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Nach 95 Seiten ist ja alles schon ziemlich ausdiskutiert
aber ich dachte, ich füge noch ein paar Erfahrungen aus der Realität an. Ich habe einen Hilux 3.0D BJ 2013 und ein Tesla Model S BJ 2015. Bin also weit davon entfernt als Missionar für Elektromobilität aufzutreten.Ich sehe das Thema relativ nüchtern. Mir war klar, daß wir mit dem Verbrennen von fossilen Brennstoffen nicht ewig weitermachen können. Wer mag, kann sich ja mal über die Infrarotabsorption von CO2 schlau machen. Also wollte ich auf alternative Antriebe umstellen.
Bin also damals zu meinem Benz-Händler gegangen und wollte wissen, wie es mit der Brennstoffzelle/Wasserstoffantrieb aussieht. 1 Jahr vorher ließ Daimler den blauen Wasserstoff-SLS von China nach Europa fahren, da müßte doch was gehen. Antwort: Termine nicht bekannt. Aha - und auch heute hat die dt. Autoindustrie kein H2-Fahrzeug am Start.
Fuhr dann immer wenn ich in San Francisco beruflich weilte ein Hybrid-Fahrzeug (meist Toyota). War nicht begeistert. Die Kisten sind lahm wie eine Schlaftablette und schleppen die Batterie mit sich rum, so daß der Verbrauch fast so hoch wie bei einem konvetionellen Auto ist.
Blieb noch warten auf H2-Japaner, aber so ein Mirai ist ja designmäßig einfach nur das Grauen.
Langer Rede kurzer Sinn: nur Tesla baut e-Autos, die ein konventionelles Fahrzeug komplett ersetzen können. Sie habe früh erkannt, daß man zum Produkt auch einen Service braucht, und der hieß Supercharger. Anstatt 800 Kilometer durchzufahren, macht es mir heute Spaß, die Ladestrategie auszusuchen, vielleich zweimal 30 Min zu laden, und mich am Verbrauch zu freuen (200-220 Wh/km - umgerechnet ca 2.5 l/100km Sprit).
Dazu kommen noch alle anderen Gimmicks, die ja schon diskutiert wurden (Ansätze des autonomen Fahrens, Softwareupdates, keine Reparatur- und Servicekosten, usw).
Mir wäre sogar noch lieber gewesen, Tesla hätte jetzt einen Pickup anstatt des Semi vorgestellt. Nicht daß ich meinen Hilux sofort loswerden will. Aber es wird bald die Zeit kommen, wo man mit Dieselfahrzeugen bestimmte Gebiete nicht mehr befahren darf. Die Maut wird m.E. so ziemlich sicher bald auch von Deutschen zu zahlen sein (den Politikern darf man hier leider keinen Meter trauen) und da wird es nach Schadstoffausstoß gehen. Bin letzte Woche mal wieder knapp 1000 Euro für eine normal Hilux-Inspektion mit ein paar kleinen Fehlerchen behobe, weil das Geschäftsmodell der Werkstätten es erzwingt, Phantasiepreise für Öl und andere Hilfs- und Ersatzteile zu verlangen. Brauche ich alles nicht.
Jetzt kann man natürlich sagen: jaa, aber jetzt sind wir von den Arabern anhängig, und in der Zukunft von China und Afrika (wg. des Lithiums). Und die Gesamtökobilanz erst... Bei solchen Studien, die zu 99% von der dt. Auto-industrie in Auftrag gegeben werden, wird‘s mit immer ganz anders.
Die können mal die Kosten der Umweltzerstörung durch die Ölforderung reinrechnen (Nigerdelta z.B.), die Energie für die Raffinerierung, die Verteilung des Benzins, die Kosten der Entsorgung während der Lebensdauer des Fahrzeugs usw. Da sieht‘s schon ganz anders aus. Und die Batterietechnik steht total am Anfang. Da wird noch einiges kommen.Letzes Argument ist der dt. Strommix, da wären E-Autos ja praktisch genauso schlecht wie Verbrenner. Tja, da haben wir noch was zu tun. Kohlebergbau - das wußten wir schon als Jugendliche in den 80ern, daß der keine Zukunft hat. Aber den Menschen werden Lügen erzählt, und jetzt sind plötzlich mal wieder 100000 Arbeitsplätze, die ja auch durch was anderes ersetzt würden, wichtiger als die Sicherung der Lebensgrundlagen. Erzählt das mal den Leuten auf den Fidschis, die in ein paar Jahren im Meer versinken. Echt... Mein 100% Wasserkraftstrom kostet genausoviel (22 ct/kWh) wie der typische Mixstrom. Wind- und Sonnenernergie sind bei knapp 40% der Gesamtstromerzeugung, alles mehr oder weniger ohne Pufferspeicher. Wenn man sich die richtigen Ziele setzt, ginge es. Aber jetzt kommt ja wiedr Groko - aber das ist off-topc, da muß ich jetzt aufhören
VG, Tommy





