bodenplatte befestigen. Nun war schon in etwa ein Viertel unserer Bauzeit (und der Ferien, versteht sich) vorüber. Als nächstes stand das Montieren der Schubladenschienen und das Bauen der Schubladen auf dem Programm. Dazu in einem weiteren Teil mehr.
Ich hoffe, ihr hattet Spass beim Lesen und freut euch auf Teil zwei.
Gruss,
L & M





