So, mal wieder Zeit für ein Update.
Nachdem Außen viel passiert ist haben wir in den letzten 2 Monaten den Innenausbau zu 95% fertiggestellt.
Als aller erstes wurde alles aus dem hinteren Teil des Autos geholt und der Boden mit Alubutyl beklebt. Dann haben wir mit einem 10m Stück Schneiderpapier eine Schablone gefertigt, mit Hilfe derer wir dann die Bodenplatte zurecht gesägt haben. Da die Platten aus dem Bauhaus 250x125 haben konnten wir nicht den gesamten Boden aus einem Stück machen, was aber nicht weiter schlimm ist. Die Platte ist trotzdem zwischen den Radkästen „eingeklemmt” und bewegt sich nirgends hin, weder zur Seite noch nach vorne oder hinten. Da wir mitten in Berlin wohnen hat sich das Sägen generell als sehr nervig herausgestellt: das Wohnzimmer war zeitweise eine einzige Holzstaubwüste und das ständige Schleppen der Platte zum Auto und zurück für Nacharbeiten ging kräftig auf die Nerven




Nachdem die Platte drin war ging es ans Layout. Wir wollen erstmal kein Aufstelldach aus Platz- und Geldgründen und deswegen ist die Anforderung, dass man drin schlafen kann aber auch an einem regnerischen Tag innen Platz hat zum Sitzen oder Arbeiten. Da mein Mann recht groß ist (186) brauchen wir genug Kopfhöhe um bequem sitzen zu können. Wir haben uns deshalb für das Layout unten entschieden: alle Möbel sind 40cm hoch, was genug Platz zum Sachen verstauen und eine gerade Fläche zum Schlafen bietet. Durch die höhenverstellbare Bank hinten links kann man trotzdem angenehmen sitzen wenn man die Bank auf 25cm absenkt.

Nach dem Planen ging es ans Bauen: es wurde weiter in der Wohnung gesägt und nach ein paar Tests haben wir angefangen, im Auto zu bauen. Hierbei haben sich 90° Winkeln, wo man Bretter einspannen kann (keine Ahnung wie das heisst, die roten Teile auf dem Bild oben) und eine Vorrichtung um sog. „Pocket joints” zu bohren als unbezahlbar erwiesen. Damit lässt sich deutlich einfacher Bretter verbinden - eine wahre Offenbarung! Die Scharnieren sind übrigens auch richtig toll - sehr stabil und die schweren Klappen der Truhen lassen sich mühelos öffnen.




Nach den ersten Basic Sachen ging es dann an der Elektro-Installation. Diese besteht im wesentlichen aus:
- 120 Ampere AGM - irgendwann wird sie von einer Lithium ersetzt
- CTEK DS250se Ladebooster mit 20a (Eingang für Lichtmaschine und Solar)
- Ective CSI 1000 Wechselrichter, der gleichzeitig über Landstrom laden kann
- Votronic LCD 100 smart shunt mit kleinem Bildschirm, der den Ladestand der Zweitbatterie anzeigen kann und auch genau wie viel Strom in die Batterie rein und raus geht. Tolles Teil übrigens!
- Votronic switch, der über den Bildschirm gesteuert per Relais alle Verbraucher an und aus machen kann. Es ist auch gleichzeitig ein Batteriewächter
- Sicherungskasten
Dazu die folgenden Hauptverbraucher:
- Dometic Coolfreeze 36L Kühlschrank (älteres Modell aber neu für 360€ von Amazon, was ein deal! Die neue Serie kostet entspannte 900€)
- LEDs im Innenraum
- Elgena KB6 Boiler
- Pumpe
- Ein paar Ladegeräte für USB A und USB C, inklusive einem mit dem man das Macbook mit 65W aufladen kann
Wir haben in einem (recht kleinen) Kasten hinter dem Beifahrer alles untergebracht: erstmal die Batterie, dann alles andere drum herum. Ist ein ziemliches Kabelsalat aber gut, bin kein Profi und es funktioniert



Wechselrichter hängt außerhalb vom Kasten, quasi direkt hinter dem Sitz. Dort ist auch der Bildschirm zur Ladestand-Kontrolle und ein Schalter um alles vom Netz zu trennen:


Als nächstes war das Wasser dran: wir haben ein 80L Tank, aus dem wir _nicht_ trinken werden, sondern zum Warm Duschen und Abwasch usw. Wasser wird über einen Mischbatterie auf die perfekte Temperatur gebracht (in Theorie, weil in Praxis funktioniert das Wassersystem grad nicht wirklich - Thermosicherung ist auch erstmal durchgeschmorrt...). Irgendwie ist die Mischbatterie, also die einzige Metall auf Metall Verbindung, nicht sehr dicht, trotz Teflonband. Wer Tipps hat gerne!

Zu guter Letzt war der hintere Teil des Ausbaus dran:
Links die Bank im abgesenkten Zustand

Und aufgebockt

Das Einrast-„Mechanismus” besteht aus 10 Metallteilen, die wie Nägel aussehen die pro Hälfte eine andere Dicke haben. Das dünne Ende ist in dem beweglichen Teil der Bank gerammt und geklebt, das dicke Ende rastet in Löcher ein. Es ist - überraschend - stabil und man sitzt wirklich bequem.
Rechts haben wir eine große Truhe gebaut, recht unspektakulär. An der Truhe und an der Bank gibt es eine U-förmige Aluschiene, in der das mittlere Brett dank Kerbe perfekt einrastet. Wir waren dann in einem Schaumstoffladen, haben die Matratze geholt, zuschneiden lassen und dann Bezüge genäht. So sieht das Bett aufgebaut aus:

Up next: Laguna Tischgestell an der mittleren Platte und endlich den ersten Urlaub Anfang Oktober. Korsika oder Albanien, eins der beiden wird's werden

Vorfreude steigt!
Fragen? Ideen? (Komplimente?)