Ab und zu stelle ich ja Zeug vor, das ich selbst intensiv nutze und von dem ich absolut überzeugt bin. Das hier ist wieder so ein Fall.
Ich bin einer von denen, die ständig Arbeitsklamotten anhaben. Zu oft, meint meine Frau, aber das ist ein andere Geschichte.
Zentrales Element der Arbeitkluft ist ja die Hose. Logisch. Unten sind Schuhe, oben ein T-Shirt...aber die Hose dazwischen ist irgendwie entscheidend. Und Jahrelang dachte ich, das Beinkleid muss nicht nur möglichst robust sein, sondern sich auch so anfühlen. Also trug ich schwere Hosen, der irrigen Annahme folgend, dass ein schwerer Stoff auch besonders lange hält. Und wie war das dann? Elendig warm im Sommer, behindernd beim Beugen oder Knien, scheuernd beim Klettern, schwer trocknend bei Regen oder sonstigen nassen Ereignissen. Das ist alles erträglich. Aber es ist nicht perfekt. Und da man bei der Arbeit ohnehin mit genug Widrigkeiten zu kämpfen hat, muss die Hose nicht auch noch eine solche sein.
Eines schönen Tages bestellte ich also im Anflug unerwarteter Experimentierfreude eine leichte Arbeitshose: Die "e.s.dynashield" von Strauss. "Kann man ja mal probieren", dachte ich mir. Das war vor zehn oder zwölf Jahren, und seither trage ich bei der Arbeit tatsächlich nur noch in Ausnahmefällen andere Hosen. Das war ein echter Glückstreffer. Was für eine grandiose Buxe! Leicht und atmungsaktiv (und damit vor allem auch im Sommer gut zu tragen), dehnbar (für mich wichtig beim Klettern oder Herumkriechen in engen Räumen), aus abriebfestem 4-Wege-irgendwann-für-die-Raumfahrt-entwickeltem Stoff, mit verstärkten Kniepartien (inkl. Tasche für die Polster), ausreichend Taschen mit haltbarem (!) Klett- oder Reißverschluss...und sie passt einfach. Das Ding ist in meinen Augen grandios.
Strauss listet folgende Features:
- extrem robust und elastisch
- höchster Tragekomfort durch besonders abriebfestes 4-Wege-Stretch bXeric® double weave
- besonders beanspruchte Stellen mit 3fach Nähten verstärkt
- seitlich dehnbarer Flexbelt®-Bund
- 2 Schub- und 2 Gesäßtaschen, eine davon mit Patte
- dezente Reflektoren
- Kniepartien zusätzlich verstärkt, Kniepolstertaschen oben mit Klettverschluss
- verstärkte, zweiteilige Schenkeltasche rechts
- vielteilige Schenkeltasche links mit Reißverschluss-, Patte-, Stifte- und zusätzlicher Zollstocktasche ("Das heißt Gliedermaßstab!")
- Material: 1. Oberstoff 91 %Polyamid/9 %Elasthan (ca. 230 g/m²), 2. Oberstoff 100 %Polyamid
Soweit, sogut, eine Arbeitshose halt. Aber auf was will ich jetzt eigentlich hinaus?
Darauf, dass diese Hose eben nicht nur für die Arbeit taugt. Ich trage sie mittlerweile auch unterwegs, also auf Reisen, Touren oder sonstwo draußen in der Freizeit. Oder auf dem Buschtaxi-Treffen. Weil sie eben auch eine hervorragende "Outdoor-Hose" ist. Weil sie alles kann.
Natürlich hatte ich in meinem Leben ein paar Produkte der üblichen großen Hersteller. Und diese Hosen sind ja auch meist gut, keine Frage. Gut verarbeitet, gut geschnitten, oft bzgl. Material oder Schnitt spezialisiert. Hightech in jeder Hinsicht. Aber braucht's diese Spezialisierung, braucht's den Marken-Aufnäher*? So ganz hat mich das nie überzeugt, und vor allem: Eine teure Wanderhose ziehe ich nicht auf der Baustelle an, also kaufe ich doppelt. Was ich tatsächlich brauche, ist ein guter Allrounder. Bequem, robust...und bezahlbar. Die ES-Hose kostet etwas über 80 Euro, damit kann man nichts verkehrt machen.
Der Schnitt ist gut und passend: Vorgeformte Knie sorgen für viel Bewegungsfreiheit, der Kniebesatz ist angenehm lang. Der dehnbare Bund sitzt so, dass nichts zwickt oder einschneidet. Die Passform ist schmal am Bein, ohne zu eng oder zu weit zu sein - für mich wichtig vor allem bei Arbeiten in der Höhe, wo früher des öfteren die eher weiten Beinöffnungen anderer Hosen an den Leiterenden hängenblieben. Das ist einigermaßen unangenehm, in 50 Metern Höhe.
Und sie hat Platz: Es gibt zwei normale Eingrifftaschen (links zusätzlich noch eine mit Reißverschluss) und zwei Gesäßtaschen. In einer schmalen Tasche links steckt immer meine Taschenlampe, in der Oberschenkeltasche darunter hinterm Klettverschluss die Dokumente und hinterm Reißverschluss mein Smartphone. Diese Oberschenkeltasche ist flach und clever geschnitten, trägt kaum auf und schaut auch nicht aus wie eine dieser modischen "Cargo-Taschen". Und rechts am Bein befinden sich wie üblich noch zwei Werkzeugtaschen. Macht 10 Taschen. Die Nähte sind sauber verarbeitet, die Reißverschlüsse laufen geschmeidig. Das Material ist wasserabweisend genug für leichten Regen, trocknet im Fall der Fälle sehr schnell, knittert nicht, ist atmungsaktiv genug für schweißtreibende Aktivitäten und robust genug für jeglichen Kontakt mit irgendwas. Diese Hosen halten bei mir tatsächlich Jahre, und auch bei täglicher intensiver Nutzung und entsprechend vielen Waschgängen zeigen sie kaum Gebrauchsspuren, keine Abschürfungen, keine ausgefransten Nähte, kein Pilling. Ich weiß nicht, wie viele hundert Stunden ich auf Knien rutschend verbracht habe, aber der Kniebereich zeigt sich davon völlig unbeeindruckt. Und wenn man sie wie ich in Schwarz nimmt, sieht sie bei flüchtigem Blick nicht einmal nach Arbeitshose aus. Im Winter übrigens (falls sich das jemand fragt) ziehe ich eine Thermohose von E.S. drunter, das reicht auch an frostigen Tagen.
Eine Binsenweisheit, aber man muss es ab und zu erwähnen: Gute Ausrüstung erkennt man nicht an Logo oder Preis, sondern an der täglichen Bewährung. Und da hat sich diese unscheinbare Arbeitshose (für mich persönlich) als Champion erwiesen. Für kleines Geld bekommt man hier eine großartige Hose, die alles kann. Und das auf Wunsch auch als kurze Hose, Winterhose, Latzhose und natürlich auch im Damen-Schnitt. Natürlich: Kleidung ist individuell, jeder empfindet das anders. Aber wer eine vielseitige, robuste und erschwingliche Hose sucht, sollte sich die "e.s.dynashield" (trotz des sperrigen Namens) im nächsten Strauss-Laden mal anschauen. Vielleicht ist das ja ein Augenöffner.
https://www.strauss.com/at/de/arbeitshosen/
*Mir ist sehr wohl bewusst, dass Strauss den Weg der emotionalen Markenbildung ebenfalls geht, und aus ihrer Sicht ist das schlau. Dennoch sind sie noch weit entfernt von der "Jack Wolfskinisierung" der Innenstädte. Wer E.S. trägt, tut das ganz sicher nicht aus modischen Gesichtspunkten oder weil es gerade "in" ist, sondern weil es sich bei der Arbeit bewährt.




